Beiträge mit dem Schlagwort: Seehundstation

Bjarnes “Beautiful Day”

Wie liever een deel van het verhaal in het Nederlands wil lezen, kan dit hier doen.

Knapp eine Woche, nachdem wir uns persönlich in Pieterburen von Bjarnes Wohlergehen überzeugt hatten, erhielten wir von Casperien eine Mail, dass unser Seehund wuchs, gedieh und ungefähr acht Kilo pro Woche zunahm. Inzwischen wog er gut 30 Kilo und konnte also am Freitag, den 26. Februar auf Vlieland freigelassen werden. Unsere „Elternzeit“ war also diesmal kürzer als bei Mara und Lewis, aber Hauptsache gesund!

Peter und ich schafften es auch diesmal, alle anstehenden Termine zu verschieben und sagten zu, dass wir kommen würden. Da Peters Mutter nicht weit von Harlingen, wo die Fähren nach Vlieland und Terschelling abfahren, entfernt wohnt, luden wir sie ein, uns zu begleiten. Als ich Casperien fragte, ob dies in Ordnung war, schrieb sie zurück, dass wir ja wohl gemerkt hatten, dass es kein Problem gewesen war und dass sie hoffte, dass wir trotz des stürmischen Wetters eine schöne Freilassung erlebt hatten. Bitte? Hatten wir irgendwie aneinander vorbei kommuniziert und hatten sie Bjarne ohne uns freigelassen? Nachfrage ergab, dass sie etwas verwechselt hatte und dass unser „Beautiful Day“ noch in der Zukunft lag. Grundgütiger, die Leute können einen aber auch erschrecken.

Wie vor zwei Jahren bei Lewis hieß es auch diesmal wieder um fünf Uhr aufstehen. Ich weiß, es gibt Leute, die das täglich machen, aber ich finde sowas barbarisch. Aber gut, was tut man nicht alles für einen Seehund. Auf der Autobahn war wenig Verkehr, und nachdem wir Peters Mutter aufgesammelt hatten, waren wir pünktlich am Hafen von Harlingen, wo wir uns wieder mit André treffen sollten. Dass wir ihn inzwischen kannten, machte das Ganze deutlich relaxter.

Als er auftauchte, schnappte er sich gleich den Gatten, der ihm beim Verladen der drei Seehunden helfen sollte, während Peters Mutter und ich uns ein Plätzchen mit Aussicht suchten.

Verladen verladen2

Nach dem Auslaufen stieß Peter zu uns, und später kam auch André, der uns erzählte, dass er eine sehr kurze Nacht gehabt hatte, da er stundenlang bei Bremen im Stau gestanden war. Später erfuhren wir, dass er seine Zeit zwischen der Arbeit im Robbenzentrum Föhr (Deutschland) und diversen Aktivitäten in den Niederlanden aufteilt.

Pünktlich kamen wir auf Vlieland an und begaben uns zu den Seehunden. Außer den jungen Kegelrobben Bjarne und Hetty wartete auch noch der etwa zweijährige Seehund Rachamim auf seine Freilassung. Obwohl er 70 Kilo auf die Waage brachte, war er für sein Alter immer noch zu leicht, aber weil er in der Seehundstation nicht weiter zunahm und man auch keinerlei Krankheiten entdecken konnte, hatte man beschlossen, ihn frei zu lassen, da er ja nicht ewig in Pieterburen bleiben konnte.

Als wir auf Vlieland angekommen waren, gab es erst ein paar Schwierigkeiten mit dem Tor zum Cardeck, doch die Seehunde verhielten sich verhältnismäßig ruhig. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass man sie nicht irgendwie medizinisch ruhigstellte, da sie ja sofort im Wasser zurechtkommen müssen. Aber anscheinend sind sie Kummer gewöhnt.

cardeck

Dort verfrachtete André die Adoptiveltern in den Bus, und fuhr zusammen mit Peter mit ihm auf dem Trecker mit Anhänger mitfahren durfte.

transport

Beim Badhuys mussten wir den Bus verlassen und auf dem Vliehorsexpress Platz nehmen, der uns an das westlichste Ende der Insel bringen sollte, wo im Sommer die Fähre nach Texel ablegt. Außer uns fuhren noch eine ganze Menge „Zaungäste“ mit, und André rekrutierte erst einmal vier kräftige Mannsbilder, die die Seehunde auf den Vliehorsexpress verfrachteten.

vliehorsexpress vliehorsexpress2

Dann nutzte er die Gelegenheit, im Aufklärungsarbeit zu leisten und Fragen zu beantworten. Ich glaube, es gibt wenig, was er nicht über das Watt und die Seehunde weiß. So erfuhren wir, dass die Seehunde eher Einzelgänger sind, während die Kegelrobben recht gesellige, soziale Tiere sind.

vliehorsexpress3

Die Fahrt dauerte eine ganze Weile, und vor allem Bjarne wurde langsam unruhig. Als wir endlich angekommen waren, wurden die Kisten wieder herunter gewuchtet und ziemlich nah am Wasser platziert. Dann durften die Adoptiveltern Fotos von vorne machen, während die anderen Gäste hinter einer Linie warten mussten. Da ich beim letzten Mal die Kiste öffnen durfte, übernahm ich diesmal das Fotografieren.

vorbereitung vorbereitung2

Auf Andrés Zeichnen wurden die Kisten geöffnet.

freilassen

Rachamim schoss wie eine Rakete auf das Wasser zu und verschwand auf Nimmerwiedersehen in den Fluten.

Rachamim Rachamim2

Hetty und Bjarne ließen sich deutlich mehr Zeit, robbten erst mal gemütlich auf das Wasser zu, begaben sich dann wieder ein Stückchen zurück und Bjarne posierte noch einmal sehr nah vor meiner Kamera.

Bjarne7 Hetty

Dann spielten die beiden noch eine ganze Weile am Strand und gaben gewissermaßen eine Abschiedsvorstellung. Die beiden kurzen Filme hat mir Marleen zur Verfügung gestellt – vielen Dank dafür.

Erst als die meisten Zuschauer sich wieder zum Vliehorsexpress begaben, fanden sie ihren Weg ins Wasser und schwammen in Richtung Texel. Möge es euch gut gehen da draußen! Vielleicht trefft ihr ja Lewis und Mara noch.

Bjarne&Hetty Bjarne&Hetty2

Da ich ohne Handschuhe fotografiert hatte, waren meine Hände inzwischen eiskalt geworden, denn es hatte immer noch nur ein paar Grad über Null. Aber das war es auf jeden Fall wert. Unter kräftigen Gerüttel ging es wieder über den Vliehors zurück zum Badhuys, von wo aus wir zu Fuß ins Dorf gingen. Nach einem guten Essen und Kaffee spazierten wir noch durch das Dorf und am Watt entlang zum Hafen. Vlieland ist im Februar herrlich ruhig, kein Vergleich zu den Sommermonaten.

Dorpsstraat

Dann war es Zeit, um wieder heimwärts zu fahren. Es war ein langer und rundum gelungener Tag mit Sonne, Strand und Seehunden.

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Er gaat niets boven Groningen – Seehunde, ein Stadtbesuch und Erinnerungen

Gestern waren wir mal wieder in Pieterburen, da wir uns persönlich vom Wohlergehen unseres Seehunds Bjarne überzeugen wollten. Ich hatte uns ordnungsgemäß vorher angemeldet, und der nette Mitarbeiter an der Rezeption wusste Bescheid.

Sobald seine Kollegin ihn ablöste, ging er mit uns zum „Buitenbad“, einem Außenbecken, wo sieben Kegelrobben (grijze zeehonden) friedlich vor sich hin plantschten. Aber welcher davon war Bjarne? Sie sehen sich ja alle recht ähnlich, und das Hochhalten der Adoptionsurkunde half auch nichts – keiner winkte uns begeistert zu.

Buitenbad3

Der Mitarbeiter, der uns begleitete, ging nach dem Ausschlussprinzip vor: Die mit einem lila Etikett in der Schwanzflosse konnten es nicht sein, denn die waren letztes Jahr gefunden worden, der eine mit dem roten Etikett, der so elegant am Ufer lag, war es auch nicht, denn der hatte noch eine Wunde an der Schwanzflosse und so weiter. Irgendwann kamen wir zu der Schlussfolgerung, dass Bjarne der Seehund in der vorderen Ecke sein musste.

BuitenbadBuitenbad2

Als „Adoptiveltern“ kriegt man hier eine richtige VIP-Behandlung, man darf zusammen mit einem Mitarbeiter über die Absperrung, und er erklärt einem alles über unseren Seehund. So erfuhren wir, dass Bjarne in dem Monat, den er schon in Pieterburen ist, knapp zehn Kilo zugenommen hat und jetzt also 23 Kilo wiegt. Seine Gesundheit macht gute Fortschritte. Er scheint ein recht eigenwilliger Zeitgenosse mit einem ausgezeichneten Gebiss zu sein, das er uns auch mehrmals zeigte. Seehunde sehen zwar sehr knuddelig aus, aber es bleiben Raubtiere, und wenn einer zuschnappt, dann tut das weh, wie uns versichert wurde.

Da ich mich noch immer in der Smartphone-Lernphase befinde, machte ich einige Fotos mit meinem schicken Gerät und schickte sie gnadenlos an Freunde und Bekannte. Und ich habe sogar rausgekriegt, wie ich die Dinger auf den heimischen PC kriege. Toll, nicht wahr?

Im Kino der Seehundstation wurde passenderweise ein kurzer Film über Kegelrobben gezeigt. Die jungen Kegelrobben werden mitten im Winter geboren und haben ein dickes weißes Fell. Darum können sie auch in ihren ersten Lebenswochen noch nicht ins Wasser, denn das Fell würde sich sofort vollsaugen. Die Mutter säugt ihr Junges also an Land, und nach etwa fünf Wochen, wenn es groß genug ist, wird das weiße Fell durch normales Fell ersetzt. Dann verlässt die Mutter das Junge, und es muss sich allein durchschlagen. Zwischendurch muss die Mutter jedoch selbst mal auf Jagd, und in dieser Zeit ist das Junge dann allein an Land. Wenn Menschen dann zu nah heran kommen, verstößt die Mutter ihr Kind. Wenn es Glück hat, wird es, wie unser Bjarne, gefunden und in der Seehundstation aufgepäppelt, aber es ist natürlich viel besser, die Seehunde in Ruhe zu lassen, so dass es gar nicht notwendig ist.

Nach diesem lehrreichen Besuch fuhren wir nach Groningen, wo Peter seine Studentenzeit verbracht hatte. Wir parkten unser Auto in Beijum hinter Peters ehemaligem Studentenhaus und fuhren mit dem Bus ins Zentrum. Inzwischen ist es Linie 4 und nicht mehr Linie 6 – immer diese Veränderungen!

Groningen war die erste niederländische Stadt, die ich kennengelernt und auch oft besucht hatte, und auf unserem Weg durch die Stadt wurde ich von zahlreichen Erinnerungen eingeholt: So radelte ich einmal allein mit einer Karte bewaffnet von Beijum nach Paddepoel, um einen Freund zu besuchen, der in einer ziemlich hohen Hausnummer wohnte. Von meiner deutschen Geografie ausgehend erwartete ich eine unendlich lange Straße und war erstaunt, dass ich sehr schnell vor meinem Ziel stand, da man hier die Wohnungen in einem Hochhaus einzeln durchnummeriert. Ist ja auch viel praktischer.

Und einmal traf ich mich mit einer Freundin am Grote Markt beim Warenhaus V&D, was mir damals noch gar nichts sagte. Doch sie erklärte mir: „You will find it. Everybody meets at the V&D.“ Dass besagte Warenhauskette vor Kurzem Konkurs angemeldet hat und wohl bald von der Bildfläche verschwunden sein wird, bedeutet irgendwie das Ende einer Ära.

Aber viele Dinge gibt es noch immer: So steht der Martinitoren (d’Olle Grieze), den ich damals im Schweiße meines Angesichts erklommen hatte, immer noch da, wo er hingehört, und auch das Café „Ugly Duck“, wi wir uns gnadenlos an Spareribs überfressen hatten, gibt es noch.

Groningen2

Diesmal aßen wir keine Spareribs (man wird ja vernünftig), sondern die typisch Groninger Mosterdsoep und Broodjes. Dabei musste ich mal wieder an den herrlichen Dialogausschnitt aus dem Lehrbuch „In de startblokken – Nederlands voor Duitstaligen“ denken: „Dan neem ik ook een voorgerecht. De mosterdsoep is hier altijd erg lekker.“ Da diese Unterrichtsmethode an der Universität Groningen entwickelt wurde, muss so ein Satz natürlich hinein.

Groningen

Danach gingen wir durch die Herestraat, die Einkaufsstraße schlechthin, zum Bahnhof. Dieses monumentale Gebäude hat einfach was.

Bahnhof2Bahnhof2

Zu meiner Groninger Zeit war die Decke in der Bahnhofshalle leider nicht zu sehen, da sie renoviert wurde, aber diesmal konnten wir sie in ihrer ganzen Pracht bewundern. Leute, so muss ein Bahnhof aussehen!

Bahnhof4Bahnhof5Bahnhof3

Mein Verhältnis zu diesem Bahnhof war damals eher ambivalent, denn wie oft war ich hier angekommen, um relativ kurze Zeit später wieder Abschied nehmen zu müssen. Aber jetzt, wo ich meinen Platz hier gefunden habe, freue ich mich darauf, bei meiner Pieterpad-Wanderung in Groningen anzukommen und von dort aus auch wieder nach Hause zu fahren.

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Von Smartphones und „Sealfies“

Einer meiner guten Vorsätze für dieses Jahr ist ja die „Herausforderung Smartphone“. Eigentlich wollte ich nie so ein Teil, aber manchen Entwicklungen kann selbst ich mich nicht entziehen. So scheinen einige Leute aus meinem Umfeld das Phänomen „E-Mail“, neben dem persönlichen Gespräch meine liebste Kommunikationsmethode, komplett ausgelassen zu haben, und jetzt sind sie alle auf WhatsApp. Und das Lesen meiner Mails von irgendwo anders als dem heimischen PC aus ist manchmal auch nicht verkehrt…

Jetzt sitze ich also hier mit meinem neuen Spielzeug und es geht erstaunlich gut. Posts über Pleiten, Pech und Pannen werden also vorläufig nicht kommen, hoffe ich. Nur das Telefonieren geht im Moment noch nicht, was aber mit einigen verwaltungstechnischen Problemchen mit meinem Abonnement zu tun hat, die bald gelöst sein werden – sagt zumindest mein Anbieter. Aber wenn es so weit ist, rechnet bitte nicht damit, dass ich dann rund um die Uhr erreichbar bin, denn das habe ich nämlich nicht vor.

Und ich werde auch nicht dem Beispiel der „Wise Guys“ folgen:

„Ich mache tierisch gerne Selfies!
Ich grinse in mein eignes Telefon.
Ich mach ein Bild, und dann post‘ ich’s auch schon.
So schaut mir jeder zu
bei allem, was ich tu.“

Ihr dürft also erleichtert aufatmen. 😉

 Und weiter? Ja, wir haben es wieder getan! Nach Mara und Lewis haben wir unseren dritten Adoptivseehund. Ich weiß, dass es korrekt „Seehundpatenschaft heißt, aber ich benutze weiterhin die Übersetzung der niederländischen Bezeichnung. Diesmal geht es um ein Kegelrobbenbaby namens Bjarne (Schwedisch: Bär). Casperien von der Seehundstation Pieterburen hat mir folgende „Sealfies“ geschickt:

Er ist doch goldig, nicht wahr?

Außer der Adoptionsurkunde erhielten wir folgende Informationen: „Bjarne wurde am 9. Januar dieses Jahres zu uns gebracht. Er wurde vor der Küste von Nord-Holland bei Egmond aan Zee gefunden und wiegt 14,4 kg. Sein Alter schätzen wir auf 10 Tage.

Bjarne ist im Moment zusammen mit anderen Seehundjungen in Quarantäne. Er bekommt kleine Heringe zu fressen, und es geht ihm gut. Es wird noch eine Weile dauern, aber wir halten euch auf dem Laufenden, wann wir ihn freilassen werden.  […] Natürlich seid ihr herzlich willkommen, um ihn einmal zu besuchen.“

Das machen wir natürlich gern, mal sehen, wann wir dazu kommen, um mal wieder nach Pieterburen zu fahren. Mit meiner Pieterpadwanderung werde ich es sicher nicht kombinieren können, denn im Moment bin ich noch in der Nähe von Roermond unterwegs, und so schnell bin ich nicht. Und vielleicht schaffen wir es wieder, dabei zu sein, wenn er frei gelassen wird. Damals bei Lewis war es soooo schön!

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Urlaub im Moinland – Teil 3

Seehunde, Hasen, Igel und the best Fischbrötchen ever!

Am Morgen fuhren wir schon recht früh los. Wir überquerten das Dangaster Binnentief und am Deich entlang Richtung Norden. Dann bogen wir ab nach Schortens und Jever, um nicht durch Wilhelmshafen zu müssen, das auf der Karte groß und verkehrsreich aussah. Nach einer Weile erreichten wir Carolinensiel mit seinem goldigen Museumshafen.

Ein „Siel“ ist übrigens ein verschließbarer Gewässerdurchlass in einem Deich und Teil des Entwässerungssystems im Marschland. Die gesamte ostfriesische Nordseeküste ist von diesen Sielen gesäumt. Im Niederländischen weist die Endung „-zijl“ ebenfalls auf die Lage an einem Siel hin. Das Fischerdorf Carolinensiel wurde 1730 von Georg Albrecht von Ostfriesland gegründet und nach seiner Frau Sophie Caroline benannt. Am Museumshafen steht seit 2005 die Skulptur Caroline, die den „Cliner Wind“, den Wind aus Carolinensiel symbolisiert.

Carolinensiel Carolinensiel2

Nach einer Sitzbesichtigung stockten wir in einem Supermarkt unsere Vorräte auf und fuhren weiter nach Harlersiel, wo die Fähre nach Wangerooge abfährt. Diese Insel soll ja sehr schön sein, aber leider besitzt sie keinen Campingplatz, weshalb sie noch ein bisschen auf unseren Besuch warten muss. Dort bogen wir links ab und fuhren nach Neuharlingersiel.

Neuharlingersiel2

Unterwegs hatte es schon angefangen zu tröpfeln, und als wir den Fischereihafen erreichten, legte der Regen richtig los. Wir stellten uns unter einen Teil der Konzertmuschel und erhielten bald Gesellschaft von einem schwäbischen Pärchen mit Hund. Dann gesellte sich eine Familie zu uns, und eines der zwei Kinder bemerkte: „Ich hab ja gleich gesagt, dass wir im Auto bleiben sollen, aber auf mich hört ja wieder keiner.“ Wo er recht hat, hat er recht.

Neuharlingersiel Neuharlingersiel3

Als der Regen nachließ, setzen wir unseren Weg am Deich fort, wobei wir uns kräftig gegen den Wind aus Westen stemmen mussten.

Deich Unterwegs

In Bensersiel beschlossen wir, dass wir genug gefahren waren und steuerten den dortigen Campingplatz an. An der Rezeption wurde uns eine Parzelle in der Mitte des Platzes zugewiesen. Auch hier hatten wir eine eigene Adresse, diesmal „Am Bach 4“. Die Wegnamen sind bei diesem Platz auch dringend notwendig, sonst würde niemand sein Zelt oder seinen Wohnwagen wiederfinden. Der Platz befindet sich außerhalb des Deiches, und einige Plätze liegen direkt am Strand. Unserer gehörte zum Glück nicht dazu, ein bisschen respektvoller Abstand zum Wasser muss sein.

Nachdem wir das Zelt aufgebaut hatten, brutzelten wir uns etwas zum Abendessen. Dann gingen wir am Strand entlang, vorbei am Strandbad und einem Kiosk, den wir uns für das morgige Frühstück vormerkten. Über eine Brücke über das Benser Außentief kamen wir in die Ortschaft. Und wieder begann es zu regnen. Wir stellten uns bei einem Andenkenladen unter, und als der Regen etwas nachließ, sprinteten wir zum Restaurant gegenüber. Da wir nur etwas trinken wollten, bat man uns, an der Bar Platz zu nehmen. Zwei Bierchen später war es trocken genug, dass wir zum Campingplatz zurückkehren konnten.

Am nächsten Morgen ging ich als erstes zum Bäcker, um Frühstückssemmeln zu holen. Dann trödelten wir gemütlich herum und beobachteten eine Schafherde, die an unserem Platz vorbeizog.

Schafe

Endlich hatten wir gepackt und fuhren weiter Richtung Osten. Das Wetter war gut, nur gelegentlich erwischte uns ein kleiner Regenschauer. Irgendwo am Wegesrand grüßte uns ein fröhliches Stroh-Hochzeitspaar. Solche Figuren sieht man hier in der Gegend öfters.

Strohfiguren

In Neßmersiel wurde es Zeit für eine Eispause. Zusammen mit einer anderen Frau betrat ich ein Gasthaus, doch es war gar nicht so leicht, den Wirt auf uns aufmerksam zu machen, da er mit lauter Musikbeschallung in der Küche herum wurschtelte. Als ich meine Eiswaffeln bekommen hatte, begann es wieder zu tröpfeln, und wir suchten in einem Strandkorb im Garten Schutz.

Dann ging es weiter nach Norddeich. Wir fuhren am Hafen vorbei, wo die Schiffe nach Juist und Norderney abfahren, und nach einem unfreiwilligen Abstecher in die Ortsmitte fanden wir den Campingplatz direkt am Deich. Wir checkten ein und durften uns ein Plätzchen auf einer der drei Zeltwiesen aussuchen. Diese sind unterschiedlich groß und durch Hecken voneinander abgetrennt, so dass man immer einigermaßen geschützt steht. Wir wählten die mittlere, wo bereits ein radelnder Vater mit zwei Kindern stand.

Da wir hier zwei Nächte bleiben wollten, beschlossen wir, erst einmal unsere Klamotten zu waschen. In der trüben Dreck-Waschmittelbrühe wirkten sie wie ein abstraktes Kunstwerk.

Wäsche Wäsche2

Während die Wäsche gemütlich in der Sonne vor sich hin trocknete, erkundeten wir die Umgebung. Zum Campingplatz gehört ein Restaurant mit Biergarten, das sich im ehemaligen Rundfunkgebäude von Norddeich Radio befindet. Diese Küstenfunkstelle wurde Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet und führte knapp 100 Jahre lang Telegrammverkehr mit Schiffen in aller Welt durch (Wikipedia). Jedes Jahr gab es an Heiligabend die Sondersendung „Gruß an Bord“, bei der Angehörige an Land den Besatzungen der verschiedenen Schiffe Weihnachtswünsche zukommen lassen konnten. Außerdem empfing Norddeich Radio Notrufe von Schiffe in Seenot und leitete sie an die Rettungsstellen weiter. 1998 wurde die Radiostation endgültig geschlossen. Für einen Besuch des „Museum Norddeich Radio“ gegenüber dem Café ten Cate in Norden waren wir allerdings zu früh, da es erst im März 2015 eröffnet werden sollte.

Norddeich Radio Norddeich Radio2

Wir wanderten am Deich entlang, wo sich das Wasser zurückgezogen hatte und der Schlick zwischen den Buhnen liegen blieb.

Norddeich Buhnen Norddeich Buhnen2

Auf dem Rückweg entdeckten wir beim Eingang des Campingplatzes auch eine Hundedusche, um die schlammverkrusteten Tiere nach einem Strandbesuch zu reinigen.

Hundedusche

Zum Abendessen gingen wir in den Biergarten. Gerade als wir unsere Bestellung aufgegeben hatten, fing es an zu tröpfeln, und ich sauste zum Zelt, um die Wäsche abzunehmen. Dann gingen wir nach drinnen, wo wir uns unser Abendessen schmecken ließen.

Am nächsten Tag holte ich im Campingladen unsere Frühstückszutaten und den neuesten Krimi von Klaus-Peter Wolf, „Ostfriesenfeuer“, den ich mir in den nächsten Tagen zu Gemüte führen wollte. Dann fuhren wir als erstes zur Seehundstation im Nationalparkhaus. Im Jahr 1971 wurde die Seehundstation von Winhold Schumann und Erwin Manninga gegründet, die bei der Jägerschaft Niedersachsen Gelder beantragten, um verwaiste Seehunde aufzupäppeln und wieder auszuwildern. Auf diese Weise sollte die Seehundpopulation, die in den sechziger Jahren dramatisch zurückgegangen war, zu stützen. Im selben Jahr zog auch „unsere“ Lenie ‚t Hart ihren ersten Seehund auf und legte den Grundstein für die Zeehondencrèche Pieterburen. Soweit ich weiß, arbeiten die beiden Seehundstationen auch zusammen, vor allem auf dem Gebiet der Forschung. Auch hier kann man eine Seehundpatenschaft übernehmen und dabei sein, wenn der Seehund ausgewildert wird.

Anders als in Pieterburen ist die Quarantänestation ausgelagert du befindet sich im Waloseum. Auch kann man als Unbefugter nicht aus dem Hauptgebäude an die Außenbecken. Toll ist aber, dass man die Seehunde im großen Außenbecken durch eine Glasscheibe beim Tauchen beobachten kann.

Seehundstation Seehundstation4

Wir sahen uns die Ausstellung an und schauten beim Füttern zu. In der Küche tat sich hier allerdings nicht viel, da die Tiere groß genug waren, um die Fische als Ganzes zu verspeisen.

Seehundstation3 Seehundstation2

Schön, dass auch hier gut für die Seehunde gesorgt wird.

Dann fuhren wir weiter an einer riesigen Doornkaatflasche vorbei in das Zentrum von Norden.

Norden Norden2

Wir bummelten durch die Innenstadt, vorbei am Teemuseum, das aber leider montags nicht geöffnet hat, und einigen anderen interessanten Gebäuden, wie den „Dree Süsters“ (Drei Schwestern) am Marktplatz und dem Neuen Rathaus.

Norden Rathaus Norden Dree Süsters

Beim Café ten Cate lagen einige Ostfriesenkrimis von Klaus-Peter Wolf im Schaufenster, wahrscheinlich als Gegenleistung dafür, dass ihr Marzipan in jedem Band mehrfach Erwähnung findet, nämlich immer dann, wenn Hauptkommissar Ubbo Heide unter Stress steht und seinem Magen etwas Gutes tun muss. Ich kaufte eine Marzipanmuschel, da ich feststellen wollte, ob es wirklich so lecker ist. Ist es!

Dann hatten wir Appetit auf etwas Fischiges, wir waren ja schließlich an der Nordsee. Zufällig entdeckten wir das Fischrestaurant „Fisherman“. Wir setzen uns erst an einen Tisch draußen, stellten jedoch nach einer Weile fest, dass man zum Bestellen hineingehen musste. Die Fische in der Auslage sahen so lecker aus, dass wir beschlossen, kein warmes Essen zu bestellen, sondern ein Fischbrötchen zu essen. Die Brötchen wurden frisch zubereitet und waren wunderbar! Knusprige Brötchen, der Matjes frisch und aromatisch, nur mit einem Hauch von Salz, so dass der Fischgeschmack nicht erschlagen wurde, ein paar frische Zwiebelringe und ein bisschen Essiggurke und Paprika, die den Fisch perfekt abrundeten. Wir waren uns einig, dass wir gerade „the best Fischbrötchen ever“ verspeisten.

Nach diesem kulinarischen Erlebnis fuhren wir wieder zum Campingplatz, wo wir unsere Urlaubkarten schrieben und den grasenden Karnickeln zuschauten. Dann machten wir noch einen Spaziergang zum Strandbad.

Karnickel

Mitten in der Nacht schüttelte Peter mich wach, da er die Taschenlampe brauchte. Irgendetwas rumorte in unserem Vorzelt. Hatte sich etwa ein Kaninchen verirrt? Vorsichtig schaute Peter nach und rief dann: „Wir haben einen Igel!“ Tatsächlich, eines dieser stachligen Tiere hatte seinen Weg ins Zelt gefunden und schnüffelte interessiert an unseren Taschen, wahrscheinlich auf der Suche nach etwas Essbarem. Unser Fressaliensack war jedoch gut verschlossen. Vorsichtig schob Peter den Igel mit der Taschenlampe wieder nach draußen und wir schliefen wieder ein.

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A Beautiful Day

„It’s a beautiful day
The sun is shining
I feel good
And no-one’s gonna stop me now…“

Vor einigen Jahren durfte die Seehundstation Pieterburen diese Zeilen des bekannten Queen-Songs  für einen ihrer Werbespots verwenden. Seitdem heißt der Tag, an dem die Seehunde freigelassen werden, „beautiful day“. Der von unserem Seehund Lewis und von uns war am 16. April 2014.

Nachdem wir ja bei unserem ersten Seehund Mara nicht mitfahren konnten, freuten wir uns besonders, als wir eine Woche vorher den Anruf bekamen: „Lewis wird am 16. April auf Schiermonnikoog freigelassen.“ Wir konsultierten unsere Terminplaner und stellten fest, dass wir beide nichts hatten, was man nicht absagen oder verschieben konnte. Die Leiterin des Workshops, für den ich angemeldet war, musste zwar erst mal googlen, was ein Adoptivseehund ist, hatte dann aber vollstes Verständnis und wünsche mir viel Spaß. Und auf Schiermonnikoog waren wir bisher auch noch nicht gewesen.

Um 5.20 Uhr klingelte dann am Mittwoch der Wecker – eine barbarische Zeit, aber was tut man nicht alles für einen Seehund. Das Thermometer zeigte 1,5 Grad, und nach einem eiligen Frühstück fuhren wir warm eingepackt Richtung Norden. Im Lauf des Tages wurde es jedoch wärmer, so dass wir uns nach und nach der Kleidung entledigen konnten. Pünktlich waren wir am Fähranleger in Lauwersoog und konnten unsere Tickets für die Überfahrt erwerben, bevor das große Gedränge losging. Unsere Fähre „Rottum“ wartete schon im Hafen.

Rottum

Nun mussten wir nur noch André von der Seehundstation finden. Wir hatten zwar keine Ahnung, wie er aussah, aber immerhin eine Handynummer für Notfälle. Als erstes stießen wir auf Dave von der Organisation EHBZ Velsen (Erste Hilfe bei Seehunden), und dann kam auch schon André. Gemeinsam gingen wir auf die Fähre, wo die Seehunde schon auf dem Autodeck waren. Eine freiwillige Helferin der Seehundstation fotografierte die Seehunde für uns.

Transport Transport2

Transport3

Später erfuhren wir, dass sie aus Kanada kommt und ein dreimonatiges Praktikum bei der Seehundstation absolviert hatte. Am Tag ihrer Ankunft war der Seehund Ruben dort eingeliefert worden, der an ihrem letzten Arbeitstag freigelassen werden sollte. Das passte ja wunderbar.

Dann erzählte André uns, dass an diesem Tag sieben Seehunde freigelassen werden sollten, und wir tauschten Geschichten und Informationen aus.

Liste

Wir stellten erfreut fest, dass Lewis, der bei seiner Einlieferung am 14. Januar nur knapp über 18 kg gewogen hatte, inzwischen stolze 40,7 kg auf die Waage bringt.

Ein Ehepaar aus Veenendaal hatte den stark geschwächten Seehund Kyno in der Provinz Seeland gefunden. Erst hatten sie die Notrufnummer für Tiere angerufen. Da sich dort aber nicht gleich jemand gemeldet hatte, probierten sie es mit 112, und siehe da, dort wusste man ebenfalls, was getan werden musste. Kyno wurde nach Pieterburen gebracht, und sie durften mitfahren. Auch sie freuten sich sehr, dass sie bei der Freilassung dabei sein konnten.

Nach einer Dreiviertelstunde hatten wir die Insel erreicht und wurden auf verschiedene Fahrzeuge verteilt, die uns zum Badweg brachten. Dort wurden die Seehunde umgeladen, und Peter durfte Lewis ein Stückchen tragen.

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Dann fuhren die zwei Landrover uns durch die Dünen zum Paal 5 (Pfahl 5), wo sich bereits eine große Menschenmenge versammelt hatte.Eigentlich hätten wir mit dem Hut herumgehen sollen, dann hätte man sicher wieder einen oder zwei Seehunde durchfüttern können.

Die Kisten mit den Seehunden wurden ausgeladen und in einer Reihe aufgestellt. Dann bat André die Neugierigen, hinter eine bestimmte Linie zurück zu treten, was sie auch ohne Murren taten. Gespannt nahmen die Adoptiveltern bei den Kisten ihrer Seehunde Platz. Peter hatte sich bereit erklärt, das Fotografieren zu übernehmen, damit ich die Kiste öffnen durfte. Danke!

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Dann gab André das Startsignal. Wir öffneten die Kisten, und die Seehunde lugten vorsichtig hinaus. Lewis schaute noch einmal kurz auf die Seite und schoss dann auf das Wasser zu. Drei weitere folgten ihm sofort und verschwanden alsbald in den Fluten. Doch Ozzy und zwei andere hatten erst gar keine Lust ins Wasser zu gehen und hoppelten erst einmal wieder zu den Kisten zurück. Vielleicht fanden sie das Wasser zu nass.

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Doch nach einer Weile fanden auch sie den Weg in die salzige See und schwammen davon.

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Nachdem wir ihnen noch ausgiebig hinterher gewinkt hatten, räumten wir auf und fuhren unter wildem Geschüttel zurück ins Dorf, wo wir uns noch zu einer Tasse Kaffee zusammen setzten. Während wir uns unterhielten, klingelte das Handy meines Tischnachbarn, und er meldete sich: „Ja, ich bin gerade auf Schiermonnikoog. Wir haben einen Seehund freigelassen.“ Pause, dann noch eimal langsam und deutlich: „Wir haben einen Seehund freigelassen.“ Tja, so oft kommt das anscheinend nicht vor.

Wir tauschten unsere Mailadressen aus, und Jillian richtete eine Dropbox ein, wo wir alle in den nächsten Tagen unsere Fotos deponierten. Einige der Fotos in diesem Bericht sind also nicht von uns, aber mir wurde gestattet, sie zu verwenden.

Außerdem hat Sven noch einen kurzen Film von der Freilassung gemacht und mit der passenden Musik unterlegt:

Es war wirklich ein tolles Erlebnis, und wir freuen uns immer noch, dass wir dabei sein konnten. Vielen Dank noch mal an die Leute von der Seehundstation und auch an alle anderen „Adoptiveltern“, die ihren Beitrag zu der tollen Stimmung geleistet haben. It was a beautiful day!

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Zu Besuch bei / Op bezoek bij … Lewis

Wie ihr ja wisst, haben wir im Januar wieder einen Seehund, Lewis, adoptiert. Da uns sein Wohlergehen natürlich am Herzen liegt, haben wir ihn gestern besucht. Ein paar Tage vorher hatte ich uns bei der Seehundstation angemeldet, und erhielt folgende nette Mail zurück: „Danke für eure Mail. Ihr seid am Samstag herzlich willkommen, ich habe im Besucherzentrum Bescheid gesagt, dass ihr kommt! Lewis geht es gut, aber er braucht Zeit, um sich von seiner Lungenwurminfektion zu erholen. Lewis schwimmt in den „Niewe Badjes“ (Neue Becken) und wiegt jetzt 18,4 kg.“

Zaals jullie weten hebben wij in januari weer een zeehond, Lewis, geadopteerd. Omdat zijn welbevinden voor ons belangrijk is, zijn wij gisteren bij hem op bezoek geweest. Een paar dagen van tevoren had ik de zeehondencreche ervan op de hoogte gesteld en kreeg de volgende mail terug: „Dank voor jullie e-mail. Jullie zijn zaterdag van harte welkom, ik heb doorgegeven aan het bezoekerscentrum dat jullie komen! Met Lewis gaat het goed maar hij heeft wel tijd nodig om te herstellen van zijn longworminfectie. Lewis zwemt in de Nieuwe Badjes en weegt nu 18.4 kg.“

Wir wurden freundlich empfangen und durften gleich nach draußen zu den Becken. Hier sind also die Seehunde in den Nieuwe Badjes:

Wij werden vriendelijk ontvangen en mochten meteen naar de buitenbassins. En hier zijn dus de zeehonden in de Nieuwe Badjes:

Nieuwe Badjes

Nieuwe Badjes2 Nieuwe Badjes 3

Lewis befindet sich also nicht mehr im Bereich „Intensive Care“, den alle neuen Seehunde durchlaufen, sondern in der zweiten Phase „Verzorging“ (Pflege). Aber wie sollten wir ihn erkennen? Die Seehunde sehen sich ja alle recht ähnlich, und auf seinen Namen reagierte er nicht. Ein Mitarbeiter half uns, ihn zu identifizieren, und wir durften sogar über die Absperrung. Der zweite neben dem Zaun ist also unser Lewis. Besonders aktiv ist er nicht gerade, aber das muss er ja auch nicht sein.

Lewis bevindt zich dus niet meer in de fase „Intensive Care“, die alle nieuwe zeehonden doorlopen, maar in de tweede fase „verzorging“. Maar hoe konden wij nu weten, welke zeehond Lewis is? Ze lijken toch allemaal op elkaar, en op zijn naam reageerde hij niet. Een medewerker hielp ons, hem te identificeren, en wij mochten zelfs over de afzetting stappen. De tweede naast het hek is dus onze Lewis. Bepaald actief is hij niet, maar dat hoeft ook niet.

Lewis 3 Lewis 4

Da wir schon mal da waren, machten wir uns auch auf die Suche nach Anjas Kegelrobbe Nikolaus. Wir fanden ihn im Reigerbad (Reiherbad), das zur dritten Phase „Herstel“ (Erholung) gehört. Hier befinden sich die Seehunde, die bald freigelassen werden. Auch hier wissen wir nicht, welcher Nikolaus ist, aber alle fünf machen einen wohlgenährten und munteren Eindruck. Irgendwie ist hier doch mehr Action als bei Lewis. 😉

Omdat wij er toch al  waren, gingen wij nog op zoek naar Anjas grijze zeehond Nikolaus. Wij vonden hem in het Reigerbad, dat bij de derde fase „Herstel“ hoort. Hier zijn de zeehonden die binnenkort weer vrijgelaten worden. Natuurlijk weten we ook hier niet, welke zeehond Nikolaus is, maar alle vijf zien er goed gevoed en vrolijk uit. Hier is ook wat meer actie dan bij Lewis. 😉

Reigerbad Reigerbad 4

Reigerbad 3 Reigerbad 2

Ich hoffe, dass die Seehunde bald wieder in ihrem natürlichen Element schwimmen können.

Ik hoop dat de zeehonden gauw weer in hun natuurlijke omgeving kunnen zwemmen.

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Lewis

Nein, hier geht es nicht um den gleichnamigen Oxford-Krimi der BBC, oder jedenfalls nur indirekt. Vor zwei Jahren hatten wir ja schon einmal einen Seehund, Mara, adopiert. Ich weiß, der korrekte deutsche Ausdruck ist „Seehundpatenschaft“, aber das niederländische „adoptie“ gefällt mir einfach besser, und deshalb werde ich es weiterhin so nennen.

Jedenfalls fanden wir, dass es wieder einmal Zeit für einen Seehund wurde, und nach einem netten Mailwechsel mit der Seehundstation Pieterburen durften wir uns einen Namen aussuchen. Es wurde Lewis, da die Hauptperson des oben genannten Oxford-Krimis Robert (Robbie) Lewis heißt. Irgendwie erschien uns das passend.

Hier ist er also:

Lewis

Gefunden wurde er am 14. Januar 2014 auf Vlieland, und er ist ungefähr ein halbes Jahr alt. Er ist vom Lungenwurm befallen, so dass er nicht mehr nach Futter tauchen kann. Aus diesem Grund wiegt er nur etwas über 18 kg, was nicht gerade viel ist, wenn man bedenkt, dass ein Seehund, wenn er fünf Wochen alt ist und nicht mehr gesäugt wird, mindestens 30 kg wiegen sollte und ein ausgewachsenes Seehundmännchen ca. 140 kg auf die Waage bringt.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben sich unheimlich viele Schwermetalle und Giftstoffe im Wattenmeer abgelagert – durch Verklappen von Müll in der Nordsee und in den zahlreichen Flüssen. Man denke nur daran, was die vielen Fabriken früher alles in den Rhein gekippt haben. Auch wenn das Wasser inzwischen wieder viel sauberer ist, wird es doch noch sehr lange dauern, bis auch der Grund des Wattenmeers sich wieder erholt hat. Die Giftstoffe werden von Plankton und anderen Kleinstlebewesen aufgenommen, die von Fischen gefressen werden, die wiederum von den Seehunden verspeist werden. Auf diese Weise sammeln sie sich in der Speckschicht der Seehunde an. Und wenn ein Weibchen sein Junges säugt, wird diese Speckschicht abgebaut und die Giftstoffe geraten so in die Muttermilch und werden von den jungen Seehunden direkt aufgenommen. Sie schwächen das Immunsystem der Jungen, so dass sie anfällig für alle möglichen Krankheiten und Parasiten werden, unter anderem auch den Lungenwurm.

Lewis ist nun einige Wochen in Quarantäne, wo er gefüttert und mit den notwendigen Medikamenten behandelt wird. Dann kann er hoffentlich ein ein größeres Becken umziehen, wo er auch schwimmen und mit Artgenossen spielen kann. Wenn alles gut geht, kann er nach zwei bis drei Monaten freigelassen werden. Vielleicht schaffen wir es ja dieses Jahr, dabei zu sein.

Leider hat die Seehundstation auf ihrer neuen Website bei den Webcams nicht mehr die Namen der Seehunde aufgeführt, die in den jeweiligen Ráumen sind, so dass wir Lewis nicht beobachten können, wie damals Mara. Aber besuchen werden wir ihn sicher bald.

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Mara zwemt weer – Mara schwimmt wieder

Zoals ik al verteld heb, werd onze adoptiezeehond Mara op zaterdag 28 april vrijgelaten. Helaas konden wij niet mee, omdat wij een uitvoering met ons koor hadden. Maar van de zeehondencreche kregen we volgende mail:

„Hierbij sturen wij u graag een aantal foto’s van het vrijlaten van uw adoptiezeehond Mara. Zoals u weet is Mara op 28 april jl. vrijgelaten op Terschelling. Het was voor de zeehonden een prachtige, maar voor ons een regenachtige dag. Mara is de zeehond die uit de tweede kist van rechts komt. Wij hopen dat u zo toch een beetje de sfeer van het vrijlaten kunt proeven. Graag willen wij u nog eens hartelijk danken voor uw adoptie! Natuurlijk bent u altijd welkom in Pieterburen. „

Mara zwemt dus nu weer in de Waddenzee en zal dat hopelijk nog lang bijven doen. En wij zullen in de toekomst naar elke zeehond zwaaien, die we in de Waddenzee zien. Misschien is het wel „onze“ Mara!

——

Wie ich bereits berichtet habe, wurde unser Adoptivseehund Mara am 28. April freigelassen. Leider hatten wir ausgerechnet an diesem Tag einen Chorauftritt, so dass wir nicht mitfahren konnten. Aber von der Seehundstation erhielten wir folgende Mail:

„Hiermit schicken wir Ihnen ein paar Fotos vom Freilassen Ihres Adoptivseehundes Mara. Wie Sie ja bereits wissen, wurde Mara am 28. April auf Terschelling freigelassen. Für die Seehunde war es ein herrlicher, aber für uns ein regnerischer Tag. Mara ist der Seehund, der aus der zweiten Kiste von rechts kommt. Wir hoffen, dass Sie so doch noch ein bisschen von der Stimmung beim Freilassen miterleben können. Wir möchten Ihnen noch einmal herzlich für Ihre Adoption danken. Und natürlich sind Sie immer in Pieterburen willkommen.“

Mara schwimmt also wieder im Wattenmeerund wird dies hoffentlich noch lange Zeit tun. Und wir werden in Zukunft jedem Seehund zuwinken, den wir im Wattenmeer sehen. Vielleicht ist es ja „unsere“ Mara!

Nog zijn de kisten dicht – Noch sind die Kisten zu

Even voorzichtig naar buiten kijken – Erst mal vorsichtig nach  draußen schauen

Snel weg richting water – Schnell weg Richtung Wasser

Zo hoort het, zeehonden op de zandbank – So ist es richtig, Seehunde auf der Sandbank

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Waar is Mara? – Wo ist Mara?

Een hele tijd kon ik onze zeehond Mara via de webcam in de gaten houden, en vorige week vrijdag was zij nog in het binnen-buitenbad. Maar toen ik op maandag weer keek, was haar naam van de lijst verdwenen. Ik klikte door alle ruimtes, maar ik kon haar naam nergens vinden. Help, paniek! Wat is er met onze zeehond gebeurd?

Ik stuurde een mail naar de zeehondencreche en ontving het volgende antwoord:

„Mara zwemt inmiddels in het buitenbad. Dit bad is helaas niet te zien op de webcam. Het gaat goed met Mara. Ze weegt inmiddels 34.6 kilogram en ze kan weer worden vrijgelaten. Deze vrijlating hebben we zojuist gepland. We gaan op 28 april met Mara en andere zeehonden naar Terschelling. We vertrekken dan met de veerboot vanuit Harlingen om 9.45 uur . Het is dan handig om even te verzamelen bij de kaartverkoop om ongeveer 9.30 uur. Graag nodigen wij jullie uit om bij deze dag aanwezig te zijn. Kunnen jullie ons nog even laten weten of jullie meegaan?“

Wat een opluchting! Fijn om te weten, dat het goed gaat met haar. Helaas kunnen we deze keer niet mee, want juist op die dag hebben wij een uitvoering met ons koor. Ik heb alle mogelijkheden doorgerekend, maar het is gewoon  niet te doen. Jammer, maar de medewerkers van de zeehondencreche hebben beloofd, foto’s voor ons te maken. Zodra ik die heb, zal ik ze natuurlijk met jullie delen.

Het ga je goed, Mara!

—–

Eine ganze Weile konnte ich unseren Seehund Mara über die Webcam beobachten, und letzten Freitag war sie noch im Innen-Außenbad. Aber als ich am Montag wieder nachschaute, war ihr Name von der Liste verschwunden. Ich klickte mich durch alle Räume, aber ich konnte ihren Namen nirgends finden. Panik, Hilfe! Was ist mit unserem Seehund passiert?

Ich schrieb eine Mail an die Seehundstation und erhielt folgende Antwort:

„Mara schwimmt inzwischen im Außenbad. Dieses Becken ist leider nicht auf der Webcam zu sehen. Es geht ihr gut. Sie wiegt inzwischen 34,6 kg und kann wieder freigeassen werden. Diese Freilassung haben wir gerade geplant. Wir fahren am 28. April mit Mara und weiteren Seehunden nach  Terschelling. Wir nehmen die Fähre um ab Harlingen um 9.45. Am praktischsten ist es, wenn wir uns um ungefähr 9.30 am Kartenschalter versammeln. Gerne laden wir euch ein, um an diesem Tag dabei zu sein. Könnt ihr uns noch kurz Bescheid geben, ob ihr mitgeht? „

Was für eine Erleichterung! Schön, dass es Mara so gut geht. Leider können wir nicht mitfahren, da wir gerade an diesem Tag eine Choraufführung haben. Ich habe schon alle Möglichkeiten durchgerechnet, aber es ist einfach nicht machbar. Schade, aber wenigstens haben uns die Mitarbeiter der Seehundstation versprochen, Fotos zu machen. Sobald ich sie habe, werde ich sie natürlich mit euch teilen.

Alles Gute, Mara!

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Mara ist umgezogen – Mara ist verhuisd

Regelmäßig schaue ich über die Webcam in der Seehundstation nach, wie es Mara geht. Vorgestern ist sie in das Innen-Außenbad umgezogen, das sie im Moment mit fünf anderen Seehunden teilt. Ich nehme also an, dass es ihr inzwischen deutlich besser geht. In dem Becken ist auch deutlich mehr Action als im Quarantäneraum. Weiter so, Mara!

Regelmatig kijk ik via de webcam in de zeehondencreche, hoe het met Mara gaat. Eergistern is zij verhuisd naar het binnen-buitenbad, dat zij momenteel met vijf andere zeehonden deelt. Ik neem dus aan dat het inmiddels duidelijk beter gaat met haar. In het bassin is ook duidelijk meet action dan in de quarantainetruimte. Ga zo door, Mara!

 

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