52 Bücher (15) – „England per Rad“ von Jürgen Riek und Uwe Schäfer

Schon wieder Fahrräder? Das war doch erst letzte Woche?

Stimmt, aber das Fellmonster hat uns für diese Woche ein ganz einfaches Motto versprochen, und das kam dabei raus: Greif Dir das Buch, das jetzt in diesem Moment in Griffweite liegt bzw. welches sich am nächsten bei Dir befindet.

Ich sitze also gemütlich mit Läppi auf dem Wohnzimmersofa, und auf dem Tisch – in Griffweite – liegt besagtes Buch, zusammen mit zwei Strassenkarten für die „East Midalds & East Anglia“ sowie „Northern England“. Und die liegen da, weil wir gerade am Überlegen sind, ob wir es dieses Jahr nicht doch schaffen, für zwei Wochen nach England zu fahren und dort vor Harwich nach Hull zu radeln (ein Stückchen Nordseeroute). Keine Ahnung, ob es klappt, denn meine Urlaubsmöglichkeiten fallen dieses Jahr kreuzdámlich, aber man kann ja schon mal Material sichten.

Der Reiseführer „England per Rad“ ((Neuenhausen, 1999),  Teil einer Serie vom Kettler-Verlag, hat sich bereits mehrfach für die Vorbereitung diverser Englandtouren bewährt. Fast ganz England, ausser das englisch-walisische Grenzland, das ja nicht besonders radlerfreundlich ist, ist in 104 Etappen, in der Länge variierend von 11 bis 94 Kilometer, aufgeteilt. Dabei handelt es sich nicht um Tagesetappen, sondern die unterschiedliche Länge hat wohl mit den Anknüpfungsmöglichkeiten zu tun.

Am Anfang jeder Etappe steht eine – manchmal richtig poetische – Kurzbeschreibung über den Schwierigkeitsgrad, z.B.: „Endlich mal wieder eine leichte Etappe, bei der nicht immer wieder sehr starke – und/oder lange Anstiege zu meistern sind, sondern nur leichte Wellen das Salz in der Suppe ausmachen.“ (Seite 171)  Allerdings scheinen die Autoren und ich manchmal unterschiedliche Vorstellungen von „leichten Wellen“ zu haben, ich finde die nämlich öfters schon eine ganz schöne Viecherei! Manchmal ist die Beschreibung auch richtig bodenständig und gnadenlos: „Ohne superleichte Berggänge ist Schieben vorprogrammiert.“ (Seite 169) Da weiß man, was man hat!

Dann folgt eine Wegbeschreibung, anhand derer man sich die Strecke auf der Karte einzeichnen kann. Wenn man das macht, klappt es meistens wunderbar, man darf nur nicht versuchen, sich nur anhand des Buchs zu orientieren! Dazu gibt es Hintergrundinformationen zu der Gegend, durch die man fährt und zu allen möglichen Sehenswürdigkeiten am Weg. Auch Quartiervorschläge werden gemacht, aber diese sollte man auf jeden Fall vorher überprüfen, da sich diese schnell ändern können. Uns ist es ein oder zweimal passiert, dass wir vor einem Campingplatz standen, der seit Neuestem nur noch Wohnwagen und Wohnmobile akzeptiert. Und wenn das im weitern Umkreis der einzige ist, schaut man schon etwas doof aus der Wäsche. Aber dafür gibt es ja das Weltweite Web und die Touristeninformationen.

Gut ist bei dieser Reiseführer-Serie auf jeden Fall die Streckenführung, da man, wenn es irgendwie geht, über ruhige Nebenstraßen geschickt wird und unterwegs auch an vielen interessanten Punkten vorbeikommt: Schlösser und Burgen, Museen, Aussichtspunkte, Seen usw., so dass das Radeln meistens Spass macht. Außerdem sind die Strecken so miteinander verbuden, dass man sich bequem grössere und kleinere Rundfahren zusammenstellen kann.

Dazu gibt es noch eine Menge Informationen zu Land und Leuten, praktische und kulinarische Tipps, eine Wörterliste der wichtigsten Fahrrad-Ersatzteile und Werkzeuge sowie Adressen von Fahrradwerkstätten.

Die Bücher dieser Reihe sind eine sehr gute Möglichkeit, eine Radreise vorzubereiten, bei der die Vorfreude sicher nicht zu kurz kommt.

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5 Gedanken zu „52 Bücher (15) – „England per Rad“ von Jürgen Riek und Uwe Schäfer

  1. Seit letzter Woche habe ich folgenden Ohrwurm, und nun teile ich ihn einfach mit Dir, denn es passt einfach so schön bei der Fahrradlastigkeit hier. 🙂

  2. Ich drücke Euch die Daumen, dass das mit dem Urlaub klappt.

    Gibt es den Radreiseführer auch in einer neueren Auflage? Ich frage nur wegen Deiner Anmerkungen zu den Campingplätzen 🙂

    • Gibt es, für England ist die neueste Auflage von 2006, es dürfte also bald wieder eine kommen. Für andere Länder sind wieder ganz neue rausgekommen, z.B. der für Norgegen ist von 2011. Weitere Informationen dazu gibt es hier.

      Und auf dieser Seite kann man die Campingplätze in Großbritannien nach verschiedenen Kriterien suchen lassen, u.a. auch, ob man dort mit dem Zelt hindarf.

  3. danke 🙂

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