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Träwelling wis Deutsche Bahn nach Bremerhaven und zurück (mit Tatort-Exkurs)

Ausdauernde und aufmerksame Mitleser wissen ja, dass ich mal mehr, mal weniger eifrig im Heinzi-Forum schreibe. Da es dieses Forum schon eine ganze Weile gibt, bleib es natürrlich auch nicht aus, dass ich diverse Mitschreiber und -schreiberinnen schon persönlich kennengelernt habe. Es sind auf diese Weise auch einige Freundschaften entstanden.

Letztes Wochenende war Mädelswochenende in Bremerhaven angesagt, und zwar mit Moony, Nono und Tinka. Da in der Woche davor der Sturm Herwart über Norddeutschland gefegt war, hatte die Bahn mit Salznebel zu kämpfen, ein Phämomen, das mitr bis dahin unbekannt war, das aber für Spannungsüberschläge und Kurzschlüsse bei den Oberleitungen sorgte. Ab Bremen war also Schienenersatzverkehr angesagt.

Kein Problem, als ich zu Hause in den Zug stieg, saß Nono schon wohlbehalten im Bus von Bremen nach Bremerhaven. Doch bei mir war schon in Münster der Wurm drin, mein Intercity fuhr verspätet auf einem anderen Gleis ab, und den Wagen, in dem sich mein reservierter Sitzplatz befinden sollte, war gar nicht mit von der Partie. Zum Glück stieg ich beim Fahrradabteil ein, in dem kein Fahrrad war, aber dafür jede Menge Platz und freie Klappstühle. Hürde eins war geschafft.

Zwischendurch schaute ich immer wieder auf die Bahnwebsite, wie ich denn von Bremen aus weiterkommen würde. Die Informationen änderten sich im Zehn-Minuten-Takt, und eine war absurder als die andere. Mal fuhr der Zug ganz normal, dann wieder nicht, dan gab es einen Bus bis Oldenbüttel, aber erst in zwei Stunden etc. Also machte ich mich in Bremen erst mal auf den Weg zum Informationsschalter. Dort stand eine längere Schlage, aber ich entdeckte schnell den Aushang, der mich informierte, dass jede Stunde ein Bus nach Bremerhaven fahren würde, und zwar von Bussteig J. Warum kann die Bahn sowas nicht auf ihre Website schreiben? Viele Leute hätten eine ruhigere Reise, denke ich. Und ich erwischte sogar den Expressbus, der ohne Zwischenstopp nach Bremerhaven fuhr, wo der Rest der Truppe schon auf mich wartete.

Nachdem wir uns bei unserer Gastgeberin häuslich eingerichtet hatten, ging es erst einmal zu Alis Snack-Café Sunshine. Das Essen und der Wein waren unheimlich lecker, und die Portionen sind wirklich etwas für den kleinen Hunger zwischendurch. Auch der Weißwein war gut eingeschenkt, und in die Auberginencreme hätte ich mich reinsetzen können.

lamm

Besonders toll war aber Alis herzliche Art, man hat den Eindruck, dass er für jeden Gast höchstpersönlich kocht.

Man kann sich vorstellen, dass der Abend lang wurde, und so ließen wir es auch am nächsten Morgen gemütlich angehen. Nach einem ausgedehnten Frühstück mit viel Kaffee ging es erst einmal ins Shopping-Center Mediterraneo, das seinem Namen alle Ehre macht. Eis geht bei diesem Flair natürlich immer.

mediterraneo mediterraneo2

Danach wurde es maritimer, wir gingen zum Hafen und besichtigten das Segelschiff „Seute Deern“.

seutedeern

seutedeern2

Aber wechselhaft sind des Geschickes Mächte, da steuert man erst so ein Schiff quasi durch die Weltmeere, und dann kackt einem eine Möwe auf den Kopp. Das Viech hat drei von uns erwischt – ganze Arbeit also. Der Schaden ließ sich aber beheben und es ging weiter zum Auswandererhaus.

auswandererhaus

Dort war ich zwar schon einmal gewesen, aber man kann immer wieder dorthin gehen. An der Kasse erhält man die Namen eines Auswanderers und eines Einwanderers, und man muss auf Spurensuche gehen, was aus diesen Personen geworden ist. Ich folgte diesmal einem Dienstmädchen, das in den Vereinigten Staaten ihr Glück suchte, und einer Elsässerin, die nach dem zweiten Weltkrieg nach Deutschland kam. Aber dies ist einen eigenen Post wert.

Gespeist wurde diesmal im Seamen’s Club, und danach gingen wir auf einen Absacker zu Ali.

Am nächsten Morgen war die große Frage, wann Nono und ich in Bremen sein mussten. Mit viel Mühe entdeckten wir auf der Website der Nordwestbahn die nötigen Informationen, und Moony und Tinka warteten zur Sicherheit am Bahnhof, bis wir im Bus saßen, der dann auch bald abfuhr. Am Bremer Hauptbahnhof trennten sich unsere Wege, Nono wollte noch ins Überseemuseum, und ich suchten meinen Zug. Wegen Gleisarbeiten fuhr er ohne Zwischenstopp nach Dortmund. Das war zwar bei der Buchung schon bekannt, aber ich hatte es übersehen. Aber egal. Aus irgendwelchen Gründen hatte man den Zug aus altem Wagenmaterial zusammengstoppelt, und ich landete in einem Interregio-Wagen mit viel Platz für Beine und Gepäck. Auch die Fenster konnte man aufmachen – Nostalgie purst!

interregio

In Dortmund gab es wegen Gleisarbeiten zwischen Lünen und Bork denselben Schienenersatzverkehr wie letzte Woche – it’s Groundhog Day! Aber trotz allem kam ich wie geplant zu Hause an. Nono hatte diesmal weniger Glück, ihr wurde aufgrund einer technischen Störung eine einstündige Verspätung beschert. Aber auch sie schaffte es pünktlich zum Tatort.

Als ich dem Gatten erzählte, dass Moony genau an der Grenze zwischen Bremen und Niedersachsen befindet, inspitierte uns das zu folgender Tatort-Idee: Wie in „The Bridge“ wird genau auf der Bundesland-Grenze eine Leiche gefunden, und es kommt zum üblichen Kompetenzgerangel zwischen Inga Lürsen aus Bremen und Charlotte Lindholm vom LKA Niedersachsen. Gleichzeitig findet in Bremerhaven ein größeres Heinzitreffen statt, und in Tatortnähe wird eine Gruppe vollgefressener, angeheiterter Leute aufgegriffen. Sie sind unterschiedlichen Alters, kommen aus verschiedenen Städten und haben auch unterschiedliche Berufe, was Inga Lürsen zu der Bemerkung veranlasst: „Die müssen doch irgendetwas gemeinsam haben! Stedefreund, finden Sie es heraus!“

Auf jeden Fall war es ein tolles Wochenende, und Bremerhaven ist sicher noch ein paar Besuche wert. Mädels, schee war’s!

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Ostengland 2013 – Teil 9

Weltstadt Whitby

 Am Morgen war es mal wieder bewölkt, doch während des Frühstücks wagte sich die Sonne langsam und vorsichtig hinter den Wolken hervor.

Dieses Mal dauerte es etwas länger als die üblichen zwei Stunden nach dem Aufstehen, bis wir reisefertig waren, denn beim Betrachten unserer gepackten Taschen fand Peter, dass sie Ähnlichkeit mit „standing stones“ hatten, und dass man daraus einen wunderbaren Steinkreis bauen konnte. Also experimentierten wir mit verschiedenen Aufstellungen. Leute, vergesst Stonehenge, und Avebury war gestern! Die Touristenattraktion des 21. Jahrhunderts ist der Hunmanby Bag Circle.

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Dann machten wir uns auf den Weg nach Scarborough, und dreimal dürft ihr raten, welcher Ohrwurm mich an diesem Tag verfolgte. Tipp: Beim Kochen habe ich ihn auch gelegentlich.

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Unterwegs kamen wir an einem „Car Boot Sale“ vorbei, einer Art Flohmarkt, wobei viele der Artikel direkt aus dem Kofferraum der zahlreichen Autos verkauft wurde. Was wir im Vorbeifahren erspähten, weckte in uns nicht den Wunsch, sich das Ganze genauer anzuschauen. Wir hatten selten so viel Ramsch auf einem Haufen gesehen.

Als wir Scarborough erreichten, machten wir uns auf die Suche nach dem Anfang des „Cinder Track“, einer stillgelegten Eisenbahnstrecke, die jetzt ein Radweg ist. Vor knapp zwanzig Jahren waren wir schon einmal das Stück von Whitby bis Ravenscar gefahren, und zu meiner großen Freude hatte ich im Internet entdeckt, dass man den Weg inzwischen bis Scarborough durchgezogen hatte. Soweit ich mich erinnerte, war der Weg recht gut zu fahren und die Steigungen, die es in dieser Gegend in sich haben, hielten sich in Grenzen. Der einzige Nachteil war, dass man von der Schlacke, die als Bodenbelag verwendet wird (daher auch der Name „Cinder Track“), ziemlich schwarze Beine bekam, aber damit kann man ja leben.

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Der Eingang ist nicht gerade leicht zu finden, man muss irgendwie hintenrum über den Parkplatz des Superstore. Dort machten wir auf einer Bank Brotzeit, was zur Folge hatte, dass sich plötzlich sämtliche Hunde Scarboroughs mit ihren Herrchen und Frauchen im Schlepp zu uns gesellten. Auch ein Rudel Kindergartenkinder mit gelben Sicherheitswesten kam vorbei. Ihre Leiter hätten einen Schäferhund, der die Kleinen umkreist, gut gebrauchen können.

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Dann fuhren wir weiter und folgten den Totempfählen, die den „Cinder Track“ markieren. Am Anfang ging es noch wunderbar. Der Weg war zwar geschottert, und immer, wenn er eine Straße kreuzte, musste man mühsam ein Gatter öffnen oder umfahren (die Betonung liegt auf der zweiten Silbe, nicht auf der ersten), aber verglichen mit der Landschaft, durch die der Weg führt, ist er wirklich ziemlich flach.

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Wir kamen an schnuckligen Häuschen, Rapsfeldern und blühenden Ginstersträuchern vorbei und genossen die spektakuläre Aussicht über die Hügel und die Küste.

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Doch leider wurde die Oberfläche immer schlechter, und auf den an den Gattern angebrachten Hinweiszetteln konnte man lesen, dass die starken Regenfälle im Frühjahr den Belag zum größten Teil weggespült hatten. Die Folge waren tiefe Schlaglöcher, die man mit akrobatischem Geschick umfahren musste, und bei Gegenverkehr, von dem es hier eine ganze Menge gab, wurde es manchmal richtig gefährlich.

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Bei Ravenscar entschlossen wir uns dann, den Weg zu verlassen und über die steigungsreiche Hauptstraße weiter nach Whitby zu fahren.

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Es war mal wieder der Wahl zwischen Pest und Cholera, denn die Hügel haben es in sich, und die Autos, die hier unterwegs sind, fahren nicht gerade langsam. Deshalb waren wir froh, als wir die A 171 verlassen und über Sneaton und Ruswarp weiterfahren konnten. Die paar zusätzlichen Kilometer nahmen wir gerne in Kauf. Whitby konnten wir auf jeden Fall nicht verfehlen, denn schon eine ganze Weile sahen wir die alten Abteiruinen ehrfurchtgebietend auf den Klippen thronen.

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Kurz vor Whitby ging es jedoch mal wieder schief, denn bei der Brücke über den Fluss Esk gab es zwei Schilder, die einen Radweg in die Stadt anzeigten, und der Hausherr, der es mal wieder eilig hatte, war nirgendwo zu sehen. Ich fragte einen Radfahrer, der aus einem der Wege kam, ob Peter ihm entgegen gekommen war, doch er verneinte. Also fuhr ich vorsichtig ein Stück den anderen Weg entlang, und Peter, der wohl gemerkt hatte, dass ich nicht mehr da war, war inzwischen auch umgekehrt, und so machten wir uns zusammen auf den Weg in die Stadt, die in Bram Stokers Roman “Dracula” folgendermaßen beschrieben wird:

“This is a lovely place. The little river, the Esk, runs through a deep valley, which broadens out as it comes near the harbour. […] The valley is beautifully green, and it is so steep that when you are on the high land on either side you look right across ist, unless you are near enough to see down. […] Right over the town is the ruin of Whitby Abbey, which was sacked by the Danes […]. (Seite 80)

Und steil ist es hier wirklich, manchmal sogar um die 20%, so dass ich mal wieder zum Schieben verdammt war. Bei einer scharfen Rechtskurve überkamen mich plötzlich Zweifel dass ich mein Rad da herum kriegen würde! Sollte ich jetzt etwa alles abladen und einzeln diesen verflixten Hang hochschleppen? Mit aller Kraft stemmte ich mich dagegen und schaffte die Kurve. Wir sahen ein Schild zu einem Campingplatz, dem wir folgten, und sahen einen Mann mit sehr muskulösen Oberarmen, der einen Kinderwagen nach oben schob. Diese Muskelpakete braucht man hier auch!

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Der Campingplatz befand sich noch im Aufbau, und der Platzwart war auf dem Gerüst eines Ferienhäuschens zu finden. Er rief uns zu, dass wir uns einen Platz aussuchen durften und später abrechnen sollten. Wir suchten uns ein Plätzchen auf der terrassenartig angelegten Wiese und bauten langsam auf. Mann, war ich geschafft.

Als unser Zelt stand, gingen wir den Hügel wieder hinunter ins Zentrum.

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Bei einem Mega-Coop am Bahnhof mit einer riesigen Kühlfront kauften wir ein, allerdings nicht für das heutige Abendessen. Auf dem Weg hatten wir einige Fish-and-Chips-Läden entdeckt, und da wir schon in einer Hafenstadt waren, konnte man sich auch mal wieder so etwas gönnen. In dem Landen überließ ich es Peter, das Essen zu besorgen, denn die Hitze dort drin und der Fisch- und Fritierfettgeruch hätten mich fast aus den Socken gehauen. Im spärlichen Schatten der Hauswand wartete ich und ärgerte mich im Stillen über einen ebenfalls wartenden Autofahrer, der die ganze Zeit den Motor laufen ließ. Ich überlegte, ob ich etwas sagen sollte, aber es erschien mir nicht ratsam, mich mit diesem tätowierten Kleiderschrank am Steuer anzulegen. Also grollte ich nur leise vor mich hin, bis Peter wieder aus dem Laden kam.

Wieder auf dem Campingplatz verspeisten wir mit Aussicht über die Stadt unsere Fish and Chips.

Danach machten wir einen Verdauungsspaziergang zur Abbey. Diese war im 7. Jahrhundert erbaut worden, doch bereits im Jahre 877 wurde sie von den damals noch heidnischen Dänen zerstört. Seit 1995, als wir unseren ersten gemeinsamen Englandradurlaub gemacht hatten, hatte sich dort einiges verändert. Um die Ruinen, die damals noch frei zugänglich waren, zog sich jetzt eine Mauer mit einem Abbey Experience Centre“. Fotgrafieren konnte man die Ruinen aber immer noch kostenlos. Den Campingplatz zwischen Ruinen und Steilküste, auf dem wir damals gestanden hatten, gab es nicht mehr. Dort hatte ich damals nachts immer wieder zur Abbey gespäht, ob die Äbtissin Hilda, die seit dem Überfall der Dänen regelmäßig an einem der Fenster erscheinen soll, oder eines der anderen Gespenster, die sich dort angeblich rumtreiben, zeigen würde, aber nichts war’s. Und diesmal war unser Campingplatz zu weit weg.

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Wir gingen noch ein Stück an der Steilküste spazieren, die auch hier sehr eindrucksvoll ist, und genossen den Blick über das Meer und die Aussicht über die Stadt.

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Auf einer Weide grasten vier Kühe, die sich extra für das Foto nebeneinander aufstellten.

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Dann gingen wir zurück zum Campingplatz, wo sich ein Amselmännchen bei unserem Zelt niedergelassen hatte, und bewunderten den Sonnenuntergang über der Stadt. Dann gingen wir schlafen.

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In der Nacht fing es an zu regnen, und der Regen hielt auch morgens noch an, so dass wir erst mal im Zelt herumtrödelten, lasen und Postkarten schrieben, von denen wir einige schon seit zwei Wochen mitschleppten. Bei unserem späten Frühstück leistete uns das Amselmännchen von gestern Gesellschaft und ließ sich zutraulich auf meinem Fahrradlenker nieder. Wir beschlossen, ihn Richard zu nennen, das passte irgendwie zu ihm.

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Endlich war es trocken genug, dass wir in die Stadt gehen konnten. Wie in Lincoln kann man auch hier 3D-Karten aus dem Automaten ziehen, aber da Whitby eher überschaubar ist, verzichteten wir diesmal darauf. Die Stadt ist nicht nur wegen ihrer Abteiruine einschließlich Gespenster bekannt, sondern auch wegen des Seefahrers James Cook, der hier im Jahre 1768 zu seiner Südseereise aufgebrochen war. Auch seine Schiffe wurden hier gebaut.

Außerdem schrieb Bram Stoker hier seinen Roman „Dracula“ und ließ den Vampir aus Transsylvanien in Whitby an Land gehen. Während des Studiums hatte ich das Buch zwar gelesen, aber erst jetzt erschien mir Whitby als Landeplatz denkbar unlogisch, wenn man mit dem Schiff aus Rumänien kommt. Wäre da ein südenglischer Hafen nicht naheliegender gewesen? Diese Frage ließ mir keine Ruhe, und so nahm ich mir zu Hause noch einmal den Roman vor. Und tatsächlich, das Schiff „Demeter“ war wegen eines Sturms vom Kurs abgekommen, und der Graf hatte unterwegs die Besatzung gnadenlos dezimiert. Als die „Demeter“ den Hafen von Whitby erreicht hatte, waren nur noch der ans Steuer gebundene tote Kapitän und ein schwarzer Hund an Bord. Letzterer sprang an Land und verschwand.

Als erstes gingen wir zum Bahnhof, um Karten für die „North York Moor Railway“, eine Dampfeisenbahn, die durch die raue Heidelandschaft nach Pickering fährt, zu erwerben. Dort wollten wir morgen hin und dann weiter nach York.

Danach bummelten wir durch die Stadt mit ihren schmalen steilen Gassen und besuchten die zahlreichen Geschäfte. Die gefühlten sieben Hügel der Stadt haben es in sich, da die Engländer anscheinend nicht viel von Serpentinen halten und die Straßen möglichst gerade den Berg hinauf legen.

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Im Hafen gingen wir bis zum Ende des Piers, wobei man gut aufpassen musste, wo man hin tritt, denn zwischen den Planken befinden sich breite Spalten, und es geht ziemlich tief runter. Am Anfang des Piers gibt es einige Fish-and-Chips-Läden und auch entsprechen viele Möwen, doch gegen Ende, wo weniger Menschen sind, verteilen sich die Vögel auch wieder. Misstrauisch beäugte ich die Möwen, denn bei meinem ersten Aufenthalt hier hatte mich eine so richtig erwischt – die Ladung landete mitten auf meinem Kopf! Ich hatte mich selten so beschissen gefühlt. Diesmal jedoch blieb mir ein solches Missgeschick erspart und ich konnte die Aussicht über den Hafen und zur Abbey auf dem gegenüberliegenden Hügel genießen.

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Nach einer Weile fing es wieder an zu regnen, und wir gingen zum Supermarkt und danach zurück zum Campingplatz, wo wir den Tag mit Salat, Pork Pie, Birnencider und Zeitungslektüre ausklingen ließen.

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Wet Picture (9) – Faszination Wattenmeer

Heute möchte ich bei Barbaras Projekt „Wet Picture“ einige Impressionen einer Region vorstellen, die ich in den letzten Jahren kennen- und lieben gelernt habe: Das Wattenmeer. Laut Wikipedia gibt es diese öfter auf der Welt in gemäßigten Zonen, aber ich meine natürlich „unser“ Wattenmeer der Nordsee. Es erstreckt sich von der niederländischen Insel Texel bis zum dänischen Rømø. Die Niederländer nennen das Gebiet „de waddenzee“, die Dänen „Vadehavet“. Es geht zwar nicht auf allen Bildern besonders nass zu, aber das möge man mir nachsehen. 😉

Auf den ersten Blick wirkt es doch eher langweilig, eine große Fläche Wasser mit ein paar Booten und Bojen (aufgenommen von Strand von Vlieland, leider ist es etwas diesig):

Kennzeichnend sind die starken Gezeitenunterschiede, die bewirken, dass das Watt trockenfällt (ebenfalls vor Vlieland):

Dann wird es richtig interessant, man kann nämlich Wattwanderungen (hier bei Büsum) machen und auf die Suche nach allerlei Getier gehen, das dort kreucht und fleucht, z. B. Wattwürmer und Krabben. Die mit Wasser gefüllten Kanäle nennen sich übirgens Priele:

Auch Möwen und andere Vögel fühlen sich hier wohl:

Dass es mir am Deich beim Dorumer Neufeld endlich gelungen ist, einen Austernfischer zu fotografieren, erfüllt mich mit einem gewissen Stolz, denn die Viecher haben mir bisher immer, wenn ich die Kamera gezückt habe, beleidigt den Allerwertesten zugedreht. Beim Stöbern im Netz habe ich heute auch ganz nebenbei erfahren, dass es sich bei diesem Vogel um das Wappentier der Färöer-Inseln handelt:

Sonnenuntergänge gibt es am Watt natürlich auch (hier hinter dem Eversand-Oberfeuer beim Dorumer Neufeld):

Hin und wieder kann es im Watt auch ganz schön stürmisch zugehen, wie das Foto vor Amrum zeigt. Die meisten Leute auf der Fähre waren heilfroh, dass wir gleich an Land gehen konnten. Einer der wenigen, der sich noch wohl gefühlt hat, war der Seehund, den man vor der Kaimauer sehen kann, wenn man ganz genau hinschaut:

Zum Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass das Wattenmeer zum Weltnaturerbe der UNESCO gehört. An einigen Orten in den Niederlanden wurden inzwischen besondere Schilder aufgestellt, um den Leuten diese Tatsache besser vor Augen zu führen. Denn, wie sagte der Gatte mal so schön: „Früher habe ich mich immer gefragt, was am Wattenmeer so besonders sein soll. Es ist ja schließlich fast vor der Haustür.“

Das letzte Foto wurde mir freundlicherweise von der Seehundstation Pieterburen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank, Karst!

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