Beiträge mit dem Schlagwort: Weihnachtsmarkt

Lebenszeichen im Advent

Nachdem wir letztes Jahr zu dieser Zeit voll im Umzugsstress waren, ist dieses Jahr die Adventsszeit eher unspektakulär. Nachdem ich Anfang Dezember von einer Grippe heimgesucht wurde, bin ich immer noch etwas müde, aber das könnte auch am üblichen Jahresendstress liegen. Wie sagte eine Kursteilnehmerin von mir so schön? „Alles muss unbeding noch dieses Jahr fertig werden, als ob nächstes Jahr nicht stattfinden würde. „Und eine Kollegin formulierte es so: „There is no tired like end-of-the-year teacher tired.“ Wo sie recht hat…

Aber ein bisschen vorweihnachtliche Stimmung muss natürlich sein. Dafür sorgte auch eine liebe Freundin aus der alten Heimat, die mir wieder einen Adventskalender geschickt hat, an dem sich hier noch niemand vergriffen hatte. Jetzt sieht er natürlich etwas anders aus.

adventskalender

Außerdem habe ich wieder meinen Adventskranz Marke Eigenbau gebastelt und den Mitbewohner weihnachtsfein gemacht.

advent2017 advent20173

Auch zum Plätzchenbacken bin ich gekommen, und zwei Weihnachtsmarktbesuche waren auch drin, man darf also nicht nölen.

plaetzchen8

Letzte Woche waren wir zum Chanukkahfeiern in der Synagoge eingeladen. Es war wieder sehr schön, stimmungsvoll und nahrhaft. Schön, dass wir dabei sein durften.

Noch drei Tage arbeiten, dann habe ich erst mal zwei Wochen frei. Ich freu mich schon auf ein paar ruhige Tage. Aber wahrscheinlich hat Heinz Becker mal wieder recht, wenn er feststellt: „Weihnachten ist reine Nervensache.“

Ich wünsche euch allen schöne, geruhsame Feiertage!

Advertisements
Kategorien: Ganz "normaler" Alltag | Schlagwörter: , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Der erste Advent

Und wieder ist sie gekommen, die stade Zeit vor Weihnachten, die allerdings meist alles andere als ruhig und besinnlich ist: Plätzchen backen, Geschenke zusammensuchen, Weihnachtsmärkte besuchen und natürlich diverse Weihnachtsfeiern stehen auf dem Programm. Und ihr wisst ja inzwischen sicher, dass sich in der Vorweihnachtszeit meine deutschen Wurzeln lautstark bemerkbar machen.

Das mit dem Plätzchenbacken wird aber im Moment noch nichts, da unser Ofen gerade kaputt ist, und die Firma es seit zwei Wochen schon nicht gebacken kriegt, den Mechaniker mit dem richtigen Ersatzteil loszuschicken. Service-Dienstleistungswüste! Vielleicht sollte ich einfach loslegen und alle verfügbaren Backbleche voll roher Plätzchen in der ganzen Straße verteilen: „Darf ich mal bei euch dieses Blech backen? Es dauert nur ca. 20 Minuten.“ Mir wurde auch schon geraten, die Kekse auszubrüten, aber ich weiß nicht so recht…. Aber ich habe ja noch etwas Zeit.

Selbstverständlich stehen wieder ein paar Weihnachtsmärkte auf dem Programm. Ich muss zugeben, ich liebe Weihnachtsmärkte: Glühwein trinken, Bratwurst essen, meine Tassensammlung erweitern, Kunst(handwerk) und Kitsch in den Buden bestaunen und vielleicht sogar kaufen, ich finde das schön.

Heute wird bei uns in der Stadt die Adventszeit mit dem Ruf des Mittwinterhorns eingeläutet, das nur vom ersten Advent bis Dreikönig draußen gespielt werden darf. Eigentlich wollten wir hingehen, aber im Moment tobt ein derartiges Schietwetter, dass wir es auf einen der nächsten Sonntage vertagt haben. Vielleicht spielt auch unser ehemaliger Nachbar wieder mit, der uns jahrelang mit seinen Übungen erfreut hat. Und als er dann richtig gut war, ist er weggezogen. Die Gefahr, das verbotene Lied zu hören, ist bei so einer Veranstaltung jeher gering.

Auf jeden Fall habe ich schon seit einigen Tagen einen Adventskalender, den mir eine gute Freundin aus der alten Heimat geschickt hat, und ich habe es geschafft, die einzige bemalte Weihnachtskugel, die wir noch haben, aufzuhängen, ohne sie zu zertöppern. Beim nächsten Weihnachtsmarktbesuch werde ich mich mal nach Nachschub umschauen.

Der Adventskranz Marke Eigenbau ist fertig und sieht gut aus, finde ich:

advent2015 advent2015-2

Und Struppie, unser Mitbewohner, hat dieses Jahr eine neue Weihnachtsmütze. Wie sagte eine Kursteilnehmerin mal so schön: „Dat geeft meteen een hoop sfeer (Das macht gleich eine Menge Stimmung)“.

advent2015-3

Ich wünsche euch allen eine schöne, nicht allzu stressige Adventszeit.

Kategorien: Ganz "normaler" Alltag, Typisch Nederlands - typisch deutsch (?) | Schlagwörter: , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

In der Vorweihnachtszeit fühle ich mich deutsch

Über einen Beitrag von Elvira landete ich bei einem Blogpost von Bunt und Farbenfroh: Weihnachten wird abgeschafft. Und während ich so vor mich hin las und dachte, entdeckte ich plötzlich, dass dies ja auch ein echtes Grenzwandererthema ist. Wie oft werde ich nicht gefragt, ob ich mich deutsch oder niederländisch oder beides oder keines von beiden fühle. Und ich komme immer mehr zu der Schlussfolgerung, dass es situationsgebunden ist.

Beim Fußball ist es mir wurscht, da lehne ich mich entspannt zurück und denke: „Möge der Bessere gewinnen.“ Oder ich feuere eine Mannschaft an, die ich irgendwie goldig finde: Irland, Ecuador, die Faröer-Inseln etc. Das verstehen die Wenigsten, aber damit kann ich leben.

Beim Eurovision Soncontest habe ich in den letzten zwei Jahren mit den Niederländern mitgebibbert, auch wenn mir andere Einsendungen ebenfalls gut gefallen haben. Und Anouk und die Common Linnets haben es ja auch wirklich gut gemacht. Über den Beitrag für nächstes Jahr kann ich mir am Freitag ein Urteil bilden. Mal sehen, ob der Partiotismus anhält, wenn Trijntje Oosterhuis bei „The Voice of Holland“ ihr Lied zum Besten gibt.

In sehr vielen anderen Kontexten bin ich eigentlich weder noch. Ich bin ein Grenzgänger, Europäer, Weltbürger. Aber in der Vorweihnachtszeit ist alles anders: Da fühle ich mich deutsch und bin froh, in Grenznähe zu wohnen.

In den Niederlanden spielt Weihnachten eher eine untergeordnete Rolle. Hier ist das Nikolausfest (Sinterklaas), das am 5. Dezember gefeiert wird, der Höhepunkt der Wintermonate. Bereits Wochen vorher macht sich Sinterklaas aus Spanien auf den Weg, um den Kindern die Geschenke zu bringen, und wird Mitte November feierlich in den verschiedenen niederländischen Städten empfangen. Begleitet wird er von zahlreichen Helfern, den „Zwarte Pieten“. Diese sind seit einiger Zeit umstritten, da seine Rolle als schwarzer Diener von Kritikern als rassistisch empfunden wird. Dies aufzurollen würde hier jedoch zu weit führen und so verweise ich auf Alex‘ Beitrag auf buurtaal. Nur kurz mein Senf: Wenn eine Bevölkerungsgruppe angibt, dass sie sich durch die heutige Darstellung verletzt fühlt, sollte man sich nicht gleich eingraben, sondern bereit sein, darüber nachzudenken, ob da nicht vielleicht ein Kern von Wahrheit darin steckt. Traditionen können sich ja schließlich ändern.

Da ich aber nicht nicht mit dem „Sinterklaasfeest“ aufgewachsen bin und keine Kinder habe, ist es mir nie gelungen, dazu den richtigen Draht zu entwickeln. Und das ist wohl auch der Grund, warum ich mich in der Vorweihnachtszeit deutsch fühle – sie ist eine schöne Erinnerung an die Zeit, als ich noch klein und die Welt noch in Ordnung war. Darum versuche ich immer, ein bisschen Vorweihnachtsstimmung zu verbreiten und zu genießen.

Dazu gehört natürlich der Adventskranz auf dem Wohnzimmertisch, auch dieses Jahr wieder Marke Eigenbau mit weihnachtsfeinem Mitbewohner. Und jedes Jahr bekomme ich einen Adventskalender aus der alten Heimat geschickt. Dieses Jahr sind es sogar zwei geworden, so dass der Gatte und ich jeder etwas Eigenes haben. Vielen Dank, es freut mich, dass ihr trotz Weihnachtstress dafür die Zeit gefunden habt.

Auch das Kartenschreiben gehört dazu, und ich sehe es nicht als lästige Pflicht an, sondern als Möglichkeit, mit den Leuten aus der alten Heimat mal wieder analog in Kontakt zu treten, und nicht „nur“ über Mail und soziale Netzwerke. Selbstverständlich bekomme ich auch sehr gern Post.

Dann gibt es natürlich auch die Weihnachtsmarktbesuche: Bratwurst essen, Glühwein trinken, meine Tassensammlung vergrößern, nach Geschenken stöbern und die Atmorspäre genießen. Dieses Jahr war ich bereits in Warendorf, Tecklenburg und am Wochenende fahre ich zum @heinzi-Treffen nach Bremen. Zwar lauert auf den Weihnachtsmärkten immer die Gefahr, gewhamt zu werden, also das Lied „Last Christmas“ zu hören und damit beim Spiel „Christmas King“ auszuscheiden. Aber noch bin ich im Rennen, und ich freue mich auf Bremen.

Da der Gatte und ich in einem Chor in Deutschland singen, kriegen wir auch genug von der deutschen Vorweihnachtszeit mit, auch wenn wir dieses Jahr vor allem englische Christmas Carols einstudieren. Wir singen am Heiligen Abend in der Christmette, also haben wir auch die Gelegenheit, die deutschen Klassiker wie „Oh du fröhliche“ und „Stille Nacht“ aus voller Brust mitzusingen. Im letzten Jahr wurde in den Niederlanden das Lied „Stille Nacht“ aus dem Gesangbuch für Weihnachten entfernt, irgendwie haben sie es hier wirklich nicht mit Weihnachtskultur.

Natürlich gehört auch das Plätzchenbacken zu den Dingen, die ich an der Vorweihnachtszeit liebe. Früher tat ich das mit meiner Mutter und meiner Oma, während meiner Schulzeit backten meine beste Freundin und ich zusammen und sauten die Küche ein, was bei unseren Müttern nicht gerade auf Begeisterung stieß, Die ersten selbstfabrizieren Punschbrezeln waren legendär, da uns zu viel Rum in die Glasur geriet und die Plätzchen sich richtig schön vollsogen. Nach drei Stück konnte man das Auto besser stehen lassen.

Vor einigen Jahren unterrichtete ich im Winterhalbjahr einen Deutschkurs für Anfänger. In der letzten Stunde vor den Weihnachtsferien brachte ich Plätzchen und Rezepte mit und las mit den Kursteilnehmern eine einfache Weihnachtsgeschichte. Nach der Stunde brachte ich der Sekretärin ein paar Plätzchen vorbei. Sie fragte: „Hast du die selbst gemacht?“ Ich nickte stolz, worauf sie ausrief: „Warum das denn, um Himmels Willen?“

Noch Fragen?

Kategorien: Ganz "normaler" Alltag, Typisch Nederlands - typisch deutsch (?) | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , | 14 Kommentare

Es blaut die Nacht…

Grundgütiger, wie die Zeit vergeht! Übermorgen ist schon der erste Advent, und irgendwie komme ich zur Zeit einfach nicht zum Bloggen, obwohl es genug gäbe: 52 Bücher, die nächsten Teile des Reiseberichts und natürlich viele Kuriositäten des Alltags. Ich hoffe schwer, dass ich zwischen den Jahren ein bisschen Muße finden werde.

Morgen steht der erste Weihnachtsmarktbesuch dieses Jahres an, und zwar in Bremen, einer Stadt, von der ich noch keine Glühweintasse habe. Deshalb habe ich mich heute schon um einen Adventskranz gekümmert. Letztes Jahr habe ich auf dem Weihnachtsmarkt in Bad Bentheim mein viertes Tiffany-Windlicht erworben und somit genug für einen Kranz. Die vier Lichter stehen jetzt mit etwas Grünzeug garniert auf einer Kuchenplatte schlicht, aber effektiv.

adventskranz13 adventskranz132 adventskranz135 adventskranz136

Auf dem zweiten Foto sieht man noch ein anderes wesentliches Dekorationselement, nämlich unseren weihnachtsfeinen Mitbewohner.

Ich wünsche euch allen eine schöne Adventszeit, und wir lesen uns!

Kategorien: Ganz "normaler" Alltag | Schlagwörter: , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kerstmarkt / Weihnachtsmarkt in Bad Bentheim

Het is het tweede weekend van de advent en dus weer tijd voor de kerstmarkt in Bad Bentheim. In de loop der jaren is hij een echt grenswandelaar-evenemet geworden, het publiek is gemengd en de borden, posters en menukaarten dus ook. Daarvan – en van andere dingen –  wil ik jullie graag een paar impressies laten zien.

Es ist das zweite Adentswochenende und damit wieder Zeit für den Weihnachsmarkt in Bad Bentheim. Dieser ist im Lauf der Jahre ein richtiges Grenzwanderer-Ereignis geworden, das Publikum ist gemischt, und die Schilder, Plakate und Speisekarten auch. Davon – und von anderen Dingen – möchte ich euch en paar Impressionen zeigen.

schloss

schloss 2

Majestueus troont het kasteel op de enige fatsoenlijke heuvel in deze streek over het stadje en de kraampjes, waar glühwijn, braadworst, kerstversieringen en andere dingen verkocht worden. Ik koop mijn vierde Tiffany-windlicht, dus ik heb nu genoeg voor een adventskrans volgend jaar

Majestätisch thront das Schloss auf dem einzigen vernünftigen Hügel hier in der Gegend über der Stadt und den Ständen, wo Glühwein, Bratwurst, Christbaumschmuck und andere Dinge verkauft werden. Ich erwerbe mein vieryes Tiffany-Windlicht und habe jetzt genug für einen Adventskranz nächstes Jahr.

armonia-orkest

Het Armonia Orkest uit Enschede speelt kerstliederen, om geld for de actie Serious Request in te zamelen. Dit jaar staat het Glazen Huis, waarin 3 DJ’s zich opsluiten, vasten en muziek draaien, om geld in te zamelen, in Enschede op de Oude Markt. De opbrengst van het project is bestemd voor het terugdrengen van de babysterfte in ontwikkelingslanden. Ook ik zal binnenkort mijn bescheiden bijdrage voor deze actie leveren, maar dat vertel ik jullie volgende week. Het orkest legt de actie met zijn eigen charme uit:

Das Armonia Orkest aus Enschede spielt Weihnachtslieder, um Geld für die Aktion Serious Request einzusammeln. Dieses Jahr steht das Gläserne Haus, in dem sich drei DJs einschließen, fasten und Musik machen um Geld einzusammeln, in Enschede auf dem Oude Markt. Der Erlös des Projekts ist für das Zurückdringen der Säuglingssterblichkeit in Entwicklungsländern bestimmt. auch ich werde in Kürze meinen bescheidenen Beitrag dazu leisten, aber darüber berichte ich nächste Woche. Das Orkester erklärt die Hintergründe dieser Aktion mit seinem eigenen Charme:

armonia-orkest2

De borden bij de Glühweinstand zijn tweetalig, en ook de uitnodiging voor erwtensoep. Maar alleen de Nederlanders wordt verteld, dat het binnen warm is:

Die Schilder beim Glühweinstand sind zweisprachig, und ebenso die Einladung zur Erbsensuppe. Der Hinweis, dass es drinnen warm ist, ergeht jedoch nur an die Niederländer:

schild

schild 2

Ook in de kerststal heeft men behoefte aan een glühwijntje:

Auch in der Krippe braucht man ein Glühweinchen:

krippe

Terwijl de zon ondergaat, racen kinderen –  en de ouders – met de slee de kasteelhuvel naar beneden:

Während die Sonne untergeht, sausen die Kinder – und die Eltern – mit dem Schlitten den Schlossberg hinunter:

schlittenfahrt

Eigenlijk wilden wij in een Italiaans restaurant eten dat ik van vroeger kende, maar dit heeft inmiddels helaas plaats moeten maken voor een wijn- en cocktailbar. Volgens Peter was er nog een andere Ialiaan in de buurt, maar die konden we niet vinden. Plotseling wist hij het weer: Het restaurant dat hij in gedachten had, bevindt zich in Denemarken, precies gezegd in Ringkøbing. Dit was natuurlijk een beetje ver, en zo werd het een „middeleuuws“ restaurant met een grappige menukaart:

Eigentlich wollten wir in einem italienischen Restaurant essen gehen, das ich von früher kannte, aber das musste inziwschen leider einer Wein- und Cocktailbar weichen. Laut Peter gab es noch einen anderen Italiener in der Nähe, aber den konnten wir nicht finden. Plötzlich wusste er es jedoch wieder: Das Restaurant, das er meinte, befindet sich in Dänemark, genauer gesagt in Ringkøbing. Das ist natürlich etwas weit, und so entschieden wir uns für ein „mittelalterliches“ Restaurant mit amüsanter Speisekarte:

speisekarte

speisekarte 2

Het was weer een geslaagde middag op de kerstmarkt.

Es war wieder ein gelungener Nachmittag auf dem Weihnachtsmarkt.

Kategorien: "Gewoon" dagelijks leven, Ganz "normaler" Alltag | Schlagwörter: , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Vorweihnachtszeit

Vorweihnachtszeit, wie ich sie von früher kenne: den Adventskranz aufstellen, Plätzchen backen, Geschenke für Familie und Freunde aussuchen, Weihnachtsmärkte besuchen, Glühwein trinken, diverse Weihnachtsfeiern etc. Nicht gerade die „stade Zeit“, die in romantischen Weihnachtserzählungen heraufbeschworen wird, sondern durchaus hektisch, da am Ende des Jahres auch alles Mögliche fertig werden muss. Aber trotzdem simmungsvoll und voll Vorfreude. Ich glaube, ich werde auf meine mittelalten Tage nostalgisch.

Hier in den Niederlanden ist das anders: Ende November hält Sinterklaas Einzug, und am 5. Dezember ist „Pakjesavond“, das Nikolausfest (Alex hat das auf buurtaal sehr ausführlich beschrieben). Vor allem für Familien mit Kindern ist das ein schönes, fröhliches Fest. Und danach kann dann der Baum aufgestellt werden.  Laut Gatten eine durchaus übliche Konversation unter Kollegen: „Mistwetter heute.“- „Kannst du laut sagen. Steht bei dir der Baum schon?“ – „Nee, machen wir morgen.“

Also, meins ist das ja nicht.  Als wir noch einen Baum hatten, wurde er am 24. Dezember aufgestellt und stand bis Dreikönig – wie sich das gehört.  Aber in den letzten Jahren sind wir zwischen den Jahren so oft unterwegs, dass für die paar Tage, die wir zu Hause sind, kein Baum das Leben lassen muss.

Als wir das letzte Mal Weihnachten bei meinen Eltern verbrachten und dort wie gewohnt am Heiligabend den Baum aufstellten, machten mein Mann und ich nach getaner Arbeit einen Spaziergang. Und wie kamen an vielen Häusern vorbei, wo die Leute mit dem Baumschmücken beschäftigt waren – man konnte die Spannung und Vorfreude direkt fühlen. Das vermisse ich hier manchmal .Aber es gibt ja genug Gelegenheiten, um über die Grenze zu fahren.

Am zweiten Adventswochenende waren der Gatte und ich in der alten Heimat. Der Regen in Norddeutschland wich langsam schönerem Wetter im Süden, und wir wurden sogar von einem Alpenblick empfangen. Und natürlich gab es Schnitzel.

Zusammen mit zwei Freundinnen klapperten wir vier Weihnachtsmärkte in München ab (wegen der Lichtverhältnisse konnte ich nur zwei davon fotografieren):

Mit anderen Freunden besuchten wir ein Adventskonzert in einer kleinen Kapelle, gestaltet von Kindern und Jugendlichen der Siedlung. Es war schön, mal wieder oberbayrische Lieder und Gedichte zu hören:

Und unser Freund, der einen Fahrradladen hat, fuhr den Nikolaus in einer Rikscha spazieren:

Und ein Wochenende später war das alljährliche Weihnachtsmarkttreffen in Münster:

Doch, es war eine schöne Vorweihnachtszeit.  Und jetzt kann Weihnachten kommen.

Kategorien: Ganz "normaler" Alltag, Typisch Nederlands - typisch deutsch (?), Verschiedenes / Diversen | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , | 4 Kommentare

Nicht alle Tassen im Schrank? Ach was!

Gestern war ich auf dem überaus gezelligen, konspirativen Münstertreffen, bei dem ich einige sehr nette @heinzis wiedersah und einige ebenso nette neue kennenlernte. Und natürlich wurden auch zahlreiche Glühweinchen auf Konfuse getrunken.

Beim Treffpunkt am Rathaus überreichte mir nonoever eine Glühweintasse vom Weihnachtsmarkt Halle/Saale, die sie zusammen mit Schildkröte extra für mich erworben hatten. An einer einigermaßen sicheren Stelle packte ich sie aus, und ich wurde gebeten, meine Sammlung doch mal zu fotografieren. Zu Hause machte ich aus der Not eine Tugend und befreite die Tassen vom Staub des letzten Jahres.  Dabei ließ ich in Gedanken Revue passieren, wie ich eigentlich dazu gekommen bin.

Vielleicht liegt es bei mir in den Genen, schließlich sammelte mein Vater eine Zeitlang eifrig Bierkrüge. Angefangen hat es jedenfalls während meines Referendariats in Nürnberg, wo es auf dem Christkindlesmarkt Tassen mit verschiedenen Nürnberger Persönlichkeiten gab. Mit Peter Henlein, dem Erfinder der Taschenuhr sowie einer Ingolstädter Tasse war der Grundstein meiner Sammlung gelegt. Später kamen noch andere hinzu.

Meine Eltern und Freunde aus meiner alten Heimat unterstützten mich tatkräftig mit Trinkgefäßen aus München und Umgebung, und einige Kollgegen die es an verschiedene Orte in Bayern verschlagen hatte, trugen ebenfalls ein Steinchen dazu bei.

Dann zog ich um in die Niederlande. Hier kennt man so etwas leider nicht, wenn es denn Glühwein gibt, wird er in ordinären Plastikbechern serviert. Aber wofür wohnt man im Grenzgebiet? Im Lauf der Jahre kamen ein paar hübsche Becher  aus der direkten und weiteren Umgebung dazu.

Von kleineren Orten wie Nordhorn und Bad Bentheim gib es inzwischen keine eigenen Tassen mehr, da hatte ich also Schwein gehabt. Im Gegensatz dazu bringt Münster jedes Jahr wieder etwas Neues heraus und ändert auch gelegentlich das Format. Liebe Münsteraner, bei allem Stolz auf eure Stadt werdet ihr sicher verstehen, dass ich nicht jedes Jahr eine neue Tasse mitnehmen kann.

Irgendwann sprach sich meine Sammelleidenschaft auch bei @heinzi herum. Die beiden Häferl aus Wien stammen aus einem Tauschgeschäft mit Schnecke, die dafür einen kompletten Satz niederländischer Euros erhielt. Schnecke ist übrigens die erste Mitmailerin, die ich persönlich kennengelernt habe, obwohl Wien ja nicht gerade um die Ecke liegt. Die Kölntasse stammt aus dem Tauschgeschäft „Stein gegen Steingut“ (Zitat Bocki) mit Konfuse, und ein paar andere wurden mir einfach so bei dem einen oder anderen Treffen überreicht.

Und irgendwann kam ein wohlgefülltes Päckchen von halea, so dass nun auch Ostwestfalen (immer diese Himmelsrichtungen!) gut vertreten ist. Eine dieser Tassen steht in der Kaffeeküche in der Arbeit, und die Kollegen wissen genau: MEINS!

Auch mein Bruder und meine Schwägerin haben meine Sammelleidenschaft nicht vergessen, und so kam ich letztes Jahr zu diesen schönen Marburger Examplar:

Des weiteren gibt es noch ein paar „Exoten“, also von Künstlern gestaltete Tassen. Die Tübinger Tasse kommt sogar aus einem Haushalt, der eigentlich weihnachtsfreie Zone ist.

So, liebe Leser, das war ein nicht ganz vollständiger Überblick, und jetzt wisst ihr Bescheid. Nochmal Danke an alle, die diese Sammlung mit haben wachsen lassen, ich habe mich über jede Tasse sehr gefreut. Dieser Artikel soll aber keineswegs eine Aufforderung sein, mir jetzt von überall her Tassen zu schicken, vor allem nicht, wenn man irgendwelchen Ramsch loswerden will. 😉 Sonst heißt es nämlich irgendwann, wie beim WC in Münster: Wegen Überfüllung geschlossen.

Kategorien: Steckenpferde / stokpaardjes | Schlagwörter: , , , , | Ein Kommentar

Konfuse

Bei @heinzi schrieb er unter dem Namen Konfuse. Manchmal hatte man das Gefühl, dass der Name Programm war, denn seine Vorliebe für Rechtsanwalt / Privatdetektiv Ingo Lenßen und Dittsche kennzeichnete den Stil seiner Beiträge.

Als ich im Jahr 2003 nach Irland fuhr, bat er mich um einen Stein von der Westküste, da er einmal eine Geschichte zu diesem Thema gelesen hatte. Ich verschluckte mich beinahe vor Lachen, denn Peter und ich tüftelten herum wegen jedem Gramm Gepäck, und der Herr wünschte sich einen Stein! Aber ich habe ihm ein Steinchen aus dem Burren mitgebracht. Dieses Steinchen sollte noch über zwei Jahre bei mir in der Schreibtischschublade liegen, bis wir uns im November 2005 auf dem konspirativen Weihnachtsmarkttreffen in Münster endlich persönlich kennenlernen konnten.

Ich hatte mich erst mit Tulpe bei uns am Bahnhof getroffen, dann ging es – entgegen allen Befürchtungen wegen Schneechaos-Spätfolgen – problemlos weiter nach Münster. Wir waren pünktlich am Rathaus, und bald traf auch Bocki ein. Während wir auf Konfuse warteten, kam Lumpi, der eigentlich irgendwo anders hinwollte. Aber er ließ es sich nicht nehmen, kurz am Rathaus vorbeizuschauen. Dann erschien Konfuse, und wir machten uns auf die Socken Richtung Weihnachtsmarkt. Dort brauchten wir erst mal was Warmes, also ein Glühweinchen, und Konfuse und ich tauschten endlich unsere Sachen aus, die schon vier bzw. zwei Jahre bei uns rumlagen.  Die Glühweintassen von Köln wurden meiner Sammlung einverleibt, und der Stein von der irischen Westküste wird einen Platz im konfusianischen Garten finden, wurde mir versichert.

Dann hatte Konfuse den berüchtigten „Schnaps aus dem Löffel“, den es in Münster gibt, auf seinem Wunschzettel, und wir suchten ein Lokal, in dem man so etwas bekommt. Uns wurde mitgeteilt, dass man dazu zum „Pinkus“ müsse, aber aus unerfindlichen Gründen wollte Bocki dort nicht hin. Wir überlegten, ob er sich dort wegen eines riesigen Bierdeckels nicht mehr reintraut, oder dass er sich *mit uns* dort nicht blicken lassen will oder Hausverbot hat, weil er mal eine Kellnerin verführt hat (Peter meinte nachher: „Dann kommt euch dort ein jüngeres Ebenbild von Bocki entgegen, mit einer Stofftasche als Schürze umgebunden“). Der wahre Grund wird uns wohl weiterhin verborgen bleiben, es passierte nichts Spektakuläres. Statt dessen tranken wir ein paar Bierchen und Konfuse bekam seinen Schnaps, der ihm vortefflichst mundete:

Foto: (c) by Tulpe

Dann wurde es Zeit, zum Spanier zu gehen, wo Bocki einen Tisch reserviert hatte. Das Essen war ausgezeichent und die Konversation gepflegt. Viel zu schnell war es Zeit, zum Bahnhof zu gehen, und wir verabschiedeten uns von Bocki. Am Bahnhof wurde es natürlich wieder knapp, da wir noch Tulpes Nachtzeug aus dem Schließfach holen mussten und unser Zug mal wieder vom allerhintersten, am besten versteckten Gleis abfuhr. Im Schweinsgalopp ging es über den Bahnsteig, und Konfuse, der eigentlich gar nicht dorthin musste, ließ es sich nicht nehmen, uns zu begleiten und hielt sich bei der Rennerei noch am besten. Kondition? Was ist das? Kann man das essen? Wir erwischten den Zug, und vollgefressen gondelten wir zu mir nach Hause.

Dies war leider das einzige Mal, dass ich Konfuse „live“ getroffen habe. Tulpe und ich entdeckten einmal in Amsterdam eine Sonnenbrille mit Totenkopf-Gläsern, die wir ihm schickten, und die er auch tatsächlich gern getragen hat. Im Forum hatten wir auch weiterhin eine Menge Spaß. Im Sommer beim WM-Tippspiel teilten wir uns sehr lange einen Platz in der Rangliste, und erst kurz vor dem Finale trennten sich unsere Wege.

Im Herbst ist Konfuse im Alter von 38 Jahren gestorben. Als die Nachricht unser Forum erreichte, loggten sich viele „Ehemalige“ wieder einmal ein, um ihm die letzte Ehre zu erweisen, oder wie Lupinchen es formulierte: „Konfuse hat es geschafft,  dass viele Stammuser der 1. Stunde wieder hier sind eigens um hier in seinem Thread Abschied zu nehmen.“

Bald steht das nächste konspirative Münstertreffen an, und wir werden sicher zahlreiche Glühweinchen auf ihn trinken. Und wenn es mich in – hoffentlich nicht allzu ferner – Zukunft mal wieder an die irische Westküste verschlagen sollte, werde ich noch mal einen Stein mitnehmen.

Foto: (c) by Sir Guinness

Kategorien: Ganz "normaler" Alltag | Schlagwörter: , , , , , , , | 5 Kommentare

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.