Fernsehen und Fitness

In „meinem” Fitnessstudio, das ich manchmal mehr, manchmal weniger regelmäßig frequentiere, haben die Cardio-Geräte ihre eigenen Bildschirme. Knapp 30 Kanäle Fernsehunterhaltung stehen einem zur Verfügung, damit einem die Strampelei nicht zu langweilig wird. Und so bildete ich mich, während ich mich auf dem Crosstrainer oder Laufband abplagte, über die unterschiedlichsten Sachen weiter.

Am Anfang hatte ich ständig meine Ohrknöpfe (jetzt musste ich tatsächlich googlen, wie man diese kleinen Dinger nennt) vergessen und war also auf Untertitel angewiesen. Auf Discovery erfuhr ich von einem neuen Turnschuh mit einem „intelligenten“ Chip, aber was dieser Chip tut, habe ich inzwischen wieder vergessen. Auf Animal Planet lernte ich eine Menge über Hundeerziehung, oder besser, was man mit so einem Hund für Probleme haben kann. Die Lösung kam meistens zu einem späteren Zeitpunkt, den ich immer verpasste. Manchmal ging ich auch vormittags und tauchte dann in die Freuden, Leiden und Intrigen der Jungen und Schönen in „As the World Turns“ ein und versuchte zu verstehen, wer nun eigentlich wie zu wem gehört.

Dann dachte ich endlich einmal daran, die Ohrknöpfe in meiner Sporttasche zu verstauen und konnte auch einen Ausflug ins deutsche Fernsehen unternehmen. Ich landete bei „Verbotene Liebe“, das ich früher manchmal geschaut hatte, und stellte erfreut fest, dass es Ansgar immer noch gab. Die übrigen Figuren kamen mir allerdings sehr unbekannt vor. Manchmal kam ich am Sonntag auch rechtzeitig zur „Sendung mit der Maus“. Und die Sendungen helfen tatsächlich, durchzuhalten.

Diese Woche allerdings stieß ich auf ein Kochprogramm. Während ich auf dem Laufband tätig war, bereiteten fünf Leute unter der Betreuung eines Fernsehkochs die unterschiedlichsten Gerichte vor. Wie hypnotisiert starrte ich auf den Bildschirm, während ich mit dem Band Schritt zu halten versuchte. Es gab Asiatische Rinderfilets mit Rucola, Koblauchrahmsuppe, Lachs mit Wodkaschaumhaube und ähnliche spannende Sachen. Während der Koch von einem zum anderen ging und Tipps gab („Wenn man die Limettenschale erst ganz am Schluss dazu gibt, erhält die Sauce eine elegante Note“), meldete sich mein Magen schon leise zu Wort. Als es dann ans Anrichten ging, knurrte er bereits lautstark, und ich musste mich schwer zusammenreißen, um nicht auf das Laufband zu sabbern. Am Ende begab ich mich völlig erschlagen nach Hause und stattete erst mal dem Kühlschrank einen Besuch ab.

Ob ich das nächste Mal vielleicht besser eine Sportsendung schauen sollte?

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