Weitere 52 Bücher (11) – „Notes from a Small Isand“ von Bill Bryson

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Die Zeit rast dahin, und schon sind wir wieder bei Woche 11 (oder eigentlich 12) des Monsterprojekts. Ein paar unbearbeitete Themen liegen noch dazwischen, und ob ich das mit dem Nachholen schaffe, weiß ich noch nicht, aber … I’ll do my very best.

Das Motto dieser Woche ist jedenfalls nicht allzu kompliziert: Das Buch hätte ich gerne geschrieben. Die einzige Schwierigkeit ist vielleicht die riesige Auswahl, denn geschrieben hätte ich manches gern, z. B. (wie die Weltherrscherin auch) die Zamonien-Romane von Walter Moers. Aber man muss ja eine Auswahl treffen, und man muss hier wahrscheinlich nicht allzu aufmerksam mitlesen, um festzustellen, dass ich – gelinde gesagt – eine Schwäche für die britischen Inseln habe. Also wurde es eines meiner absoluten Lieblingsbücher, nämlich Bill Brysons „Notes from a Small Island“ (London, 1995). Der deutsche Titel lautet übrigens „Reif für die Insel, England für Anfänger und Fortgeschrittene“.

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Als Bill Bryson etwa zwanzig Jahre in Großbritannien gelebt hatte, fand er, dass es Zeit wurde, seiner Frau und seinen Kindern auch mal seine alte Heimat, die Vereinigten Staaten, zu zeigen. Doch bevor er den Umzug angeht, möchte er noch einmal eine Art Abschiedsrunde durch England machen und dabei Orte, die er kennt und solche, die noch auf seiner Wunschliste stehen, besuchen, und zwar zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Schließlich sind diese gar nicht mal so schlecht, und außerdem gibt es sowieso viel zu viele Autos, was für die Umwelt ja auch nicht gut ist usw. „They are horrible and awful and I wanted nothing to do with them on this trip. And besides, my wife wouldn’t let me have the car.“ (Seite 66)

Und so beginnt er seine Reise in Calais, wo er 1973 zum erstem Mal mit der Fähre nach Dover gefahren war, läßt sich dort in einem Andenkenladen eine grauenvoll kitschige mit Muscheln und Lämpchen verzierte Marienfigur andrehen und verläuft sich auf dem Weg zum Terminal. So etwas lese ich einfach gerne, denn es ist doch ein schönes Gefühl, zu wissen, dass man nicht der einzige ist, dem solche Sachen passieren.

Seine Reise führt ihn auf ziemlich unlogischen Wegen, was seiner Spontaneität und den Grillen der öffentlichen Verkehrsmittel geschuldet ist, durch England, Wales und Schottland. Dabei hat er ein gutes Auge für Land und Leute und findet immer die richtige Mischung aus eigenen Erlebnissen und Hintergrundinformationen. Auch fließen immer wieder Erinnerungen an frühere Reisen mit ein.

Zum Autofahren hat er (wie ich übrigens auch) wirklich nicht das beste Verhältnis. Dies zeigt sich, als er seinen Prinzipien untreu wird und für ein paar Tage ein solches mietet, m die Cotswolds zu besuchen: „Some people are made for cars and some aren’t. It’s as simple as that. […] This car had its usual array of switches and toggles, each illustrated with a symbol designed to confound. Really now, what is one to make of a switch labelled |Ø|? How can anyone be expected to work out that a rectangle that looks like a television set with poor reception indicates the rear window heater? In the middle of this dashboard were two circular dials of equal size. One clearly indicated speed, but the other totally mystified me. It had two pointers on it, one which advanced very slowly and the other of which didn’t appear to move at all. I looked at it for ages before it finally dawned on me – this is true – that it was a clock.“ (Seite 163/164) Dieses Gefühl kenne ich und würde es wohl auch so beschreiben, wäre er mir nicht zuvorgekommen.

Er besucht malerische und touristische Orte wie Lincoln mit seiner Kathedrale, Oxford und Edinburgh, aber auch „New Towns“ wie Milton Keynes, wo man versucht hat, für alle Arten von Verkehrsteilnhemern (Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger) eigene Wege anzulegen. Dies beschert ihm eine längere einsame Wanderung, bei der er sich natürlich verläuft und keinen anderen Fußgänger findet, den er fragen kann.

Bei einer Wanderung  im Lake District, bei der immer wieder hinter seinen Freunden zurückfiel, die dann gemütlich auf ihn warteten, um sofort wieder los zu marschieren, sobald er aufgeholt hatte, steht auch dieser wunderschöne Satz, den ich bei Radurlauben gerne bemühe, wenn es der Gatte mal wieder eilig hat: „John and his chums toyed with my will to live in the cruellest possible way: […]“. (Seite 282)

Am Ende kommt er zu der Schlussfolgerung, dass er Großbritannien mag: „I like it here. I like it here more than I can tell you. And then I turned from the gate and got in the car and knew without doubt that I would be back.“ (Seite 352) Inzwischen ist er wieder nach England zurückgekeht und wohnt in einem alten Pfarrhaus in Norfolk.

Gut, dieses Buch habe ich nicht geschrieben, aber einer meiner treuen Leser hat mir einmal „bryson-artigen Humor“ bescheinigt, und darauf bin ich schon ein bisschen stolz.

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Kategorien: 52 Bücher 1 - 3, Literarisches und Kulturelles | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Weitere 52 Bücher (11) – „Notes from a Small Isand“ von Bill Bryson

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