Christmas King – Ein Tagebuch

Dieses Jahr findet bei @heinzi wieder das Spiel „Christmas King“ statt. Die Regeln sind ganz einfach: Derjenige wird Christmas King (oder Queen), der es am längsten schafft, „Last Christmas“ von Wham! NICHT zu hören. Es reicht aber schon, wenn man versehentlich ein paar Takte davon vernimmt. Mitspielen dürfen alle, die ehrlich sind und sich bis zum 27. November angemeldet haben.

Letztes Jahr war das Spiel meiner Aufmerksamkeit entgangen, aber wegen der Chor-Weihnachtsfeier wäre ich schon am 4. Dezember rausgeflogen, wenn nicht noch früher. Aber Lumpi, der King von 2009, schaffte es, dem Lied bis zum 24. Dezember zu entgehen.

Dieses Jahr mache ich natürlich mit. Ich bin zwar nicht so ein Radiohörer, aber dafür recht viel unter Leuten, also ist die Chance nicht gering, dass ich es unfreiwillig irgendwo höre. Dem Gatten wurde strengstens untersagt, das Lied zu singen, und pfeifen darf er es auch nicht.

27. November:

Wir waren zwar mit unserem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt in Münster, aber dort wurde ich zum Glück nicht damit konfrontiert. Schwein gehabt.

28. November:

Heute wollte ich beim Plätzchenbacken das Radio einschalten, entschied mich dann aber doch für ein Hörbuch. Als ich später in die Küche kam, rief Peter mir schon entgegen: „Rate mal, was du gerade verpasst hast!“ Puh! Unserem mittwinterhornblasenden Nachbarn traue ich dieses Lied doch nicht zu.

29. November:

In der Arbeit dudelte zum Glück kein Radio. Als ich einer Kollegin davon erzählte, fragte sie erstaunt: „Wie kommst du bloß immer auf sowas? Das wird sicher nicht einfach. Weihnachten ist ja überall so präsent, dass es einem schon Angst einjagen kann.“

30. November:

Mann, mit dem Spiel habe ich mir ein Ei gelegt! Weil ich so drauf fixiert bin, das Lied nicht zu hören, schwirrt es mir nun dauernd im Kopf rum. Aber man nimmt auch alle andere Musik ganz anders wahr. Heute musste ich in die Stadt, zur Drogerie und zum Haushaltswarengeschäft. Die Straßenmusikanten am Eingang der Passage wurden erst mal misstrauisch beäugt, aber ihr Repertoire bestand vorwiegend aus osteuropäischer Volksmusik. Obwohl sie gelegentlich etwas daneben hauten, fand ich es wunderschön. Im Haushaltswarengeschäft dudelten benkannte  Sinterklaaslieder „Zie ginds komt de stoomboot“ oder „Oh kom maar eens kijken“. Sehr gut, ich war ja immer schon ein Befürworter lokalen Kulturguts. Wieder einen Tag weiter.

1. Dezember

Kurz in der Stadt und im Supermarkt gewesen – nichts. Aber Mitstreiterin Schildkröte, die inzwischen draußen ist, hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die Band Element of Crime eine Coverversion des Liedes herausgebracht hat. Ich mag die Band und bin natürlich sehr neugierig, aber ich werde den Link nicht anklicken!

2. Dezember

Nichts – bei meinen Mitspielern aber anscheinend auch nicht.

3. Dezember

Heute habe ich mir die Kunsteisbahn am Markt angeschaut, aber da gab es vor allem viel Gekrakeel und keine Musik. Am Nachmittag habe ich dem Gatten beim Regalzusammenbauen geholfen, aber erst, als er das Radio ausgemacht hat. Den Kitschfilm im Ersten habe ich mir nicht angeschaut, und da wurde es zweimal gespielt. Ich bin noch im Rennen.

4. Dezember

Trotz Weihnachtsmarktbesuch bin ich noch drin. Der Bad Bentheimer Weihnachtsmarkt ist klein, überschaubar und bietet vor allem Kunsthandwerk an. Außerdem wechseln sich dort Sänger und Instrumentalisten ab – es kommt nichts aus der Konserve. Als wir dort waren, spielte ein Mädchen auf der Querflöte traditionelle Weihnachtslieder, und drei Mittwinterhornbläser versuchten sich mehr oder weniger erfolgreich am „oal’n roop“.

5. Dezember

Heute war ich etwas übermütig und habe beim Backen Radio gehört. Aber City FM hat in den zwei Stunden nichts Weihnachtliches außer „Driving home for Christmas“ gespielt. Wenn es nach Mitstreiterin Tinka geht, wird das der Kandidat für nächstes Jahr.

6. Dezember

Grundgütiger, bin ich heute erschrocken! Ich komme nach Hause und mache im Fahrradschuppen das Licht an. Plötzlich ertönt von ganz oben aus dem Regal eine Stimme, die mir was von Schnee, Eis und Gefahr erzählt. Hat doch der Gatte mal wieder ein paar Sachen elegant verdrahtet, so dass beim Betätigen des Lichtschalters das Radio gleich mit angeht. Nach dem ersten Schreck war ich froh, dass das Radio nicht „Last Christmas“ gedudelt hat.

7. Dezember

Heute waren wir im Theater. André Manuel war klasse, und „Last Christmas“ hatte er zum Glück nicht im Repertoire.

8. + 9. Dezember

Viel zu tun, komme beinahe nirgendwo hin, außer zum Supermarkt, und dort geht der Kelch immer an mir vorbei.

10. Dezember

Weihnachtsessen mit den Kollegen. Die Musik im Restaurant war sehr dezent und die anwesenden Gäste unterhielten sich derart angeregt, dass man nicht erkannte, was im Hintergrund eigentlich dudelte. Wenn es also dabei war, habe ich es nicht mitgekriegt.

11. Dezember

Weihnachtsmarkttreffen in Münster, und auch hier war es – oh Wunder! – nicht zu hören.

12. – 16. Dezember

Wenig Radio gehört, in den von mir bevorzugten englischen Krimiserien im Fernsehen kommt es zum Glück nicht vor und in den Geschäften spielen sie immer grad was anderes, wenn ich drin bin.

17. Dezember

Wegen des heftigen Schneefalls haben eine Freundin und ich den geplanten Weihnachtsmarktbesuch verschoben. Also wieder nichts.

18. Dezember

Heute habe ich es wohl wieder mal grad verpasst, sagte zumindest mein Mann, der früher in der Küche war als ich und das Radio anhatte. Aber er spielt ja nicht mit. Dann waren wir beim Einkaufen in Deutschland und haben dort eine Runde über einen kleinen, gemütlichen Weihnachtsmarkt gedreht. An einer Ecke standen ein paar südamerikanische Musikanten in bunten Umhängen, die immer dort auftauchen, wo was los ist. Ich habe manchmal den Verdacht, dass man die irgendwo klont. Sie hatten ihr Repertoire angepasst und flöteten „Stille Nacht“ und „Engel auf den Feldern singen“.

19. Dezember

So, das war’s. Heute haben wir Verwandte im Westen des Landes besucht, und direkt nach dem Verkehrsfunk kam es. Und später auch „Driving home for Christmas“. Aber ich habe doch ganz schön lang durchgehalten.

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Kategorien: Ganz "normaler" Alltag | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Christmas King – Ein Tagebuch

  1. halea

    Ganz ehrlich: Wer das liest, ohne ein „heinzinaut“ zu sein, hält dich für bekloppt, oder?

    Schade, daß es dich geWham!t hat, ich hätte dir den Sieg gegönnt. Aber immerhin hast du nun noch ein paar entspannte Adventstage. 😉

    Frohe Festtage für dich und deinen Mann.

  2. Durchaus möglich, aber wohl nicht nur deshalb. 😉 Dankeschön, und dir auch frohe Festtage.

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