Polizeikontrolle

Es muss an meiner Sonnenbrille gelegen haben. An der Raststätte beim Grenzübergang hatten ja schon öfter Polizeikontrollen stattgefunden. Die Autobahn wurde dann abgesperrt,  der Verkehr im Schneckentempo über den Parkplatz geleitet und hin und wieder ein Auto auf die Seite gewunken.  Aber ich durfte immer durchfahren. Bis zu diesem schönen Frühlingstag, an dem mich die deutsche Polizei ebenfalls herauswinkte.

Zwei Ordnungshüter – männlich und weiblich –  fragten mich auf Niederländisch nach meinem Ausweis. Als ich ihnen meinen Pass überreichte, musterten sie mich misstrauisch. Ein deutscher Pass und ein niederländisches Kennzeichen, sowas ist wohl verdächtig. Auf Deutsch fragten sie, ob ich aus Amsterdam käme, was ich verneinen musste. Mein Angebot, die Konversation auf Niederländisch fortzusetzen, da sie doch so schön angefangen hatten, wurde abgelehnt. Kurz angebunden fragten sie, wo ich den hinwolle und was ich dort vorhatte. Dass ich in Deutschland einen Niederländischkurs gebe, reichte ihnen offenbar nicht.

Ich musste aussteigen, den Kofferraum öffnen und Auskunft geben, ob ich Drogen, Waffen, Alkohol und dergleichen an Bord hatte. Sollte ich sie darüber aufklären, dass ich Alkohol normalerweise in die andere Richtung transportiere, da er in Deutschland billiger ist? Besser nicht, der Herr schien keinen Spaß zu verstehen. „So, dann leeren Sie mal Ihre Taschen, und dann wird die Kollegin Sie abtasten.“ Schluck!

Aus den Taschen kamen Schlüssel, Taschentücher, ein Labello, ein leeres Snickers-Papier und was man halt sonst so rumschleppt. Inzwischen hatte besagte Kollegin Gummihandschuhe angezogen. Was sollte das denn? Wollten sie etwa noch irgendwelche Körperöffnungen untersuchen, weil sie bis jetzt nichts Vernünftiges gefunden hatten? Hier, mitten auf dem Parkplatz? Ganz so schlimm wurde es doch nicht, ich wurde nur „von außen“ abgetastet. Dann durfte ich weiterfahren. Eigentlich hätte ich jetzt einen Schnaps gebraucht, aber das war wohl keine so gut Idee.

Abends erzählte ich die Geschichte einem Bekannten, der aus Griechenland kommt und auch so aussieht. Er sagte:  „Irgendwie bin ich erleichtert, dass es dich auch mal erwischt hat. Mich filzen sie fast jedes Mal.“

Zwei Tage später standen an einem anderen Grenzübergang ein paar niederländische Polizisten. Sie gaben mir ein Zeichen, dass ich anhalten sollte. Ich lächelte freundlich, diesmal ohne Sonnenbrille, und wünschte ihnen einen guten Abend, woraufhin ich meinen Weg unbehelligt fortsetzen durfte. Na bitte – geht doch!

Kategorien: Ganz "normaler" Alltag | Hinterlasse einen Kommentar

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