Ostseeradtour 2015 – Teil 4

Ist das Wetter nass und der Humor eher trocken, ja, dann bist du da, wo die Nordlichter rocken (aus: “Allens kloor” von Kompliment)

Fehmarn – Pelzerhaken – Lübeck

Was den Montagmorgen betrifft, geht es mir wie Garfield- ich mag ihn wirklich nicht. Das Wochenende ist vorbei, man steht irgendwie neben sich und muss ich erst mühsam wieder in den gewohnten Rhythmus einfinden. Nun verliert man im Urlaub ja gelegentlich die Übersicht über die einzelnen Wochentage, aber manchmal machen sich die Montage doch irgendwie bemerkbar. Aber dazu später mehr…

In der Nacht war es regnerisch und windig gewesen, und die Böen hatten unser Zelt gelegentlich kräftig durchgeschüttelt, aber zum Glück hält es ja einiges aus. Der Wetterbericht hatte für heute wechselhaftes Wetter angekündigt und sollte recht behalten. Nach dem Aufstehen lief ich erst mal an den Strand, um zu sehen, wie die See, die am Abend zuvor noch ruhig und glatt in der untergehenden Sonne gelegen hatte, nun in schäumenden Wogen an den Strand rollte.

fehmarn

Nachdem wir gefrühstückt und abgebaut hatten, passierte mir beim Wegfahren etwas wirklich Blödes: Peter wollte noch schnell den Abfall entsorgen, und ich stieg beim Blumenbeet an der Rezeption ab, um auf ihn zu warten. Dabei knickte mein linker Knöchel um (das macht er leider öfter), und ich plumpste samt Fahrrad auf den etwa dreißig Zentimeter hohen Zaun, der das Beet umgibt. Da lag ich also eingeklemmt zwischen Zaun und bepackter Leeze und konnte mich kaum rühren! Ein Campinggast, der im Auto vorbeikam, hielt sofort an, und zusammen mit Peter befreite er mich aus meiner misslichen Lage. Ich humpelte zur Bank vor der Rezeption, wo ich meinen Fuß hochlegte. Die besorgte Rezeptionistin versorgte mich mit einem Glas Wasser, und nach einer Weile ging es mir auch wieder gut genug, dass ich losfahren konnte. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die hilfsbereiten Leute, und die etwas geplätteten Stiefmütterchen hat man mir hoffentlich nachgesehen. An der Stelle, wo sich der Zaun in Po und Hüfte gedrückt hatte, bildete sich im Laufe der nächsten Tage ein in allen Farben schillernder Streifen, das wäre sicher mal ein interessantes Tattoo-Motiv.

Obwohl mir der Schreck noch ziemlich in den Knochen saß, meisterte ich den Anstieg zur Sundbrücke ganz gut.

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Wieder auf dem Festland folgten wir den Schildern Richtung Grömitz, doch wir mussten bald feststellen, dass diese eine sehr touristische Route durch die Pampa angaben. Nach etlichen Kilometern landeten wir an einer Hauptstraße mit einem Radstreifen. Was die Streckenführung und Beschilderung angeht, ist hier noch deutlich Luft nach oben. Vielleicht müssen wir uns doch mal ein Fahrradnavi zulegen, denn die beste Karte hilft nichts, wenn man inmitten ausgedehnter Getreidefelder steht und keine Ahnung hat, wo man ich eigentlich befindet.

irgendwo irgendwo2

In Fargemiel machten wir auf einer Bank eine Pause, als es plötzlich zu regnen anfing. Wir flüchteten unter einen Baum und zogen das Regenzeug an. Wir überlegten, ob weiterfahren sollten, vielleicht gibt es ja einen besseren Unterschlupf. Wir beschlossen abzuwarten, der Baum war immerhin besser als nichts. Als der Regen nach einer Weile nachließ, fuhren wir weiter und kamen, wie es halt immer so ist, am Ortsausgang an einem wunderbaren Bushäuschen vorbei. Falls also jemand in Fargemiel von einem Regenschauer erwischt wird, weiterfahren Richtung Grömitz!

Bei Grömitz war übrigens der Radweg zu Ende, und wir konnten nur auf dem Seitenstreifen der Hauptstraße weiterfahren. Erst waren wir uns nicht sicher, ob das erlaubt war und befürchteten, von der Polizei von der Straße gepflückt zu werden, aber dann sahen wir ein Radroutenschild, das in unsere Fahrtrichtung wies. So viel Verkehr gab es da auch nicht, und wir fuhren immer wieder durch kleine Ortschaften.

In Bliesdorf machten wir eine weitere Pause, dann kam die erste Karte des Kieler Radfahrers zum Einsatz, mit deren Hilfe wir den Strandweg nach Pelzerhaken fanden. Unterwegs kamen wir an einem Friedwald, dem „RuheForst Ostseeküste / Brodau“, vorbei. Das Konzept der Waldbestattung verbreitet sich ja immer mehr, und ich muss sagen, die Idee, unter einem Baum begraben zu werden, gefällt mir. Der Slogan dieses Friedwaldes ist übrigens „Unter allen Wipfeln ist Ruh…“.

Da dieser Tag ja sowieso ein bisschen doof angefangen hatte, beschlossen wir, bei Pelzerhaken einen Campingplatz zu suchen. Zu unserer Linken befand sich der Strand mit verlassenen Strandkörben, es gab eine Sauna und eine Surf- und Tauchschule, und beim Ortsausgang wurden wir zum Campingplatz   „Am hohen Ufer“ dirigiert. Als Peter hinter einem Wohnmobil auf das Gelände fahren wollte, knallte ihm fast die Schranke auf den Kopf, und er konnte grade noch ausweichen.

Wir bekamen eine Duschkarte mit Guthaben und durften zwischen der windgeschützten Zeltwiese und der mit Aussicht wählen. Wir entschieden uns für erstere, da auch heute wieder eine kräftige Brise angekündigt war.

Nach dem Aufbauen ging ich duschen, und Peter nutzte die Zeit, um sich mit ein paar Enten anzufreunden, die dann das Zelt belagerten und mir neugierig beim Tagebuchschreiben zusahen.

enten

Dann gingen wir zu Fuß zum Supermarkt und speisten gemütlich auf der Bank auf der Zeltwiese: Kartoffelsnack mit Krautsalat. Danach machten wir noch einen Verdauungsspaziergang zum Strand und wurden auf dem Uferweg von einem Schwarm winziger Fliegen umschwirrt. Ein Stückweit strandabwärts entstand ein neuer Apartmentkomplex mit Läden, und der ganze Strand wirkte hier ziemlich domestiziert.

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Als es uns zu kühl wurde, gingen wir zurück und verkrochen uns ins Zelt.

Am nächsten Morgen weckte mich ein Rumoren in meinen Eingeweiden – der Krautsalat wollte raus! Ich schaffte es gerade noch rechtzeitig zum Örtli, doch dabei sollte es nicht bleiben. Zweimal musste ich noch im Schweinsgalopp zur Keramik. Das schien ja wirklich eine gebrauchte Woche zu werden! Ob wir so heute nach Lübeck kommen würden? Als der Kiosk öffnete, kaufte ich fast den gesamten Hörnchenvorrat auf, um meinem Magen etwas Gutes zu tun. Es half tatsächlich, und ich beschloss, mich für den Rest des Urlaubs vom Krautsalat fern zu halten.

Heute mussten wir mit den Regenjacken an losfahren, aber egal, dafür hat man sie ja. Wir fuhren nach Neustadt, wo wir über das Neustädter Binnenwasser mussten. Ein älterer Herr an einer Bushaltestelle gab uns den Tipp, einfach dem Radweg auf der linken Straßenseite zu folgen, das würde uns einige Überquerungen ersparen und wir könnten stressfrei zum Hafen und über die Brücke rollen. Wunderbar, da klappte tatsächlich.

Dann folgten wir der Bäderstraße nach Sierksdorf, wo man schon von weitem die Achterbahnen des Hansapark sehen konnte.

hansapark

Diesen Freizeitpark, der damals noch “Hansaland” hieß, hatten wir früher auch öfters besucht. Damals hatten mein Bruder und ich begeistert alle Fahrgeschäfte ausprobiert: die Wildwasserbahn, die Loopingbahn “Nessie”, das Wikingerschiff und vieles mehr. Auch unsere Eltern fuhren mehr oder weniger begeistert mit. Heute reicht es mir, diese ganzen Dinger respektvoll von unten zu bewundern, ich glaube, ich werde alt.

Vor dem liebevoll gestalteten Eingangsbereich machten wir eine kurze Pause, um die Holstentor-Attrappe zu fotografieren. Heute oder auf jeden Fall morgen würden wir das Original bewundern können.

hansapark4 hansapark2

Dann fuhren wir weiter durch die verschiedenen Seebäder, die alle ihre eigene Identität haben. In Haffkrug gibt es sogar ein Bananenmuseum! Bei schlechtem Wetter ist das sicher gut besucht, wir waren ja im Lake District auch mal aus purer Verzweiflung in einem Bleistiftmuseum gewesen.

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Auch Scharbeutz ist sehr nett, und bei Timmendorfer Strand verließen wir die Küstenstraße und fuhren praktisch der Nase nach Richtung Bad Schwartau – die Konfitüre kann man ziemlich weit riechen. Die Strecke hügelte angenehm, und bald erreichten wir Stockelsdorf. Nach einem kurzen Orientierungsproblem (unsere detaillierte Karte war zu Ende) fanden wir den Weg ins Zentrum und der Campingplatz Schönböcken ist sogar gut ausgeschildert. Das Wetter war inzwischen wieder wunderbar, und wir konnten nach dem Aufbauen unsere Sachen zum Trocknen und Lüften in der Gegend verteilen.

luebeck

In Lübeck wohnen auch Freunde meiner Eltern, die wir früher hin und wieder besucht hatten und umgekehrt. Während meiner Reisevorbereitungen hatte ich ihnen eine Mail geschickt, und tatsächlich, sie freuten sich darauf, uns zu sehen. Ich rief sie an und teilte ihnen mit, dass wir auf dem Campingplatz standen, und Kurt bot uns an, uns zum Abendessen abzuholen.

Pünktlich standen wir an der Rezeption, und Kurt kam auf seinem Fahrrad um die Ecke, und wir fuhren zu seinem Haus. Es war zwar zwanzig Jahre her, dass wir uns zuletzt gesehen hatten, aber Kurt und Margrith hatten sich kaum verändert. Als erste Amtshandlung verteilten wir unsere Elektrogeräte auf verschiedene Steckdosen, dann nahmen wir mit einem Bierchen im Wohnzimmer Platz und schwelgten in Erinnerungen.

Nach einem herrlichen Abendessen (“Eigentlich ist es ja ein Winteressen, aber bei den kühlen Temperaturen braucht ihr was Warmes im Bauch”) schlug Kurt vor, mit dem Auto nach Travemünde zu fahren. Dann konnten wir uns auf der Weiterfahrt den Schlenker über den Hafen sparen. Wir fuhren über die Autobahn und wunderten uns, dass sie von Häusern gesäumt ist. Also, da möchte ich nicht wohnen.

In Travemünde gingen wir durch die jetzt noch sehr ruhige Altstadt zum Hafen, wo ich eine Filiale des “Fisherman” entdeckte. Ich weiß nicht, ob ich es schon mal erwähnt habe, aber voriges Jahr hatten wir beim “Fisherman” in Norden unser “best Fischbrötchen ever” verspeist. Da wir aber noch pappsatt waren, konnten wir nicht testen, ob Travemünde da mithalten kann.

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Wir gingen zum Leuchtturm und sahen plötzlich ein Lotsenboot ausfahren. Also musste bald ein Schiff ankommen. Wir beschlossen, darauf zu warten und schauten uns in Ruhe die Umgebung an. Auf der anderen Seite der Trave am Priwallhafen liegt die Viermastbark “Passat”, die wir früher auch einmal besichtigt hatten. Damals verlief dort übrigens die Grenze zur DDR, und da war für mich als Kind praktisch die Welt zu Ende. Aber diesmal würden wir weiter ostwärts fahren – ich war schon sehr gespannt. Auch einen Kormoran bekamen wir zu sehen.

kormoran

Nach einer Weile fuhr die “Finnlady” aus Helsinki ein, die eine gut 28stündige Überfahrt hinter sich hatte. An Deck standen begeistert winkende Leute, und wir winkten fröhlich zurück. In der Nähe eines solchen Hafens müsste man wohnen!

finnlady

Inzwischen hatten sich dunkle Regenwolken über uns zusammengeklumpt, und obwohl wir uns beeilten, schafften wir es nicht rechtzeitig zum Auto. Wir stellten uns unter das Vordach eines Holzhauses und warteten ab. Der Spuk dauerte zum Glück nicht lange, und wir kamen trocken zum Auto. Wieder in Lübeck verabredeten wir uns für den nächsten Morgen um zehn Uhr am Holstentor zu einer Stadtführung und Kurt begleitete uns noch über die alte Eisenbahnstrecke, dann konnten wir den Rückweg allein finden.

Nach einem Schwätzchen mit unseren niederländischen Nachbarn, die auf der Hanseroute (die sich gelegentlich mit dem Ostseeradweg deckt) unterwegs waren, gingen wir schlafen.

Als wir am nächsten Morgen gegen acht Uhr wach wurden, waren unsere Nachbarn schon weg. Wir frühstückten gemütlich und fuhren dann zum Holstentor, wo Kurt uns in Empfang nahm.  Dieses Gebäude zierte vor langer Zeit die alten 50-DM-Scheine.

holstentor

Wir parkten unsere Räder vor der Touristeninformation und begaben uns dann ins Innere, wo wir uns erst einmal einen Überblick auf der Karte verschafften. Danach bekamen wir eine richtige Premium-Stadtführung, bei der wir viel Neues über die Hansestadt lernten und bereits vorhandenes (Halb-)Wissen einordnen konnten. Die kreisfreie Stadt, auch „Stadt der Sieben Türme“ oder „Tor zum Norden“ genannt, gilt als „Königin oder Mutter der Hanse“, einem mittelalterlichen Kaufmanns- und Städtebund, der sich, grob gesagt, von England bis Russland erstreckte.

Auf unserem Rundgang durch die Stadt zeigte uns Kurt nacheinander die Wohnungen der Fischer, der Kaufleute und der vornehmen Leute. Wir gingen durch zahlreiche enge Gassen, für die ich gerne das Wort „Snickelways“ (York) verwende, und Hinterhöfe.

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Außerdem besichtigten wir den von Heinrich dem Löwen gegründeten Dom, eine gotische Hallenkirche mit spätromanischer Vorhalle, die auch das „Paradies“ genannt wird. Vor diesem Paradies befinden sich auch die Gassen „Fegefeuer“ und „Hölle“.

Dann ging es weiter zu den Kirchen St. Petri (als Schutzpatron der Fischer natürlich sehr passend für diese Gegend), St. Aegidien und der Katharinenkirche, die früher zum Franziskanerkloster gehörte und jetzt ein Museum beherbergt.

Natürlich kamen wir auch durch die Mengstraße mit dem Thomas-Mann-Haus, und ich dachte, dass ich den Roman „Buddenbrooks“ eigentlich auch mal wieder lesen könnte.

thomasmannhaus

Da das leibliche Wohl auch nicht zu kurz kommen darf, machten wir einen Abstecher zu Niederegger, dem berühmten Marzipanhersteller. In der „Marzipanwelt“ erfährt man eine Menge über die Herkunft, Geschichte und Herstellung des Marzipans anhand einer langen Tafel, an der zwölf lebensgroße Figuren wie Grimmelshausen, Thomas Mann oder Wolfgang Joop, die alle bekennende Marzipanliebhaber waren oder noch sind. Aber auch die Hansekogge im Schaufenster und die vielen anderen Dinge sehen toll aus, Einfach Wahnsinn, was man alles aus Marzipan herstellen kann!

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Dann ging es vorbei am Rathaus zur Kirche St. Marien, der Mutterkirche der Backsteingotik, mit ihrem Teufelsstein. Der Legende nach dachte der Teufel bei der Grundsteinlegung dieser Kirche, dass man ein Weinhaus errichten wollte, und half eifrig mit beim Bau. Als jedoch klar wurde, dass es um eine Kirche ging, versuchte er mit einem Stein das Bauwerk zu zertrümmern. Bevor der Schaden zu groß wurde, besänftige man ihn, indem man ihm versprach, neben der Kirche ein Weinhaus zu errichten, den Ratsweinkeller. Die Spuren der Teufelskrallen sind auf dem Stein noch heute zu sehen.

teufelsstein

Dank Kurts präziser Planung (er sollte wirklich Gästeführer werden!) waren wir pünktlich um zwölf Uhr im Inneren der Marienkirche. Dort kann man nämlich die Astronomische Uhr bewundern, die den Sonnen- und Mondstand und die Tierkreiszeichen zeigt. Und um zwölf Uhr zeigt sich auch ein Reigen aus acht Figuren, den Repräsentanten der christlichen Völker, die von Jesus gesegnet werden. Unter ihnen befindet sich auch ein selbstbewusster Schlutuper Fischer mit seinen Händen in den Hosentaschen und dem Hut auf dem Kopf.

astronomischeuhr

Nach einer kurzen Andacht sahen wir uns weiter in der Kirche um und bewunderten ausgiebig den berühmten „Lübecker Totentanz“. Inzwischen hatten wir schon sechs der sieben Türme besucht, und es wurde Zeit zum Mittagessen. Wir gingen in den Ratskeller, wo Peter sich überreden ließ, Labskaus zu probieren, ein Gericht aus Corned Beef, Kartoffeln, Zwiebeln, Rote Bete und noch einigen anderen Zutaten. Da man mich mit Roter Bete jagen kann, verspeiste ich eine Ofenkartoffel mit Matjes.

Gestärkt gingen wir weiter zur Kirche St. Jakobi, der Kirche der Seefahrer und Fischer. Dort befindet sich das Wrack der Viermastbark „Pamir“, einem Schwesternschiff der „Passat“ am Priwall in Travemünde. Die Pamir geriet 1957 auf dem Weg von Buenos Aires nach Hamburg auf der Höhe der Azoren in einen Hurrikan und sank. Dabei überlebten nur sechs der 86 Besatzungsmitglieder. Eine der möglichen Ursachen ist ein Verrutschen der Ladung Gerste.

Dann gingen wir zum Burgtor und bestaunten das Hansemuseum von außen. Hineingehen wollten wir heute nicht mehr, da uns von all den Eindrücken und Informationen jetzt schon der Kopf schwirrte. Irgendwann werden wir das wohl noch nachholen, denn wir sind hoffentlich nicht zum letzten Mal in Lübeck gewesen. (Wenn ich für jedes Mal, dass ich das sage, einen Euro kriegen würde…)

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Beim Burgtor sahen wir auch einen Pilger mit einer Jakobsmuschel am Rucksack. Na, der hatte noch einiges vor, denn bis Santiago sind es von dort aus noch schlappe 3500 Kilometer.

Dann machte Kurt uns auf die „Lisa von Lübeck“ aufmerksam. Dabei handelt es sich um die Rekonstruktion eines Kraweels aus dem 15. Jahrhundert. Bisher kannten wir das Wort „Kraweel“ nur aus dem Film „Pappa ante Portas“, wo der Dichter Lothar Frohwein es in einem wahrlich avantgardistischen Gedicht verwendet. Wir wären nie auf die Idee gekommen, des es tatsächlich ein existierendes Wort ist!

Dann besuchten wir noch das Heilig-Geist-Spital, ebenfalls ein Beispiel für Backsteingotik, das im 13. Jahrhundert gegründet worden war und bis 1970 noch als Altenheim Dienst tat, in dem jeder Bewohner eine Kammer von vier Quadratmetern zur Verfügung hatte. Heute ist es eine Art Museum, und in der Vorweihnachtszeit findet dort der Weihnachtsmarkt statt.

Dann gingen wir noch einen Kaffee trinken und unterhielten uns über alles Mögliche. Dann verabschiedete Kurt sich, und wir fuhren zum Campingplatz, wo wir den Tag gemütlich ausklingen ließen. Die ganzen Eindrücke und Informationen mussten ja erst mal verarbeitet werden. Es war wirklich eine Stadtführung vom Feinsten, gut organisiert, abwechslungsreich und genau die richtige Mischung von historischen Fakten, Anekdoten und Legenden. Und es war sehr schön, Kurt und Margrith mal wieder gesehen zu haben.

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