52 Bücher (10) – „I’m a Stranger Here Myself“ von Bill Bryson

Das neue Motto des Bücherprojekts gibt es in zwei Varianten: Schließe die Augen und nimm  irgendein Buch aus dem Regal. Alternativ nimm einen Stift, Block und mindestens einen Würfel (6 Seitig).
Bestimme die Anzahl deiner Regalböden (Doppelreihig zählt als je Reihe ein Boden) wenn du zu den Bibliophilen mit wenig Platz gehörst, jeder Karton im Keller oder Dachboden etc. zählt auch als ein Boden.
Würfle jetzt für jeden Boden 2 mal und notiere die Werte als Wert 1 und Wert 2.
Würfle je einmal für jeden Boden bei 1-2 streiche Wert 2 durch, bei 3-4 streiche Wert 1 Durch, bei 5-6 lasse beide stehen.
Addiere nun alle Werte, die nicht durchgestrichen wurden .
Nimm den Würfel nochmals, bei ungeraden Zahlen zähle die Bücher ab dem ersten Boden,bei geradem rückwärts ab dem letzten Boden.
Das letzte Mal würfeln bestimmt, wie viele Böden du noch überspringen darfst/musst, bevor das Zählen beginnt (Zählweise der Böden, wie bei den Büchern) .

Nachdem ich von anderen Mitstreitern gelesen hatte, dass sie sehr lange mit dem Würfeln beschäftigt waren und ich das Prinzip sowieso nicht ganz kapierte, wählte ich die erste Variante. Heraus kam „I’m a Stranger Here Myself“ von Bill Bryson (New York, 1999). Der deutsche Titel lautet „Streiflichter aus Amerika: Die USA für Anfänger und Fortgeschrittene“.

Nachdem er ungefähr zwanzig Jahre in England gelebt hat, beschließt der Journalist Bill Bryson, mit seiner Familie in seine alte Heimat, die Vereinigten Staaten, zurück zu kehren. In einer Reihe von Kolumnen beschreibt er seine Erfahrungen.

Er kommt zu der Erkenntnis, dass nicht nur er sich verändert hat, auch das Amerika seiner Jugend, das er so liebevoll in „Life and Times of the Thunderbolt Kid“ (Mein Amerika: Erinnerungen an eine ganz normale Kindheit) beschreibt, gibt es so nicht mehr. So oft, wie seine Landsleute sich über ihn wundern, kommt er selbst aus dem Staunen nicht mehr heraus über Dinge, die sich verändert haben und Dinge, die er vergessen hat: Dass man sich im Restaurant erst setzen darf, wenn der Kellner einen dazu auffordert, dass man aufgrund fehlender Fußwege viele Ziele nur mit dem Auto erreichen kann und vieles mehr.

Und Bryson wäre natürlich nicht Bryson, wenn er das alles nicht mit viel Humor und (Selbst-)Ironie zum Besten geben würde. So lädt er im Supermarkt begeistert den Einkaufswagen voll mit dem Junk Food seiner Jugend. Seine (englische) Frau, die eher gesundheitsbewusst lebt, erlaubt ihm, das Zeugs mit zu nehmen, wenn er es dann auch allein aufisst, und sorgte gnadenlos dafür, dass er es auch tat. Wen wundert es, dass es ihm am zweiten Tag schon nicht mehr so gut schmeckte.

Ich finde dieses Buch aus persönlichen Gründen sehr interessant, denn es zeigt, dass nicht nur die Emigration , sondern auch die Rückkehr in die alte Heimat ein langer Lernprozess ist.

In einem Kulturseminar hörte ich einmal, dass die „Re-Entry-Period“, also die Zeit, die man braucht, um sich nach seiner Rückkehr wieder ganz eingewöhnt zu haben, genauso lange dauert, wie die Zeit, die man im Ausland verbracht hat. Das wären in meinem Fall dann fast 15 Jahre, wenn ich jetzt zurückgehen würde! Da bleibe ich doch lieber erst mal hier.  Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das stimmt. Die Kursleiterin sagte zwar, dass es bei ihr die beiden Male, die sie im Ausland verbracht hatte, so gewesen sei, aber es ging dann immer um einen Zeitraum zwischen zwei und fünf Jahren.

Und Bill Bryson ist leider auch nicht die geeignete Testperson, da er bereits nach acht Jahren wieder nach England zurückging.

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Kategorien: 52 Bücher 1 - 3, Literarisches und Kulturelles | Schlagwörter: , , , , , , | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „52 Bücher (10) – „I’m a Stranger Here Myself“ von Bill Bryson

  1. Pingback: Icons of England, uitgegeven door Bill Bryson | Petra's taal- en cultuurblog

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