Verschiedenes / Diversen

Momente einer Reise – musikalisch unterlegt

Auf einem meiner Streifzüge durch die Bloglandschaft stieß ich auf Marcs Blogparade mit dem Thema: Musikalische Erinnerungen – der Sound des Reisens. Ich denke, viele Leute verbinden eine bestimmte Reise mit einem bestimmten Musikstück, das  sie vielleicht auf dieser Reise gehört haben oder das sonst irgendwie passt. Ich möchte dieses Thema aber ein kleines bisschen anders aufziehen.

Meine Leser wissen ja, dass mein Mann und ich meistens mit Fahrrad und Zelt unterwegs sind und dass ich vor Kurzem auch das Wandern entdeckt habe. Und dabei habe ich keinerlei Musikabspielgerät mit, da ich die Klänge meiner Umgebung hören möchte: die brüllenden Vögel, das Rauschen des Meeres, das leise Rascheln des Windes in den Gräsern – das alles möchte ich auf keinen Fall missen. Aber wie kann man dann ein passendes Lied zu einer Reise haben? Ganz einfach, es gibt immer wieder Momente, in denen sich ein bestimmtes Musikstück in meinen Kopf schleicht, weil es gerade so gut passt. Und ein paar typische Momente und die dazugehörige Musik wiederholen sich auf jeder Reise der letzten paar Jahre.

Fangen wir mit dem Anfang an. Dazu gehört Das Lied „Omarm“ der niederländischen Band Bløf. Der Sänger wird vom Fernweh gepackt, kann nichts dagegen machen und bittet die geliebte Person, doch mit ihm zu gehen.

Der Anfang „Hoe ver je gaat heeft met afstand niets te maken, hoogstens met de tijd (Wie weit man geht, hat nichts mit Entfernung zu tun, höchstens mit der Zeit)“  passt perfekt zu unserer Reiseplanung. Wir haben uns schon lange von der Idee verabschiedet, eine ganz bestimmte Strecke zurückzulegen, weil das meistens doch nicht funktioniert. Wir haben eine bestimmte Zeitspanne und dann sehen wir schon, wie weit wir kommen, denn Wind und Wetter tragen ja das Ihrige dazu bei. Damit sind wir bei den letzten Zeilen des Bløf-Liedes: „Hoe recht je staat heeft met zwaarte niets te maken, hoogstens met de Wind. (Wie aufrecht man steht, hat nichts mit der Schwere zu tun, höchstens mit dem Wind)“.

Und zu jeder Reise gehört natürlich auch eine gewisse Portion Schietwetter, nach der ich mich immer besonders freue, wenn sich die Sonne wieder zaghaft zwischen den Wolken hervorwagt. Dann denke ich eigentlich immer an den bekannten Beatles-Song : „Here comes the sun and I  say it’s all right.“ Recht haben sie.

Vor unserer England-Radtour vor zwei Jahren hatten wir mit unserem Chor das Lied „For the Beauty of the Earth“ von John Rutter einstudiert. Dieses Lied summe ich seitdem immer wieder, wenn ich unterwegs bin:

„For the beauty of each hour,
of the day and of the night.
Hill and vale and tree and flower,
sun and moon and stars of night.
Lord of all, to thee we raise
this our joyful hymn of praise.“

Gerade beim langsamen Reisen wird mir immer wieder bewusst, wie schön doch die Welt das Leben sein können.

Auch die längste Reise ist irgendwann einmal zu Ende, und es naht der Moment der Heimkehr. Und so gerne ich unterwegs bin, so gerne komme ich auch wieder nach Hause, denn ich liebe die Stadt, in der ich wohne, und ich fühle mich wohl in meinem Haus, wo der Mitbewohner gemütlich auf dem Sofa sitzt. Dieses Gefühl, nach Hause zu kommen, hat bisher noch niemand besser umgesetzt als Dotan:

„The sound of the wind is whispering in your head.
Can you feel it coming back?
Through the warmth, through the cold, keep running till we’re there.
We’re coming home now, we’re coming home now.“

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Nochmal 52 Bücher (9) – „Slow Coast Home“ von Josie Dew

Nochmal 52 Bücher

Nachdem ich – mal wieder wegen Vielzutun, Weniglust und Dauermüdigkeit – zwei Wochen ausgelassen habe, geht es jetzt weiter mit Woche 9. Das Thema ist etwas außergewöhnlich, und es haben sich wohl schon einige die Zähne dran ausgebissen: Regenbogen.

Tja, ein Buch mit einem Regenbogen im Titel fällt mir gerade nicht ein, und auch keins, das irgendwie um einen Regenbogen geht. Vielleicht sollte ich meine Bücher im Regal mal nach Farben sortieren und so einen schönen Regenbogen basteln. Aber da ich im Moment keine Zeit und noch weniger Lust zum Auf- und Umräumen habe, wird um die Ecke gedacht, jawohl!

slowcoasthome

Das Ergebnis meiner angestrengten Überlegungen ist der Reisebericht „Slow Coast Home“ der Engländerin Josie Dew (London, 2003). Auf Deutsch gibt es dieses Buch anscheinend nicht.

Josie Dew ist von Beruf Köchin, Radfahrerin und Schriftstellerin. Mit schöner Regelmäßigkeit stürzt sie sich in höchst abenteuerliche Radreisen in ferne Länder (Japan, USA, Neuseeland etc.) und berichtet dann ausführlich und mit entwaffnender Ehrlichkeit über ihre Erlebnisse und Pannen.

 Diesmal hatte sie eigentlich schon ihre Neuseelandreise geplant, doch die Renovierung ihres Häuschens und der Bauarbeiter Gary, in den sie sich verliebt, machen ihr einen Strich durch die Rechnung. Gemeinsam fahren ging nicht, denn „at the eleventh hour the builder had to keep building“, und allein will sie auch nicht mehr ans andere Ende der Welt. Aber radfahren – das muss doch sein, und so beschließt sie, Großbritannien zu umrunden und dabei so gut wie möglich dem Küstenverlauf zu folgen. Auf dieser gut siebenmonatigen Reise war das Wetter für britische Verhältnisse ziemlich normal, d.h. sie kriegt eine Menge Regen. Und wo Regen ist, sieht man ja auch gelegentlich mal Regenbogen. 🙂

 Am 25. April verlässt sie ihr Häuschen in Milland, verabschiedet von einem überwältigenden Abschiedskommitee, nämlich ihren Eltern und der Nachbarin. Erst ging es nach Süden bis an die Küste, danach westwärts, da sie im Uhrzeigersinn fahren wollte. Tut man das nicht, begegnet man nämlich unterwegs dem Teufel, wie die schottische Großmutter eines Freundes ihr erklärte.

 Mit einem etwas unlogischen Umweg über Oxford erreicht sie die Küste. Unterwegs macht sie zusammen mit ihrem Builder, der gerade eine Weile Zeit hat, einen Abstecher nach Frankreich, dann umrundet sie zusammen mit ihrer Mutter die Isle of Wight. Sie kommt bis Land’s End, wo sie wegen einer Knieverletzung aufgeben und sich von Muttern abholen muss.

Monate später geht die Reise weiter, aber diesmal in Gegenrichtung, der Teufel kann ihr gestohlen bleiben. Die geplante Schottlandumrundung streicht sie irgendwann aus dem Programm, da die Reise doch ziemlich lang dauert, und sie folgt dem Hadrian’s Wall auf die andere Seite des Landes. Im Lake District hat sie wieder Pech – diesmal ist es ihre Achillessehne, die Probleme macht. Aber mit Hilfe des Builders und eines Physiotherapeuten schafft sie es, bis Land’s End zu kommen und so die Runde abzuschließen.

 Josie Dew erzählt spontan, herzerfrischend und mit viel Liebe zum Detail. So sucht sie einmal im Herbst wieder wegen eines heftigen Regenschauers Unterschlupf in einer Kirche und vertreibt sich die Zeit mit dem Gemeineblatt. Dort fällt ihr vor allem der Leserbrief eines Herrn auf, der zwei Dinge überhaupt nicht gut findet: Dass man viel zu früh mit dem Singen von Weihnachtsliedern anfängt und dass Frauen inzwischen Priester werden dürfen. Kleinigkeiten dieser Art (meiner Meinung nach das Salz in der Suppe) darf der Leser mitgenießen.

 Letztes Jahr, am 18. März, besuchte ich eine Lesung von ihr in Utrecht. Eingeladen war sie von der Natur-Camping-Vereinigung, und das Publikum bestand vornehmlich aus Leuten mit derben Wanderschuhen und Fleecejacken. Josie Dew kam standesgemäß mit dem Fahrrad angereist, zusammen mit Gary, dem Builder und den beiden gemeinsamen Töchtern Molly und Daisy. Sie war ganz begeistert von der Tatsache, dass Radfahrer in den Niederlanden als ernstzunehmende Verkehrsteilnehmer und nicht, wie in England oft, als Hindernisse betrachtet werden.

Sie erzählt genauso, wie sie schreibt, oder ist es umgekehrt? Ihr Vortrag über ihre Neuseelandreise, die sie endlich doch geschafft hat, und ihre täglichen Erlebnisse, wenn sie ihre älteste Tochter Molly zur Schule bringt, waren jedenfalls sehr unterhaltsam. In der Pause ließ ich mir mein Buch signieren und wir plauderten kurz über Radfahren in England und Sustrans, die Stiftung, die sich dort für den Ausbau des Radwegnetzes stark macht. Ich fand sie eine sehr sympathische Frau mit einem sonnigen Gemüt – womit wir wieder beim Regenbogen sind.

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Wet Picture (6) – Rheinfälle bei Schaffhausen

Letzten Sommer waren wir bei den Rheinfällen bei Schaffhausen. Es war ein sehr warmer Tag,  und wir wanderten vom Campingplatz in Feuerthalen (der mit dem „Ziegenbeat“, Zitat Elvira) am Rhein entlang zu den Wasserfällen.

Schon aus der Entfernung ist das Schauspiel beeindruckend, aber wenn man mit so einem netten Boot näher dran fährt, wird es wirklich richtig nass:

An so einem warmen Tag wie diesem war das eine angenehme Erfrischung.

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Ameland Revisited

Da die Watteninsel Ameland es uns diesen Sommer besonders angetan hatte, wollten wir herausfinden, ob es im Winter dort auch so schön ist, und verbrachten dort den Jahreswechsel. Hier ein paar Eindrücke:

Omdat we deze zomer het waddeneiland Ameland ontzettend leuk vonden, wilden wij kijken, of het er in de winter ook mooi is en brachten daar de jaarwisseling door. Hier een paar impressies:

Gegenverkehr auf der Überfahrt – tegenligger op de overtocht

Am Strand bei Buren – op het strand bij Buren

Winterliches Nes – Nes in de winter

Unser Campingplatz vom Sommer, jetzt verlassen – Onze Camping van de zomer, nu verlaten

Neujahrsgrüße – Nieuwejaarsgroeten

Silvester mit Oliebollen – Oudjaar met oliebollen

Fazit: Auch bei  Wind und Nieselregen ist die Insel einfach schön!

Conclusie: Ook bij wind en motregen is het eiland gewoon mooi!

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Vorweihnachtszeit

Vorweihnachtszeit, wie ich sie von früher kenne: den Adventskranz aufstellen, Plätzchen backen, Geschenke für Familie und Freunde aussuchen, Weihnachtsmärkte besuchen, Glühwein trinken, diverse Weihnachtsfeiern etc. Nicht gerade die „stade Zeit“, die in romantischen Weihnachtserzählungen heraufbeschworen wird, sondern durchaus hektisch, da am Ende des Jahres auch alles Mögliche fertig werden muss. Aber trotzdem simmungsvoll und voll Vorfreude. Ich glaube, ich werde auf meine mittelalten Tage nostalgisch.

Hier in den Niederlanden ist das anders: Ende November hält Sinterklaas Einzug, und am 5. Dezember ist „Pakjesavond“, das Nikolausfest (Alex hat das auf buurtaal sehr ausführlich beschrieben). Vor allem für Familien mit Kindern ist das ein schönes, fröhliches Fest. Und danach kann dann der Baum aufgestellt werden.  Laut Gatten eine durchaus übliche Konversation unter Kollegen: „Mistwetter heute.“- „Kannst du laut sagen. Steht bei dir der Baum schon?“ – „Nee, machen wir morgen.“

Also, meins ist das ja nicht.  Als wir noch einen Baum hatten, wurde er am 24. Dezember aufgestellt und stand bis Dreikönig – wie sich das gehört.  Aber in den letzten Jahren sind wir zwischen den Jahren so oft unterwegs, dass für die paar Tage, die wir zu Hause sind, kein Baum das Leben lassen muss.

Als wir das letzte Mal Weihnachten bei meinen Eltern verbrachten und dort wie gewohnt am Heiligabend den Baum aufstellten, machten mein Mann und ich nach getaner Arbeit einen Spaziergang. Und wie kamen an vielen Häusern vorbei, wo die Leute mit dem Baumschmücken beschäftigt waren – man konnte die Spannung und Vorfreude direkt fühlen. Das vermisse ich hier manchmal .Aber es gibt ja genug Gelegenheiten, um über die Grenze zu fahren.

Am zweiten Adventswochenende waren der Gatte und ich in der alten Heimat. Der Regen in Norddeutschland wich langsam schönerem Wetter im Süden, und wir wurden sogar von einem Alpenblick empfangen. Und natürlich gab es Schnitzel.

Zusammen mit zwei Freundinnen klapperten wir vier Weihnachtsmärkte in München ab (wegen der Lichtverhältnisse konnte ich nur zwei davon fotografieren):

Mit anderen Freunden besuchten wir ein Adventskonzert in einer kleinen Kapelle, gestaltet von Kindern und Jugendlichen der Siedlung. Es war schön, mal wieder oberbayrische Lieder und Gedichte zu hören:

Und unser Freund, der einen Fahrradladen hat, fuhr den Nikolaus in einer Rikscha spazieren:

Und ein Wochenende später war das alljährliche Weihnachtsmarkttreffen in Münster:

Doch, es war eine schöne Vorweihnachtszeit.  Und jetzt kann Weihnachten kommen.

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Wet Picture (3) – Rotterdam Skyline

Es ist wieder der zweite Mittwoch im Monat, Zeit für das „Wet Picture“. Nach dem beschaulichen Foto aus dem Müllerthal bei Echternach wird es jetzt etwas urbaner.

Ein Freund von uns ist diesem Herbst nach Rotterdam in das Stadtviertel Katendrecht gezogen. Von seinem Haus aus muss er nur ein paar Minuten zu Fuß gehen, um ans Ufer der Halbinsel zu gelangen. Und dort hat man eine sehr abwechslungsreiche Aussicht mit viel Wasser.

Stolz spannt sich die Erasmusbrücke über die Maas:

Das Hotel New York, bis 1917 das Hauptkontor der Holland-Amerika-Linie, erinnert an die glorreichen Zeiten der Seefahrt, ebenso wie das Passagierschiff SS Rotterdam, das jetzt auch ein Hotelk und Kongresszentrum ist:

Und auch der Euromast, hier vom Bug der SS Rotterdam fotografiert, darf natürlich  nicht fehlen:

Fazit: Um dort zu wohnen ist mir Rotterdam immer noch zu groß, aber es gibt dort sehr schöne Fleckchen  Erde.

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Wet Picture (2) – Foto zum etwas unpassenden Ohrwurm

Ich weiß, wir schreiben den Monat November, und es ist kalt. Zeit für Schal, Mütze und Handschuhe. Beim Wet-Picture-Projekt werden wohl jetzt die ersten Fotos mit Rauhreif und Eis vorgestellt.

Nun hatte aber der Chor, in dem der Gatte mitsingt, am Wochenende ein Jubiläumskonzert, bei dem verschiedenes aus dem Repertoire gesungen wurde, unter anderem „Die erste Walpurgisnacht“ von Mendelssohn. Da ich das Konzert besucht habe (es war klasse), und der Gatte auch im Vorfeld zu Hause geübt hat, habe ich jetzt folgenden Ohrwurm, der so gar nicht zur Jahreszeit passt:

„Es lacht der Mai!
Der Wald ist frei
von Eis und Reifgehänge.
Der Schnee ist fort;
am grünen Ort
erschallen Lustgesänge.“
*schmetter*

Passend dazu habe ich Foto eines Sommerwalds, frei von Reif und Eisgehänge, aber mit Wasser ausgesucht, aufgenommen in Luxemburg in der Nähe von Echternach:

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Zehn Jahre Bahnlinie Enschede – Gronau

Hallo Münster – Dag Enschede – mit diesen Worten begrüßte heute vor zehn Jahren die Westmünsterlandbahn ihre Fahrgäste. Nachdem der Streckenabschnitt zwischen Enschede und Gronau ungefähr zwanzig Jahre stillgelegt war, wurde er mit Pauken und Trompeten wieder eröffnet:

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Zwischen Enschede und Gronau wurde ein kostenloser Pendelzug eingesetzt, der eine Menge Besucher anlockte:

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Trotzdem gab es viele Skeptiker, die der Meinung waren, dass die Zahl der Fahrgäste viel zu gering sei und das Ganze somit ein Verlustgeschäft werden würde. Doch  jetzt nach zehn Jahren kann man auch mit Fug und Recht feststellen, dass sie nicht Recht behalten haben.

Im Gegenteil, die Bahnlinie wird gut genutzt! Ein nicht unerheblicher Teil der Fahrgäste besteht aus Saxionstudenten, die noch in Deutschland wohnen und mehrmals in der Woche zur Hochschule pendeln. Aber auch Besucher des Marktes und der Stadt nehmen gern die Bahn, genauso wie die Ausflügler nach Münster oder Dortmund. Auch ich mache das öfter, z. B.  um der Stadt Münster einen Besuch abzustatten, oder in Dortmund in den ICE nach München umzusteigen.

Dabei denke ich oft an die Zeit, als es die Bahn noch nicht gab. Damals verkehrten zwischen Gronau und Enschede zwar Busse, doch der letzte verließ Gronau gegen 18 Uhr. Dadurch wurde ein Besuch in Münster zwangsläufig ziemlich  kurz. Bei diesen Fahrten konnte es durchaus auch vorkommen, dass der Zugbegleiter mit Grabesstimme verkündete: „Der nächste Halt ist Gronau. Hier ist das Ende!“

Einmal wollten der Gatte und ich an einem Samstag nach München fahren, um meine Eltern zu besuchen. Um noch zu einer zivilen Zeit anzukommen, mussten wir gegen 8 Uhr aus Gronau weg. Nur ging zu dieser Tageszeit der Bus nur bis Glanerbrug. Heute würden wir in so einem Fall sicher ein Taxi nehmen, aber damals dachten wir im jugendlichen Überschwang, dass wir das letzte Stück laufen konnten. Es waren ja nur dreieinhalb Kilometer, das müsste man doch in einer guten halben Stunde schaffen. Doch irgendwie verkürzte sich die verbleibende Zeitspanne schneller als der Weg, den wir noch zurücklegen mussten, und der Riesenrucksack machte das Laufen nicht gerade einfacher. Wir erreichten gerade noch rechtzeitig den Bahnhof, um festzustellen, dass der Zug abfahrbereit auf einem anderen Gleis stand. Mein verzweifeltes „Haaalt!“ wurde jedoch erhört, und japsend fielen wir in die Polster. Der Muskelkater am nächsten Tag hatte es in sich!

Später fuhren wir bei solchen Gelegenheiten mit den Rädern nach Gronau und parkten diese unauffällig in einem Hinterhof, denn die Radstation gab es damals auch noch nicht.

Am 24. September 2011 wurde schon etwas vorgefeiert, indem man eine Dampfeisenbahn einsetzte. Wer genau hinschaut, kann mich beim Fotografieren sehen:

Auf jeden Fall bin ich froh, dass es die Bahnlinie gibt. Die Grenzwanderungen sind dadurch ein Stück einfacher geworden, und das nächste Weihnachtsmarkttreffen in Münster kommt auch bald!

Am Samstag darf man auch wieder umsonst nach Gronau und zurück.

*) Die ersten vier Fotos stammen übrigens von Gottfried Schwieters, der mir erlaubt hat, sie in diesem Artikel zu verwenden. Auf seiner Website Gottfrieds Sammelsurium befinden sich noch mehr Fotos, u.a. zu den Bauarbeiten an diesem Streckenabschnitt. Auch Radwanderer kommen dort auf ihre Kosten.

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Wet Picture (1) – Regenguss in Remagen

Als ich mich  mal wieder gemütlich durch verschiedene Blogs spazierte, stieß ich auf folgendes Fotoprojekt von Barbara (für weitere Informationen bitte auf den Button klicken):

Bei diesem Projekt kann man jeden zweiten Mittwoch im Monat ein Foto posten, auf dem es nass zugeht und den Link dann in Barbaras Blog bei den Kommentaren einstellen. Beginn war der 14. September 2011, ich bin also mal wieder etwas spät  dran, aber egal, ich versuch’s mal.

Es war im August 2009, als wir mal wieder mit Rad und Zelt unterwegs waren, diesmal am Rhein und anderen Flüssen entlang nach Süddeutschland. Wir hatten uns bereits auf dem Campingplatz installiert und waren Essen gegangen, auf dieser netten Terrasse am Rheinufer. Die Pizza war lecker, der Abend angenehm warm. Als wir beim Bezahlen waren, fing es an zu tröpfeln, und Kellner und Gäste brachten sich selbst und das Essen in Sicherheit.  Auch wir schafften es gerade noch, unter ein Vordach zu flüchten, als der Himmel seine Schleusen öffnete. Bewaffnet mit einem Mega-Regenschirm sammelt der Kellner hier die letzten Utensilien ein. Die Fahrräder (zwischen den Tischen und dem Rheinufer) stehen leider im Regen.

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Schlaflos in der Schweiz

Diesen Sommer waren wir auch ein paar Tage in der Schweiz, erst in Kreuzlingen am Bodensee, dann in Feuerthalen bei Schaffhausen.

In Kreuzlingen standen wir auch einem Campingplatz mit einer eher überschaubaren Zeltwiese, die dem sommerlichen Ansturm gerade noch so gewachsen war. Dadurch standen die Zelte sehr nah beieinander. In der Reihe vor uns waren zwei größere Igluzelte mit den Eingängen zueinander aufgestellt. Sie gehörten einer Gruppe von sieben oder acht ca. 15jährigen Mädchen, die hier das Wochenende verbrachten. Am Nachmittag kamen sie mit einem Einkaufswagen voller Bier- und Weinflaschen sowie Chips und Co. vom nahegelegenen Supermarkt. Vorbereitung auf einen langen Abend also.

Und der kam dann auch, die Mädels saßen bis tief in die Nacht vor ihren Zelten und unterhielten sich in flottem Schwyzerdütsch. Erst war die Lautstärke noch in Ordnung, doch je höher der Alkoholpegel stieg, desto schwerer fiel ihnen das Leisesprechen. Mehrere Appelle aus den Nachbarzelten fruchtete nichts, und irgendwann gegen zwei Uhr rief jemand aus einer Radfahrergruppe am anderen Ende der Wiese völlig entnervt: „Jetzt haltet endlich die Klappe!“ Dies hatte jedoch nur zur Folge, dass, sobald eine der Damen zum Sprechen ansetzte, mindestens drei andere „Schschschsch!“ zischten, was nicht wirklich half.

Bewundernswert war allerdings der Eifer, mit dem die Mädels am nächsten Morgen trotz ihres verkaterten Zustands aufräumten und die Weingläser polierten. Die Schweizer Volksart lässt sich halt nicht verleugnen.

Am nächsten Abend brezelte die ganze Gruppe sich auf und verließ dann den Platz. Wir freuten uns schon auf eine ruhigere Nacht, denn nach einer Grenzwanderung zu Fuß nach Konstanz und zurück waren wir etwas erledigt.

Zu früh gefreut, sie gingen zum Schwimmbad, wo eine Feier stattfand. Dieses Schwimmbad befindet sich genau nebenan. Und bei der Campingrezeption gab es noch eine Hochzeitsfeier für geladene Gäste. Vielleicht hatten hier zwei Dauercamper, die schon seit Kindertagen diesen Campingplatz besuchten und im Sandkasten ihre Rasseln getauscht hatten, beschlossen, gemeinsam im Wohnwagen durchs Leben zu gehen. Und als Hochzeitsgeschenk bekamen sie eine eigene Parzelle. So schwelgten wir in romantischen Vorstellungen.

Aber wenn man so zwischen zwei Festen liegt, zu denen man nicht eingeladen ist, schläft es sich halt nicht besonders gut, trotz der Ohrenstöpsel, die ich mir aus einem Tempotaschentuch bastelte.

Am nächsten Morgen zogen wir weiter, da wir die Rheinfälle bei Schaffhausen besuchen wollten. Auf diesem Campingplatz hatten wir eine Menge Platz und ruhige Zeltnachbarn. Neben der Zeltwiese befand sich ein Gehege mit zwei Ziegen. Beide hatten ein Glöckchen um den Hals, das bei jeder Bewegung fröhlich bimmelte. Eigentlich klang das gar nicht mal so schlecht. Wenn man das aufnimmt, die besten Stellen zusammenschneidet, einen flotten Beat darunter legt und das Ganze mit einem nicht allzu anspruchsvollen Text über Sonne, Sommer, Alpenglühen und Eiskaffee versieht, könnte man den nächsten Sommerhit landen.

Nur erwiesen sich die beiden Tiere als recht nachtaktiv. Pech gehabt.

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