Weitere 52 Bücher (7) – „Don Fernando erbt Amerika“ von Ewald Arenz

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So, jetzt muss ich doch auch mal wieder was Neues von der Bücherfront berichten, und zwar zum Motto der 7. Woche: „Was mit Physik (Solarzellen, Akkus, Glühbirnen oder ähnl.) …„. Na toll, Physik, und das mir! Seinerzeit in der Kollegstufe sagte mein Physiklehrer zu mir: „Bei Ihnen ist die ganze Physik verschwendet“, um dann bei der Abiturprüfung des Deutsch-Leistungskurses, wo er Aufsicht hatte, festzustellen:  „Hier sind also die ganzen Physiknieten versammelt.“ Man kann nichts beschönigen, wo er recht hat, hat er recht.

Deshalb zweifelte ich erst einmal, ob ich „irgendwas mit Physik“ überhaupt in meinem Bücherschrank habe, und tatsächlich wurde ich fündig.

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Der phantastische Roman „Don Fernando erbt Amerika“ von Ewald Arenz (Nürnberg, 1996) ist eine wunderbar skurrile und brüllkomische Geschichte, und eine der Hauptfiguren ist der Physiker Christoph, der ein Büro für Problemlösungen aller Art betreibt und tatsächlich mit einem riesigen Problem konfrontiert wird: Er soll dem Außerirdischen Gilead helfen, nach Hause zurück zu kehren.

Besagter Gilead war von seinem Heimatplaneten Siron, der aufgrund extremer Umweltverschmutzung so verstrahlt ist, dass die Bewohner quasi unsterblich geworden sind, verbannt und dann vergessen worden. Wegen eines Fehlers seines unfähigen Piloten landete sein Raumschiff nicht wie geplant in Mexiko, sondern stürzte irgendwo in Schwaben ab. Und dies blieb nicht ohne Folgen: Verschiedene historische Figuren, die auch nur ansatzweise in der Nähe waren oder später in die Nähe dieses Flugobjekts gerieten, wurden ebenfalls „langlebig“. Zu diesen gehören der Wikinger Erik der Rote und sein Bruder Leif der Barde, Fernando Colon, Sohn von Christoph Kolumbus mit seinen Weggefährten sowie eine Truppe Azteken.

Don Fernando ist mal wieder pleite und möchte von den Vereinigten Staaten von Amerika sein Erbe einklagen, nämlich ein Zehntel aller Waren, die die von Kolumbus neuentdeckten Länder der spanischen Krone einbringen sollten. Dazu benötigt er das Originaldokument des spanischen Königs, das sich jedoch im Nürnberger Stadtarchiv befindet, woran Gilead nicht ganz unschuldig ist. Da die Archivare es nicht herausrücken wollen, entführt Don Fernando den Nürnberger Bürgermeister.

Bei der Jagd nach dem Dokument helfen ihm nicht nur  die Journalistin Kathrin (Christophs Exfreundin), sondern auch diverse Wikinger und Azteken, während Christoph und sein Freund, der Rockmusiker Bébé außerdem Gileads Problem zu lösen versuchen. Dabei entstehen die merkwürdigsten Zusammentreffen, herrlich absurde Szenen und brüllkomische Dialoge, gespickt mit diversen Asterix-Zitaten. Wenn man also bereit ist, die ganzen nicht sehr wahrscheinlichen Voraussetzungen einfach zu akzeptieren, hat man eine ganze Menge zu lachen:

Bébé und Christoph saßen im Café Querschnitt und hielten sich an ihren Kaffeetassen fest. Christoph hatte sich, um seinem, Kater zu zeigen, wer der Boß ist, ein Frühstück bestellt. Das stand jetzt vor ihm und schmollte.
„Du willst dein Frühstück nicht essen, oder?“ fragte Bébé, der angestrengt versuchte, nicht auf den Tisch zu sehen, und sagte, als Christoph nicht antwortete: „Dann stell es bitte irgendwohin, wo ich es nicht sehen kann, ja?“
„Ich muss mich erst mit ihm anfreunden. Ich kann das nicht so plötzlich wie du, einfach über das Essen herfallen, wenn es auf den Tisch gebracht wird.“
„Ich werde nie wieder über Essen herfallen“, murmelte Bébé düster, „ich bin wahrscheinlich tot.“ (Seite 32)

Für kurze Zeit waren Ewald Arenz und ich sogar Kollegen, nämlich während unseres Referendariats in Nürnberg, und so ziert die erste Seite meines Exemplars folgende Widmung: „Für Petra in kollegialem Streben nach höheren (!) Zielen. Ewald Arenz“

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Kategorien: 52 Bücher 1 - 3, Literarisches und Kulturelles | Schlagwörter: , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

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