Das Quiz – Ein Ausflug in die deutsche Samstagabendunterhaltung

Am Samstagabend zeigt Canvas, das zweite belgische Fernsehen, Krimisereien vom Feinsten: die britischen Serien Sherlock, Vera, Midsomer Murders, Lewis, Inspector Lynley, den irischen Ermittler Jack Taylor, die norwegische Reihe Varg Veum, die schwedischen Fjällbacka-Morde und vieles mehr. Selbstverständlich im Original mit niederländischen Untertiteln. Und da ist es uns egal, dass es von eingen schon die drölfzigste Wiederholung ist (Inspector Lynley), oder dass wir einige Reihen schon längst auf DVD haben (Lewis, Vera, Varg Veum), der Samstagabend gehört, wenn nicht hin und wieder das richtige Leben dazwischenkommt, Canvas und den Krimis. Deshalb kriege ich von den deutschen Samstagabendshows schon seit Jahren nichts mehr mit, und hätte den Untergang von „Wetten, dass…“ wahrscheinlich nicht mal bemerkt, wenn er nicht in allen Medien breitgetreten worden wäre.

Doch gestern kam alles anders. Eigentlich wollten wir nur die Zeit zwischen den Nachrichten und der englisch-walisischen Serie „Hinterland“ überbrücken, doch dann bleiben wir bei der Sendung „Das Quiz“ hängen, moderiert von Frank Plasberg mit den Kandidaten Günther Jauch, Barbara Schöneberger, Til Schweiger und Lan Josef Liefers, die Geld für einen guten Zweck erspielten.

Die Quizfragen gingen um Menschen, Ereignisse und Pannen des vergangenen Jahres, und einige Antworten wusste ich auch, oder konnte sie richtig erraten. Ein bisschen viel Fußball kam vor, aber gut, wir sind ja schließlich Weltmeister. Sehr sympathisch und bodenständig wirkte der Fußballer Jérôme Boateng, der vorbeikam und erzählte, was er nach der Siegesfeier gemacht hatte: Da er doch nichts mehr zu tun hatte, fuhr er zu Muttern, um dort Fischstäbchen zu verspeisen.

Aber wirklichen Unterhaltungswert hatten die Spiele zwischen den Quizrunden. Bei dem Spiel mit den Schlitten drohte der Gatte an, unseren vom Speicher zu holen und mich hüpfen zu lassen (hat er zum Glück inzwischen wieder vergessen), beim Einkaufswagenrennen meinte er nur fassungslos: „Das gibt es wirklich noch im Fernsehen? Das ist doch so 70er Jahre.“ – Ich: „Das trifft doch voll den Massengeschmack. John de Mol wird sich in den Hintern beißen, dass er nicht auf sowas gekommen ist“. Dem Herrn de Mol waren nämlich die Einschaltquoten von „The Voice of Holland“ zu niedrig.

Der sonst immer recht ernste Günther Jauch wurde mir bei diesen Spielen richtig sympathisch, da er ihm dabei immer irgendwas passierte. Als er mit seinem Magnetschuh auf der Platte festsaß, tat der reichlich genossene Weißwein seine Wirkung: Ich bekam einen Lachanfall und gackerte noch bei der nächsten Runde fröhlich vor mich hin. Peter meinte dazu, dass mir so etwas durchaus auch passieren könnte. Wo er recht hat, hat er recht.

Fazit: Auch wenn wir in der nächsten Zeit wieder Krimis gucken werden, lohnt sich einmal im Jahr so ein Ausflug in die deutsche Samstagabendunterhaltung. Ich glaube, ich gucke nächstes Jahr wieder „Das Quiz“.

Kategorien: Ganz "normaler" Alltag, Typisch Nederlands - typisch deutsch (?) | Schlagwörter: , , , , , , , , | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Das Quiz – Ein Ausflug in die deutsche Samstagabendunterhaltung

  1. buurtaal

    Um Canvas (und natürlich den BBC) beneide ich euch wirklich … Super schade, dass man solche Serien, wie die, die du nennst, hier in Deutschland oft gar nicht sieht, oder wenn, dann synchronisiert😦

    • Ich genieße es auch immer, das es hier geht. Synchonisiert sind diese Serien auch nix. Eine Freundin von mir ist vor einiger Zeit von Amsterdam nach Deutschland zurückgegangen, und sie vermisst vor allem den BBC.

      • buurtaal

        Das kann ich mir vorstellen.

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