Egmond aan Zee

Am Morgen, als wir Texel verlassen wollten, regnete es. Dabei hätte ich gern mal wieder trocken abgebaut, aber was solls! Da ich auch noch eine leichte Durchfallattacke „aussitzen“ musste, kamen wir später als gedacht weg und hatten die 10-Uhr-Fähre eigentlich schon abgeschrieben. Aber 5 Minuten vor Abfahrt waren wir beim Hafen, und alles war so gut ausgeschildert, dass wir direkt auf das Schiff rollen konnten. Einen Fahrkartenschalter gab es nicht, und wir dachten, dass wohl an Bord jemand kommen würde. Das war jedoch nicht der Fall. Später erfuhren wir, dass man nur Rückfahrkarten verkauft, und zwar auf dem Festland. Und wir waren ja gewissermassen durch die Hintertür (von Vlieland aus) auf die Insel gekommen.
Als wir anlegten, war es windig, aber trocken. Unterwegs wollten wir in einem Imbiss etwas essen, doch der war offiziell noch nicht auf. Aber der Wirt schmiss extra für uns die Friteuse an. Gestärkt fuhren wir durch die nordholländische Dünenlandschaft Richtung Süden. Bei Schoorl ging es durch ein Waldstück, das uns sehr an die dänischen „Klitplantagen“ (Dünenwälder) erinnerte, und windstill war es hier auch.
In Bergen aan Zee, wo wir vor einigen Jahren mal ein Wochenende verbracht hatten, machten wir noch eine kurze Pause und fuhren dann bis Egmond, wo wir von unseren Gastgebern und Struppie erwartet wurden. Struppie geht es hier tatsächlich sehr gut, zum Glück hat er nicht allzuviel zugenommen.
Wir nutzten die Gelegenheit, all unsere Kleidung in die Waschmaschine zu werfen. Dabei entdeckte ich ganz unten in einer Tasche noch eine halbvolle Flasche mit Salatsauce, die noch aus Dänemark stammte. Zum Glück war sie gut in eine Tüte verpackt, denn heil war sie nicht mehr. Wohl wieder eine Nominierung, *seufz*.
In Egmond war es auch mal wieder Zeit für Kultur, wir besuchten das mitreissende  Gospelkonzert der „Sea Singers“ in St. Agnes, und das kleine, aber sehr informative Museum. Dort haben sie noch die Uhr und die Glocke des Kirchturms von St. Agnes, der der See zum Opfer gefallen war.

Egmond hinter den Dünen:


Heute fuhren wir noch nach Alkmaar, um endlich einmal den berühmten Käsemarkt zu besuchen. Da es regnete, nahmen wir den Bus. Allerdings hatten noch viele andere dieselbe Idee, so dass der Bus bereits in Egmond rappelvoll war. Da er an jeder Milchkanne hielt und überall im Schnitt vier Leute ein- und einer ausstieg, kann man sich das Gedränge sicher vorstellen.
Alkmaar ist eine sehr nette Stadt, nur beim Käsemarkt waren mir ein bisschen zu viele Leute. Aber immerhin habe ich jetzt auch so ein typisches Reiseführerfoto von den rennenden Herren, die den Käse zur Waage bringen:

Ausserdem besichtigten wir das Biermuseum, in dem man nicht nur alles über den Brauprozess, sondern auch über Abfüllung, Lagerung und Transport erfährt, und die Kirche St. Laurentius, die ein bisschen weggeduckt bei einer Gracht liegt.

Insgesamt ist Alkmaar ein gemütliches Städtchen:

Vier Tage lang hatten wir ein richtiges Dach über dem Kopf und ein Bett anstatt der Isomatten. Daran gewöhnt man sich aber schnell wieder. Unseren Gastgebern ein herzliches Dankeschön, het was gezellig! 🙂
Morgen geht es wieder Richtung Norden, immer an der Nordsee entlang nach Deutschland. In der letzten Zeit wehte ein kräftiger Südwester, der dürfte jetzt gerne noch eine Weile anhalten. Mal sehen, wie weit wir kommen.

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Kategorien: 2011 - Radtour | Hinterlasse einen Kommentar

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