Smartphone-News

Wie bereits erwähnt habe ich seit Jahresanfang ein Smartphone. Entgegen meinen schlimmsten Befürchtungen habe ich noch keine größeren Katastrophen mit dem Teil verursacht, und es lässt sich verdächtig einfach bedienen. Das wundert mich etwas, weil ich mit dem Tablet des Gatten gar nicht zurechtgekommen bin.

Vor allem WhatsApp ist richtig praktisch, wenn man auf die Schnelle was abklären will. Allerdings ist eine Gruppe, bei der ich gelandet bin, meiner Arbeitsmoral gar nicht zuträglich. Und heute habe ich rausgekriegt, wo die ganzen netten Smilies sind. Cool.

Echt ein tolles Spielzeug.

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Von Smartphones und „Sealfies“

Einer meiner guten Vorsätze für dieses Jahr ist ja die „Herausforderung Smartphone“. Eigentlich wollte ich nie so ein Teil, aber manchen Entwicklungen kann selbst ich mich nicht entziehen. So scheinen einige Leute aus meinem Umfeld das Phänomen “E-Mail”, neben dem persönlichen Gespräch meine liebste Kommunikationsmethode, komplett ausgelassen zu haben, und jetzt sind sie alle auf WhatsApp. Und das Lesen meiner Mails von irgendwo anders als dem heimischen PC aus ist manchmal auch nicht verkehrt…

Jetzt sitze ich also hier mit meinem neuen Spielzeug und es geht erstaunlich gut. Posts über Pleiten, Pech und Pannen werden also vorläufig nicht kommen, hoffe ich. Nur das Telefonieren geht im Moment noch nicht, was aber mit einigen verwaltungstechnischen Problemchen mit meinem Abonnement zu tun hat, die bald gelöst sein werden – sagt zumindest mein Anbieter. Aber wenn es so weit ist, rechnet bitte nicht damit, dass ich dann rund um die Uhr erreichbar bin, denn das habe ich nämlich nicht vor.

Und ich werde auch nicht dem Beispiel der “Wise Guys” folgen:

„Ich mache tierisch gerne Selfies!
Ich grinse in mein eignes Telefon.
Ich mach ein Bild, und dann post’ ich’s auch schon.
So schaut mir jeder zu
bei allem, was ich tu.“

Ihr dürft also erleichtert aufatmen. ;)

 Und weiter? Ja, wir haben es wieder getan! Nach Mara und Lewis haben wir unseren dritten Adoptivseehund. Ich weiß, dass es korrekt „Seehundpatenschaft heißt, aber ich benutze weiterhin die Übersetzung der niederländischen Bezeichnung. Diesmal geht es um ein Kegelrobbenbaby namens Bjarne (Schwedisch: Bär). Casperien von der Seehundstation Pieterburen hat mir folgende “Sealfies“ geschickt:

Er ist doch goldig, nicht wahr?

Außer der Adoptionsurkunde erhielten wir folgende Informationen: „Bjarne wurde am 9. Januar dieses Jahres zu uns gebracht. Er wurde vor der Küste von Nord-Holland bei Egmond aan Zee gefunden und wiegt 14,4 kg. Sein Alter schätzen wir auf 10 Tage.

Bjarne ist im Moment zusammen mit anderen Seehundjungen in Quarantäne. Er bekommt kleine Heringe zu fressen, und es geht ihm gut. Es wird noch eine Weile dauern, aber wir halten euch auf dem Laufenden, wann wir ihn freilassen werden.  […] Natürlich seid ihr herzlich willkommen, um ihn einmal zu besuchen.”

Das machen wir natürlich gern, mal sehen, wann wir dazu kommen, um mal wieder nach Pieterburen zu fahren. Mit meiner Pieterpadwanderung werde ich es sicher nicht kombinieren können, denn im Moment bin ich noch in der Nähe von Roermond unterwegs, und so schnell bin ich nicht. Und vielleicht schaffen wir es wieder, dabei zu sein, wenn er frei gelassen wird. Damals bei Lewis war es soooo schön!

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Van Smartphones en “Sealfies”

Een van mijn goede voornemens voor 2016 is de “uitdaging Smartphone”. Eigenlijk had ik zo’n ding nooit willen hebben, maar aan sommige ontwikkelingen kan zelfs ik me niet onttrekken. Zo blijkt dus dat een aantal mensen in mijn kennisenkring het fenomeen “E-mail”, naast het persoonlijke gesprek mijn favoriete manier van communiceren, compleet heeft overgeslagen, en nu zitten ze met z’n allen op WhatsApp. En het lezen van mails op afstand is soms ook niet verkeerd…

Nu zit ik dus hier met mijn nieuwe speelgoed, en het gaat allemaal verbazingwekkend goed. Posts over blunders, problemen, grotere en kleinere rampen zitten dus voorlopig niet aan te komen, hoop ik. Alleen bellen kan ik nog niet, maar dit ligt aan een paar procedurele probleempjes rond mijn abonnement, die binnenkort opgelost zijn – zegt mijn aanbieder. Maar als het zo ver is, reken er niet op dat ik dan 24/7 bereikbaar ben, dat ben ik nog steeds niet van plan.

En ik ga ook niet het voorbeeld van de A-capella-groep “Wise Guys” volgen:

„Ich mache tierisch gerne Selfies!
Ich grinse in mein eignes Telefon.
Ich mach ein Bild, und dann post’ ich’s auch schon.
So schaut mir jeder zu
bei allem, was ich tu.“

Jullie mogen dus opgelucht adem halen. ;)

 En wat is er verder nog? Wij hebben het weer gedaan! Na Mara en Lewis hebben wij nu onze derde adoptiezeehond. Deze keer gaat het om een pup van de Grijze zeehond, en hij heet Bjarne (Zweeds: beer). Casperien van de Zeehondencrèche Pieterburen mailde mij volgende “Sealfies”:

Hij is een schatje, niet waar?

Naast een mooi adoptiecertificaat kregen wij de volgende informatie: “Bjarne is op 9 januari jl. bij ons binngengebracht. Hij is gevonden langs de kust van Noord Holland bij Egmond aan Zee met een gewicht van 14,4 kg. Zijn leeftijd schatten we op 10 dagen.

Bjarne verblijft nog samen met andere pups in quarantaine. Hij krijgt kleine haringen gevoerd en het gaat goed met hem. Het zal nog even duren, maar we houden jullie op de hoogte wanneer we hem weer gaan vrijlaten. […] Natuurlijk zijn jullie heel welkom om hem eens te komen bezoeken.”

 Dit zullen we uiteraard graag doen, even kijken wanneer we weer eens tijd hebben om naar Pieterburen te gaan. Met mijn Pieterpadwandeling valt dit zeker niet te combineren, want op het moment ben ik pas in de buurt van Roermond onderweg, en zo snel ben ik niet. En misschien lukt het ook weer om mee te gaan als hij wordt vrijgelaten. Toen bij Lewis was het zoooo geweldig!

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Zwischen den Jahren – Jahresrückblick 2015

Zwischen den Jahren – ich mag diese Redewendung, auch wenn ich gelegentlich darauf aufmerksam gemacht werde, dass sie nicht logisch ist, dass es immer entweder noch das eine oder schon das andere Jahr ist. Aber sie umschreibt so schön die Stimmung der Tage zwischen Weihnachten und Neujahr: Der Weihnachtsstress liegt hinter einem, das neue Jahr noch vor einem, es ist relativ ruhig und die Zeit scheint ein bisschen langsamer zu vergehen. Zeit, um zurück und auch nach vorne zu schauen.

In meinem Lieblingsforum wird schon seit längerem am Jahresende auf das vergangene Jahr zurückgeschaut: Wünsche, Vorsätze, Erfolge und Misserfolge passieren die Revue.  Letztes Jahr habe ich zum ersten Mal mitgemacht, und ich fand es interessant, um jetzt nachzulesen, was das Jahr 2014 für mich ausgemacht hat. Vieles vergisst man ja doch wieder oder kann es nicht mehr einordnen.

Was war das Beste für Dich an diesem Jahr?
Dass es für mich selbst nicht wirklich dramatische Ereignisse gab, und dass ich mich wohl immer noch über kleine Dinge freuen kann.

Hast Du 2015 etwas gemacht, das Du noch nie zuvor gemacht hast?
Ich habe bei der Sitzung der Städtischen Kommission Einspruch gegen die Mittelkürzungen für unsere Bibliothek erhoben. Es war aufregend und sehr lehrreich.

Hast Du all Deine guten Vorsätze aus dem Vorjahr beherzigt?
Das mit dem Sport ist nicht wirklich was geworden, aber immerhin habe ich angefangen, den Pieterpad zu wandern.

Hast Du gute Vorsätze für das nächste Jahr?
Mich endlich der Herausforderung Smartphone stellen und den Pieterpad zu Ende laufen.

Welche Länder hast Du 2015 besucht?
Deutschland, und ich habe mal kurz nach Polen hineingeschnuppert.

Was möchtest Du 2016 haben, was Du 2015 nicht hattest?
Das, was ich auch dieses Jahr wollte: Mehr Zeit für Familie, Freunde, Hobbys – vor allem für das Schreiben und aktuell den Pieterpad.

Welches Datum aus 2015 wirst du nie vergessen?
Den 12. Dezember: Gemütlich bummeln mit einer Freundin und dann zum Weihnachtskonzert, bei dem der Gatte einen Auftritt hatte!

Was war Dein größter Erfolg 2015?
Ich habe mich über den inneren Schweinehund hinweggesetzt und angefangen, den Pieterpad zu laufen. So lerne ich meine Wahlheimat auf eine ganz andere Art kennen, und es macht Spaß!

Welches war Dein größter Fehler?
Mein ewiges Problem, dass ich meine Grenzen manchmal nicht gut bewache und mich dann mal wieder über mich selbst ärgere.

Hast Du eine Krankheit oder eine Verletzung gehabt?
Am Anfang des Jahres wurde ich gleich zweimal von der Grippewelle überrollt. Keine Ahnung, ob es zwei verschiedene waren oder ob ich mich nicht gut genug auskuriert hatte.

Was war das Beste, was Du gekauft hast?
Mein E-Reader. Er macht das Urlaubsgepäck deutlich leichter.

Wessen Verhalten erschreckt Dich oder macht Dich traurig?
Das Verhalten der Terroristen in Paris etc., aber auch das Verhalten diverser „besorgter Bürger“ in unserer Stadt.

Wofür ging das meiste Geld drauf?
Das weiß ich nicht genau, aber ich denke, für unseren Ostsee-Urlaub. In vier Wochen läppert sich einiges zusammen.

Worüber warst Du so richtig aus dem Häuschen?
Über diverse richtig schön analoge Nachrichten mit der Schneckenpost aus der alten Heimat, die mal wieder zeigen, dass 18 Jahre und 800 Kilometer einer Freundschaft nicht unbedingt etwas anhaben müssen.

Welches Lied wird Dich immer an 2015 erinnern?
„Home“ von Dotan. Irgendwie bin ich dieses Jahr darauf gestoßen, und er beschreibt das Gefühl des Heimkommens so toll!

Verglichen mit 2014, warst du im Jahr 2015

…glücklicher oder unglücklicher?
Weder – noch. Und das ist auch gut so.

… reicher oder ärmer?
Ich denke, es bleibt ungefähr gleich.

Wovon hättest Du lieber mehr gemacht?
Ich hätte gern einen Sommerkurs gegeben, aber das hat leider nicht geklappt.

Wovon hättest Du lieber weniger gemacht?
Nervigen Kleinkram, aber das ändert sich hoffentlich im nächsten Jahr.

Wie hast Du Weihnachten verbracht?
Wie letztes Jahr mit dem Gatten und dem Mitbewohner zu Hause. Die Familie wurde nach den Feiertagen besucht.

Hast Du Dich 2015 verliebt?
Dazu nur so viel: Alte Liebe rostet nicht.

Welches war Deine Lieblingssendung im Fernsehen?
Die Camilla-Läckberg-Reihe „Mord in Fjellbäcka“ – eine skandinavische Krimiserie mit Humor, die nicht so furchtbar schwer aufs Gemüt schlägt.

Hast Du jemanden oder etwas hassen gelernt?
Hassen ist ein zu großes Wort, aber es gab schon ein paar Dinge, über die ich mich aufgeregt habe.

Welches war das beste Buch, das du 2015 gelesen hast?
Inselgrab“ von Johan Theorin, ein würdiger Abschluss seiner Öland-Tetralogie.

Was war deine größte musikalische Überraschung 2015?
Dass das Adventskonzert unseres Chores (zusammen mit einigen anderen Chören) erstaunlich gut geklappt hat.

Was hast Du Dir gewünscht und auch bekommen?
Viele interessante Momente und Begegnungen.

Was hast Du Dir gewünscht und nicht bekommen?
Eins der etwas weniger schauerlichen Objekte beim Schrottwichteln.

Welches war Dein Lieblingsfilm in diesem Jahr?
Der Film ist zwar schon aus dem letzten Jahr, aber aus logistischen Gründen konnte ich ihn erst dieses Jahr sehen: „Beste Chance“ von Marcus H. Rosenmüller, der dritte und letzte Teil meiner Heimweh-Trilogie.

Was hast Du an Deinem Geburtstag getan und wie alt bist Du geworden?
Ich habe ihn zu Hause verbracht, wir waren schön essen und ich bin wieder ein Jahr älter geworden.

Welche eine Sache hätte Dein Jahr zufriedenstellender gemacht?
Wenn es mit dem Sommerkurs geklappt hätte.

Was hielt Dich gesund?
Eine ganz gute Verfassung und wohl auch Glück.

Erzähle uns eine wertvolle Lebenslektion, die Du in diesem Jahr gelernt hast!
Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass auf dem Gebiet, das ich vor Urzeiten studiert habe, die Zeit nicht stehengeblieben ist, auch wenn ich jetzt beruflich etwas anderes mache. Mal wieder vorsichtig über den Tellerrand zu schauen wäre also keine schlechte Idee.

Auf was freust Du Dich im Jahr 2016?
Auf die grüne Insel – falls wir nicht wieder auf etwas komplett anderes kommen, geht der Sommerurlaub nach Irland. Außerdem auf neue Herausforderungen, nette Menschen und interessante Begegnungen.

Ich wünsche allen, die sich gelegentlich hierher verirren, mitlesen und kommentieren das Allerbeste für 2016. Möge es ein gutes Jahr werden.

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Ostseeradtour 2015 – Teil 4

Ist das Wetter nass und der Humor eher trocken, ja, dann bist du da, wo die Nordlichter rocken (aus: “Allens kloor” von Kompliment)

Fehmarn – Pelzerhaken – Lübeck

Was den Montagmorgen betrifft, geht es mir wie Garfield- ich mag ihn wirklich nicht. Das Wochenende ist vorbei, man steht irgendwie neben sich und muss ich erst mühsam wieder in den gewohnten Rhythmus einfinden. Nun verliert man im Urlaub ja gelegentlich die Übersicht über die einzelnen Wochentage, aber manchmal machen sich die Montage doch irgendwie bemerkbar. Aber dazu später mehr…

In der Nacht war es regnerisch und windig gewesen, und die Böen hatten unser Zelt gelegentlich kräftig durchgeschüttelt, aber zum Glück hält es ja einiges aus. Der Wetterbericht hatte für heute wechselhaftes Wetter angekündigt und sollte recht behalten. Nach dem Aufstehen lief ich erst mal an den Strand, um zu sehen, wie die See, die am Abend zuvor noch ruhig und glatt in der untergehenden Sonne gelegen hatte, nun in schäumenden Wogen an den Strand rollte.

fehmarn

Nachdem wir gefrühstückt und abgebaut hatten, passierte mir beim Wegfahren etwas wirklich Blödes: Peter wollte noch schnell den Abfall entsorgen, und ich stieg beim Blumenbeet an der Rezeption ab, um auf ihn zu warten. Dabei knickte mein linker Knöchel um (das macht er leider öfter), und ich plumpste samt Fahrrad auf den etwa dreißig Zentimeter hohen Zaun, der das Beet umgibt. Da lag ich also eingeklemmt zwischen Zaun und bepackter Leeze und konnte mich kaum rühren! Ein Campinggast, der im Auto vorbeikam, hielt sofort an, und zusammen mit Peter befreite er mich aus meiner misslichen Lage. Ich humpelte zur Bank vor der Rezeption, wo ich meinen Fuß hochlegte. Die besorgte Rezeptionistin versorgte mich mit einem Glas Wasser, und nach einer Weile ging es mir auch wieder gut genug, dass ich losfahren konnte. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die hilfsbereiten Leute, und die etwas geplätteten Stiefmütterchen hat man mir hoffentlich nachgesehen. An der Stelle, wo sich der Zaun in Po und Hüfte gedrückt hatte, bildete sich im Laufe der nächsten Tage ein in allen Farben schillernder Streifen, das wäre sicher mal ein interessantes Tattoo-Motiv.

Obwohl mir der Schreck noch ziemlich in den Knochen saß, meisterte ich den Anstieg zur Sundbrücke ganz gut.

fehmarnsund fehmarnsund2

Wieder auf dem Festland folgten wir den Schildern Richtung Grömitz, doch wir mussten bald feststellen, dass diese eine sehr touristische Route durch die Pampa angaben. Nach etlichen Kilometern landeten wir an einer Hauptstraße mit einem Radstreifen. Was die Streckenführung und Beschilderung angeht, ist hier noch deutlich Luft nach oben. Vielleicht müssen wir uns doch mal ein Fahrradnavi zulegen, denn die beste Karte hilft nichts, wenn man inmitten ausgedehnter Getreidefelder steht und keine Ahnung hat, wo man ich eigentlich befindet.

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In Fargemiel machten wir auf einer Bank eine Pause, als es plötzlich zu regnen anfing. Wir flüchteten unter einen Baum und zogen das Regenzeug an. Wir überlegten, ob weiterfahren sollten, vielleicht gibt es ja einen besseren Unterschlupf. Wir beschlossen abzuwarten, der Baum war immerhin besser als nichts. Als der Regen nach einer Weile nachließ, fuhren wir weiter und kamen, wie es halt immer so ist, am Ortsausgang an einem wunderbaren Bushäuschen vorbei. Falls also jemand in Fargemiel von einem Regenschauer erwischt wird, weiterfahren Richtung Grömitz!

Bei Grömitz war übrigens der Radweg zu Ende, und wir konnten nur auf dem Seitenstreifen der Hauptstraße weiterfahren. Erst waren wir uns nicht sicher, ob das erlaubt war und befürchteten, von der Polizei von der Straße gepflückt zu werden, aber dann sahen wir ein Radroutenschild, das in unsere Fahrtrichtung wies. So viel Verkehr gab es da auch nicht, und wir fuhren immer wieder durch kleine Ortschaften.

In Bliesdorf machten wir eine weitere Pause, dann kam die erste Karte des Kieler Radfahrers zum Einsatz, mit deren Hilfe wir den Strandweg nach Pelzerhaken fanden. Unterwegs kamen wir an einem Friedwald, dem „RuheForst Ostseeküste / Brodau“, vorbei. Das Konzept der Waldbestattung verbreitet sich ja immer mehr, und ich muss sagen, die Idee, unter einem Baum begraben zu werden, gefällt mir. Der Slogan dieses Friedwaldes ist übrigens „Unter allen Wipfeln ist Ruh…“.

Da dieser Tag ja sowieso ein bisschen doof angefangen hatte, beschlossen wir, bei Pelzerhaken einen Campingplatz zu suchen. Zu unserer Linken befand sich der Strand mit verlassenen Strandkörben, es gab eine Sauna und eine Surf- und Tauchschule, und beim Ortsausgang wurden wir zum Campingplatz   „Am hohen Ufer“ dirigiert. Als Peter hinter einem Wohnmobil auf das Gelände fahren wollte, knallte ihm fast die Schranke auf den Kopf, und er konnte grade noch ausweichen.

Wir bekamen eine Duschkarte mit Guthaben und durften zwischen der windgeschützten Zeltwiese und der mit Aussicht wählen. Wir entschieden uns für erstere, da auch heute wieder eine kräftige Brise angekündigt war.

Nach dem Aufbauen ging ich duschen, und Peter nutzte die Zeit, um sich mit ein paar Enten anzufreunden, die dann das Zelt belagerten und mir neugierig beim Tagebuchschreiben zusahen.

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Dann gingen wir zu Fuß zum Supermarkt und speisten gemütlich auf der Bank auf der Zeltwiese: Kartoffelsnack mit Krautsalat. Danach machten wir noch einen Verdauungsspaziergang zum Strand und wurden auf dem Uferweg von einem Schwarm winziger Fliegen umschwirrt. Ein Stückweit strandabwärts entstand ein neuer Apartmentkomplex mit Läden, und der ganze Strand wirkte hier ziemlich domestiziert.

pelzerhaken pelzerhaken2

Als es uns zu kühl wurde, gingen wir zurück und verkrochen uns ins Zelt.

Am nächsten Morgen weckte mich ein Rumoren in meinen Eingeweiden – der Krautsalat wollte raus! Ich schaffte es gerade noch rechtzeitig zum Örtli, doch dabei sollte es nicht bleiben. Zweimal musste ich noch im Schweinsgalopp zur Keramik. Das schien ja wirklich eine gebrauchte Woche zu werden! Ob wir so heute nach Lübeck kommen würden? Als der Kiosk öffnete, kaufte ich fast den gesamten Hörnchenvorrat auf, um meinem Magen etwas Gutes zu tun. Es half tatsächlich, und ich beschloss, mich für den Rest des Urlaubs vom Krautsalat fern zu halten.

Heute mussten wir mit den Regenjacken an losfahren, aber egal, dafür hat man sie ja. Wir fuhren nach Neustadt, wo wir über das Neustädter Binnenwasser mussten. Ein älterer Herr an einer Bushaltestelle gab uns den Tipp, einfach dem Radweg auf der linken Straßenseite zu folgen, das würde uns einige Überquerungen ersparen und wir könnten stressfrei zum Hafen und über die Brücke rollen. Wunderbar, da klappte tatsächlich.

Dann folgten wir der Bäderstraße nach Sierksdorf, wo man schon von weitem die Achterbahnen des Hansapark sehen konnte.

hansapark

Diesen Freizeitpark, der damals noch “Hansaland” hieß, hatten wir früher auch öfters besucht. Damals hatten mein Bruder und ich begeistert alle Fahrgeschäfte ausprobiert: die Wildwasserbahn, die Loopingbahn “Nessie”, das Wikingerschiff und vieles mehr. Auch unsere Eltern fuhren mehr oder weniger begeistert mit. Heute reicht es mir, diese ganzen Dinger respektvoll von unten zu bewundern, ich glaube, ich werde alt.

Vor dem liebevoll gestalteten Eingangsbereich machten wir eine kurze Pause, um die Holstentor-Attrappe zu fotografieren. Heute oder auf jeden Fall morgen würden wir das Original bewundern können.

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Dann fuhren wir weiter durch die verschiedenen Seebäder, die alle ihre eigene Identität haben. In Haffkrug gibt es sogar ein Bananenmuseum! Bei schlechtem Wetter ist das sicher gut besucht, wir waren ja im Lake District auch mal aus purer Verzweiflung in einem Bleistiftmuseum gewesen.

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Auch Scharbeutz ist sehr nett, und bei Timmendorfer Strand verließen wir die Küstenstraße und fuhren praktisch der Nase nach Richtung Bad Schwartau – die Konfitüre kann man ziemlich weit riechen. Die Strecke hügelte angenehm, und bald erreichten wir Stockelsdorf. Nach einem kurzen Orientierungsproblem (unsere detaillierte Karte war zu Ende) fanden wir den Weg ins Zentrum und der Campingplatz Schönböcken ist sogar gut ausgeschildert. Das Wetter war inzwischen wieder wunderbar, und wir konnten nach dem Aufbauen unsere Sachen zum Trocknen und Lüften in der Gegend verteilen.

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In Lübeck wohnen auch Freunde meiner Eltern, die wir früher hin und wieder besucht hatten und umgekehrt. Während meiner Reisevorbereitungen hatte ich ihnen eine Mail geschickt, und tatsächlich, sie freuten sich darauf, uns zu sehen. Ich rief sie an und teilte ihnen mit, dass wir auf dem Campingplatz standen, und Kurt bot uns an, uns zum Abendessen abzuholen.

Pünktlich standen wir an der Rezeption, und Kurt kam auf seinem Fahrrad um die Ecke, und wir fuhren zu seinem Haus. Es war zwar zwanzig Jahre her, dass wir uns zuletzt gesehen hatten, aber Kurt und Margrith hatten sich kaum verändert. Als erste Amtshandlung verteilten wir unsere Elektrogeräte auf verschiedene Steckdosen, dann nahmen wir mit einem Bierchen im Wohnzimmer Platz und schwelgten in Erinnerungen.

Nach einem herrlichen Abendessen (“Eigentlich ist es ja ein Winteressen, aber bei den kühlen Temperaturen braucht ihr was Warmes im Bauch”) schlug Kurt vor, mit dem Auto nach Travemünde zu fahren. Dann konnten wir uns auf der Weiterfahrt den Schlenker über den Hafen sparen. Wir fuhren über die Autobahn und wunderten uns, dass sie von Häusern gesäumt ist. Also, da möchte ich nicht wohnen.

In Travemünde gingen wir durch die jetzt noch sehr ruhige Altstadt zum Hafen, wo ich eine Filiale des “Fisherman” entdeckte. Ich weiß nicht, ob ich es schon mal erwähnt habe, aber voriges Jahr hatten wir beim “Fisherman” in Norden unser “best Fischbrötchen ever” verspeist. Da wir aber noch pappsatt waren, konnten wir nicht testen, ob Travemünde da mithalten kann.

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Wir gingen zum Leuchtturm und sahen plötzlich ein Lotsenboot ausfahren. Also musste bald ein Schiff ankommen. Wir beschlossen, darauf zu warten und schauten uns in Ruhe die Umgebung an. Auf der anderen Seite der Trave am Priwallhafen liegt die Viermastbark “Passat”, die wir früher auch einmal besichtigt hatten. Damals verlief dort übrigens die Grenze zur DDR, und da war für mich als Kind praktisch die Welt zu Ende. Aber diesmal würden wir weiter ostwärts fahren – ich war schon sehr gespannt. Auch einen Kormoran bekamen wir zu sehen.

kormoran

Nach einer Weile fuhr die “Finnlady” aus Helsinki ein, die eine gut 28stündige Überfahrt hinter sich hatte. An Deck standen begeistert winkende Leute, und wir winkten fröhlich zurück. In der Nähe eines solchen Hafens müsste man wohnen!

finnlady

Inzwischen hatten sich dunkle Regenwolken über uns zusammengeklumpt, und obwohl wir uns beeilten, schafften wir es nicht rechtzeitig zum Auto. Wir stellten uns unter das Vordach eines Holzhauses und warteten ab. Der Spuk dauerte zum Glück nicht lange, und wir kamen trocken zum Auto. Wieder in Lübeck verabredeten wir uns für den nächsten Morgen um zehn Uhr am Holstentor zu einer Stadtführung und Kurt begleitete uns noch über die alte Eisenbahnstrecke, dann konnten wir den Rückweg allein finden.

Nach einem Schwätzchen mit unseren niederländischen Nachbarn, die auf der Hanseroute (die sich gelegentlich mit dem Ostseeradweg deckt) unterwegs waren, gingen wir schlafen.

Als wir am nächsten Morgen gegen acht Uhr wach wurden, waren unsere Nachbarn schon weg. Wir frühstückten gemütlich und fuhren dann zum Holstentor, wo Kurt uns in Empfang nahm.  Dieses Gebäude zierte vor langer Zeit die alten 50-DM-Scheine.

holstentor

Wir parkten unsere Räder vor der Touristeninformation und begaben uns dann ins Innere, wo wir uns erst einmal einen Überblick auf der Karte verschafften. Danach bekamen wir eine richtige Premium-Stadtführung, bei der wir viel Neues über die Hansestadt lernten und bereits vorhandenes (Halb-)Wissen einordnen konnten. Die kreisfreie Stadt, auch „Stadt der Sieben Türme“ oder „Tor zum Norden“ genannt, gilt als „Königin oder Mutter der Hanse“, einem mittelalterlichen Kaufmanns- und Städtebund, der sich, grob gesagt, von England bis Russland erstreckte.

Auf unserem Rundgang durch die Stadt zeigte uns Kurt nacheinander die Wohnungen der Fischer, der Kaufleute und der vornehmen Leute. Wir gingen durch zahlreiche enge Gassen, für die ich gerne das Wort „Snickelways“ (York) verwende, und Hinterhöfe.

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Außerdem besichtigten wir den von Heinrich dem Löwen gegründeten Dom, eine gotische Hallenkirche mit spätromanischer Vorhalle, die auch das „Paradies“ genannt wird. Vor diesem Paradies befinden sich auch die Gassen „Fegefeuer“ und „Hölle“.

Dann ging es weiter zu den Kirchen St. Petri (als Schutzpatron der Fischer natürlich sehr passend für diese Gegend), St. Aegidien und der Katharinenkirche, die früher zum Franziskanerkloster gehörte und jetzt ein Museum beherbergt.

Natürlich kamen wir auch durch die Mengstraße mit dem Thomas-Mann-Haus, und ich dachte, dass ich den Roman „Buddenbrooks“ eigentlich auch mal wieder lesen könnte.

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Da das leibliche Wohl auch nicht zu kurz kommen darf, machten wir einen Abstecher zu Niederegger, dem berühmten Marzipanhersteller. In der „Marzipanwelt“ erfährt man eine Menge über die Herkunft, Geschichte und Herstellung des Marzipans anhand einer langen Tafel, an der zwölf lebensgroße Figuren wie Grimmelshausen, Thomas Mann oder Wolfgang Joop, die alle bekennende Marzipanliebhaber waren oder noch sind. Aber auch die Hansekogge im Schaufenster und die vielen anderen Dinge sehen toll aus, Einfach Wahnsinn, was man alles aus Marzipan herstellen kann!

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Dann ging es vorbei am Rathaus zur Kirche St. Marien, der Mutterkirche der Backsteingotik, mit ihrem Teufelsstein. Der Legende nach dachte der Teufel bei der Grundsteinlegung dieser Kirche, dass man ein Weinhaus errichten wollte, und half eifrig mit beim Bau. Als jedoch klar wurde, dass es um eine Kirche ging, versuchte er mit einem Stein das Bauwerk zu zertrümmern. Bevor der Schaden zu groß wurde, besänftige man ihn, indem man ihm versprach, neben der Kirche ein Weinhaus zu errichten, den Ratsweinkeller. Die Spuren der Teufelskrallen sind auf dem Stein noch heute zu sehen.

teufelsstein

Dank Kurts präziser Planung (er sollte wirklich Gästeführer werden!) waren wir pünktlich um zwölf Uhr im Inneren der Marienkirche. Dort kann man nämlich die Astronomische Uhr bewundern, die den Sonnen- und Mondstand und die Tierkreiszeichen zeigt. Und um zwölf Uhr zeigt sich auch ein Reigen aus acht Figuren, den Repräsentanten der christlichen Völker, die von Jesus gesegnet werden. Unter ihnen befindet sich auch ein selbstbewusster Schlutuper Fischer mit seinen Händen in den Hosentaschen und dem Hut auf dem Kopf.

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Nach einer kurzen Andacht sahen wir uns weiter in der Kirche um und bewunderten ausgiebig den berühmten „Lübecker Totentanz“. Inzwischen hatten wir schon sechs der sieben Türme besucht, und es wurde Zeit zum Mittagessen. Wir gingen in den Ratskeller, wo Peter sich überreden ließ, Labskaus zu probieren, ein Gericht aus Corned Beef, Kartoffeln, Zwiebeln, Rote Bete und noch einigen anderen Zutaten. Da man mich mit Roter Bete jagen kann, verspeiste ich eine Ofenkartoffel mit Matjes.

Gestärkt gingen wir weiter zur Kirche St. Jakobi, der Kirche der Seefahrer und Fischer. Dort befindet sich das Wrack der Viermastbark „Pamir“, einem Schwesternschiff der „Passat“ am Priwall in Travemünde. Die Pamir geriet 1957 auf dem Weg von Buenos Aires nach Hamburg auf der Höhe der Azoren in einen Hurrikan und sank. Dabei überlebten nur sechs der 86 Besatzungsmitglieder. Eine der möglichen Ursachen ist ein Verrutschen der Ladung Gerste.

Dann gingen wir zum Burgtor und bestaunten das Hansemuseum von außen. Hineingehen wollten wir heute nicht mehr, da uns von all den Eindrücken und Informationen jetzt schon der Kopf schwirrte. Irgendwann werden wir das wohl noch nachholen, denn wir sind hoffentlich nicht zum letzten Mal in Lübeck gewesen. (Wenn ich für jedes Mal, dass ich das sage, einen Euro kriegen würde…)

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Beim Burgtor sahen wir auch einen Pilger mit einer Jakobsmuschel am Rucksack. Na, der hatte noch einiges vor, denn bis Santiago sind es von dort aus noch schlappe 3500 Kilometer.

Dann machte Kurt uns auf die „Lisa von Lübeck“ aufmerksam. Dabei handelt es sich um die Rekonstruktion eines Kraweels aus dem 15. Jahrhundert. Bisher kannten wir das Wort „Kraweel“ nur aus dem Film „Pappa ante Portas“, wo der Dichter Lothar Frohwein es in einem wahrlich avantgardistischen Gedicht verwendet. Wir wären nie auf die Idee gekommen, des es tatsächlich ein existierendes Wort ist!

Dann besuchten wir noch das Heilig-Geist-Spital, ebenfalls ein Beispiel für Backsteingotik, das im 13. Jahrhundert gegründet worden war und bis 1970 noch als Altenheim Dienst tat, in dem jeder Bewohner eine Kammer von vier Quadratmetern zur Verfügung hatte. Heute ist es eine Art Museum, und in der Vorweihnachtszeit findet dort der Weihnachtsmarkt statt.

Dann gingen wir noch einen Kaffee trinken und unterhielten uns über alles Mögliche. Dann verabschiedete Kurt sich, und wir fuhren zum Campingplatz, wo wir den Tag gemütlich ausklingen ließen. Die ganzen Eindrücke und Informationen mussten ja erst mal verarbeitet werden. Es war wirklich eine Stadtführung vom Feinsten, gut organisiert, abwechslungsreich und genau die richtige Mischung von historischen Fakten, Anekdoten und Legenden. Und es war sehr schön, Kurt und Margrith mal wieder gesehen zu haben.

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Fijne kerstdagen – Frohe Weihnachten

Beste lezers,

Het is  bijna weer kerst en de Florin Street Band is terug! Na het uitbundige Victoriaanse “My Favouite Time of Year” nu het iets ingetogener “Light Our Way” (zie beneden). Een prachtig stukje met een onmeunig mooie videoclip die zijn kracht ontleent aan het landschap van de Wye Valleys (Wales), Dartmoor (Devon) en Exmoor (Somerset). Genieten dus!

In de tijd tussen kerst en Oud en Nieuw (“zwischen den Jahren”, zoals het zo mooi in het Duits heet) ben ik van plan om met mijn reisverslag van de Oostzee verder te gaan, nadat sommigen al voorzichtig daarna geïnformeerd hebben. Sorry, maar er kwam altijd weer iets tussen.

Verder wens ik iedereen een fijne kerst, en mijn lezers uit de “kerstvrije zone” een paar rustige vrije dagen.

Liebe Leser,

es ist fast wieder Weihnachten, und die Florin Street Band ist zurück! Nach ihrem fröhlichen viktorianischen “My Favourite Time of Year” jetzt das etwas zurückhaltendere “Light Our Way” (sieh unten). Ein schönes Stück mit einem wunderbaren Videoclip, der seine Kraft von der Landschaft der Wye Valleys (Wales), Dartmoor (Devon) und Exmoor (Somerset) bekommt. Wirklich etwas zum Genießen!

Zwischen den Jahren (ich liebe diesen Ausdruck) werde ich endlich mit dem Reisebericht unserer Ostseetour weitermachen, nachdem sich einige ja schon vorsichtig erkundigt haben. Sorry, aber es kam halt immer irgendwie etwas dazwischen.

Weiterhin wünsche ich euch frohe Weihnachten, und meinen Lesern aus der weihnachtsfreien Zone ein paar ruhige freie Tage.

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“Mijn” stad op weg naar de kerst

Kwam ik vorig jaar nog tot te conclusie dat ik me in de tijd voor kerst definitief meer Duits dan Nederlands voel, moet ik hier nu wel weer vraagtekens plaatsen.

Een paar jaar geleden kwam men hier tot de conclusie dat het geen nut heeft, om de Duitse kerstmarkten te kopiëren, want dit gaat gewoon niet lukken. Maar ja, een beetje sfeer in de donkere dagen heeft natuurlijk ook wel wat. En zo ontstond het initiatief “Woar geet’t opan met Kesmis?”, een breed cultureel aanbod met theatervoorstellingen, concerten, lezingen en meer. Moest dit evenement de afgelopen jaren zijn draai nog vinden, vind ik het dit jaar uitermate geslaagd.

Gisteren lieten Peter en ik ons onderdompelen in een middag cultuur in onze binnenstad. We begonnen in de Bieb, waar de “Vocalgroup Happy Few” Christmas Carols en andere liedjes ten gehore bracht.

happyfew

Daarna verkasten wij naar het stadhuis, waar in de Burgerzaal de Stadsherberg geopend was. Hier wachtte ons een gevarieerd programma, volksdans, diverse koren, een dansworkshop en verschillende “soepverhalen”.

stadsherberg

Terwijl mijn collega meedeed aan de dansworkshop, liepen wij langs de “Long Lane of Love”, waar je glühwein kunt drinken, bomen knuffelen en natuurlijk op het hartenbankje zitten (al is dit nu een beetje koud), naar de schouwburg, waar men ons erop attent maakte, dat het duo Laus en Jonne Steenbeke de sketch “Diner veur ene” zouden spelen. Voor mij was dit natuurlijk een must, want het origieneel “Dinner for One” hoort al sinds mensenheugenis bij een geslaagd Oud en Nieuw in Duitsland. In onze studententijd vierden wij weleens Oud en Nieuw bij vrienden in Groningen, waar we “Dinner for One” niet op de tv konden kijken. Dus voerden wij het zelf op, met Peter die moeite had met de tekst van de butler als Miss Sophie mij als James. De watervlek op het plafond – een resultaat van het laatste “Skål” –  was nog jaren te zien. Inmiddels bestaat het stuk in talloze versies: “Dinner for One – up Platt” (Nederduits), “Essn für Ann” (Frankisch), “Dinner for One uff Hessisch” tot de bewerking van het Kinderkanal “Dinner für Brot” met Bernd, het slechtgehumeurde brood, in de hoofdrol. Dus werd het ook tijd voor een Twentse versie!

In de theaterzaal konden we lekker dicht bij het podium zitten en niet alleen zien en horen maar ook voelen, hoe James telkens weer opnieuw over het tijgerhoofd struikelde. Het was wel een beetje jammer, dat het duo de introductie geschrapt heeft, want voor nieuwkomers is het wel belangrijk om te weten, dat de vier vrienden van de 90jarige Miss Sophie (of hier vrouw Jannink) allang overleden zijn en allemaal door de arme James vertegenwoordigd moeten worden. Maar desondanks was het een prachtige voorstelling, en het stukje werkt ook gewoon in het Twents: “Zelfde wieze as veurig joar, vrouw Jannink? Zelfde wieze as elk joar, James!”

Daarna waren we op tijd weer in de Stadsherberg, om (onder het genot van een kopje soep uiteraard) twee soepverhalen te horen, van voormalig stadsdichter Bob Boswinkel (in mijn ogen nog steeds de beste stadsdichter, die wij ooit hadden) en de 17jarige Susan van SusansSchrijfsels (een veelbelovend talent, want zij heeft de net iets andere kijk op de wereld en kan deze ook heel goed omzetten in taal).

Het was een heel geslaagde middag. Het concept is heel goed gelukt en het past ook gewoon bij “mijn” stad – sfeervol, creatief en met beide benen op de grond. Willem Wilmink had gelijk toen hij zei: “Eanske is onmeunig mooi”.

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Der Backofen tut wieder – alles wird gut!

Was lange währt, wird endlich gut. Nachdem die Backofenfirma ihren armen Mitarbeiter erst komplett ohne Ersatzteil und dann mit dem falschen zu uns geschickt hat, hatte er vorgestern alles dabei und konnte unseren Backofen reparieren. Und ich konnte mich endlich auf die Weihnachtsplätzchen stürzen.

Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen, al zeg ik het zelf:

Plätzchen2015

Italiensiche Pangani, Lübecker Kokosmakronen und Vanillekipferl, bei denen mir der Gatte tatkräftig geholfen hat. Die Ausstechplätzchen in der sternförmigen Dose sind allerdings nicht von mir, sondern von einer Freundin, die mich auf keinen Fall ohne Weihnachtsplätzchen durch die Adventszeit gehen lassen wollte. Vielen Dank!

Niederländer, die es nach Deutschland verschlagen hat, kriegen ziemlich schnell mit, dass das Plätzchenbacken einfach zur Vorweihnachtszeit gehört. Vielleicht greift es hier ja auch irgendwann mal um sich. Man soll nie die Hoffnung aufgeben.

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Der erste Advent

Und wieder ist sie gekommen, die stade Zeit vor Weihnachten, die allerdings meist alles andere als ruhig und besinnlich ist: Plätzchen backen, Geschenke zusammensuchen, Weihnachtsmärkte besuchen und natürlich diverse Weihnachtsfeiern stehen auf dem Programm. Und ihr wisst ja inzwischen sicher, dass sich in der Vorweihnachtszeit meine deutschen Wurzeln lautstark bemerkbar machen.

Das mit dem Plätzchenbacken wird aber im Moment noch nichts, da unser Ofen gerade kaputt ist, und die Firma es seit zwei Wochen schon nicht gebacken kriegt, den Mechaniker mit dem richtigen Ersatzteil loszuschicken. Service-Dienstleistungswüste! Vielleicht sollte ich einfach loslegen und alle verfügbaren Backbleche voll roher Plätzchen in der ganzen Straße verteilen: “Darf ich mal bei euch dieses Blech backen? Es dauert nur ca. 20 Minuten.” Mir wurde auch schon geraten, die Kekse auszubrüten, aber ich weiß nicht so recht…. Aber ich habe ja noch etwas Zeit.

Selbstverständlich stehen wieder ein paar Weihnachtsmärkte auf dem Programm. Ich muss zugeben, ich liebe Weihnachtsmärkte: Glühwein trinken, Bratwurst essen, meine Tassensammlung erweitern, Kunst(handwerk) und Kitsch in den Buden bestaunen und vielleicht sogar kaufen, ich finde das schön.

Heute wird bei uns in der Stadt die Adventszeit mit dem Ruf des Mittwinterhorns eingeläutet, das nur vom ersten Advent bis Dreikönig draußen gespielt werden darf. Eigentlich wollten wir hingehen, aber im Moment tobt ein derartiges Schietwetter, dass wir es auf einen der nächsten Sonntage vertagt haben. Vielleicht spielt auch unser ehemaliger Nachbar wieder mit, der uns jahrelang mit seinen Übungen erfreut hat. Und als er dann richtig gut war, ist er weggezogen. Die Gefahr, das verbotene Lied zu hören, ist bei so einer Veranstaltung jeher gering.

Auf jeden Fall habe ich schon seit einigen Tagen einen Adventskalender, den mir eine gute Freundin aus der alten Heimat geschickt hat, und ich habe es geschafft, die einzige bemalte Weihnachtskugel, die wir noch haben, aufzuhängen, ohne sie zu zertöppern. Beim nächsten Weihnachtsmarktbesuch werde ich mich mal nach Nachschub umschauen.

Der Adventskranz Marke Eigenbau ist fertig und sieht gut aus, finde ich:

advent2015 advent2015-2

Und Struppie, unser Mitbewohner, hat dieses Jahr eine neue Weihnachtsmütze. Wie sagte eine Kursteilnehmerin mal so schön: “Dat geeft meteen een hoop sfeer (Das macht gleich eine Menge Stimmung)”.

advent2015-3

Ich wünsche euch allen eine schöne, nicht allzu stressige Adventszeit.

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Momente einer Reise – musikalisch unterlegt

Auf einem meiner Streifzüge durch die Bloglandschaft stieß ich auf Marcs Blogparade mit dem Thema: Musikalische Erinnerungen – der Sound des Reisens. Ich denke, viele Leute verbinden eine bestimmte Reise mit einem bestimmten Musikstück, das  sie vielleicht auf dieser Reise gehört haben oder das sonst irgendwie passt. Ich möchte dieses Thema aber ein kleines bisschen anders aufziehen.

Meine Leser wissen ja, dass mein Mann und ich meistens mit Fahrrad und Zelt unterwegs sind und dass ich vor Kurzem auch das Wandern entdeckt habe. Und dabei habe ich keinerlei Musikabspielgerät mit, da ich die Klänge meiner Umgebung hören möchte: die brüllenden Vögel, das Rauschen des Meeres, das leise Rascheln des Windes in den Gräsern – das alles möchte ich auf keinen Fall missen. Aber wie kann man dann ein passendes Lied zu einer Reise haben? Ganz einfach, es gibt immer wieder Momente, in denen sich ein bestimmtes Musikstück in meinen Kopf schleicht, weil es gerade so gut passt. Und ein paar typische Momente und die dazugehörige Musik wiederholen sich auf jeder Reise der letzten paar Jahre.

Fangen wir mit dem Anfang an. Dazu gehört Das Lied “Omarm” der niederländischen Band Bløf. Der Sänger wird vom Fernweh gepackt, kann nichts dagegen machen und bittet die geliebte Person, doch mit ihm zu gehen.

Der Anfang “Hoe ver je gaat heeft met afstand niets te maken, hoogstens met de tijd (Wie weit man geht, hat nichts mit Entfernung zu tun, höchstens mit der Zeit)”  passt perfekt zu unserer Reiseplanung. Wir haben uns schon lange von der Idee verabschiedet, eine ganz bestimmte Strecke zurückzulegen, weil das meistens doch nicht funktioniert. Wir haben eine bestimmte Zeitspanne und dann sehen wir schon, wie weit wir kommen, denn Wind und Wetter tragen ja das Ihrige dazu bei. Damit sind wir bei den letzten Zeilen des Bløf-Liedes: “Hoe recht je staat heeft met zwaarte niets te maken, hoogstens met de Wind. (Wie aufrecht man steht, hat nichts mit der Schwere zu tun, höchstens mit dem Wind)”.

Und zu jeder Reise gehört natürlich auch eine gewisse Portion Schietwetter, nach der ich mich immer besonders freue, wenn sich die Sonne wieder zaghaft zwischen den Wolken hervorwagt. Dann denke ich eigentlich immer an den bekannten Beatles-Song : “Here comes the sun and I  say it’s all right.” Recht haben sie.

Vor unserer England-Radtour vor zwei Jahren hatten wir mit unserem Chor das Lied “For the Beauty of the Earth” von John Rutter einstudiert. Dieses Lied summe ich seitdem immer wieder, wenn ich unterwegs bin:

„For the beauty of each hour,
of the day and of the night.
Hill and vale and tree and flower,
sun and moon and stars of night.
Lord of all, to thee we raise
this our joyful hymn of praise.“

Gerade beim langsamen Reisen wird mir immer wieder bewusst, wie schön doch die Welt das Leben sein können.

Auch die längste Reise ist irgendwann einmal zu Ende, und es naht der Moment der Heimkehr. Und so gerne ich unterwegs bin, so gerne komme ich auch wieder nach Hause, denn ich liebe die Stadt, in der ich wohne, und ich fühle mich wohl in meinem Haus, wo der Mitbewohner gemütlich auf dem Sofa sitzt. Dieses Gefühl, nach Hause zu kommen, hat bisher noch niemand besser umgesetzt als Dotan:

„The sound of the wind is whispering in your head.
Can you feel it coming back?
Through the warmth, through the cold, keep running till we’re there.
We’re coming home now, we’re coming home now.”

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