Heimwerkeln

Vor ein paar Wochen haben wir mal wieder tapeziert und umgeräumt. Und zwar wurde aus dem Bürokram-, Näh- und Gästezimmer ein Unterrichtsraum.

Bei unserem Schlafzimmer hatten wir uns in einem Anfall von Optimismus und Größenwahn für den Stil eines englischen Bed & Breakfast entschieden. Erst als es daran ging, die Tapete zu schneiden, kamen wir dahinter, dass das Muster wohl eher etwas für sehr fortgeschrittene Tapezierer war. Und so dauerte es entsprechend lange, bis wir mit der gesamten Aktion fertig waren. Sollten wir jemals unser Haus verkaufen, lassen wir in den Kaufvertrag setzen, dass das Schlafzimmer die nächsten zwanzig Jahre nicht verändert werden darf.

Diesmal waren wir schlauer und hatten eine einfarbige Strukturtapete ausgesucht. Aber auch so gab es genug zu tun: Die alte Tapete, die bereits mehrmals überstrichen war, musste abgedampft werden.

Dann wurden die Löcher zugespachtelt, die Decke gestrichen und schließlich neu tapeziert.

In den Heimwerkerprogrammen im Fernsehen geht alles immer viel schneller. Die Zeiten, in denen man nicht allzu viel tun kann, außer warten und der Farbe oder dem Kleister beim Trocknen zuzusehen, werden natürlich nicht mitgefilmt. Auch sieht man selten die Protagonisten zum Baumarkt wetzen, weil die Farbe ausgegangen ist oder ein ganz bestimmter Schraubenzieher, den man jetzt unbedingt braucht, nicht mehr auffindbar ist.

Noch schöner sind Filme, in denen schwangere Frauen das Kinderzimmer herrichten und dabei mit seligem Lächeln Kinderlieder summend ihren Kugelbauch auf einer Leiter balancieren. Entweder ist die Realität anders, oder wir machen etwas falsch. Wir kriegen es z. B. einfach nicht gebacken, das Werkzeug nach Gebrauch in seinen Kasten zurück zu legen. Und dann geht das so:

Peter: „Wo ist der Bleistift?“
Ich: „Wahrscheinlich in deiner Hosentasche, da ist doch meistens fast alles.“
Peter: „Siehst du das Messer irgendwo?“
Ich: „Nein, aber vorhin hast du es in der Ecke dort benutzt.“

Oft liegt es dann auch da unter einem Lappen oder ähnlichem, aber es kann auch ganz woanders hingeraten sein. Noch schöner sind ja so konkrete Anweisungen wie „Gib mir mal das Ding da hinten!“ – „Und welches von den siebzehn Dingern, die da liegen, darf es sein?“ Natürlich ist derjenige, der dann gerade verzweifelt versucht, ein Möbelstück vor dem Auseinanderfallen zu bewahren, nicht begeistert von solchen Rückfragen. Bei diesen Heimwerkerprogrammen kommt sowas nie vor, genauso wenig wie die Tatsache, dass man die Tapete an den Rändern öfters nachkleben muss, bis sie richtig hält. Kein Wunder, dass man so viele Kaffeepausen braucht, die das Projekt noch zusätzlich in die Länge ziehen.

Aber egal, jetzt haben wir es geschafft. Von ein paar Kleinigkeiten abgesehen ist alles an seinem Platz, das Whiteboard hängt an der Wand und wird eifrig genutzt.

Ich habe sogar eine schicke Kaffeemaschine.

Jetzt hoffe ich, dass meine Kursteilnehmer auch etwas lernen werden.

 

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Kategorien: Ganz "normaler" Alltag | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Heimwerkeln

  1. Eindelijk weer eens even je blog gespot.
    Je leskamer ziet er sjiek uit hoor!
    En je website is ook mooi geworden!
    Zijn de cursisten ook tevreden?
    Ik ben ook nog steeds bezig mijn website te vernieuwen, maar er zit nog niet echt vaart in.

  2. Bedankt! Ja, de cursisten vinden het heel leuk.

    Succes met je website! Zoiets heeft tijd nodig, ik weet dat.

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