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Geduld ist die Mutter der Porzellankiste

Seit meinem letzten Post ist inzwischen ein Monat vergangen, und der Gips ist ab. Am Mittwoch muss ich wieder ins Krankenhaus zum Röntgen, und dann wird man mir hoffentlich sagen, dass ich das Bein wieder belasten kann.

In den letzten Wochen war ich ja gewissermaßen zwangsentschleunigt und mein Aktionsradius recht klein. In den ersten Tagen nach der OP machte ich noch nicht allzu viel, ich verbrachte viel Zeit vor dem Fernseher und schaute Krimis und alte Kinderserien wie Alf oder Pumuckl. „Pumuckl schauen, das ist fein, da heilt bestimmt auch schnell das Bein“ dichtete ein Freund, und was sich reimt, ist ja schließlich wahr. Außerdem hatte ich viel Zeit zum Lesen, erst Wanderbücher wie „Ich binn dann mal weg“ oder „A Walk in th Woods“, die irische Krimiserie von Hannah O’Brien und die Ermittlungen und  das Liebesleben der Londonerin Agatha Raisin, die es in die Cotswolds verschlagen hat. Dank meines E-Readers und zwei Bibliotheksausweisen geht mit der Lesestoff so schnell nicht aus.

Bei all dem umsorgte mich der Gatte natürlich liebevoll, und das tut er noch immer. Aber neulich sagte er, dass ihm meine Kochkunst abgeht, also darf er sich eine Liste mit Gerichten zusammenstellen, die ich ihm dann zubereiten werde, wenn ich wieder auf zwei Beinen stehen kann.

Meine Firmenkurse habe ich verschoben oder an Kollegen abgegeben, aber dank meiner Unterrichtsraumbürobibliothek kann ich weiterhin zu Hause Einzelunterricht geben. Sonst wären die Tage schon sehr lang.

Als der Gips endlich runter war, fühlte ich mich gleich um einiges besser. Auch wenn ich noch nicht auftreten darf, ist das Leben wieder ein Stück einfacher geworden. Man kann den OP-Narben praktisch beim Abheilen zuschauen, und der Haxen ist inzwischen auch weniger unförmig. Die Bewegungsübungen, die ich machen soll, waren erst noch recht unangenehm, aber in Millimeterarbeit wird auch das besser.

Inzwischen kann ich auch wieder duschen. Da der Gips ja nicht nass werden und auch auf gar keinen Fall oben Wasser reinlaufen durfte, habe ich bisher am Waschbecken improvisiert. Jetzt habe ich einen Duschhocker und saue auch nur das halbe Bad ein, nicht das ganze.

Und meine Jeans passt auch noch! Die letzten Wochen trug ich die eleganten und formschönen Jogginghosen des Gatten, weil ich nichts anderes über den depperten Gips drüber gekriegt hatte. Da ich ja viel weniger Bewegung habe als normal, hatte ich eine ziemliche Gewichtszunahme befürchtet, aber andererseits hatte ich auch den Gang zum Kühlschrank auf ein absolutes Minimum reduziert, weil das jedesmal so ein Aufwand ist. 

Und jetzt bin ich gespannt auf Mittwoch. Mein Physiotherapeut hat mir schon prophezeit, dass das Gehen ein langer, anstrengender Prozess wird.  Ich versuche mir auf jeden Fall das Lied von Waylon zu Herzen zu nehmen: „The World Can Wait“:

 

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Eine andere Kindheit und Jugend

Vor einigen Jahren, als meine Neffen noch sehr klein waren, hatte meine Schwiegermutter ein paar Kinderbücher vom Dachboden geholt, in denen ich interessiert blätterte. Meine Schwägerin fragte: „Ach, liest du Pinkeltje mal wieder?“ Wieso „mal wieder“? Für mich waren diese Geschichten Neuland. Wieder einmal wurde mir klar, dass ich viele Erinnerungen, die für meine Altersgenossen hier in den Niederlanden Gemeingut sind, nicht teile. An ihrer Stelle stehen andere, die mich für immer mit meinen Freunden aus der alten Heimat verbinden.

Alexandra von buurtaal geht es ähnlich, und da wir ungefähr gleich alt sind und sie im selben Jahr nach Deutschland zog, in dem ich in den Niederlanden ansässig wurde, entstand die Idee,  zu diesem Thema ein Doppelprojekt( die Niederländer haben dafür das schöne Wort „tweeluik“) zu machen. Sie schreibt über ihre Kindheit und Jugend in den Niederlanden, also über das Stück, das mir hier fehlt, und ich schreibe über meine deutsche Kindheit und Jugend, von der Geburt bis zum Ende der Schulzeit mit 18 bzw. 19 Jahren. Da ich noch etwas verfrüht finde,  meine Memoiren zu schreiben, greife ich nur ein paar Aspekte heraus, von denen ich denke, dass sie für deutsche Kinder meiner Generation typisch waren.

Als ich noch klein war…

An meine Kleinkinderzeit erinnere ich mich vor allem bruchstückhaft und anhand von Erzählungen und Fotos. Mein Vater ging anscheinend gern mit mir im Kinderwagen spazieren, was für Männer in dieser Zeit eher untypisch war. Meine Mutter saß mit mir im Garten bei Oma und wir pflückten Blumen. Ich ging gern in die Badewanne, was auch heute noch so ist.

Umständehalber verbrachte ich auch viel Zeit bei meinen Großeltern. Opa las mir die Kinderbuchserie von Gertrud Keussen über die beiden Zwerge Puk und Pat, das arme Einöhrchen (ein Kaninchen, das ein Ohr verloren hatte) und den Raben vom Felsenberg vor. Später kamen auch die Wilhelm-Busch-Klassiker „Max und Moritz“ und (zu Omas Entsetzen) „Die fromme Helene“ hinzu. Außerdem lernte ich von ihm das Zählen, die Uhr, die ersten Buchstaben und – mit weniger Erfolg – das Schuhezubinden. Oma brachte mir das Backen bei, und ich durfte beim Marmeladeeinkochen helfen.

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Anscheinend zeichnete sich mein heutiger Beruf schon früh ab

Der Kindergarten in München war grauenhaft, der in Erding, wo wir später hinzogen, war okay. Dort lernte ich die Pumuckl-Hörspiele von Ellis Kaut kennen und lieben. Nach und  nach bekamen wir die ganze Schallplattensammlung zusammen, die sich jetzt bei meinem Bruder befindet. Schließlich soll meine kleine Nichte ja nicht ohne Pumuckl aufwachsen.

Schulzeit

In Deutschland wird man in der Regel mit sechs Jahren eingeschult. Der erste Schultag ist sehr wichtig, die Zeit des sorglosen Spielens ist vorbei und der Ernst des Lebens beginnt. Um diesen Schritt etwas zu versüßen, erhalten die Kinder eine Schultüte mit Süßigkeiten und anderen Kleinigkeiten, die man in der Schule halt so braucht – Malstifte, Bastelzeugs und dergleichen. An diesem Tag lernte ich auch Silvia kennen, die Jahre später meine beste Freundin wurde. Diese Freundschaft besteht übrigens immer noch! Die Grundschule war für mich ganz in Ordnung, mal abgesehen vom Sportunterricht, der mir schon damals ein Graus war, und der Schriftnote, die mir mit schöner Regelmäßigkeit das Zeugnis versaute.

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Der Ernst des Lebens fängt an

Nach der vierten Klasse – wir waren damals zehn – wechselten wir auf das Gymnasium, wo wir uns gemeinsam bis zum Abitur durchkämpften. Unser „Gymmi“ hatte zwei Zweige im Angebot, den naturwissenschaftlich-mathematischen und den neusprachlichen. Bei mir wurde es letzterer (wundert das jemanden?), was mir die Fremdsprachen Englisch, Latein und Französisch bescherte. In Englisch war ich gut, Latein ging so und ich hielt tapfer bis zum Latinum durch, und mit Französisch konnte ich mich nicht anfreunden. Im Nachhinein war es aber gut, beide Sprachen gehabt zu haben, da sie Voraussetzung für das Anglistik-Studium sind.

In der siebten und achten Klasse fuhr man bei uns im Winter eine Woche ins Skilager, wir waren ja schließlich nah genug an den Alpen. Bei mir funktionierte das Ganze eher nach dem Motto „Runter kommt man immer“, aber nett war es schon. In der Zehnten fuhren wir auf Klassenfahrt nach Berlin (näheres siehe unter „Geteiltes Deutschland“) und in der Elften ging es nach Rom. Das bedeutete natürlich eine Menge Kultur, viel Wein, wenig Schlaf und den absoluten Höhepunkt auf der Rückfahrt: Unser Klassenlehrer schaffte es irgendwie, die Notbremse zu ziehen, so dass wir  mitten in der Nacht mit einem gewaltigen Ruck in den Feldern vor Florenz zum Stehen kamen. Dank der Eloquenz einer anderen Lehrerin, die fließend Italienisch sprach, kam er um eine Geldstrafe herum.

forumromanum

Forum Romanum

Vor einiger Zeit hatten wir zum 25jährigen Jubiläum ein Treffen unseres Abi-Jahrgangs. Natürlich besuchten wir auch das Schulgebäude, das mir jetzt um einiges kleiner vorkam. Interessant war auch, dass sich beim gemeinsamen Abendessen wieder dieselben Gruppen bildeten wie zu Schulzeiten, auch wenn ich einige Leute schon viele Jahre nicht mehr gesehen hatte.

Geteiltes Deutschland

Bevor ich zu Büchern, Musik und dergleichen komme, erst noch ein Exkurs in die politische Situation. Damals bestand Deutschland noch aus zwei Teilen, der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik. Irgendwo in der Rhön und bei Travemünde hörte für uns Kinder  die Welt auf, und was hinter dem Grenzstreifen mit seinen Wachtürmen, dem „Eisernen Vorhang“ lag, wussten wir nicht genau. Ich habe zwar Verwandtschaft in Thüringen, aber der Kontakt lief vor allem über meine Großeltern und deren Geschwister, die damals gelegentlich zu Besuch kamen. Außerdem erinnere ich mich an die Weihnachtspakete, die wir damals „nach drüben“ schickten, mit Plätzchen, Stollen, Schokolade, Kaffee und anderen Dingen, die damals dort schwer zu bekommen waren. Man musste eine genaue Aufstellung des Inhalts beilegen, und Bücher oder Zeitschriften waren nicht erlaubt. Wir bekamen ebenfalls Pakete zurück, und obwohl die „Ost-Süßigkeiten“  nicht besonders lecker waren, wussten wir die Geste zu schätzen. Gelegentlich schrieben meine Großcousine und ich uns einen Brief, aber das schlief recht schnell ein, da wir beide zu einer gewissen Schreibfaulheit neigten.

Als ich sechzehn war, fuhren wir auf Klassenfahrt in das damals noch geteilte Berlin. Zu diesem Zweck mussten wir uns einen Reisepass zulegen und bekamen genaue Instruktionen, wie wir uns bei den Grenzkontrollen zu verhalten hatten, schließlich waren die ostdeutschen Zollbeamten nicht gerade für ihre höfliche und zuvorkommende Art bekannt. Wir absolvierten das übliche Programm: Stadtrundfahrt, Kurfürstendamm, diverse Museen und ein Tag in Ostberlin.  Im Vorfeld hatte man uns gründlich eingeimpft, was wir zu tun und zu lassen hatten, und nachdem wir am Bahnhof Friedrichstrasse die Grenze passiert hatten, waren wir entsprechend eingeschüchtert. Auch an die geballte Unfreundlichkeit, mit der man uns Wessis dort begegnete, erinnere ich mich noch. Und heute kann ich verstehen, dass unsere Klassenlehrerin damals wohl Blut geschwitzt haben muss und mit uns undiszipliniertem Haufen lieber woanders hingefahren wäre.

Umweltschutz und Friedensbewegung

Sicher hat mich auch das politische Klima der 80er Jahre geprägt. 1982 wurde Helmut Kohl Bundeskanzler, und er sollte den Platz erst sechzehn Jahre später, als ich schon in den Niederlanden wohnte, wieder räumen. Ich brauchte damals eine ganze Weile, um mich daran zu gewöhnen, dass der Bundeskanzler nicht mehr Kohl hieß.

Im selben Jahr (1982) kamen auch die Grünen zum ersten Mal in den deutschen Bundestag, und das Drei-Parteien-System aus CDU/CSU, SPD und FDP war durchbrochen. Themen wie das Waldsterben, die Endlichkeit der fossilen Rohstoffvorräte und der Verdacht, dass Kernenergie wohl doch keine richtig saubere und sichere Lösung ist (was durch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 eindrucksvoll bestätigt wurde), erhielten einen Platz auf der politischen Agenda. Auch wir versuchten, mit unseren bescheidenen Mitteln die Erde zu retten: Wir schrieben auf Umweltschutzpapier, boykottierten Plastiktüten, kauften in Umweltläden ein und Autofahren konnten wir ja sowieso noch nicht. Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass wir damals auf dem Gebiet von Umweltschutz weiter waren als heute.

Auch der kalte Krieg und das Wettrüsten waren ständig Thema, was ja auch kein Wunder ist, wenn die Grenze zwischen den beiden Großmächten das Land, in dem man lebt, in zwei Stücke gehackt hat. Das hat natürlich auch Einfluss auch Literatur, Kunst und Musik.

 Das „Bayern-Eins-Trauma“, die Neue Deutsche Welle und sonstiges Musikalisches

Was ich „ganz früher“ an Musik mitgekriegt habe, weiß ich eigentlich nicht mehr so genau, die Schlager der früher 70er gingen irgendwie an mir vorbei, was im Nachhinein vielleicht nicht das Schlechteste war. Aber an den Radiosender „Bayern Eins“, den mein Vater beim sonntäglichen Mittagessen immer hört, erinnere ich mich noch gut – bayerische Volksmusik vom Feinsten! Meine Freundinnen litten genauso darunter wie ich, vermutlich wurde da eine ganze Generation traumatisiert.

Irgendwann fand ich, wie damals wohl fast jeder, Abba toll und hatte einige Alben von ihnen. Anders als die meisten anderen fand ich damals schon Frida besser als Agneta, und vor einigen Jahren wurde mir mal wieder klar, wie schön eigentlich das Lied „When All Is Said And Done“ ist.

Auch die Neue Deutsche Welle (Anfang der 80er) schwappte an mir nicht spurlos vorüber – Trio mit ihrem eintönigen „Da Da Da“, Nena und die 99 Luftballons, Peter Schilling, der völlig losgelöst durch die Gegend schwebte und – nicht wirklich typisch NDW – die Spider Murphy Gang und die Münchner Freiheit. So ganz ohne Lokalpatriotismus geht es halt doch nicht. Und Falcos Lied „Jeanny“ stand ja damals beim Bayerischen Rundfunk auf dem Index, da es die Entführung eines Mädchens aus der Sicht des Täters erzählte. Es wurde im Radio nicht gespielt, stand aber sehr lange auf Platz Eins der Hitparade am Freitagabend. Kein Wunder, jeder wollte das Lied natürlich haben. Auch ich überspielte es mir von einer Freundin (so machte man das damals), zusammen mit der Frank-Zander-Parodie.

Da ja irgendwann bei mir  das Interesse für Friedensbewegung und Umweltschutz erwachte, entwickelten sich auch meine musikalischen Vorlieben in diese Richtung und ich entdeckte die Liedermacher (auf gut Niederländisch „Singer-Songwriter“) Reinhard Mey, Hannes Wader, Konstantin Wecker, Bettina Wegener und andere. In dieser Zeit lernte ich auch ein bisschen Gitarre spielen, aber an Reinhard Meys Zupfmuster (dem sogenannten Mey-Zupfing) bin ich grandios gescheitert. Mir ist heute noch ein Rätsel, wie man das hinkriegt, ohne sich die Finger komplett zu verknoten. Manchmal überlege ich, ob ich meine Gitarre mal wieder vom Speicher holen, entstauben und loslegen sollte, aber ich bezweifle, ob das in diesem Leben noch was wird.

Film und Fernsehen – natürlich auf Deutsch

Während man in den Niederlanden Filme und Fernsehserien (vom Kinderprogramm abgesehen) im Original mit Untertiteln ausstrahlt, wird in Deutschland fast alles nachsynchronisiert. Bei Kinderserien wie „Wickie und die starken Männer“ oder „Biene Maja“ fiel das natürlich nicht weiter auf, aber auch bei den ganzen anderen Serien wie „Bonanza“, „Unsere kleine Farm“ etc. fanden wir es nie merkwürdig, dass man in den tiefsten USA Deutsch spricht. Was denn sonst, wir kannten es ja nicht anders.

Auch in unserem Kleinstadtkino gab es keine Filme im fremdsprachigen Original, dafür musste man nach München fahren, was für ca. 15jährige noch eine ziemliche Expedition war. Aber was tut man nicht alles.

Irgendwann fiel mir natürlich auf, dass gelegentlich ein Sprecher verschiedene Schauspieler synchronisiert, oder dass der Sprecher eines Schauspielers aus irgendwelche Gründen ausgetauscht wird. Und es fing an zu nerven, dass die Dialoge nicht lippensynchron sind.

Als ich mir später alles Mögliche im Original zu Gemüte führte, wunderte ich mich öfter, wie anders die echten Stimmen der Schauspieler oft klingen. Die deutsche Stimme von „Alf“ finde ich immer noch sympathischer als das Original.

 Leseratte

Ich hatte mir ja schon immer gern vorlesen lassen, und sobald ich lesen konnte, waren Bücher mein Ein und Alles. Unzählige Nachmittage verbrachte ich auf dem Wohnzimmersofa oder auf dem Teppich vor der Balkontür meines Zimmers, und zahllose Nächte lag ich mit der Taschenlampe unter der Bettdecke, weil ich einfach wissen wollte, wie es weitergeht.  Ottfried Preussler, Astrid Lindgren, Enid Blyton, später Karl May, Michael Ende, mir gefiel vieles.

Eine Zeitlang hatte ich Reitunterricht, und in dieser Phase verschlang ich alles, was irgendwie mit Pferden zu tun hatte, von den typischen Serien „Mädchen mit Pferd“ bis zu Fachbüchern über Pferdehaltung (zu meiner Enttäuschung wollten meine Eltern das Wohnzimmer nicht zu einem Pferdestall umbauen) und einem Wälzer über Pferdekrankheiten, da ich damals noch Tierärztin werden wollte.

Später las ich neben der Pflichtlektüre in der Schule auch viel über die deutsche Vergangenheit, vor allem das Dritte Reich und die Judenverfolgung, Autobiografien und Romane mit sozialpolitischem Hintergrund, Entwicklungshilfe, Jugendliche mit Problemen (z.B. Christiane F.) etc. Damals wollten wir ja noch die Welt retten.

Schon früh entdeckte ich meine Leidenschaft für Krimis und Spukgeschichten, die mich heute noch begleitet. Wundert es jemanden, dass der Schauerroman des 18. und 19. Jahrhunderts später einer meiner Studienschwerpunkte war?

Zu guter Letzt: Reisen und Fernweh

Während meine Schulfreundinnen in den Ferien mit schöner Regelmäßigkeit mit ihren Eltern in den sonnigen Süden (Italien, Spanien, Jugoslawien) oder den hohen Norden (Schweden, Norwegen) gondelten, waren meine Eltern eher heimatverbunden. Das Ausland war ihnen nicht so ganz geheuer, also fuhren wir im Urlaub abwechselnd in die Berge oder an die Nord- oder Ostsee. Meine Liebe zum Meer stammt noch aus der Zeit.

meer

Urlaub am Meer

Und aus irgendwelchen Gründen zog es mich nach England, vermutlich wegen der Enid-Blyton-Romantik. Nach einem absolut genialen Urlaub mit einer guten Freundin und Namensvetterin in England und Schottland war es klar – dieses Land sollte mich nicht mehr loslassen. Und es war diese Faszination, die mich auf Umwegen in die Niederlande geführt hat – aber das ist eine andere Geschichte.

Kategorien: Ganz "normaler" Alltag, Typisch Nederlands - typisch deutsch (?) | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , | 8 Kommentare

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