Im Grenzland – auf den Spuren der Wikinger

Der Weg aus Møgeltønder führt durch das Zentrum, und das bereits erwähnte Kopfsteinpflaster lockert einem alle Füllungen im Gebiss. Entlang der deutsch-dänischen Grenze fuhren wir dann nach Krusaa. Dabei folgten wir auch manchmal der Grenzroute.

Das Wetter war an diesen Tagen etwas merkwürdig – ab halb drei wechselte es immer wieder plötzlich von Sonnenschein zu strömendem Regen. Manchmal schaffen wir es gerade noch, das Regenzeug anzuziehen.

In Krusaa ist mitten auf der Zeltwiese eine Feuerstelle, wo die Leute abends mit Gitarrenschrammelmusik oder Radio zusammensitzen. Die Platzruhe um elf Uhr wird aber problemlos respektiert.

Von Krusaa aus fuhren wir nach Schleswig, wobei wir aber eingedenk unserer Erfahrungen vom Anfang der Reise darauf achteten, Flensburg weiträumig zu umfahren. Wie auch der Süden Jütlands ist die Gegend hier nicht flach, sondern mit sanften Hügeln garniert.

Von weitem konnte man den Dom von Schleswig schon sehen. Wir mussten an das andere Ufer der Schlei, wo sich direkt neben dem Wikingermuseum Haithabu der Campingplatz befindet. Um halb drei waren wir da, und obwohl das Büro erst um vier Uhr öffnete, kam der Verwalter und wir konnten einchecken.Schön, nicht, ein Campingplatz mit Aussicht:


Als wir das Zelt aufgebaut hatten, schafften wir es noch, das Wikingermuseum zu besuchen, das auf dem früheren Wikingerhandelsplatz Haithabu errichtet ist. Im Hauptgebäude kann man die Ausgrabungen besichtigen – Grabbeigaben, Waffen, Teile eines Schiffes und vieles mehr. Auf dem Gelände befinden sich ein paar nachgebaute Häuser. Ein Plakat wies uns darauf hin, dass man dies mit den Werkzeugen getan hatte, die die Wikinger auch zur Verfügung hatten. Dass sie die Säge noch nicht kannten, komplizierte den Hausbau etwas. Bei den Häusern gibt es auch einige Wikinger, die Andenken verkaufen, handwerkliche Kurse geben und dergleichen. Einige Campinggäste würden auch sehr gut dorthin passen.

Am nächsten Tag, als ich kurz weg war, dekorierte Peter liebevoll das Zelt für meinen Geburtstag.

Nach dem Frühstück fuhren wir in die Stadt. Dort besichtigten wir den Dom mit seinem berühmten Bordesholmer Altar, bummelten durch die Fischersiedlung Holm und besuchten das Stadtmuseum, in dem wir viel über die Geschichte Schleswigs lernten, das wie viele Grenzorte immer wieder zwischen Dänemark und Deutschland hin und her ging.

Ausserdem gibt es dort auch ein Teddybärenmuseum. Dort im Café gab es eine weitere Nominierung: Die Zuckersäckchen steckten in einem mit Kaffeebohnen gefüllten Glas. Diese Bohnen waren allerdings nicht – wie bei Rudolf und Marian – aus Schokolade, sondern echt, wie der Gatte feststellte, als er herzhaft hineinbiss.

Dann kaufte ich ein paar neue Schuhe. Meine alten hatten mich zahlreiche Sommer begleitet, aber nun begannen sie, an verschiedenen Stellen kaputt zu gehen. Mit den neuen bin ich sehr zufrieden.

Am nächsten Tag fuhren wir weiter und folgten der westlichen Variante des Ochsenwegs. Dieser ist die südliche Fortsetzung des dänischen Haervejen. Gelegentlich führte die Strecke uns sogar über Gras – vielleicht heisst der Weg deshalb Ochsenweg?

Am Nachmittag  überquerten wir wieder den Nord-Ostsee-Kanal und suchten den Campingplatz bei Hohenhörn.

Unterwegs schoss plötzlich aus einer Scheune ein Schäferhund heraus und mit lautem Gebell auf den Radweg und auf mich zu. Was tut man in so einem Fall? Wenn ich bremse, geht er mir wohl an die Gurgel, wenn ich weiterfahre, stossen wir zusammen, und dann beisst er wohl auch! Ich rief laut „Hey!“, und tatsächlich, der Hund stutzte lang genug, dass ich vorbeifahren konnte. Puh!

Liebe Hundebesitzer, ich verstehe ja, dass euer Vierbeiner es als seine Aufgabe betrachtet, euer Grundstück zu bewachen. Aber könntet ihr ihm vielleicht auch noch beibringen, dass der Radweg nicht dazu gehört? Wir wären euch wirklich sehr verbunden.

Leider fanden wir den Campingplatz nicht, da er auf der Karte nicht gut eingezeichnet war. Also mit der Fähre bei Hochdonn zurück ans andere Ufer. Auf einem Informationsplakat entdeckten wir den nächsten Campingplatz direkt am Kanalufer. Dort fahren sehr viele Schiffe aller Art vorbei, so dass es nie langweilig wird.

Ausserdem wird der Campingplatz von Kanufahrern bevölkert. Es war sehr interessant, zuzuschauen, wie sie ihren ganzen „Hausrat“ in zwei Kanus unterbringen konnten.

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Kategorien: 2011 - Radtour | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Im Grenzland – auf den Spuren der Wikinger

  1. Hey meid, las dat je jarig bent geweest!

    Beetje laat, maar alsnog; Van Harte Gefeliciteerd met je verjaardag!!!

    Groetjes Ellen

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