Meine Biblothek muss bleiben – der schöne Schein der Demokratie

Noch eben ein kurzes Update für meine interessierten deutschsprachigen Leser: Wie man vielleicht dem vorigen niederländischen Artikel entnehmen konnte, ging die Sache nicht besonders gut aus. Die Koalition im Stadtrat, die mit dem Vorsatz angetreten war, besser auf die Bürger zu hören, erweckte zwar beim Einspruchabend wunderbar den Eindruck, genau das zu tun, und ich gutgläubiger Trottel bin natürlich darauf reingefallen. Tatsächlich aber schalteten sie auf Durchzug und stimmten genauso ab, wie es vorher im stillen Kämmerlein besprochen worden war. Die Bibliothek bekam zwar den Auftrag, weiterhin denselben Service zu bieten wie bisher, aber mit deutlich weniger Mitteln. Man hat vollstes Vertrauen, dass die Leitung das hinkriegt. Toll.

Immerhin wurden einige meiner wohldurchdachten und langgehegten Vorurteile gegenüber diversen politischen Parteien mal wieder bestätigt. Die Partei, die ich gewählt habe, hat uns jedoch nicht im Stich gelassen, konnte aber wenig gegen die Mehrheit ausrichten.

Wie Bibliotheksdirektor Gerard Kocx sagte, ist es nun Zeit, die Wunden zu lecken und nach vorne zu schauen. Aber das ist auch so eine Sache. Wenn die Bibliothek es trotz der Mittelkürzungen schafft, wird sich unser Kulturbeigeordneter stolz in die Brust werfen und verkünden, dass seine Politik goldrichtig war. Wenn sie es nicht schaffen, haben sie es nicht besser verdient. Ich gehe davon aus, dass Direktor und Mitarbeiter unserer Bieb ihr Bestes tun werden, um die Kunden nicht unter dieser Situation leiden zu lassen. Leider werden dieses Pflichtbewusstsein und dieser Idealismus immer mehr von Politikern, Managern und Vorständen ausgenutzt, die es selbst daran immer häufiger fehlen lassen.

Auf Twitter schrieb jemand, dass es doch sehr traurig ist, dass eine sozial Einrichtung wie die Bibliothek nun über Crowdfunding nachdenken muss. Finde ich auch, ich würde lieber die Gehälter diverser Ratsmitglieder über Crowdfunding finanzieren. Wenn es aber tatsächlich notwendig wird, die Bieb auf diese Art zu unterstützen, bin ich sicher dabei. Ich kann zwar nicht die ganze Welt retten, aber hin und wieder einen Seehund und ein kleines Stückchen Bibliothek – das müsste gehen.

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