The Borders 2004 – Teil 1

Seit einigen Tagen bin ich wieder aus dem Urlaub zurück: Nordostengland und die Borders. Einen Teil des diesjährigen Gebiets haben wir vor 12 Jahren schon einmal erkundet. Inzwischen habe ich den damaligen Bericht vervollständigt, und da ich öfter darauf verweisen möchte, zerre ich ihn mal nach oben und stelle den Rest ein.  Da ich die Fotos, die aus der Prä-Digital-Ära stammen, erst einscannen muss, habe ich das Ganze immer vor mit hergeschoben. Viel Spaß mit der Grenzwanderung durch die englisch-schottischen Borders.

The Borders: 20. Mai – 1. Juni 2004 (Newcastle – Edinburgh und zurück)

 Eigentlich hatten wir dieses Jahr nicht die Absicht gehabt, nach Großbritannien zu fahren. Doch irgendwie zog es mich halt wieder dorthin, und ich schlug Peter vor, zwischen Himmelfahrt und Pfingsten einen Kurzurlaub zu machen, mit dem Rad natürlich. Erst hatten wir überlegt, von Newcastle nach Hull zu radeln, doch dann entdeckte ich in einem „Lonely-Planet“-Radführer ein paar Routenvorschläge, die sich gut mit denen in dem Buch „Schottland per Rad“ (Kettler-Verlag) zu einer Tour nach Edinburgh und zurück kombinieren ließen. Und notfalls könnten wir ja immer noch ein Stück mit der Bahn fahren.

Die größten Sorgen bereiteten mir die Strecken durch Newcastle und die im Lonely-Planet-Führer dargestellte Coast-and-Castle-Route. Newcastle ist eine große Stadt mit viel Verkehr und nicht als allzu radfahrerfreundlich bekannt, und die Küstenroute war so kompliziert beschrieben, dass wir sie in Gegenrichtung unmöglich finden würden. Doch im Internet wurde ich fündig: Es gibt einen ausgeschilderten „traffic-free“ Radweg am Tyne-Ufer entlang, und auch die Küstenstrecke ist beschildert, in beiden Richtungen, wie man mir versicherte. Also alles wunderbar – oder?

Die große Überfahrt

Am Morgen des Himmelfahrtstages fuhren wir mit dem Zug nach Driehuis, dem Bahnhof, der dem Fährhafen am nächsten liegt. Das Umsteigen in Amsterdam war etwas kompliziert, da sie die Rolltreppen umbauten und  der Bahnsteiglift so klein ist, dass man sein Rad hochkant hineinstellen muss, was mit Gepäck nicht gerade einfach ist. Auf der Rückfahrt entdeckten wir, dass es am anderen Ende des Bahnsteigs durchaus funktionierende Rolltreppen gibt.

Von Driehuis aus fuhren wir über zahlreiche Umwege zum Hafen, wo die Hochöfen von Corus auch am Feiertag ihren nicht allzu gesund aussehenden und riechenden Rauch in die Lüfte bliesen. Da wir mal wieder alle möglichen Probleme, die nicht auftraten, eingeplant hatten, waren wir viel zu früh am Terminal und mussten dementsprechend lange warten. Unser Schiff, die „Duke of Scandinavia“ der Reederei DFDS Seaways, lag schon im Hafen.  Währenddessen rollten unheimlich viele Motorräder aus allen möglichen Gegenden in allen Größen, Farben und Varianten an. Erst dachten wir an ein Bikertreffen, aber die Leute, die wir fragten, wussten von nichts und machten nur Urlaub, und auch später auf der Insel konnten wir keinen Hinweis auf ein derartiges Ereignis entdecken.

Endlich ging das Einschiffen los, aber anders als in Hoek van Holland oder Rotterdam, wo man als erstes die Fahrräder reinrollen lässt, mussten wir hier bis fast zum Schluss warten. An Bord gab es noch eine ziemliche Schlepperei, da wir die Räder abpackten und alles mit in die Kabine nahmen. Später stellten wir fest, dass das Cardeck während der Fahrt abgeschlossen wird, und beschlossen, bei der Rückfahrt alles so einzupacken, dass wir nur noch eine Tasche mitnehmen mussten.

Da wir Weihnachten 1998 auf dieser Strecke in die „Boxing Day Storms“ geraten und entsprechend seekrank geworden waren, hatte Peter diesmal Tabletten mitgenommen. Das Bierchen zum Abendessen musste allerdings gestrichen werden, da man das Zeugs nicht zusammen mit Alkohol einnehmen soll.

Das Abendessen, ein „Skandinavisches Bufett“, war jedenfalls phantastisch. Nach dem Essen begaben wir uns in die Bar, wo es diverse Showeinlagen mit Gesang und Tanz gab. Wie so oft wusste ich bei einigen Beiträgen nicht, ob sie eine Parodie sein sollten oder ernst gemeint waren. Unterhaltsam war es auf jeden Fall. Gegen Mitternacht zogen wir uns dann in unsere Kabine zurück.

Wir schliefen recht gut, bis wir um sieben Uhr von einer Lautsprecherstimme geweckt wurden, die uns mitteilte, dass das Frühstück serviert wurde. Sie klang wie eine meiner Kolleginnen, so dass mein erster Gedanke war: „Nicht jetzt, ich habe Urlaub“. Wegen der nicht allzu guten Luft im unteren Deck fühlte ich mich etwas unwohl, und so nahm ich eine von Peters Tabletten. Ich habe keine Ahnung, ob sie bei mir nicht geholfen hat oder ob es mir ohne noch schlechter gegangen wäre, auf jeden Fall war ich gar nicht in Form, was das Frühstück anging. Allerdings steht auch nirgends in der Packungsbeilage, dass man nach der Einnahme sofort ein „Full English Breakfast“ verspeisen kann. Daran könnte noch gearbeitet werden.

Nach dem Frühstück wurde auch das Cardeck wieder geöffnet, und wir konnten unsere Räder wieder bepacken. Kurz danach konnten wir das Schiff verlassen.

Advertisements
Kategorien: 2004 - Borders | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Beitragsnavigation

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: