Deutsche Spuren in Utrecht – Treffen der LinkedIn-Gruppe „DeutschNederlanders“

Im LinkedIn-Netzwerk bin ich Mitglied der Gruppe „DeutschNederlanders“. Dort tauschen sich Deutsche, die in den Niederlanden wohnen, in Deutschland ansässige Niederländer und andere, die sich irgendwie mit beiden Ländern und Kulturen verbunden fühlen, zu allen möglichen Themen aus. Ein- bis zweimal im Jahr trifft sich die Gruppe irgendwo, jeder bringt etwas zum Essen mit, es gibt ein Programm (Diskussionsrunden, Vorträge etc.), und dann wird’s gemütlich. 😉

Diesen Sonntag habe ich es zum ersten Mal geschafft, an so einem Treffen teilzunehmen. Mit einem Zwiebelkuchen im Gepäck machte ich mich auf den Weg nach Utrecht. Laut Routenplaner ist das Haus unserer Gastgeberin vom Bahnhof aus zu Fuß erreichbar und einfach zu finden – wenn man den richtigen Ausgang des Bahnhofs erwischt. Obwohl mir dies erst beim zweiten Anlauf gelang (ein Schild „Zum DeutschNederlander-Treffen da raus“  gab es leider nicht), war ich noch pünktlich.

Nachdem wir uns einander vorgestellt und mit Kaffee und Kuchen gestärkt hatten, machten wir uns unter Claudias Führung auf die Socken und erkundeten Spuren, die im Lauf der Jahrhunderte von Deutschen in Utrecht hinterlassen worden waren. Dabei handelt es sich um die unterschiedlichsten Dinge: Kölsche Kräne, die an den Grachten Dienst getan hatten, deutsche Maler, die zeitweise in der Stadt gelebt hatten, wie z. B. Nikolaus Knüpfer, Otto van Rees, Maria Sibylla Merian und andere Berühmtheiten wie die Orgelbauer Bätz, der Architekt Alfred Tepe und Anton Sinkel, der das Warenhaus „Winkel van Sinkel“ gegründet hatte. Auch importiertes Baumaterial wie Tuffstein aus der Eifel oder Bentheimer Sandstein gehören dazu. Natürlich gibt es viel mehr Spuren, aber leider konnte ich mir lang nicht alles merken. Ich hätte doch mitschreiben sollen.

Es war eine sehr interessante Führung, nicht nur informativ, sondern auch abwechslungsreich und gut erzählt. Wir wurden sogar von einem jungen Mann von der Presse begleitet, ich bin neugierig, was er über das Treffen schreibt. Und die Wettervorhersage (Wolken und Regen) hatte sich zum Glück nicht bewahrheitet, das Wetter war ideal für eine Stadtführung.

Nach gut zwei Stunden waren wir wieder bei unserer Gastgeberin angelangt, wo wir uns ein wohlverdientes Abendessen schmecken ließen. Dann wurde es Zeit zum Aufbruch. Wir bedankten uns bei unserer Gastgeberin und den Organisatoren („Het was gezellig!“), und ich hoffe, dass das nächste Treffen wieder halbwegs zentral stattfindet, damit ich wieder hin kann.

Zurück musste ich nicht mit der Bahn fahren, da noch zwei andere Teilnehmer nach Enschede mussten. Eine der beiden kommt ebenfalls aus der Nähe von München – die Welt ist ein Dorf! Auf der Rückfahrt unterhielten wir uns angeregt über die neuen Eindrücke und stellten fest, dass es zwischendurch mal richtig gut tut, sich mit Leuten in der gleichen Situation auszutauschen. Wir beschlossen, die Idee eines Stammtischs in Twente wieder aufleben zu lassen.

Außerdem wurde uns bewusst, dass wir es im Grenzgebiet doch etwas einfacher haben: Man hält leichter den Kontakt mit der deutschen Sprache oder Kultur. Einigen DeutschNederlanders, die im Westen oder in der Mitte des Landes wohnen, merkt man es doch an, dass ihnen oft die Möglichkeit fehlt, regelmäßig Deutsch zu sprechen. Und wenn wir bestimmte Zutaten zum Kochen oder Backen brauchen oder uns das Heimweh packt, ist man doch schnell in Deutschland, auch wenn es „nur“ Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen ist.

Es hat schon was für sich, ein Grenzwanderer zu sein!

Kategorien: Literarisches und Kulturelles, Typisch Nederlands - typisch deutsch (?) | Schlagwörter: , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

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