Amrum? Amrum!

Ich weiss, ich hatte in meinem letzten Eintrag angekündigt, dass wir nach Sylt wollten. Aber gerade noch rechtzeitig erfuhren wir, dass die Lokführer streikten und deshalb vor allem die Verbindung nach Sylt mit viel Chaos verbunden war. Darauf hatten wir nun überhaupt keinen Bock, und so fuhren wir nach Dagebüll und von dort mit der Fähre nach Amrum.

Wir kamen an Föhr und diversen Halligen vorbei, und kurz bevor wir Amrum erreichten, wurde es richtig schön windig, und das Schiff schwankte auf den Wellen. Einige der mitreisenden Kinder bekamen es mit der Angst zu tun, und man hörte gelegentlich: „Nein, wir gehen nicht unter!“ Im Hafenbecken schwamm ein Seehund, der sich wohl zu fühlen schien.

Als die Fähre angelegt hatte, machten wir uns auf den Weg zum Campingplatz. Dort wurden wir von zwei Mitarbeitern abgefangen, da die Rezeption erst um halb 5 öffnete. Wir mussten eine Karte mit Adresse hinterlassen (gut, dass wir den skandinavischen Campingpass noch haben), durften uns eine Stelle aussuchen und dann einchecken.

Wir fanden eine Stelle in den Dünen, wo der Boden halbwegs fest erschien, und führten ein heftiges Gefecht gegen den Wind, um das Zelt aufzubauen. Endlich stand es, und wir konnten einchecken. Wir suchten uns ein nettes Lokal in Wittdün und gingen essen. Dann gingen wir noch durch den Wald und die Dünen zum Strand mit dem berühmten Kniepsand.

In der Nacht bleib es trocken, und das war auch gut so, da wir inzwischen darauf aufmerksam gemacht worden waren, dass an unserer Stelle mit festem Grund bei  Regen „Land unter“ herrschte. Wir beschlossen, das Zelt umzupflanzen.

Dann erkundeten wir die Insel. Wir fuhren über Süddorf in das pittoreske Dorf Nebel.

Von dort ging es weiter nach Norddorf und dann zum Naturschutzgebiet „Amrumer Odde“, wo wir nicht weiter konnten. Die Strecke zurück ging grösstenteils durch den Wald.

In der Nacht fing es an zu regnen und zu stürmen. Da unsere Heringe für Sandgrund nicht wirklich geeignet sind, schliefen wir sehr unruhig. Und da für den nächsten Tag ähnliches Wetter angesagt war, beschlossen wir, nicht zu verlängern und wieder auf das Festland zurückzukehren. Wir wollten nicht unbedingt das Risiko eingehen, wegzuwehen oder abzusaufen.

Im Regen bauten wir das Zelt ab und fuhren zum Hafen. Dort liegt noch die „Eilun“, das Schiff von Kapitän Tadsen, mit dem wir früher ein paar Ausflüge gemacht hatten. Inzwischen hat sein Sohn es übernommen. Schön, dass es das Schiff noch gibt, schade, dass wir keine Fahrt damit machen konnten.


Die Fahrt zum Festland verlief ruhig, und langsam kam auch wieder die Sonne hervor. Nun hiess es Abschied nehmen von der Nordsee mit ihren Dünen, Deichen, Schafen und Leuchttürmen – überall anders und doch immer vertraut! Ich habe sie liebgewonnen.

In Dagebüll stand ein ganz normaler Zug, der von einer Dampflok gezogen wurde. Ob das etwas mit dem Lokführerstreik zu tun hat?

Von dort aus schob uns der Wind gemütlich vor sich her nach Norden. Wir kamen durch die Dörfer Rosenkranz und Rudbøl, wo Deutschland und Dänemark irgendwie ineinander übergehen. Die Bushaltestelle an der einen Strassenseite ist deutsch, der Supermarkt auf der anderen dänisch. Und an der offiziellen Grenze begrüsste uns der Tuborg-Mann!

Wir fuhren weiter bis Møgeltønder, wo wir unser Zelt aufstellten, das jetzt gemütlich vor sich hin trocknet. Wir machten einen Rundgang durch das Dorf mit den Reetdächern und dem Kopfsteinpflaster, und es gibt hier auch wieder Hjemebakked Isvaffler! Fragt mich aber bitte nicht, warum in dem Baum beim Eiscafé lauter Schnuller hängen.

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Kategorien: 2011 - Radtour | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „Amrum? Amrum!

  1. betsie

    Hallo Petra,
    Hartelijk gefeliciteerd met jouw verjaardag, ook van Vera.
    Dit is een verjaardag om nooit te vergeten, helemaal vrij.
    Geniet ervan,
    groetjes,
    Betsie

  2. Mi.Ke.

    Hallo liebe Petra,

    ich wünsche dir zum Wiegenfest alles erdenklich Gute. Gerade heute sollst du Rückenwind in rauen Massen gehabt haben…

    Na, geht ihr heute im Hohen Norden fein aus? Jedenfalls wünsche ich dir viel Erfolg und weiterhin immer genug Luft auf der Kette….

    Mi.Ke.

  3. Kerstin

    Hallo Petra,

    auch von mir den ALLERHERZLICHSTEN GLÜCKWUNSCH zu Deinem Geburtstag.
    Die große Hochzeit(Fusion) findet am 1.Advent statt, dabei dürft ihr natürlich nicht fehlen!Aber ihr seid ja ab Oktober wieder dabei.
    Bis dahin…
    Ach… Schnullerbäume gibt es auch bei uns in den größeren Städten, dort können Kleinkinder in der ‚Schnullerentwöhnungsphase‘
    mit den Eltern zusammen den Schnuller offiziell abgeben. Das ganze soll dadurch leichter fallen, weil sie dann nicht die einzigen sind!

    Liebe Grüße , Kerstin

    • Interessant, das mit den Schnullerbäumen. Wieder was gelernt. 🙂

      Vielen Dank für die Info zur „Elefantenhochzeit“, wir hatten uns neulich schon gefragt, wann die wohl ist.

  4. Vielen Dank für die Glückwünsche, die mich auf diesem und anderen Wegen erreicht haben! Ich habe mich sehr gefreut. 🙂

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