Chiemgauer Streifzüge – Teil 2

Am nächsten Morgen war es etwas abgekühlt und bewölkt, also ideales Radlerwetter, und wir machten uns auf den Weg, um den Chiemsee zu umrunden, und zwar im Uhrzeigersinn. Trotz Hochsaison waren recht wenig Leute unterwegs, nur eine fünfköpfige Familie überholte uns öfters, wenn wir gerade eine Fotopause machten oder die Karte konsultierten, um uns dann an der nächsten Weggabelung wieder vorbei zu lassen. Vielleicht dachten sie, dass wir uns hier auskannten.  Irgendwann waren sie dann verschwunden.

Der Chiemsee-Rundweg ist gelegentlich etwas kurvenreich, aber schön zu fahren, es gibt sehr nette Stückchen direkt am Ufer entlang, und andere führen etwas weiter vom See weg, so dass man auf die Schilder achten muss. Von manchen Stellen aus hat man einen wunderschönen Blick auf die Alpen (die Gegend heißt nicht umsonst „Malerwinkel“), aber die Gipfel waren an diesem Tag ziemlich umwölkt.

Bis Seebruck blieb es trocken, doch dann begann es zu regnen, und bei Chieming, ziemlich genau auf halber Strecke, hatten wir richtiges Schietwetter. Egal, es war sowieso Zeit für die Mittagspause, also flüchteten wir is erstbeste Restaurant am Weg, wo wir eine Tropfspur zu einem der Tische zogen. Wir bestellten uns etwas mit Fisch, denn schließlich waren wir ja am Chiemsee. Während wir auf das Essen warteten, schauten wir gelegentlich nach draußen, ob es schon Struktur gab, denn dann soll ja laut Wetterfrosch Erwin Kroll der Regen nachlassen. Danach sah es aber vorerst nicht aus.

Die Wirtin erzählte uns, dass man von Chieming aus mit dem Schiff nach Prien fahren kann, aber da müssten wir noch über zwei Stunden warten. Doch als wir unseren leckeren Fisch verspeist hatten, sah es auch schon wieder etwas besser aus, also machten wir uns wieder auf die Socken. Unterwegs wechselten sich leichter und stärkerer Regen ab, und wir mussten öfters durch Pfützen und Schlammlöcher fahren, so dass unsere Räder bald mit einer dicken Schmutzschicht bedeckt waren. Trotzdem genossen wir die Umgebung, die auch bei Regen durchaus ihren Reiz hat.

Als wir Bernau erreichten, wagte sich die Sonne wieder vorsichtig hervor. Und auf den letzten Kilometern begann mein Hinterteil zu protestieren, denn ein ungewohnter Sattel ist ein ungewohnter Sattel ist ein ungewohnter Sattel…

Als wir auf dem Campingplatz ankamen, wurden die Duschen gerade geputzt, so dass wir eine Weile warten mussten. Also beobachteten wir die anderen Leute. Die Niederländer gegenüber waren abgereist, statt dessen stand da eine italienische Gruppe mit so einem Handtaschenhund, der einen Mordsradau machte. In den nächsten Tagen entdeckten wir noch mehr von der Sorte, sie hatten wohl den Jack Russell als Campinghund der Saison abgelöst.

Nach einer Weile hatten wir wieder strahlenden Sonnenschein, in dem unsere Klamotten friedlich vor sich hintrockneten. Die Schlammkruste an den Fahrrädern konnte mit einer „Power-Flaschenbürste“, die Peter im Supermarkt entdeckt und mitgenommen hatte, da sie nur einen Euro kostete, wunderbar gereinigt werden. Außerdem wurden die Fahrradketten gründlich geölt – mit Sonnenblumenöl, da wir kein Kettenöl mit hatten. Bei Hitze stinken die Dinger jetzt bestimmt wie eine ganze Pommesbude.

Nur das Zelt machte uns ein weinig Sorgen, da während des Regengusses an einigen Stellen Wasser durch den Zeltboden ins Innenzelt eingedrungen war. Zum Glück waren die Schlafsäcke trocken geblieben, und Struppie hatte es sowieso vorgezogen, den Tag im Auto zu verbringen.

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