Nochmal 52 Bücher (1) – „Rack, Ruin and Murder“ von Ann Granger

Nochmal 52 Bücher

Wie bereits mehrfach angekündigt geht das Monsterprojekt in die zweite Runde. Und auch diesmal ist das Thema zum Aufwärmen recht einfach: Was liest Du zurzeit?

Im Moment geht das Schreiben etwas langsam, da ich mir vorgestern in der Arbeit den linken Ringfinger in der Tur eingeklemmt habe. Meine Kollegin hat mich liebevoll umsorgt und den Finger gekühlt, während ich wie ein nasser Sack im Sessel hing: „Bitte rede mit mir! Du wirst mir doch jetzt nicht umkippen!“ Das war zum Glück nicht der Fall, aber der Finger ist jetzt dick, blau und tut weh. Ich bin also dazu verdammt, eineinhalbhändig zu tippen.

Aber jetzt zum Buch:

rackruinmurder

Ich habe wohl mal wieder eine schöne, gemütliche Krimiserie zur Entspannung entdeckt. Der Roman „Rack. Ruin and Murder“ (London, 2011; deutscher Titel „Mord hat keine Tränen“) der englischen Autorin Ann Granger gefällt mir jedenfalls bis jetzt recht gut.

Der alte Monty Bickerstaffe ist der letzte Spross einer ehemals wohlhabenden Familie, die ihr Vermögen mit Gebäck, darunter recht englisch klingende Spezialitäten wie „boiled fruit cake“ gemacht hat. Ich habe gerade mal gegoogelt, es gibt tatsächlich Rezepte dafür! Vielleicht sollte ich mal eins ausprobieren und dann hier berichten. Aber die glorreichen Zeiten der Bickerstaffes sind schon länger Geschichte, und der fast achtzigjährige Monty lebt allein auf dem Landsitz in den Cotswolds, der langsam auseinanderfällt. Da er Athritis hat, kommt er schon seit Jahren nicht mehr in den ersten Stock, wo sich das Badezimmer befindet, sein Haupnahrungsmittel ist Whisky, und die Nebengebäude des Landhauses werden nach und nach im Kamin verheizt. Aber Monty will gar nicht anders leben, er will nur seine Ruhe haben.

Doch mit dieser Ruhe ist es eines Tages vorbei, als er vom Einkaufen nach Hause kommt und in seinem Wohnzimmer auf dem Sofa einen fremden Mann findet, der „showed worrying signs of being dead“ (S. 9). Der Tote hat keinerlei Identifikation bei sich, und weder Monty noch seine Nachbarn kennen ihn. Detective Inspector Jessica Campbell und ihr Superintendent Ian Carter finden heraus, dass es sich um den Ghostwriter Jay Taylor handelte und dass man ihn vergiftet hat. Aber warum wurde er ermordet und ausgerechnet auf Montys Sofa zurückgelassen? Jess Campbell ist davon überzeugt, dass das kein Zufall ist und gräbt tief in der Familiengeschichte der Bickerstaffes. Laut Klappentext entdeckt sie ein schockierndes Geheimnis, aber so weit bin ich noch nicht.

Wie auch die „Markby-und-Mitchell“-Krimis derselben Autorin spielt diese Reihe auf dem Land, diesmal in den idyllischen Cotswolds. Auf den ersten Blick ist die Welt hier noch in Ordnung, aber unter der Oberfläche brodelt es. Obwohl die Geschichte in der heutigen Zeit spielt, hat sie etwas liebenswert-altmodisches, das an Agatha Christie erinnert. Es gibt kaum spektakuläre, blutige Szenen, der Roman lebt vom Verhältnis der Figuren zueinander, und ich habe den Eindruck, dass da vieles nicht so ist, wie es scheint. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

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9 Gedanken zu „Nochmal 52 Bücher (1) – „Rack, Ruin and Murder“ von Ann Granger

  1. Auch der linke Ringfinger? Autsch… Dann merkt man erst mal, wie sehr einem so ein Finger fehlen kann. Gute Besserung! Hoffentlich bist Du kein Linkshänder, so wie es bei mir leider der Fall ist.
    Das Buch klingt so, als ob es mir gefallen würde. Agatha Christies Werke mag ich jedenfalls sehr gern, gerade, weil sie etwas altmodisch und ruhiger sind, ist mal eine gute Abwechslung zu den ganzen Skandinavienkrimis mit den vielen seelisch doch sehr angegriffenen Personen…

    • Zum Glück bin ich Rechtshänder, aber es nervt trotzdem, auch wenn man den Ringfinger eigentlich selten wirklich braucht. Komisch, nicht? Wie geht es dir jetzt?

      Das mit den Skandinavienkrimis ist ein gurter Punkt, stimmt. Eine Zeitlang habe ich sie sehr gern gelesen, aber irgendwann begannen sie, mir etwas aufs Gemüt zu schlagen, deshalb mache ich damit gerade Pause. Eine Ausnahme: Auf das letzte Buch von Johan Theorins Öland-Quartett (https://grenzwanderer.wordpress.com/tag/johan-theorin/) warte ich mit Spannung.

      • Ich brauche das Biest an sich schon, weil ich 10-Finger-System tippe, aber lässt sich halt zurzeit nicht ändern, bin auch mit 8 Fingern halbwegs flott unterwegs… Momentan geht es eigentlich, Mittwoch weiß ich mehr, hoffe, dass der Verband dann abkommt und die Physio losgehen kann. Es steht auch immer noch im Raum, ob noch mal operiert werden muss, da sich die Schraube gelockert hat, ich bin allerdings nach heutigem Stand dagegen.
        Mir geht’s ja immer so, wenn ich ziemlich viele Bücher aus einem Genre in relativ kurzen Abständen gelesen habe, dass sich eine gewisse Übersättigung einstellt, dann ist mal was ganz anderes sehr wohltuend…

  2. Oh weh, Du hast Dich auch am Finger verletzt! Gute Besserung!
    Ich hoffe ja, dass sich diese Serie, beginnend mit dem Fellmonsterchen, nicht durch die Projektteilnehmerbank fortsetzt. 😉

    Von Ann Granger habe ich noch nichts gelesen, aber die Agatha Raisin Krimis von M.CBeaton spielen auch in den Cotswolds. Band 1 dieser Reihe fand ich auch erfrischend nett.

    • Dankeschön! Von den Agatha-Raisin-Krimis habe ich auch schon gehört, sie scheinen wirklich lesenswert zu sein. Ich merke sie mir auf jeden Fall vor.

  3. Aaaaah, das klingt ganz nach einem perfekten Krimi für mich. Auch kommt mir der Name der Autorin bekannt vor. Ich muss gleich mal googeln…
    Für Deinen Finger jedenfalls gute Besserung! Das hört sich schmerzhaft an.

  4. Ach, ihr immer mit Euren Fingern – gute Besserung! Und na klar, ein Buch mit „englischen“ Charakteren; oder doch britische? Sehr typisch für Dich 🙂 Du bringst mich noch mal dazu, ein „englisches Buch“ zu lesen. Die Rezis sind jedenfalls immer schön!

    • Soll ich Dir auf Deinen linken Ringfinger kloppen, damit Du in unserem „Club der lädierten linken Ringfinger“ aufgenommen wirst? Es ist ein sehr elitärer Verein. 🙂

  5. @ Fellmonsterchen: Jetzt, wo ich weiß, dass ich zu einem elitären Verein gehöre, geht es mir gleich viel besser. 🙂 Ich hoffe, dass du um eine zweite OP rumkommst.

    @ Dark Johann: Danke für Das Lob. Schön, dass du auch wieder mitmischst. Die Charaktere sind auf jeden Fall britisch, damit macht man nichts falsch, aber in diesem Fall auch englisch.

    @ All: Danke für die guten Wünsche, so gaaanz langsam nähern sich Farbe und Dicke wieder dem Normalzustand an.

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