Vejen und Give

Noch vor zehn Uhr (für uns ist das früh) verliessen wir Abenraa. Erst fuhren wir nach Kompas und Gefühl, dann hatten wir plötzlich den Haervej gefunden. Dieser Weg (nationale Route Nr. 3) ist eine sehr alte Marsch- und Pilgerroute, die evtl. sogar von Skagen bis Santiago fortgesetzt werden kann. Dies merkt man auch daran, dass der Weg sich mehr zwischen den Hügeln durch schlängelt und immer wieder an Wasser vorbei führt. An den Rastplätzen kann man öfters geschnitzte Pilger- und Soldatenfiguren sehen.

Der Untergrund ist sehr unterschiedlich: Manchmal hat man einen schön asphaltierten Radweg, dann wieder Kies und manchmal sogar Gras mit ein paar Erdstreifen. Besonders der Kies ist sehr schwer zu fahren, da er gerne mal seitlich wegrutscht oder ungleichmässig ausgefahren ist – dann ist das Rad oft schwer zu halten.

Im Grossen und Ganzen ist die Strecke eigentlich ganz gut zu fahren, aber der Wind, der meistens schräg von vorne kam, machte mir ziemlich zu schaffen.

In Vojens wurde es Zeit für die Mittagspause: Im Supermarkt deckten wir uns mit Lebensmitteln ein und nahmen dann auf einer Bank gegenüber der Wochenzeitungsredaktion Platz. Wenn sonst nichts passiert, werden vielleicht wenigstens die zwei merkwürdigen Vögel in ihrem Blatt erwähnt.

Danach ging es weiter bis Vejen, wo wir erst einmal den Campingplatz suchen mussten. Aber wenn man bei eienm Industrie- undWohngebiet in den Ort kommt, kann man wenig Schilder erwarten. Nachfrage in einem Kongresszentrum ergab, dass wir ganz in der Nähe waren. Der Campingplatz gehört zusammen mit der Jugendherberge  zum Idraettscentrum (Sportzentrum) von Vejen. Da dieses Zentrum wirklich riesig ist und wir von der Rückseite kamen, mussten wir erst einmal nach der Rezeption suchen.

Wir checkten ein und durften uns zwischen die Hytten und das Hostel stellen. Dann wollte ich duschen, doch auf dem Plan war nicht deutlich, wo die Duschen für Camper sind: Ich suchte und landete immer wieder im Hostelteil. Bei vier Zimmern stand ein „S“ auf dem Plan, das ich mal als „Shower“ interpretierte. Da sie offen standen, benutzte ich von einem die Dusche. Kurz nachdem ich fertig war und den Raum verlassen hatte, kamen die neuen Zimmerbewohner. Da war ich wohl als Fremdduscher unterwegs gewesen! Das trug mir eine weitere Nominierung für den Sabbatical-Trottel ein. Peter fand dann die richtigen Duschen bei der Judohalle des Sportzentrums. Falls also jemand mal auf den Campingplatz in Vejen kommt – jetzt wisst ihr’s! Das „S“ steht übrigens für „store vaerelse“ – grosse Zimmer.
Abends speisten wir am Salatbuffet im Sportzentrum, während wir den Schwimmern beim Training zuschauten. Dann versuchten wir, ins Internet zu kommen. Gar nicht so einfach, wenn man die dänische Gebrauchsanweisung nicht kapiert und die Rezeption schon geschlossen ist. Abr wir schafften es, so dass ich noch kurz die ersten Berichte hochladen konnte.
Am nächsten Morgen hatte es beim Aufstehen zehn Grad, doch als wir alles eingepackt hatten, war die Temperatur auf 13 Grad gestiegen, und sobald die Sonne herauskam, waren es noch gefühlte drei Grad mehr. Wir fuhren los und waren schnell wieder auf dem Haervej. Über Nacht hatte der Wind sich gedreht, so dass er nun schräg von hinten kam – gut so!

Wir kamen an einem alten Steinkreis aus der Wikingerzeit vorbei:

Langsam wurde es wärmer, und wir konnten die langen Hosen ausziehen. Da Peter vergessen hatte, dass er noch keine Radlerhose drunter hatte, stand er plötzlich in der Unterhose da – eine weitere Nominierung.

Auf einem dieser Kieswege übersahen wir wohl ein Schild, so dass wir zu weit nach Osten gerieten. Ein Navi hätte wohl rechtzeitig Laut gegeben, aber so konnte man halt nichts machen. Da wir uns nicht in die Horde der Legoland-Touristen einreihen wollten, mussten wir aufpassen, um nicht nach Billund zu geraten.

Bei Vandel machten wir bei einer Kunstakademie Rast und beschlossen, vorläufig nicht nach dem Haervej zu suchen, der uns nach Jelling bringen sollte, sondern der Margaritenroute nach Give zu folgen. Dies ist übrigens einer der Hauptgründe, warum  wir nie vorher ein Quartier buchen – sowas kann nur in die Hose gehen.


Von Margariten sahen wir nciht viel, es ist wohl noch zu früh im Jahr, aber die Route ist ganz reizvoll mit diversen Hügeln – Dänemark ist nicht flach! Aber der Weg führte uns durch nette Dörfer:

Auch sonst kommt man an ziemlich viel Flora und Fauna vorbei:

Ziemlich früh am Nachmittag erreichten wir Give, wo wir erst einkauften (das geht ziemlich langsam, wenn man nur wenig von der Verpackung versteht) und dann den Campingplatz suchten. Dort wurden wir wieder sehr  freundlich empfangen, und man teilte uns mit, dass heute abend in der Bar der Songcontest gezeigt wird. Vielleicht gucken wir mit und schauen, wie dat Lena sich dieses Jahr hält. Der angekündigte Regen war so freundlich, zu warten, bis das Zelt stand, und über die Duschen kann man nicht nölen.

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Kategorien: 2011 - Radtour | 4 Kommentare

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4 Gedanken zu „Vejen und Give

  1. Heel interessant; ik lees dit verslag graag! Maar ik heb een wens: kunnen de foto’s niet wat groter? Dat kost toch niets extra?

    • Hei emigrant, als je ze aanklikt, worden ze wel groter. Ik dacht, dat scheelt weer scrollen. En als het formaat te groot is, duurt het uploaden soms heel lang. Sorry!
      Maar leuk, dat je de verslagen graag leest. 🙂

  2. Ah, jetzt seit ihr schon unterwegs, bravo!

    Du hast doch mal über dein Navi geschrieben und das man lange braucht um die Bedienung zu lernen. Benutz ihr jetzt unterwegs doch keins?

    • Hei Bob, weil wir keine Zeit mehr zum Lernen hatten, benutzen wir fuer diese Reise noch die Karte.

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