Beiträge mit dem Schlagwort: Freundschaft

Nochmal 52 Bücher (16) – „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling

Nochmal 52 Bücher

Mann, mann, mann, mit dem Bücherprojekt hinke ich mal wieder ganz schön hinterher, und besser wird es in der nächsten Zeit sicher nicht, da mein wohlverdienter Urlaub vor der Tür steht. Aber ein Buch möchte ich noch vorstellen, und zwar zum Thema: „Welchem Autor wolltest Du schon mal was nettes sagen? ;-) Oder was würdest Du gerne mal fragen….

ichbindannmalweg

Und das Buch, um das es geht, ist Hape Kerkelings wunderbarer Reisebericht „Ich bin dann man weg – Meine Reise au dem Jakobsweg“ (München, 2009).

Im Jahr 2001 erlitt Hape einen Hörsturz, und außerdem wurde ihm die Gallenblase herausgeommen, Zeit also, die Notbremse zu ziehen. Und so beschloss er, in seiner Auszeit nach Santiago de Compostela zu pilgern. Auf dieser Reise schreibt er ein Tagebuch, das er einige Jahre später veröffentlicht. Das Buch ist einfach herrlich, weil Hape sehr ehrlich und mit gewohntem Humor über seine Erlebnisse schreibt. Und für einen bekennenden „Couch Potoato“ wie ihn ist so eine Pilgerfahrt unter oft sengende Sonne durch rauhe und unwegsame Landschaften nicht gerade einfach. Gelegentlich fährt er auch ein Stück mit Bus oder Bahn, was ihm diverse Hardcore-Pilger wohl übelnehmen dürften, aber die letzten 100 km läuft er, wie es sich gehört.

Aufmerksam beobachtet er auch die Menschen, die ihm begegnen, und es sind schon einige sehr schräge Vögel darunter, wie zum Beispiel das Paar Schnabbel und Bock, die sich unterwegs ständig streiten, oder die Österreicherin, die auch in dem kleinsten Nest immer auf der Suche nach einem „G’schäfterl“ ist. Anfangs läuft er noch allein, doch das letzte Drittel (ungefähr) geht er mit Anne aus England und der Neuseeländerin Sheelagh, mit denen ihn wohl heute noch eine gute Freundschaft verbindet.

Wie ich schon erwähnte, ist er herzerfrischend ehrlich, auch oder gerade wenn es mal nicht so super läuft. Als er eines Morgens ohne Frühstück aufbrechen muss, da die Bar erst um acht Uhr öffnet, ist er furchtbar schlecht gelaunt und will alles hinschmeißen: „Hätte große Lust, einen von diese Muschelwegweisern, die hier überall am Weg stehenm zu zertrümmern. […] Herrje, ich kann meine schlechte Laune kaum bändigen. Ich habe die Schnauze voll von dieser doofen Pilgerei und will sofort mein Frühstück!“ (Seite 159/160) Als ich meinem Mann de Stelle vorlas, meinte er: „Klar, genauso führst du dich auch auf, wenn du nichts zu Essen kriegst.“ Verschämt muss ich zugeben, dass er recht hat.

Und was möchte ich ihm sagen? Wenn ich die Gelegenheit hätte, würde ich ihm sicher mitteilen, dass ich einen Riesenrespekt vor seiner Leistung habe, und dass ich das Buch schon mehrmals gelesen habe und doch immer wieder etwas Neues entdecke.

Und eine Frage habe ich natürlich  auch: An einem der ersten Tage geriet er in einen kräftigen Regenguss, der ihn und seinen Rucksack komplett durchweichte. Eine Woche später übernachtet er in einer Pilgerherberge (was ihm gar nicht gefällt!) und will seinen Schlafsck auspacken: „[…] als ich ihn aus meinem Rucksack ziehe, strömt mir ein nassfauliger Geruch entgegen. Der Schlafsack ist klitschnass! Mist, ich hatte in Roncesvalles vergessen, das Ding an der Luft trocknen zu lassen. Schnell lasse ich ihn wieder verschwinden.“

Wie um alles in der Welt hat er es geschafft, das nasse Teil eine Woche lang mitzuschleppen, ohne es zu merken? Und wie hat er es dann entsorgt? Haltet mich für bekloppt, aber ein Schlafsack ist für mich ein essentieller Teil der Grundausstattung, und solche losen Enden lassen mir keinen Ruhe. Vielleicht habe ich ja irgendwann mal die Gelegenheit, diese Fragen zu stellen.

Und jetzt bin ich auch erst mal weg…

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52 Bücher (25) – „Das kalte Licht des Nordens“ von Cecilie Enger

Das Fellmonster-Projekt geht in die nächste Runde, und zwar mit dem Motto „Das Buch, welches Du als nächstes lesen möchtest“. Wie sie selbst sagt, ist es „[…] wirklich leicht, es sei denn, man steht verzweifelt vor seinem SuB (Stapel ungelesener Bücher) und rauft sich die Haare, weil man sich einfach nicht entscheiden kann.“

Ein bekanntes Problem, denn auch bei mir ist der Stapel Bücher, die ich noch lesen möchte, nicht gerade klein. Außerdem lese ich gerade noch zwei andere Bücher, nämlich je nach Form und Tageslaune Tolstois „Anna Karenina“ und einen gemütlichen Krimi von Agatha Christie. Deshalb hatte ich mir noch gar keine Gedanken gemacht, was ich als nächstes in Angriff nehme. Aber jetzt habe ich mich entschieden:

Es wird ein Roman der norwegischen Schriftstellerin Cecilie Enger mit dem Titel „Das kalte Licht des Nordens“ (München, 2000). Dieses Buch habe ich bein letzten Besuch in der alten Heimat im Regal meiner Mutter entdeckt und ausgeliehen.

Logischerweise kann ich über dieses Buch nicht viel schreiben, da ich es ja noch nicht gelesen habe. Der Originaltitel lautet „Ytterpunkt“, was soviel wie „äußerster Punkt“ bedeutet, und der Klappentext verrät, dass es um eine Journalistin geht, die in den entferntesten Norden Norwegens geschickt wird, um ältere Menschen über ihr Leben in dieser harten, unwirtlichen Natur zu befragen. Dabei gerät sie immer mehr in den Bann dieser Landschaft, der langen Dunkelheit und des Nordlichts. Sie trifft die einsame und merkwürdige Rakel, und zwischen den beiden unterschiedlichen Frauen entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft.

Das Buch interessiert mich, da ich bisher nur ein bisschen Südnorwegen kenne, nördlicher als Bergen bin ich noch nicht gekommen. Aber der Norden steht auf meiner Reisewunschliste. Außerdem frage ich mich vor allem im Winter, wenn es draußen den ganzen Tag grau und bewölkt bleibt, wie die Leute im Norden die wochenlange Dunkelheit aushalten. Vielleicht hat der Roman ja eine Antwort darauf. Ich bin gespannt.

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