52 Bücher (1) – „Eilandgasten“ von Vonne van der Meer

Und wieder habe ich ein nettes Projekt entdeckt, diesmal beim Fellmonsterchen (bitte den Button klicken):

Ich zitiere mal, worum es geht:

„Jede Woche an einem Freitag werde ich ein Motto veröffentlichen. […] Zu dem Motto schreibt ihr dann einen Blogartikel mit einem Buch, das dazu passt, und sei es, dass man dafür um 100 Ecken denken muss. (Ja, es können auch gern mehrere Bücher sein, kein Problem!) Erlaubt sind Bücher, Hörbücher, Comics und wenn’s passt auch sonstiges gedrucktes Zeuchs. Ich sehe das Projekt ganz locker und habe nicht vor, 100 Regeln aufzustellen. Auch halte ich viel von Meinungsfreiheit, aber es gibt Grenzen, so hätten z. B. Bücher, die den Nationalsozialismus verherrlichen, keine Chance. Ansonsten: Lustige Bücher, ernste Bücher, Weltliteratur, Unterhaltungsromane — alles gern gesehen, es gibt hier keine hochgestochenen Qualitätsstandards, bunt und gut gemischt möge es zugehen. :-)

Wenn ihr den Artikel geschrieben habt, wäre ein Hinweis mit Link bzw. ein Trackback in dem Kommentar des jeweiligen Freitagsartikels sehr nett, damit mir der Artikel nicht durchflutscht  […].

Wann ihr den Artikel schreibt, ist übrigens völlig egal, kann ja sein, dass ihr erst ein Buch noch mal lesen wollt oder euch erst einige Wochen später das passende Werk einfällt.“

Mit einem Projekt über Bücher rennt man bei mir sowieso offene Türen ein, und da das Motto der ersten Woche recht einfach ist, nämlich „Das Buch, das du zurzeit liest„, werde ich mal loslegen.

Zur Zeit lese ich den Roman „Eilandgasten“ (deutscher Titel „Inselgäste“) der niederländischen Autorin Vonne van der Meer. Die Geschichte spielt auf der niederländischen Watteninsel Vlieland im Ferienhaus Duinroos (Dünenrose). In der Sommersaison  ist es das Feriendomizil unterschiedlicher Personengruppen, die auch unterschiedlich lang bleiben. Wie es in der Natur der Sache liegt, treffen sie nie aufeinander, und doch berühren und beeinflussen sie sich irgendwie: Durch die Einträge im Gästebuch, zurückgelassene Dinge und anderes.

Die ersten Gäste sind das Ehepaar Dana und Chiel mit ihrem kleinen Sohn Floris, die nach Chiels kurzer Affäre versuchen, wieder zur Normalität zurück zu finden.

Ihnen folgt Martine, die wegen einer Verkettung mehrerer Umstände nicht mit ihrem neuen Freund hier ist, sondern mit Sanne, der Tochter ihrer besten Freundin. Deren Schwangerschaft erinnert sie daran, dass sie einmal in einer ähnlichen Situation war und an die damals getroffene Entscheidung.

Danach kommt ein alter Mann, der nach dem Tod seiner Frau nicht mehr weiterleben möchte, doch es soll auf keinen Fall wie ein Selbstmord aussehen. Der Wunsch, alles normal erscheinen zu lassen und nicht zuletzt das Leben selbst machen ihm immer wieder einen Strich durch die Rechnung.

Dann ist da noch Nils mit seiner Frau Simone und den zwei Töchtern Karlien und Roos, über deren Urlaub die beruflichen Sorgen von Nils einen Schatten werfen, und noch ein paar andere Gäste.

Sie alle verbindet das Ferienhaus, das Gästebuch und die Putzfrau, die jeden Tag am Haus vorbei radelt und zwischendurch nach dem Rechten sieht. Sie erleben keine dramatischen, einschneidenden Dinge, sondern eine Art Alltag abseits vom Alltag in der ruhigen Atmosphäre der Insel, auf der die Zeit in ihrem eigenen Tempo vergeht.

Da mein Mann und ich Vlieland kennen, macht es besonders viel Spaß, dieses Buch zu lesen und dabei in Erinnerungen zu schwelgen. Allerdings hatten wir kein Ferienhaus, sondern übernachteten auf dem „Campingplatz mit dem seltsamen Namen“ (Dana), dem Stortemelk-Camping. Die Topografie der Insel wurde von der Autorin allerdings etwas verändert – wenn man unterwegs vom Dorf zum Badweg am Posthuis vorbeikommt, ist der Umweg schon sehr groß. 😉

Kategorien: 52 Bücher 1 - 3, Literarisches und Kulturelles | Schlagwörter: , , , , | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „52 Bücher (1) – „Eilandgasten“ von Vonne van der Meer

  1. Da passt ja der Name der Autorin sehr schön zum Buchtitel. 😉
    Deine Beschreibung hört sich so an, als ob die einzelnen Geschichten zum Nachdenken anregen. Und meine Wunschliste wird länger und länger… Nach dem Projekt werde ich 1 Jahr Sonderurlaub beantragen. 🙂

    • Het meer“ ist zwar der See, also Süßwasser, aber Inseln gibt es da ja auch. 🙂
      Und ja, das Buch regt zum Nachdenken an, auf eine angenehm unaufdringliche Art. Es lässt sich auch gut zwischendurch lesen, ohne dass man den Faden verliert. Es gibt noch zwei weitere Bände: „De Avondboot“ (Die letzte Fähre) und „Het laatste seizoen“ (Abschied von der Insel).
      Ich bin übrigens bei deinem Projekt auch schon auf neue Anregungen gestoßen. Zum zweiten Motto habe ich auch schon eine Idee, aber das Buch muss ich erst nochmal lesen.

  2. Das klingt für mich nach einer schönen Urlaubslektüre und sowieso: die Idee an sich finde ich klasse! Es macht immer sehr viel aus, wenn man den Ort einer erzählten Geschichte kennt. Das hat seinen ganz eigenen, besonderen Reiz.
    LG Silke

    • Finde ich auch. Ich lese gern Geschichten oder Reiseberichte von Orten, wo ich schon war. Oft denke ich dann beim Lesen: „Been there, done that.“ Manchmal stelle ich dann fest, dass ich z. B. nicht der einzige Trottel bin, der sich an einer bestimmten Stelle verlaufen hat o.ä.

      Deinen Kommentar habe ich leider erst jetzt entdeckt, der Spamfilter arbeitet manchmal zu gut. 😉

  3. Geschehene Dinge haben keine Umkehr.

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