52 Bücher (4) – „McCarthy’s Bar“ von Pete McCarthy

Nachdem der letzte Beitrag etwas schwer verdaulich war, wird es jetzt deutlich angenehmer. Das Leben ist schließlich zu kurz, um Bücher zu lesen, die keinen Spaß machen.

Das Motto der vierten Woche lautet Der schönste Satz. Lieblingssätze habe ich eine ganze Menge, denn die Weltliteratur wimmelt von schönen Sätzen. Aber am Anfang des Projekts hatte ich mir selbst die Beschränkung auferlegt, zu jedem Motto nur ein Buch vorzustellen. Sonst komme ich ja zu gar nichts mehr. Also entschied ich mich für den Satz

„It’s important to have a plan B, especially when there is no Plan A.“ (Pete McCarthy, McCarthy’s Bar, S. 29, London 2000)

Der deutsche Titel lautet übrigens „McCarthy’s Bar – Mein ganz persönliches Irland“. Der Comedy-Star und Moderator Pete McCarthy (mit britischem Pass und irischem Herzen) reist auf der Suche nach seinen Wurzeln auf die grüne Insel, das Herkunftsland seiner Mutter. Seine achte Reiseregel lautet „Never pass a bar that has your name on it“. Und wenn man McCarthy heißt und großzügig alle anderen Schreibweisen dieses Namens, z.B. die gälische Variante „McCarthai“, akzeptiert, kann so eine Reise sehr feucht-fröhlich werden.

Das Buch ist voll von skurrilen Erlebnissen und Begegnungen: Der Harfenspieler, der im ersten Kapitel von der Bühne fällt, der missglückte Versuch, nach einem längeren Pubaufenthalt leise und unauffällig in sein B&B zurück zu kehren, die Tage im Kloster „St. Patrick’s Purgatory“, die der inneren Einkehr dienen sollten und nicht zuletzt sein ständiger Kampf mit seinem alten Volvo, genannt „The Tank“, an dem ständig etwas anderes kaputt ist. Dazu kommen seine Gedanken und Betrachtungen zu den touristischen Attaktionen, die die Insel zu bieten hat: Der Delfin vor der Dingle-Halbinsel, der „Dry Canal“ in Cong und vieles mehr.

Es ist eine sehr persönliche Reisegeschichte mit vielen schönen Erlebnissen und auch zahlreichen Pannen und Fettnäpfen.

Zu der oben zitierten Erkenntnis kam er, als er feststellen musste, dass sein Orientierungssinn ihn mal wieder schmählich im Stich gelassen hatte und er im Kreis gefahren war. Sein „Plan B“ war dann auch verblüffend einfach: Weiterfahren, bis etwas passiert. Wie im richtigen Leben halt.

Das Buch habe ich gegen Ende meiner eigenen Irlandreise erworben, als mir der Lesestoff auszugehen drohte. Und bei nicht wenigen der beschriebenen Orte und Situationen hatte ich das Gefühl: „Been there, done that“.

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Kategorien: 52 Bücher 1 - 3, Literarisches und Kulturelles | Schlagwörter: , , , , , | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „52 Bücher (4) – „McCarthy’s Bar“ von Pete McCarthy

  1. Grandioser Satz!
    Buch muss auf die Wuli.

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