Beiträge mit dem Schlagwort: Vorweihnachtszeit

Lebenszeichen im Advent

Nachdem wir letztes Jahr zu dieser Zeit voll im Umzugsstress waren, ist dieses Jahr die Adventsszeit eher unspektakulär. Nachdem ich Anfang Dezember von einer Grippe heimgesucht wurde, bin ich immer noch etwas müde, aber das könnte auch am üblichen Jahresendstress liegen. Wie sagte eine Kursteilnehmerin von mir so schön? „Alles muss unbeding noch dieses Jahr fertig werden, als ob nächstes Jahr nicht stattfinden würde. „Und eine Kollegin formulierte es so: „There is no tired like end-of-the-year teacher tired.“ Wo sie recht hat…

Aber ein bisschen vorweihnachtliche Stimmung muss natürlich sein. Dafür sorgte auch eine liebe Freundin aus der alten Heimat, die mir wieder einen Adventskalender geschickt hat, an dem sich hier noch niemand vergriffen hatte. Jetzt sieht er natürlich etwas anders aus.

adventskalender

Außerdem habe ich wieder meinen Adventskranz Marke Eigenbau gebastelt und den Mitbewohner weihnachtsfein gemacht.

advent2017 advent20173

Auch zum Plätzchenbacken bin ich gekommen, und zwei Weihnachtsmarktbesuche waren auch drin, man darf also nicht nölen.

plaetzchen8

Letzte Woche waren wir zum Chanukkahfeiern in der Synagoge eingeladen. Es war wieder sehr schön, stimmungsvoll und nahrhaft. Schön, dass wir dabei sein durften.

Noch drei Tage arbeiten, dann habe ich erst mal zwei Wochen frei. Ich freu mich schon auf ein paar ruhige Tage. Aber wahrscheinlich hat Heinz Becker mal wieder recht, wenn er feststellt: „Weihnachten ist reine Nervensache.“

Ich wünsche euch allen schöne, geruhsame Feiertage!

Advertisements
Kategorien: Ganz "normaler" Alltag | Schlagwörter: , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Der Backofen tut wieder – alles wird gut!

Was lange währt, wird endlich gut. Nachdem die Backofenfirma ihren armen Mitarbeiter erst komplett ohne Ersatzteil und dann mit dem falschen zu uns geschickt hat, hatte er vorgestern alles dabei und konnte unseren Backofen reparieren. Und ich konnte mich endlich auf die Weihnachtsplätzchen stürzen.

Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen, al zeg ik het zelf:

Plätzchen2015

Italiensiche Pangani, Lübecker Kokosmakronen und Vanillekipferl, bei denen mir der Gatte tatkräftig geholfen hat. Die Ausstechplätzchen in der sternförmigen Dose sind allerdings nicht von mir, sondern von einer Freundin, die mich auf keinen Fall ohne Weihnachtsplätzchen durch die Adventszeit gehen lassen wollte. Vielen Dank!

Niederländer, die es nach Deutschland verschlagen hat, kriegen ziemlich schnell mit, dass das Plätzchenbacken einfach zur Vorweihnachtszeit gehört. Vielleicht greift es hier ja auch irgendwann mal um sich. Man soll nie die Hoffnung aufgeben.

Kategorien: Ganz "normaler" Alltag, Typisch Nederlands - typisch deutsch (?) | Schlagwörter: , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Der erste Advent

Und wieder ist sie gekommen, die stade Zeit vor Weihnachten, die allerdings meist alles andere als ruhig und besinnlich ist: Plätzchen backen, Geschenke zusammensuchen, Weihnachtsmärkte besuchen und natürlich diverse Weihnachtsfeiern stehen auf dem Programm. Und ihr wisst ja inzwischen sicher, dass sich in der Vorweihnachtszeit meine deutschen Wurzeln lautstark bemerkbar machen.

Das mit dem Plätzchenbacken wird aber im Moment noch nichts, da unser Ofen gerade kaputt ist, und die Firma es seit zwei Wochen schon nicht gebacken kriegt, den Mechaniker mit dem richtigen Ersatzteil loszuschicken. Service-Dienstleistungswüste! Vielleicht sollte ich einfach loslegen und alle verfügbaren Backbleche voll roher Plätzchen in der ganzen Straße verteilen: „Darf ich mal bei euch dieses Blech backen? Es dauert nur ca. 20 Minuten.“ Mir wurde auch schon geraten, die Kekse auszubrüten, aber ich weiß nicht so recht…. Aber ich habe ja noch etwas Zeit.

Selbstverständlich stehen wieder ein paar Weihnachtsmärkte auf dem Programm. Ich muss zugeben, ich liebe Weihnachtsmärkte: Glühwein trinken, Bratwurst essen, meine Tassensammlung erweitern, Kunst(handwerk) und Kitsch in den Buden bestaunen und vielleicht sogar kaufen, ich finde das schön.

Heute wird bei uns in der Stadt die Adventszeit mit dem Ruf des Mittwinterhorns eingeläutet, das nur vom ersten Advent bis Dreikönig draußen gespielt werden darf. Eigentlich wollten wir hingehen, aber im Moment tobt ein derartiges Schietwetter, dass wir es auf einen der nächsten Sonntage vertagt haben. Vielleicht spielt auch unser ehemaliger Nachbar wieder mit, der uns jahrelang mit seinen Übungen erfreut hat. Und als er dann richtig gut war, ist er weggezogen. Die Gefahr, das verbotene Lied zu hören, ist bei so einer Veranstaltung jeher gering.

Auf jeden Fall habe ich schon seit einigen Tagen einen Adventskalender, den mir eine gute Freundin aus der alten Heimat geschickt hat, und ich habe es geschafft, die einzige bemalte Weihnachtskugel, die wir noch haben, aufzuhängen, ohne sie zu zertöppern. Beim nächsten Weihnachtsmarktbesuch werde ich mich mal nach Nachschub umschauen.

Der Adventskranz Marke Eigenbau ist fertig und sieht gut aus, finde ich:

advent2015 advent2015-2

Und Struppie, unser Mitbewohner, hat dieses Jahr eine neue Weihnachtsmütze. Wie sagte eine Kursteilnehmerin mal so schön: „Dat geeft meteen een hoop sfeer (Das macht gleich eine Menge Stimmung)“.

advent2015-3

Ich wünsche euch allen eine schöne, nicht allzu stressige Adventszeit.

Kategorien: Ganz "normaler" Alltag, Typisch Nederlands - typisch deutsch (?) | Schlagwörter: , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

In der Vorweihnachtszeit fühle ich mich deutsch

Über einen Beitrag von Elvira landete ich bei einem Blogpost von Bunt und Farbenfroh: Weihnachten wird abgeschafft. Und während ich so vor mich hin las und dachte, entdeckte ich plötzlich, dass dies ja auch ein echtes Grenzwandererthema ist. Wie oft werde ich nicht gefragt, ob ich mich deutsch oder niederländisch oder beides oder keines von beiden fühle. Und ich komme immer mehr zu der Schlussfolgerung, dass es situationsgebunden ist.

Beim Fußball ist es mir wurscht, da lehne ich mich entspannt zurück und denke: „Möge der Bessere gewinnen.“ Oder ich feuere eine Mannschaft an, die ich irgendwie goldig finde: Irland, Ecuador, die Faröer-Inseln etc. Das verstehen die Wenigsten, aber damit kann ich leben.

Beim Eurovision Soncontest habe ich in den letzten zwei Jahren mit den Niederländern mitgebibbert, auch wenn mir andere Einsendungen ebenfalls gut gefallen haben. Und Anouk und die Common Linnets haben es ja auch wirklich gut gemacht. Über den Beitrag für nächstes Jahr kann ich mir am Freitag ein Urteil bilden. Mal sehen, ob der Partiotismus anhält, wenn Trijntje Oosterhuis bei „The Voice of Holland“ ihr Lied zum Besten gibt.

In sehr vielen anderen Kontexten bin ich eigentlich weder noch. Ich bin ein Grenzgänger, Europäer, Weltbürger. Aber in der Vorweihnachtszeit ist alles anders: Da fühle ich mich deutsch und bin froh, in Grenznähe zu wohnen.

In den Niederlanden spielt Weihnachten eher eine untergeordnete Rolle. Hier ist das Nikolausfest (Sinterklaas), das am 5. Dezember gefeiert wird, der Höhepunkt der Wintermonate. Bereits Wochen vorher macht sich Sinterklaas aus Spanien auf den Weg, um den Kindern die Geschenke zu bringen, und wird Mitte November feierlich in den verschiedenen niederländischen Städten empfangen. Begleitet wird er von zahlreichen Helfern, den „Zwarte Pieten“. Diese sind seit einiger Zeit umstritten, da seine Rolle als schwarzer Diener von Kritikern als rassistisch empfunden wird. Dies aufzurollen würde hier jedoch zu weit führen und so verweise ich auf Alex‘ Beitrag auf buurtaal. Nur kurz mein Senf: Wenn eine Bevölkerungsgruppe angibt, dass sie sich durch die heutige Darstellung verletzt fühlt, sollte man sich nicht gleich eingraben, sondern bereit sein, darüber nachzudenken, ob da nicht vielleicht ein Kern von Wahrheit darin steckt. Traditionen können sich ja schließlich ändern.

Da ich aber nicht nicht mit dem „Sinterklaasfeest“ aufgewachsen bin und keine Kinder habe, ist es mir nie gelungen, dazu den richtigen Draht zu entwickeln. Und das ist wohl auch der Grund, warum ich mich in der Vorweihnachtszeit deutsch fühle – sie ist eine schöne Erinnerung an die Zeit, als ich noch klein und die Welt noch in Ordnung war. Darum versuche ich immer, ein bisschen Vorweihnachtsstimmung zu verbreiten und zu genießen.

Dazu gehört natürlich der Adventskranz auf dem Wohnzimmertisch, auch dieses Jahr wieder Marke Eigenbau mit weihnachtsfeinem Mitbewohner. Und jedes Jahr bekomme ich einen Adventskalender aus der alten Heimat geschickt. Dieses Jahr sind es sogar zwei geworden, so dass der Gatte und ich jeder etwas Eigenes haben. Vielen Dank, es freut mich, dass ihr trotz Weihnachtstress dafür die Zeit gefunden habt.

Auch das Kartenschreiben gehört dazu, und ich sehe es nicht als lästige Pflicht an, sondern als Möglichkeit, mit den Leuten aus der alten Heimat mal wieder analog in Kontakt zu treten, und nicht „nur“ über Mail und soziale Netzwerke. Selbstverständlich bekomme ich auch sehr gern Post.

Dann gibt es natürlich auch die Weihnachtsmarktbesuche: Bratwurst essen, Glühwein trinken, meine Tassensammlung vergrößern, nach Geschenken stöbern und die Atmorspäre genießen. Dieses Jahr war ich bereits in Warendorf, Tecklenburg und am Wochenende fahre ich zum @heinzi-Treffen nach Bremen. Zwar lauert auf den Weihnachtsmärkten immer die Gefahr, gewhamt zu werden, also das Lied „Last Christmas“ zu hören und damit beim Spiel „Christmas King“ auszuscheiden. Aber noch bin ich im Rennen, und ich freue mich auf Bremen.

Da der Gatte und ich in einem Chor in Deutschland singen, kriegen wir auch genug von der deutschen Vorweihnachtszeit mit, auch wenn wir dieses Jahr vor allem englische Christmas Carols einstudieren. Wir singen am Heiligen Abend in der Christmette, also haben wir auch die Gelegenheit, die deutschen Klassiker wie „Oh du fröhliche“ und „Stille Nacht“ aus voller Brust mitzusingen. Im letzten Jahr wurde in den Niederlanden das Lied „Stille Nacht“ aus dem Gesangbuch für Weihnachten entfernt, irgendwie haben sie es hier wirklich nicht mit Weihnachtskultur.

Natürlich gehört auch das Plätzchenbacken zu den Dingen, die ich an der Vorweihnachtszeit liebe. Früher tat ich das mit meiner Mutter und meiner Oma, während meiner Schulzeit backten meine beste Freundin und ich zusammen und sauten die Küche ein, was bei unseren Müttern nicht gerade auf Begeisterung stieß, Die ersten selbstfabrizieren Punschbrezeln waren legendär, da uns zu viel Rum in die Glasur geriet und die Plätzchen sich richtig schön vollsogen. Nach drei Stück konnte man das Auto besser stehen lassen.

Vor einigen Jahren unterrichtete ich im Winterhalbjahr einen Deutschkurs für Anfänger. In der letzten Stunde vor den Weihnachtsferien brachte ich Plätzchen und Rezepte mit und las mit den Kursteilnehmern eine einfache Weihnachtsgeschichte. Nach der Stunde brachte ich der Sekretärin ein paar Plätzchen vorbei. Sie fragte: „Hast du die selbst gemacht?“ Ich nickte stolz, worauf sie ausrief: „Warum das denn, um Himmels Willen?“

Noch Fragen?

Kategorien: Ganz "normaler" Alltag, Typisch Nederlands - typisch deutsch (?) | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , | 14 Kommentare

Bloggen auf WordPress.com.