Beiträge mit dem Schlagwort: Egmond aan Zee

Strand6Daagse (Teil 6)

Fünfter Tag: Egmond aan Zee – Callantaoog (27 km)

 Für den heutigen Tag hatte der Wetterbericht Regen angekündigt, also mussten wir besonders darauf achten, dass unser Gepäck wasserdicht verpackt war. Wenn man nämlich Pech hat, liegt es eine ganze Weile im strömenden Regen spazieren. Die Regenkleidung hatten wir sowieso im Marschgepäck, da mussten wir nicht viel ändern.

wetterbericht

Auf dem Weg zum Strand gingen wir noch einmal bei Peters Bruder vorbei, um sein inzwischen wieder aufgeladenes Handy abzuholen. Der gestern noch so volle Strand war kaum wieder zu erkennen: Das Wasser hatte sich zurückgezogen und die Badegäste lagen noch gemütlich in den Federn.

Bis Bergen aan Zee ging das Laufen noch gut, doch dann meldete sich mein rechter Unterschenkel wieder lautstark zu Wort, bei jedem Schritt zog es schmerzhaft im Schienbein. Da der Strand zur See hin abfällt, und da wir nach Norden gingen, liefen wir mit dem rechten Bein immer ein bisschen höher als mit dem linken, und dies nahm mir mein rechtes Bein inzwischen übel. Von anderen Wanderern hörten übrigens von ähnlichen Problemen oder auch von schmerzenden Knien und Hüften. Der Wetterbericht schien übrigens Recht zu behalten, denn der Himmel war nicht mehr blau und mit netten Wattewölkchen garniert, sondern grau und verhangen. Auch die Nordsee sah nicht mehr so freundlich und einladen aus wie an den letzten Tagen.

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Bei Schoorl kam uns ein Herr in einem T-shirt der Vierdaagse von Nijmegen entgegen. Auf einem Tablett hatte er Lakritze, Bonbons und Salzstangen, die er uns anbot, wobei er jedem von uns noch viel Erfolg wünschte. Bei solchen netten Gesten verbeißt man sich den Schmerz und schafft wieder ein Stück.

Dann erreichten wir die Hondsbossche Zeewering bei Petten, einen der dicksten Seedeiche von Westeuropa. Hier hatte im Mittelalter eine Sturmflut ein Stück der Dünen herausgerissen, das später durch einen Deich ersetzt wurde. Inzwischen gilt dieser Deich als nicht mehr sicher genug und wird im Moment mit Sandvorspülungen verstärkt.

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Bevor wir um die Bauarbeiten herumgingen, stärkten wir uns in einem Strandcafé mit Kaffee und Apfelkuchen. Dann ging es weiter auf dem Deich.

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Ich hatte gehofft, dass es meinem Bein besser gehen würde, wenn wir nicht mehr auf Sand laufen, aber leider war das nicht der Fall. Eine andere Wanderin gab mir den Rat, es mit einem Aspirin zu versuchen. Auf die Idee war ich noch gar nicht gekommen, für mich gehören Aspirin und Paracetamol zu Kopfschmerzen. Aber klar, Schmerzen sind Schmerzen, vielleicht half es ja. Und tatsächlich ging es nach einer Weile besser.

Als wir Petten erreichten, beschlossen wir, nicht auf den Strand zurück zu gehen, da sich die Sandvorspülungen nicht besonders gut auf die Trittfestigkeit des Sandes auswirken. Von einem Kurzurlaub im Frühjahr kannten wir die Gegend ein bisschen und wussten, dass man nach einem Stück durch die Dünen auf die Hauptstraße nach Callantsoog mit einem freiliegenden Rad- und Fußweg kommt. Ein anderes Paar folgte unserem Beispiel, da sie ebenfalls keinen Sand mehr sehen konnten.

wegweiser

Bei einem Supermarkt besorgten wir uns ein paar Muffins, die wir sofort auf der Bank davor vertilgten. Dann begann es zu regnen, also Regenzeug an und weiter. Ein paar Kilometer vor Callantsoog überholte uns eine Autofahrerin, ließ das Fenster hinunter und rief uns zu, dass wir durchhalten sollten, denn es sei nicht mehr weit. Klar, die meisten Einheimischen kennen die Stand6Daagse und wissen, wo wir hinmüssen. Je nach Wohnort kriegen sie sicher ein unterschiedliches Bild von der Wanderung: Sind die Wanderer bei Wassenaar und Noordwijk noch gut aufgelegt und schwungvoll unterwegs, so werden sie, je weiter sie nach Norden kommen, erschöpfter und leiden stumm vor sich hin.

Irgendwann erreichten wir das Zentrum von Callantsoog, wo wir auf weitere nasse Wanderer stießen. Gemeinsam machten wir uns auf die Suche nach dem Sportplatz, wobei wir aufpassen mussten, dass der Regen nicht unsere Wegbeschreibung unleserlich machte. Bald hatten wir den Platz erreicht und mussten nur noch unser Gepäck finden. Mein Rucksack war tatsächlich nicht mehr trocken, gut, dass ich den Inhalt in Plastiktüten verpackt hatte.

Zwischendurch ließ der Regen nach, so dass wir wenigstens vernünftig aufbauen konnten. Nach einer warmen Dusche ging es mir auch wieder besser, und ich beschloss, noch einen Termin bei Ernesto zu machen. Der war allerdings heute nicht da, und seine beiden Kollegen waren fast ausgebucht. Da aber zwei Leute abgesagt hatten, hatte Wim gegen acht Uhr abends für mich noch eine Lücke.

Dann kam unser letztes Abendessen. Da es Freitag war, gab es zum Abendessen Fisch mit Remouladensauce, aber nicht mit gedünstetem Kohlrabi, sondern mit Karotten und Kartoffeln. Zur Feier des Tages bekam auch jeder ein Glas Weißwein. Wie am ersten Abend wurde die Mahlzeit im Zelt verspeist, und meine Wanderschuhe waren gut als Halter für die Weingläser zu gebrauchen.

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Nach dem Essen hatte ich meinen Massagetermin. Während Wim mir die Beine durchknetete, erzählte er, dass eine Menge Leute ziemlich erledigt waren. Sie hatten zwar das Wandern trainiert, aber was sie laut Wim nicht trainiert hatten, war das Aufbauen des Zeltes, das Schlafen im Zelt und die langen Partys im Sportlerheim. Nun, daran konnte es bei uns nicht liegen: In unserem gesetzten Alter lässt man die Partys doch eher aus, im Zelt schlafen sind wir gewöhnt und wenn wir etwas können, dann ist es des Zeltaufbauen. Da sich mein Unterschenkel warm anfühlte, bekam ich noch eine kühlende Salbe darauf, doch Wim meinte, dass ich den letzten Tag noch schaffen würde. Und das hatte ich auch vor, und wenn ich mich bis zur Halskrause mit Aspirin dopen musste!

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Strand6Daagse (Teil 5)

Vierter Tag: IJmuiden – Egmond aan Zee (24 km)

 Heute war das Frühstück wieder auf sechs Uhr vorverlegt worden. Doch wir konnten etwas länger schlafen, da wir erst für die Fähre um halb zehn vom Südpier eingeteilt waren und deshalb erst gegen halb neun los mussten. Nicht weit von der Frühstücksausgabe entfernt verkauften unsere Gastgeber frische Pfannkuchen, also reihte ich mich in die Schlange ein. Ich fragte sie, ob sie nicht ein bisschen Show veranstalten könnten, Pfannkuchen werfen und fangen und dergleichen. Das Mädchen hinter dem Plattenkocher meinte schlagfertig: „Pfannkuchen mit Show kostet zwei Euro.“ Die Hamburger gestern und die Pfannkuchen heute sind eine gute Idee: Der Verein bessert seine Kasse auf und die Wanderer fühlen sich wirklich willkommen.

Dann bauten wir in Ruhe unser Zelt ab und machten uns gegen viertel vor acht auf die Socken Richtung Südpier, von wo aus wir mit einem Rundfahrtschiff zum Nordpier gebracht werden sollten. Einer der Organisatoren versuchte, uns aufzuhalten, da wir erst für später eingeteilt waren, und „wenn jeder zu früh da ist, gibt es beim Pier so ein Chaos“. Da wir aber erst noch zum Supermarkt wollten, durften wir passieren. Zwei Leute gingen mit ihrem gesamten Gepäck zur Bushaltestelle, denn „die Beine wollen einfach nicht mehr“. Wir hatten inzwischen auch entdeckt, dass es nicht mehr besser wird, wenn der Wurm in Form von Blasen, offenen Stellen, Muskelschmerzen und dergleichen erst mal drin ist. Da man jeden Tag weiter muss, kann sich der Körper nicht wirklich erholen. Aber uns ging es noch gut, und darüber waren wir sehr froh.

Im Supermarkt deckten wir uns mit Semmeln, Muffins und anderen Kalorienspendern ein, da das Lunchpaket ja bekanntlich nicht reicht. Einige Leute fragten uns interessiert über die Route aus und erzählten uns, dass der Unfall im letzten Jahr gar nicht weit weg von diesem Einkaufszentrum passiert war und auch die Leute in IJmuiden ziemlich erschüttert hatte. Auf unserem heutigen Tageszettel wurden wir extra darauf hingewiesen, dass wir doch bitte den ersten Zebrastreifen benutzen sollten, an dem extra „Schülerlotsen“ für uns bereitstanden.

Bald hatten wir, natürlich wieder zu früh, den Südpier erreicht, und tatsächlich ging es dort recht chaotisch zu. Das lag aber nicht an uns, sondern daran, dass die Überfahrt vor unserem plötzlich voll war und ein paar Leute trotz Ticket nicht mitkonnten. Ihnen war dann ein Platz auf „unserer“ Fähre garantiert worden, doch nun würde sich das Problem wohl weiter nach hinten verlagern, da jeweils 125 Leute auf das Schiff passten und acht Fahrten geplant waren. Wie das Problem gelöst wurde, erfuhren wir allerdings nicht mehr.

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Während wir mal wieder in der Schlange standen, hatten wir genügend Unterhaltung, denn vor uns standen ein paar begnadete Geschichtenerzähler, die ein paar nette Schwänke von vergangenen Wanderungen zum Besten gaben. Bald kam das Schiff und wir setzten zum Nordpier über.

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Von dort aus war es nur ein kurzes Stück zum Strand, wo der Sand wieder angenehm hart war.

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Als es Zeit war für eine Mittagspause, setzten wir uns in den Schatten bei der Rettungsbrigade Heemskerk. Nach dem Essen wollten wir diverse Pflaster erneuern und fragten, ob wir uns zu diesem Zweck auf ihre Treppe setzen dürften, oder ob wir dann im Weg sitzen würden. Die netten Jungen brachten uns sofort einen Stuhl und fragten, ob wir selbst genug Pflaster dabei hatten oder ob wir noch welche benötigen würden. Wir hatten noch genug, aber wir fanden das Angebot sehr nett. Nachdem wir eine kleine Spende in ihrer Kasse zurückgelassen hatten, gingen wir weiter.

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Natürlich wurde der Sand wieder lockerer, und da die Flut kam, wurde das Stück Strand auch immer schmaler. Je mehr wir uns Egmond näherten, um so schwieriger wurde es, sich einen Weg durch all die Badegäste, Handtücher, Liegestühle uns Sandburgen zu bahnen, und das bei dem weichen Sand! Das letzte Stück war echt Schwerstarbeit. Zwei Mädchen kamen uns mit einer Schüssel entgegen, in der appetitlich angerichtete Melonenstücke lagen, ein Euro pro Stück – die Egmonder Jugend ist geschäftstüchtig. Auch wir bedienten uns und genossen die Erfrischung, bei diesen Temperaturen eine wahre Wohltat.

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Dann erreichten wir Pfahl 38 und steuerten als erstes die wohlbekannte Eisdiele an. Von dort ist es nur noch ein Katzensprung zu Peters Bruder, wo wir einen sanitären Zwischenstopp einlegten (mal wieder etwas anderes als Dixiland) und ein Kaffeepäuschen machten. Wir verabredeten, dass wir in Ruhe unser Zelt aufbauen und dann gegen sechs Uhr zum Abendessen auf der Matte stehen würden.

Diesmal war unser Gepäck schon da, und schnell hatten wir das Zelt aufgebaut. Doch als ich vom Duschen zurückkam, konnte ich das Zelt auf einmal nicht mehr finden, mein T-shirt passte also, wie die Faust aufs Auge. Nachdem ich eine Weile ratlos durch die Gegend geschlurft war, wusste ich, dass ich mich von den zwei Aufgängen zum Vereinsgebäude hatte verwirren lassen. Trotzdem erschien mir das ganze Layout hier irgendwie unlogisch, keine Ahnung, warum.

Wir ließen das heutige Abendessen (Bratwurst mit Blumenkohl und Kartoffeln) ausfallen und machten uns auf den Weg zu Schwager und Schwägerin. Im Supermarkt um die Ecke mussten wir erst unsere Pflastervorräte aufstocken. So viele brauchen wir beim Radfahren nie. Bei unseren Gastgebern gab es Reis mit Krabben und Wokgemüse, eine angenehme Abwechslung. Über den Joghurt zum Nachtisch freuten wir uns besonders, denn den gab es auf den Campingplätzen logischerweise nicht.

Wir unterhielten uns gemütlich bis zum späten Abend, dann wurde es Zeit für uns, um zurück zu gehen. Unsere Gastgeber begleiteten uns zum Sportplatz, da sie auch einmal sehen wollten, wie es dort aussieht. Eigentlich sind Besuche nicht erwünscht, aber vom Eingang gucken dürfte wohl kein Problem sein. Als wir aufbrachen, spürte ich ein leichtes Ziehen im rechten Unterschenkel. Hoffentlich würde sich das bis zum nächsten Tag wieder geben.

Mitten in der Nacht musste ich mal raus. Das ist normalerweise kein Problem, aber auf diesem Platz hatte ich ernsthafte Orientierungsschwierigkeiten. Wie sollte ich im Dunkeln das Zelt wiederfinden? Das Handy mitnehmen und Peter im Notfall anrufen hatte keinen Sinn, denn sein Handy hing noch bei seinem Bruder an der Steckdose. Also weckte ich den Gatten und bat ihn, aus dem Zelt zu kommen und zu winken, wenn ich in einer Viertelstunde noch nicht zurück sein sollte. Unterwegs prägte ich mir einige Orientierungspunkte wie das riesige Familienzelt und einen Laternenpfahl an der Ecke ein und schaffte es tatsächlich, wieder zurück zu finden. Danach schlief ich problemlos bis zum nächsten Morgen.

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Wet Picture (7) – Wenn bei Egmond die rote Sonne im Meer versinkt…

Ich weiß, einige Leute warten schon auf Teil 2 des Reiseberichts, und es wird auch schon dran gearbeitet. Aber jetzt ist erst mal wieder der zweite Mittwoch im Monat, also Tag des nassen Bildes, ein Projekt, das ich schon eine ganze Weile sträflich vernachlässigt habe.

Und die Fotos sind auch auf eben dieser Radtour aufgenommen, nämlich in Egmond aan Zee, wo wir einen wunderschönen Sonnenuntergang bewundern konnten:

Dieses Zusammenspiel von Wasser, Wolken und Sonne fasziniert mich immer wieder.

Und wie man sieht, waren wir nicht die einzigen, die dieses Schauspiel bewunderten:

Es hat sich also durchaus gelohnt, dass ich den Gatten von Scrabble-Spielen losgeeist und zum Strand geschleppt habe. Die Verwandtschaft wohnt schließlich da und kann immer gucken, wenn sie Lust hat, aber wir haben sowas leider nicht vor der Tür und müssen so einen See-Sonnenuntergang mitnehmen, wenn es geht.

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Frühjahrsradtour Niederlande 2012 – Teil 1

 Nachdem wir ja schon einige Monate nicht mehr geradelt waren, wurde es mal wieder Zeit, sich auf die Leeze zu schwingen. Anfang Mai hatten wir beide eine Woche frei, und Peters Bruder hatte uns zu seinem Geburtstag eingeladen. Also beschlossen wir, erst mit der Bahn nach Castricum zu fahren und von dort aus die letzten Kilometer nach Egmond aan Zee zu radeln, um dort gemütlich mit der Verwandtschaft zu feiern. Danach sollte es erst an der Küste nach Süden gehen und dann an diversen Flüssen zurück Richtung Heimat. Falls das Wetter dramatisch schlecht sein oder sonst etwas schiefgehen sollte, könnte man ja jederzeit mit der Bahn zurückfahren.

Doch schon beim Packen ging es gut los: Da waren wir letztes Jahr so lange mit dem Rad unterwegs, dass ich meine Packtaschen doch eigentlich im Schlaf einpacken könnte. Trotzdem hatte ich einen fast kompletten Blackout – ich wusste nur noch so ungefähr, welche Sachen ich immer mithatte und konnte mich nicht mehr erinnern, wie ich sie verteilt hatte. Das Einzige, was ich noch sicher wusste, war „Regenzeug rechts vorne.“ Das konnte ja heiter werden! Zusammen mit dem Gatten war dieses Problem jedoch schnell behoben, und wir begaben uns am Sonntagmorgen zum Zug.

Dieser war erst noch angenehm leer, doch schon bei der zweiten Station drängten sich die Leute hinein, und kurze Zeit später standen sie in den Gängen. Wo wollten die bloß alle hin? Hoffentlich nicht schon zum „Koninginnedag“ nach Amsterdam! Unser Reiseplan sah vor, dass wir in Amersfoort und in Amsterdam umsteigen mussten, doch je mehr Leute sich in den Zug wälzten, umso größer wurde unsere Gewissheit, dass wir in Amersfoort höchstens raus, aber in keinen weiteren Zug mehr rein kämen, schon gar nicht mit zwei bepackten Rädern. Wir studierten die Karte und beschlossen, zur Endstation Schiphol zu fahren und von dort nach Egmond zu radeln.

Gesagt, getan, und wir verließen das Flughafengelände und versuchten, so schnell wie möglich an die Küste zu kommen. Dies wollte uns aber nicht so recht gelingen, also suchten wir erst einmal eine Bank und stärkten uns mit Schnitzeln und Kartoffelsalat, die von der gestrigen Chorfeier übriggeblieben waren. Dann fuhren wir erst einmal über Hoofddorp Richtung Haarlem und denn durch die Dünenlandschaft des Nationalparks Kennemerduinen nach IJmuiden. Die Dünenlandschaft ist sehr schön, aber für die kurvenreichen Wege ist ein Rad mit Bepackung doch ein bisschen zu schwerfällig.

Bei IJmuiden nahmen wir die Fähre über den Nordseekanal und setzen dann unseren Weg nach Norden fort.

Kurz nach Castricum war vor uns eine deutsche Senioren-Radlergruppe unterwegs, die wir unter gelegentlichen „Vorsicht“-Rufen überholten. Dann fing es an zu tröpfeln, und wir waren froh, den vertrauten Turm der Kirche St Agnes in Egmond zu sehen. Ein Teil der Verwandtschaft war tatsächlich noch da, so dass wir noch ein bisschen gemeinsam feiern konnten. Abends begaben wir uns zum Strand, um den Sonnenuntergang zu bewundern.

Am nächsten Morgen wurden wir von den Vorbereitungen für den Koninginnedag geweckt.

Wir brachen nicht allzu spät auf, diesmal wieder nach Süden. Anfangs war es unterwegs noch sehr ruhig, doch dann kamen immer mehr Radfahrer, die sich ins Dünengebiet begaben. Da es nachts kräftig geregnet hatte, taten wir dies nicht, sondern folgten erst einmal der Hauptstraße. Bei IJmuiden ging es wieder über den Nordseekanal, und dann nach Zandvoort, wo wir auf den Küstenradweg kamen. Zandvoort gefiel mir nicht besonders, zu viele große Hotels und dergleichen. Doch der Küstenradweg, ein asphaltierter Weg durch die Dünen, war angenehm zu radeln. Bei Noordwijkerhout machten wir Pause, und danach hatte ich das Gefühl, dass es viel mehr bergauf als bergab ging, was eigentlich nicht sein kann. Wir kamen an einem Schild vorbei, auf dem stand, dass wir hier auf dem Tafelberg waren. Das Kind hat also einen Namen, sehr gut.

In Noordwijk und Katwijk gerieten wir in den Koninginnedagrummel, und ich wusste wieder, warum ich große Menschenmassen nicht mag. am nächsten Koninginnedag fahre ich wohl wieder nach Deutschland oder halte es mit Martina Schwarzmann: „“Da hock i liaber unterm Sonnenschirm auf der Terassn mit´m guatn Gfui, nix zum verpassn, weil mir gfoit’s dahoam nämlich a ganz guat…“

Dann erreichten wir Wassenaar, wo wir den ersten Campingplatz ansteuerten. Dieser stellte sich auch gleich als der teuerste heraus, da ein Vergnügungspark dazu gehört, zu dem wir immerhin freien Eintritt hatten.

Nachdem wir das Zelt aufgebaut hatten, ging ich duschen, und dabei fiel mir eine Variante ein für eine Kreditkartenreklame (um welche Karte es sich handelt, habe ich vergessen, aber egal): „Ein Stellplatz: € 9,50. Eine Duschmünze: € 0,50. Das Gefühl, wenn einem der warme Wasserstrahl Schweiß, Schmutz und Sonnencreme von der Haut spült: unbezahlbar.“ (Liebe Kreditkartengesellschaft, wenn ihr das verwenden wollt, sagt mir bitte vorher Bescheid, dann gebe ich euch meine Kontonummer. ;))

Danach gingen wir zum Vergnügungspark und stellten fest, dass wir für die Achterbahn wohl etwas zu alt sind: Das Ding geht fast senkrecht nach oben und wieder runter, bevor diverse Loopings kommen – gsund kann des ned sein! Aber es gibt dort ja auch eine Wildwasserbahn und ein Riesenrad.

Danach kauften wir ein, verprassten im Restaurant ein paar Gutscheine, die wir an der Rezeption bekommen hatten und gingen dann schlafen.

Kategorien: Kurze Radtouren | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | 5 Kommentare

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