Besuch in der alten Heimat

Neulich war ich mal wieder ein paar Tage in meiner alten Heimat in der Nähe von München. So ein Besuch ist natürlich immer ziemlich vollgeplant: Treffen mit alten Freunden, Spaziergänge, Stadtbummel, lange Gespräche mit meinen Eltern und vieles mehr. Ganz selten schaffen mein Bruder und ich es, zur selben Zeit hin  zu fahren, aber meistens haben wir ein so geschicktes Timing, dass wir uns um ein paar Tage verpassen. Schade, aber es geht oft nicht anders.

Oft empfängt die Gegend mich mit dem Föhn, der mir leider manchmal kräftige Kopfschmerzen, aber immer einen wunderbaren Alpenblick beschert. Die Luft ist dann so klar und die Berge erscheinen so gestochen scharf, dass man den Eindruck hat, in ein paar Minuten dort zu sein, zu Fuß wohlgemerkt. Manchmal werde ich auch mit dieser herrlichen Aussicht verabschiedet, so dass das Wegfahren so richtig schwer fällt.

Außerdem genieße ich es, mal wieder Oberbayrisch zu hören. Es klingt so vertraut und „normal“. Wie sagte eine Freundin mal so schön? „Der redt normal, so wia i hoid!“

Nicht zu vernachlässigen ist natürlich auch die kulinarische Seite des Besuchs, das Kind muss ja mal wieder was Gscheits zum Essen kriegen. An die Schnitzel meiner Mutter kann niemand tippen, ich selber versuche das gar nicht erst, denn das kann nur schief gehen. Dazu gehört dann auch immer ein Weizenbier – manchmal kann ich es auf einmal einschenken, manchmal klappt es nicht.  Und an einem Abend wird auch immer mindestens eine Flasche von Vaters sorgfältig ausgesuchten Frankenweinen geschlachtet.

Und Brot natürlich! Ich wohne zwar nur ein paar Kilometer von der Grenze entfernt, aber das richtige bayrische Pfisterbrot gibt es hier in der Nähe leider nicht. Und an das niederländische Brot habe ich mich nach all den Jahren noch nicht wirklich gewöhnt. Das scheint vielen so zu gehen. Einmal hatte ich ein Gespräch in einer Volkshochschule etwas weiter im Westen der Niederlande. Die Leiterin der Fremdsprachenabteilung kommt auch aus Deutschland. Nachdem wir die Kursplanung besprochen hatten, sagte sie: „Darf ich Sie mal was ganz Persönliches fragen? Wie machen Sie das hier eigentlich mit dem Brot?“ Die Unterschiede in der Brotkultur hat übrigens Alex in ihrem Blog „Buurtaal“ sehr detailliert beschrieben.

Und so ist mein Gepäck auf dem Rückweg immer um ein paar Kilo schwerer, nämlich um eine Flasche Frankenwein für besondere Gelegenheiten und ein Pfisterbrot.

Advertisements
Kategorien: Typisch Nederlands - typisch deutsch (?), Verschiedenes / Diversen | Schlagwörter: , , , , , , , | 4 Kommentare

Beitragsnavigation

4 Gedanken zu „Besuch in der alten Heimat

  1. Ein Post mit großen Wiedererkennungswert 🙂 Auch bei uns findet jedesmal ein Planungsakt statt: die eine Schwester wohnt in England, die andere (ich) in Deutschland und die Eltern und andere Geschwister in den Niederlanden. Leider schaffe ich es viel zu selten in die alte Heimat, auch wenn ich mir jedes Jahr vornehme, es diesmal anders zu machen 😉

    Groetjes uit Hannover
    Alex

  2. PS Ich meinte natürlich „mit großeM Wiedererkennungswert“ …

  3. Pingback: Vorweihnachtszeit « Grenzwanderer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: