Start in Bremen

Pünktlich waren wir gestern von zu Hause aufgebrochen, so dass wir in Münster viel Zeit zum Umsteigen hatten. Lange vor der Abfahrt des Zuges waren wir auf dem richtigen Bahnsteig. Das sollte uns aber nichts nützen: Kurz vor der planmässigen Abfahrt kam die Durchsage, dass der Zug 20 Minuten Verspätung hatte und auf einem anderen Gleis abfahren sollte. Na toll, also wieder mit Sack und Pack Treppe runter, Treppe rauf, wobei Peter die Hauptlast zu tragen hatte.
Als der Zug angekommen war, gerieten wir erst in Panik, da die Schaffnerin mit einem Schlüssel an der Tür herumfummelte, und wir wollten doch auch mit! Aber beim Aussteigen erfuhren wir, dass sie damit die Türöffnungszeit verlängern konnte, so dass die Radler in Ruhe ein- und aussteigen konnten. Puh!
Der Rest der Fahrt verlief ohne besondere Vorkommnisse, und beim Aussteigen unterhielten wir uns noch mit zwei Radlern, die von Innsbruck nach Würzburg gefahren waren und sich jetzt auf der Heimreise befanden. Als wir erzählten, dass wir nun fünf Monate unterwegs sein würden, klappte ihnen der Unterkiefer herunter. Wie oft hatte ich die Leute beneidet, die so lang unterwegs sein konnten, jetzt waren wir mal dran. Ein tolles Gefühl, muss man sagen. Und der Bahnhof in Bremen hat einen Aufzug!
Der Campingplatz am Stadtwaldsee war nicht schwer zu finden, und wir wurden freundlich empfangen. Das Aufbauen des Zelts war natürlich wieder mit den üblichen Anfangsschwierigkeiten verbunden: Was war jetzt wieder vorne? Wie genau muss man die Stange halten? Aber nach ein paarmal wird es auch wieder routinierter gehen.


Als das Zelt stand, wurde erst mal der Sanitärbereich inspiziert. Das Nomadenleben hat begonnen, und da sind diese Dinge wichtig. Hier kann man echt nicht nölen: Die Duschen sind perfekt, jede Kabine hat einen mit einer Zwischentür abgetrennten Vorraum mit Haken und einem Bänkchen, so dass man alles bequem unterbringen kann. Perfekt! Ausserdem gibt es eine Küche und einen Aufenthaltsraum.
Dann fuhren wir zu einem Biergarten am See, wo wir den Abend ausklingen liessen.
In der Nacht regnete es kräftig, aber nach der langen Trockenheit tut das ganz gut. Als ich in der Früh wach wurde und auf die Uhr schaute, durchfuhr mich ein Riesenschreck: Es war bereits halb zwölf! Hatten wir tatsächlich so lange geschlafen? Dann entdeckte ich, dass ich meine Uhr falsch herum gehalten hatte und dass es erst sechs Uhr war. Laut Peter ist das eine Nominierung für den Sabbatical-Trottel. Okay, aber es werden bestimmt noch ein paar folgen. Am Ende dürfen die Leser dann abstimmen, welche Aktion den Preis verdient.
Während des Frühstücks regnete es noch, aber dann klärte es auf, und wir fuhren in die Stadt. Aus dem, was wir bisher mitgekriegt haben, kann man schliessen, das Bremen eine sehr radlerfreundliche Stadt ist: Fast überall Radwege, oft in beiden Richtungen befahrbar und gut ausgeschildert. Da können sich eine Menge Städte ein Beispiel dran nehmen.

Wir brachten die Räder in der Radstation am Bahnhof unter und erkundeten Bremen auf den üblichen touristischen Pfaden: Wir besuchten die Stadtmusikanten und besichtigten den Dom, das Dom-Museum und den Bleikeller mit seinen gut erhaltenen Mumien aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Danach gingen wir durch die Boettchergasse mit ihren interessanten Fassaden und bummelten durch die verwinkelten Gassen des Schnoorviertels. Tulpe würde hier wohl gar nicht mehr weg wollen: Perlen- und Edelsteingeschäfte und ein Katzencafé! Auch uns gefiel es sehr gut, und wir fanden ein nettes Restaurant für unseren Mittagsimbiss.

Dann gingen wir zur Weserpromenade und von dort aus durch die Altstadt zum Wall, wo wir uns eine Weile ausruhten. Nach den ganzen Häuserfassaden tut etwas Grün auch mal wieder gut.

Dann deckten wir uns an einem Supermarkt mit Lebensmitteln ein und fuhren zurück zum Campingplatz. Heute abend gehen wir noch ein Bierchen trinken, und morgen geht es weiter nach Flensburg.

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Kategorien: 2011 - Radtour | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Start in Bremen

  1. Paloma

    Enttäuschend, wie klein die Bremer Stadtmusikanten sind, oder?
    Ich wünsche Euch weiterhin eine reibungslose Weiterreise und viel Spaß.

  2. Stimmt, gross sind sie nicht grad. Danke fuer die guten Wuensche!

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