Es wird nicht mehr gesungen!

So, seit letzter Woche sind auch wir offiziell genesen. Es war ja irgendwann, trotz aller Vorsicht, nicht mehr die Frage, ob Corona uns erwischt, sondern wann. Erst war der Selbsttest des Gatten positiv, aber ich verspürte auch schon ein unangenehmes Kratzen im Hals. Also trabten wir zusammen zum Gesundheitsamt (GGD), um einen PCR-Test machen zu lassen. Das war nicht wirklich, was mir vorschwebte, als ich ein paar Tage vorher vorgeschlagen hatte, dass wir mal wieder was gemeinsam unternehmen sollten. Ergebnis: Gatte positiv, ich negativ.

Zwei Tage später waren auch mein Selbsttest und PCR-Test positiv. Die Symptome kamen immer abwechselnd: Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Husten, dann wieder Kopfschmerzen etc. So eine Art Polonaise anscheinend. Zwischendurch meldeten sich auch noch die Zipperlein, mit denen Frauen im gesetzten Alter sich halt so rumschlagen: „Ha, freu dich nicht zu früh, wir sind auch noch da!“

Aber insgesamt hätte es, nach dem, was ich von anderen so gehört habe, weit schlimmer sein können. Nur müde werde ich im Moment noch schneller als sonst. Ich bin also ganz froh, dass wegen Ostern in der Arbeit gerade etwas weniger los ist.

Wir sind ziemlich sicher, dass der Hausherr sich bei einer Chorprobe angesteckt hat, da er nicht der Einzige war, der nach dieser Probe krank war. So langsam festigt sich bei mir die Überzeugung, dass es irgendwo weit oben, unten oder draußen ein Wesen gibt, dass der Meinung ist: „Es wird nicht mehr gesungen!“ Man stelle sich hier die Schwiegermutter von Herrn Lohse im Film „Pappa ante portas“ vor. Und an der Durchsetzung dieser Forderung wird anscheinend auch hart gearbeitet.

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Das Jahr, in dem ich nicht viel gebacken kriegte – Jahresrückblick 2021

Eigentlich hatte ich mir für dieses Jahr vorgenommen, wieder mehr zu wandern, radeln, schreiben, aber irgendwie kam bei allem nicht wirklich viel rum. Wie schon im vorigen Post erwähnt fehlten mir wohl die Energie und Inspiration. Außerdem mussten sich die Neuerungen, die mich voriges Jahr mehr oder weniger überfallen hatten (Corona-Maßnehmen, Online-Unterricht etc.) erst mal setzen. Aber ein paar Dinge kann ich doch Revue passieren lassen.

Was war das Beste für dich an diesem Jahr?
Dass wir uns recht gut mit der veränderten Situation arrangiert haben. Es hätte alles weit schlimmer kommen können.

Hast Du 2021 etwas gemacht, das du noch nie zuvor gemacht hast?
Wir haben bei der nationalen Gartenvogelzählung mitgemacht. Ich habe dem Gatten die Haare geschnitten. Gut, unsere Friseurin war nicht sehr beeindruckt, aber wenigstens musste er danach nicht wochenlang mit einer Mütze rumlaufen. Wir haben unsere Gästezimmer an zwei Austauschstudenten vermietet, da die Wohnungssituation im Herbst wirklich dramatisch war. Es geht erstaunlich gut, wir kommen uns kaum in die Quere, da die beiden doch einen etwas anderen Tagesrhythmus haben als wir.

Hast du all deine guten Vorsätze aus dem Vorjahr beherzigt?
Nicht wirklich, wie schon in der Einleitung erwähnt, kam ich nicht mit vielen Dingen zu Potte.

Hast du gute Vorsätze für das nächste Jahr?
Dasselbe wie letztes (und vorletztes) Jahr, nämlich weiterhin regelmäßig wandern gehen und vielleicht doch noch einen der beiden Wanderwege zu beenden.

Welche Länder hast du 2021 besucht?
Nur Deutschland, aber wir sind froh, dass das wunschgemäß geklappt hat. Das ist ja nicht mehr so selbstverständlich.

Was möchtest du 2022 haben, was du 2021 nicht hattest?
Meine Familie in Bayern wieder besuchen (das hat auch dieses Jahr leider nicht geklappt, weil irgendwie immer irgendwas war).

Welches Datum aus 2021 wirst du nie vergessen?
Das Wochenende an der Nordsee, bei dem ich meinen Bruder mit Familie wieder gesehen und meine jüngste Nichte begrüßt habe. Schee wars.

Was war dein größter Erfolg 2021?
Dass ich weiterhin arbeiten konnte, wenn auch meistens online. Das hat mir allerdings einen neuen Kundenkreis beschert. Man schaut nicht jeden Tag in ein Wohnzimmer mit Aussicht auf die schottischen Highlands.

Welches war dein größter Fehler?
Wie meistens keine größeren Fehler, das übliche Kleinzeugs und diverse Fehleinschätzungen halt.

Hast du eine Krankheit oder eine Verletzung gehabt?
Nein, wie auch im Vorjahr war ich erstaunlich gesund. Da ich fast nirgendwo hinkam, blieben mir auch die üblichen Erkältungen in der kalten und nassen Jahreszeit weitgehend erspart.

Was war das Beste, was du gekauft hast?
Wir haben unsere Couchgarnitur neu polstern und beziehen lassen.

Wessen Verhalten erschreckt dich oder macht dich traurig?
Das der Covidioten, Coronaschwurbler und der sonstigen üblichen Verdächtigen.

Wofür ging das meiste Geld drauf?
Wahrscheinlich für die Couchgarnitur.

Worüber warst du so richtig aus dem Häuschen?
Dass ich meine Familie mal wieder gesehen und meine jüngste Nichte kennenglernt habe (siehe oben).

Welches Lied wird dich immer an 2021 erinnern?
Das ist dieses Jahr „Ben, die Robbe“. Meine Schwägerin hat mir zum Geburtstag ein Video meiner Nichte geschickt, die mir dieses Lied als Ständchen brachte. Und auf dem Nordseewochenende haben wir es noch öfter mit den Kids gesungen. Dem Kurzen hatten es vor allem die buddelnden Wattwürmer angetan.

Verglichen mit 2020, warst du im Jahr 2021

…glücklicher oder unglücklicher?
Wieder ein bisschen glücklicher als voriges Jahr.

… reicher oder ärmer?
Ein bisschen reicher.

Wovon hättest du lieber mehr gemacht?
Wie im Vorjahr liebe Menschen getroffen, aber das geht zum Teil ja auch digital sehr gut.

Wovon hättest du lieber weniger gemacht?
Nichts, das ist okay.

Wie hast du Weihnachten verbracht?
Aufgund der Umstände wieder sehr ruhig in Gesellschaft von Gatten und Mitbewohner.

Hast du dich 2021 verliebt?
Nö.

Welches war deine Lieblingssendung im Fernsehen?
Wie letztes und vorletztes Jahr „Sterren op het doek“, bei dem drei Künstler jeweils einen Promi malen, während der Moderator (auch in dieser Saison Kolumnist Özcan Akyol, den ich sehr gern lese) sie interviewt. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Hast du jemanden oder etwas hassen gelernt?
Nö, hassen finde ich immer noch zu viel gesagt. Gelegentlich rege ich mich über jemanden auf, aber wer tut das nicht?

Welches war das beste Buch, das du 2021 gelesen hast?
„The Evening and the Morning“ von Ken Follet hat mir gut gefallen. Hier geht es um die Zeit vor dem ersten Kathedralbuch, als Kingsbridge noch ein Nest namens Dreng’s Ferry war. Aber mein absolutes Lieblingsbuch war „Alte Sorten“ von Ewald Arenz, eine ruhige Geschichte über eine Freundschaft zweier unterschiedlicher Frauen und das Leben auf und mit dem Land. Perfekt zum Entschleunigen und Nachdenken, was wirklich wichtig ist.

Was war deine größte musikalische Überraschung 2021?
Auch dieses Jahr gab es keine.

Was hast du dir gewünscht und auch bekommen?
Eine Straßenlaterne. Als wir hierher gezogen waren, befand sich gegenüber unserer Straße, in die man nur zu Fuß oder mit dem Rad hineinfahren kann, eine erleuchtete Bushaltestelle. Es gab also genug Licht am Anfang der Straße. Irgendwann wurde die Bushaltestelle verlegt, und die Straße war nach Einbruch der Dunkelheit ein schwarzes Loch. Wegen der unregelmäßigen Bordsteinkanten war das Einbiegen nicht ungefährlich. Lange war die Stadt der Meinung, dass unsere Straße ein Fußweg sei, der sowas nicht braucht, aber nach zehn Jahren, in denen sich immer wieder diverse Anwohner bei der Stadt meldeten, haben wir jetzt eine Straßenlaterne. Sie ist wunderschön!

Was hast du dir gewünscht und nicht bekommen?
Hier wiederhole ich mal wieder den Satz der letzten Jahre: Eigentlich nichts, ich wünsche mir nicht mehr so viel, sondern versuche mich über die Dinge zu freuen, die meinen  Weg kreuzen.

Welches war dein Lieblingsfilm in diesem Jahr?
Gab es dieses Jahr nicht.

Was hast du an deinem Geburtstag getan und wie alt bist Du geworden?
Nichts besonderes, wir haben auch in diesem Jahr in aller Ruhe zu Hause gefeiert. Und ich bin wieder etwas älter, wenn auch immer noch nicht weiser geworden.

Welche eine Sache hätte dein Jahr zufriedenstellender gemacht?
Eventuell ein Besuch in der alten Heimat.

Was hielt dich gesund?
Das weiß ich nicht genau, vielleicht Glück?

Erzähle uns eine wertvolle Lebenslektion, die du in diesem Jahr gelernt hast!
Dieselbe wie letztes Jahr: Je weniger man sich vornimmt und plant, umso besser kann man damit umgehen, wenn die Dinge anders kommen.

Auf was freust du dich im Jahr 2022?
Auf neue Wanderungen, eventuell einen Besuch in der alten Heimat, mal wieder ein Radurlaub etc. Man wird sehen.

Zum Ausklang gibt es noch das Video „Ben die Robbe“. Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und ein gutes Jahr 2022. Passt auf euch auf!

Und jetzt alle: Wo die Wattwürmer buddeln, da sind wir zu Haus!

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Lebenszeichen zu Weihnachten

Jetzt ist schon fast wieder ein Jahr vorbei, ohne dass ich hier etwas gepostet habe. Asche auf mein Haupt! Aber irgendwie kam dieses Jahr bei allem, was ich gerne gemacht hätte (Wandern, Quilten, Schreiben) nicht viel rum. Vielleicht fehlten mir durch das ganze Gedöns der letzen beiden Jahre die Energie und Inspiration. Soll vorkommen.

Okay, ich habe wenig gebacken gekriegt, aber etwas schon. Da wir dieses Jahr von einer Tante Unmengen von Walnüssen bekommen hatten, musste ich – neben den Old Favourites – ein paar neue Rezepte ausprobieren. Der Mitbewohner verfolgte das Ganze zwar mit Argusaugen, aber das Ergebnis scheint ihn doch überzeugt zu haben.

Ich wünsche euch schöne, geruhsame Feiertage! Der Jahresrückblick wird natürlich auch dieses Jahr wieder kommen. Hier noch unser Baum vom letzten Jahr:

Christbaum 2020
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Ein merkwürdiges Jahr – Jahresrückblick 2020

Ich hatte mir wieder ein unspektakuläres Jahr gewünscht, das ohne großes Gedöns friedlich vor sich hinplätschert. Doch ein Virus, das aus dem fernen China zu uns herüberschwappte, sorgte dafür, dass (fast) alles anders wurde.

Was war das Beste für Dich an diesem Jahr?
Dass wir selbst und viele Menschen, die uns nahestehen, gesund geblieben sind. *aufholzklopf*

Hast Du 2020 etwas gemacht, das Du noch nie zuvor gemacht hast?
Ich habe gelernt, digital Unterricht zu geben. Bisher war das immer etwas, das ich nicht konnte und nicht brauchte. Aber plötzlich wurde es der Schlüssel zum wirtschaftlichen Überleben. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an das University of Twente Language Centre für die tatkräftige Unterstützung beim Lernen der nötigen Skills.

Hast Du all Deine guten Vorsätze aus dem Vorjahr beherzigt?
Mehr oder weniger, ich bin tatsächlich auf dem Overijssels Havezatenpad Stück weitergekommen. Der Trekvogelpad liegt umständehalber im Moment still.

Hast Du gute Vorsätze für das nächste Jahr?
Dasselbe wie letztes Jahr, nämlich weiterhin regelmäßig wandern gehen und vielleicht doch noch einen der beiden Wanderwege zu beenden.

Welche Länder hast Du 2020 besucht?
Nur Deutschland.

Was möchtest Du 2021 haben, was Du 2020 nicht hattest?
Meine Familie in Bayern wieder besuchen (das hat dieses Jahr leider nicht geklappt) und meine neue Nichte live und in Farbe bewundern dürfen.

Welches Datum aus 2020 wirst du nie vergessen?
Den Tag im November, an dem ich wieder Tante wurde.

Was war Dein größter Erfolg 2020?
Dass ich mich in den Fernunterricht einarbeiten und dadurch trotz Lockdowns und Kontaktbeschränkungen diverse Kurse geben konnte.

Welches war Dein größter Fehler?
Wie meistens keine größeren Fehler, das übliche Kleinzeugs und diverse Fehleinschätzungen halt.

Hast Du eine Krankheit oder eine Verletzung gehabt?
Nein, ich war erstaunlich gesund. Da ich fast nirgendwo hinkam, blieben mir auch die üblichen Erkältungen in der kalten und nassen Jahreszeit weitgehend erspart.

Was war das Beste, was Du gekauft hast?
Unser neues Badezimmer mit seniorenfreundlicher Badewanne.

Wessen Verhalten erschreckt Dich oder macht Dich traurig?
Diesmal das der Menschen, die einfach nicht bereit sind, ein bisschen Rücksicht auf andere zu nehmen und für die das Abstandhalten und Tragen einer Maske schon ein Eingriff in ihre Grundrechte ist.

Wofür ging das meiste Geld drauf?
Für das Badezimmer.

Worüber warst Du so richtig aus dem Häuschen?
So richtig aus dem Häuschen war ich dieses Jahr nicht, aber ich habe mich über viele Kleinigkeiten gefreut.

Welches Lied wird Dich immer an 2020 erinnern?
„Turn, Turn, Turn“ (The Byrds) in der Version von Ilse DeLange. Am 27. März präsentierte Matthijs van Nieuwkerk zum letzten Mal die Sendung „De wereld draait door (Die Welt dreht sich weiter)“. Es hätte ein rauschender Abschied mit vielen Gästen und viel Musik werden sollen, aber da waren wir schon mitten im Lockdown. Musikalischer Gast war Ilse DeLange, und Matthijs durfte sich ein Lied wünschen. Es wurde „Turn, Turn, Turn“, passend zur Situation in minimalistischer Ausführung und dadurch mein Symbol für dieses Jahr, in dem vieles drastisch heruntergefahren wurde.

Verglichen mit 2019, warst du im Jahr 2020

…glücklicher oder unglücklicher?
Vielleicht ein bisschen unglücklicher angesichts der Lage, aber nicht viel.

… reicher oder ärmer?
Etwas ärmer, aber 2019 war ein außergewöhnlich gutes Jahr, das hätte ich auch ohne Corona wohl nicht nochmal hingekriegt.

Wovon hättest Du lieber mehr gemacht?
Liebe Menschen getroffen, aber das geht zum Teil ja auch digital sehr gut.

Wovon hättest Du lieber weniger gemacht?
Nichts, das ist okay.

Wie hast Du Weihnachten verbracht?
Sehr ruhig in Gesellschaft von Gatten und Mitbewohner. Sonst steppt ja in der Zeit immer der Bär (Synagoge, Chor etc.), es war mal eine angenehme Abwechslung.

Hast Du Dich 2020 verliebt?
Nix neues, aber der Gatte und ich haben usn auch im Lockdown und Homeoffice bestens arrangiert. Das ist viel wert.

Welches war Deine Lieblingssendung im Fernsehen?
Wie letztes Jahr „Sterren op het doek“, bei dem drei Künstler jeweils einen Promi malen, während der Moderator (auch in dieser Saison Kolumnist Özcan Akyol, den ich sehr gern lese) sie interviewt. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Hast Du jemanden oder etwas hassen gelernt?
Nö, hassen finde ich immer noch zu viel gesagt. Gelegentlich rege ich mich über jemanden auf, aber wer tut das nicht?

Welches war das beste Buch, das du 2020 gelesen hast?
Die Krimiserie von Oscar Di Muriel mit den Detectives Frey und McGray, die im Edinburgh des 19. Jahrhundters spielt. Gelegentlich kann man sich dabei auch gepflegt gruseln, da McGray ein Experte übersinnlicher Phänomene ist.

Was war deine größte musikalische Überraschung 2020?
Dieses Jahr gab es keine.

Was hast Du Dir gewünscht und auch bekommen?
Siehe oben – Gesundheit für uns und unsere Lieben.

Was hast Du Dir gewünscht und nicht bekommen?
Hier wiederhole ich den Satz der letzten Jahre: Eigentlich nichts, ich wünsche mir nicht mehr so viel, sondern versuche mich über die Dinge zu freuen, die meinen  Weg kreuzen.

Welches war Dein Lieblingsfilm in diesem Jahr?
De Beentjes van St. Hildegard, eine bittesüße Geschichte mit Herman Finkers und Johanna ter Steege.

Was hast Du an Deinem Geburtstag getan und wie alt bist Du geworden?
Nichts besonderes, wir haben auch in diesem Jahr in aller Ruhe zu Hause gefeiert. Und ich bin wieder etwas älter, wenn auch immer noch nicht weiser geworden.

Welche eine Sache hätte Dein Jahr zufriedenstellender gemacht?
Ein Besuch in der alten Heimat.

Was hielt Dich gesund?
Das weiß ich nicht genau, vielleicht Glück?

Erzähle uns eine wertvolle Lebenslektion, die Du in diesem Jahr gelernt hast!
Je weniger man sich vornimmt und plant, umso besser kann man damit umgehen, wenn die Dinge anders kommen.

Auf was freust Du Dich im Jahr 2021?
Auf neue Wanderungen, eventuell einen Besuch in der alten Heimat, mal wieder ein Radurlaub etc. Man wied sehen.

Zum Ausklang gibt es noch das Video „Turn, Turn, Turn“ von Ilse DeLange. Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und ein etwas weniger merkwürdiges Jahr 2021.

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Stella schwimmt wieder

Ich hinke mal wieder hoffnungslos hinterher – man kommt ja zu nix.

Am 3. November berichtete Renate von der Seehundstation, dass Stella nach draußen ins Wellenbad umgezogen war. Dies bedeutet, dass es ihr schon wieder viel besser ging und dass die Freilassung nicht mehr in weiter Ferne lag.

Zwei Tage später wurde ich während meines Spaziergangs angerufen. Stella wog inzwischen über 30 kg und konnte bald freigelassen werden. Wir durften dieses Mal zwar nicht mit, aber die Freilassung von ihr und Robyn auf der Sandbank Kuipersplaat (zwischen Ameland und Schiermonnikoog) war auf Facebook über Livestream zu sehen. So konnten wir Stella wenigstens virtuell „uitzwaaien“ und den Stream immer wieder anschauen. Stella, ich hoffe, es geht dir gut da draußen.

Ich bekam noch eine Mail mit mehreren Fotos, wie sich Stella in ihr natürliches Element begibt, in der sie sich noch einmal bedankten, dass wir Stella adoptiert hatten, obwohl wir aufgrund der derzeitigen Situation nicht dabei sein konnten. Aber wir haben ja die Fotos und den Stream.

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Noch ’ne Decke

Heute habe ich wieder eine kleine Nichte bekommen, und für wie ihre Schwester und ihren Bruder habe ich natürlich auch  für sie eine Decke genäht. Der Laden meines Vertrauens hat leider im Januar, also noch vor Corona, seine Pforten geschlossen. Also mussten diesmal neben diversen Restbeständen aus besagtem Laden ein ausgemusterter Bettbezug, eine  Bluse und ein Vorhang dran glauben. Zurück zu den Ursprüngen des Patchworks also. Die Decke ist ca. 1,20 m mal 1,50 m groß.

Hier noch ein paar Details sowie die Rückseite:

Selbstverständlich hat auch der Mitbewohner wieder ausgiebig probegesessen bzw. -gelegen und die Decke für gut befunden.

Ich hoffe, die neue Erdenbürgerin tut es auch. Ich wünsche ihr, ihren Eltern und den beiden Geschwistern alles Gute und hoffe, sie bald mal live und in Farbe bewundern zu können.

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Stella

Nach Mara, Lewis und Bjarne haben wir mal wieder einen Seehund adoptiert. Ihr Name ist Stella, sie ist etwas drei Monate alt und wurde am 8. September 2020 am Strand von Schiermonnikoog gefunden.

Wie Lewis und Mara (Bjarne nicht, der wurde als Heuler eingeliefert) ist auch sie vom Lungenwurm befallen, einem Parasiten, der die Lunge angreift, so dass die Seehunde nicht mehr nach Futter tauchen können. Dadurch magern sie ab und werden irgendwo an Land gespült. Als Stella in die Seehundstation kam wog sie nur 12 Kilo, während sie eigentlich das Doppelte wiegen müsste.

Da es im Moment nicht möglich ist, mitzufahren, wenn Seehunde wieder freigelassen werden, fragte man uns, ob wir dann lieber warten wollen und später einen anderen Seehund adoptieren, aber das fanden wir irgendwie nicht in Ordnung. Weder die Seehundstation noch die Seehunde können ja etwas für das ganze Corona-Gedöns. Renate von der Seehundstation hat uns aber versprochen, uns auf dem Laufenden zu halten.

Erst musste Stella  in Quarantäne, wo sie behandelt und gefüttert wurde. Inzwischen geht es ihr wieder besser, und vor ein paar Tagen erheilt ich folgende Nachricht:  „Im Anahng schicke ich Ihnen ein Video von Ihrem Adoptivseehund Stella. Es geht ihr gut. Sie isst ihren Fisch inzwischen alleine und hat seit letzter Woche wieder ein paar Kilo zugenommen. Sie wiegt jetzt etwa 21 Kilo.“

Schön, nicht?

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Meine neue Umhängetasche

Eigentlich wollte ich hier gemütlich von meinem neuen Werk berichten, aber zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass WordPress den Editor geändert hat und ich jetzt wieder nix mehr finde. Leute, was soll der Blödsinn? Ist ja nicht so, dass ich jemanden darum gebeten hätte! Zefix! Falls das Ganze also etwas merkwürdig aussieht, bitte ich um Verständnis – ich suche noch nach allen möglichen Einstellungen.

Nach diesem ungeplanten Exkurs zurück zum eigentlichen Thema. Meine geliebte Umhängetasche, die ich vor zehn Jahren auf dem Albert Cuyp Markt in Amsterdam erstanden hatte, war trotz mehrerer zwischenzeitlicher Reparaturen schon fast in alle Einzelteile zerfallen. Die Idee einer Tasche aus Jeans- und anderen Stoffresten hatte ich schon länger, aber man kommt ja zu nichts.

Als Patchworker wirft man ja höchst selten Stoff weg, und so hatte ich genug Material. Da größere Taschen ja immer eine Art schwarze Löcher sind, in denen alles ganz nach unten verschwindet, habe ich innen zwei Hosentaschen eingenäht – für Telefon, Geldbeutel, Mund-Nasen-Schutz und andere Dinge, die man ständig sucht:

Und so sieht die Tasche von hinten aus:

Und so von vorne in ihrer Gesamtheit:

Ist doch ganz passabel geworden, oder?

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Overijssels Havezatenpad: Etappe 5 und 6 (Ommen – Zwolle)

Im letzten Jahr war ich ja bis Ommen gekommen, und eines schönen Tages im Juli fand ich, dass es Zeit war, um weiter zu gehen, und zwar von erst mal von Ommen nach Dalfsen. Aber es kam etwas anders…

Im öffentlichen Nahverkehr ist ja bei uns Maske vorgeschrieben, und selbstverständlich habe ich auch eine, sogar eine sehr schicke, wie ich finde.  Bei mancen Leuten scheint die Maske inzwischen ein Fashion-Statement zu sein. Mein Highlight war ein junger Mann, Typ südländischer Schönling mit bis zum Bauchnabel offenen Hemd im Leopardenprint mit passender Maske.

Openbaar vervoer Openbaar vervoer2

In Ommen angekommen lief ich mal wieder ein Stückchen über den Pieterpad, da ich das Stück Havezatenpad vom Bahnhof Richtung Stadt letztes Jahr schon gelaufen bin. Dann allerdings stellte ich fest, dass mein alter Wanderführer nun wirklich nicht mehr aktuell ist. Bis letztes Jahr wurde er auf der Website aktualisiert, aber jetzt ist ein neuer rausgekommen, und einiges ist schon sehr anders. Ich hatte gedacht, für die paar Etappen lohnt sich der neue nicht, aber war wohl nix. Unterwegs sah ich einen Sticker „Route geändert“, aber welche? In Ommen treffen sich drei Fernwanderwege, der Pieterpad, der Havezatenpad und der Maarten-van Rossum-Pad.

Kruispunt van 3 LAWs Afstand houden

Also versuchte ich es auf gut Glück, musste jedoch nach einer Weile feststellen, dass es echt nicht klappt. Bei der Sucherei wäre ich wohl morgen noch unterwegs. Nach ca. 7 km beschloss ich, mit dem Bus zurück zum Bahnhof zu fahren. Da der angekündigte Bus nicht kam, durfte ich also auch noch zurück latschen. So wurde die geplante Strecke ein Rundgang (nl. ommetje) um Ommen. Auch schön.

Ommen Ommen2

Zu Hause angekommen trabte ich sofort reumütig in die Buchhandlung, um mir die neue Ausgabe zu besorgen. Damit müsste es eigentlich beim nächsten Versuch klappen.

Vier Wochen später, als die sehr hochsommerlichen Temperaturen etwas moderater geworden waren, unternahm ich den nächsten Versuch. Die Route war tatsächlich drastisch geändert worden, anstatt durch das Zentrum und dann hintenrum Ost ging es jetzt an der Vecht entlang. Auf dem Campingplatz am anderen Ufer suchten viele Letue Erfrischung im Fluss. Ich kam an ein paar Steinen vorbei, über die man eine Senke durchqueren konnte, doch der Boden war so trocken, dass man einfach durchlatschen konnte. In anderen Jahreszeiten dürfte es aber eine ziemliche Matschpartie sein.

Vecht Stepping Stones

Unterwegs boten diverse Bänke Gelegenheit zum Rasten  und Rucksackfies machen, aber ich werde sie hier nicht alle posten. Außerdem konnte ich zwischendurch bei einem biologischen Hühnerhof und einem Campingplatz meine Wasserflaschen nachfüllen, bei diesen Temperaturen kein überflüssiger Luxus.

Rucksackfie Hühnerhof

Nach einer Weile erreichte ich die Schleuse von Vilsteren mit Fischtreppe, die vor allem vom Aland, einer Karpfenart, genutzt wird. Die Schleuse wird übrigens noch von Hand betrieben.

Vilsteren - Fischtreppe Vilsteren - Schleuse

Dann erlaubte ich mir, die Route ein bisschen zu verändern, so dass ich mehr im Schatten gehen konnte. Dass sie dabei auch etwas kürzer wurde, könnte den Blutdruck der Wanderwegpuristen etwas in die Höhe treiben, aber angesichts der Temperaturen ist das vertretbar, finde ich. Solange ich mich an die „connecting footsteps“ halte …

Ich kam am Landgut Rechteren vorbei und erreichte schließlich den Bahnhof.

Rechteren

Nach einem kurzen Blick auf das Stadtzentrum und ein Kunstwerk trank ich noch ein Radler, bevor ich nach Hause fuhr.

Dalfsen 2 Dalfsen

Am nächsten Tag ging es weiter. Es war angenehm bewölkt, doch beim Bahnhof in Dalfsen versammelten sich mehrere Wanderer, die – wie ich – an der geschlossenen Bahnschranke warten mussten. Hoffentlich verlief sich das bald, ich bin nunmal kein Rudeltier!

Dalfsen 3

Nach einer kurzen Weile bog die Gruppe ab und ich ging geradeaus weiter, da ich mir Landgut Den Berg von vorne anschauen wollte. Ich sollte sie an diesem Tag noch dreimal sehen. Aus den diversen Briefkästen vor dem Herrenhaus schloss ich, dass hier wohl mehrere Parteien wohnen.

Den Berg 2 Den Berg

In der Nacht hatte es hier kräftig geregnet, im Wald standen sogar noch Pfützen auf dem Weg. Es wurde auch langsam wieder Zeit, die letzten Wochen waren recht heiß und trocken gewesen. Auf einer Bank im Schatten machte ich Pause. Ein junges Paar mit zwei Kindern von etwa drei und vier Jahren kam vorbei. Die Kinder zählten begeistert die Kühe auf der Weide und fischten dann einen langen Ast aus dem Gebüsch, den sie gemeinsam weiter trugen. Ich fragte sie, ob sie ihn mit nach Hause nehmen würden. Der Vater winkte entsetzt ab, die Mutter lachte. Als ich eine Weile später weiterging, sah ich nach der nächsten Biegung den Ast liegen. Da hatten sie ja ein ganzes Stück durchgehalten. Als ich sie einholte, zogen sie gerade wieder einen Ast aus dem Gebüsch. Ich sagte zur Mutter: „Ich seh schon, sie haben wieder einen neuen.“ Die Mutter: „So geht das schon die ganze Zeit.“ Aber sie schienen eine Menge Spaß zu haben.

Nach einer Weile erreichte ich das Landgut De Horte, wo seit 1973 die Organistation Landschap Overijssel residiert. Nicht schlecht, Herr Specht. Im Garten gönnte sich die Truppe vom Bahnhof eine ausgiebige Ruhepause.

De Horte De Horte 2

Nachdem ich Haus und Garten bewundert hatte, zog ich weiter.In einem verwilderten Vorgarten grasten Schweine und Hühner.

Schweinderl

Kurz vor dem Naherholungsgebiet Wijthmenerplas (sprich Wietemerplas) kam ich bei einer Banksitzgruppe vorbei, wo ich mir eine Pause gönnte und meine Füße auslüftete. Schon bald zog fröhlich winkend die Truppe vom Bahnhof wieder vorbei.

Der Wijthmenerplas ist ein riesiger Baggersee mit vielen einzelnen Nischen, wo man schwimmen, Boot und Wasserski fahren und in der Sonne liegen kann. Es war lange nicht so voll wie ich angesichts des Wetters gedacht hatte, es verläuft sich.

Wijthemerplas 2 Wijthemerplas

Ab hier folgte ich nicht mehr der Route in meinem Führer, sondern der Variante auf der Bahn-Website, so dass ich nicht zweimal die gleichen vier Kilometer zum Bahnhof Zwolle und zurück gehen muss. Am Golfplatz und einem Kanal mit Hausbooten  vorbei ging es in Richtung Stadtzentrum, wo hinter dem Provinciehuis tatsächlich eine Kermis stattfand. Beim Kanal begegnete ich zum letzten Mal der Truppe vom Bahnhof.

Zwolle Golfplatz Zwolle Kanal

Zwolle ist eine alte Festungsstadt, und das Zentrum hat immer noch seinen sternförmigen Grundriss und ist von einem Wassergraben umgeben. Dort wurde auch gepaddelt und Eis verkauft – von einem Boot aus.

Zwolle Eisboot

An dem beeindruckenden Stadttor Sassenpoort vorbei ging ich zum Bahnhof, wo ich mir einen riesigen Pistazienmilkshake reinzog und dann gemütlich mit dem Zug nach Hause gondelte. Es waren wieder sehr schöne Wanderungen, und bald möchte ich noch ein Stück weiter gehen.

Zwolle Sassenpoort

 

 

 

 

 

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Wandern in Zeiten der Corona

Man könnte annehmen, dass ich gerade während des Lockdown und des daraus resultieren Homeoffice Zeit zum Wandern finden würde, aber dem war nicht so. Erstens stellte ich nämlich fest, das Fernunterricht, und vor allem der Kurs an der Universität, auch eine ganze Menge Zeit kostet.  Klar spare ich mir die Fahrzeit und den Puffer, den ich immer einplane, aber so eine Unterrichtseinheit muss ganz anders vorbereitet werden, da durch das Fehlen des direkten Kontakts auch die Möglichkeit des Improvisierens zu einem großen Teil wegfällt.

Zweitens war man ja sowieso angehalten, so viel wie möglich zu Hause zu bleiben und die öffentlichen Verkehrsmittel nur zu benutzen, wenn es unbedingt notwendig ist. In den Wanderforen und -gruppen gab es dazu auch regelmäßig Zoff: „Bewegung an der frischen Luft, also auch Wandern, ist gesund“ versus „Wir sollen doch zu Hause bleiben!“

Da wir bereits Mitte März angehalten waren, den öffentlichen Nahverkehr zu meiden, beschloss ich, mit dem „Hilligenpad (Heiligenpfad)“ hier in der Umgebung zu beginnen. Der ist mit den Öffis sowieso etwas schwierig, und man muss sich zu den Etappenstarts und -zielen doch bringen und abholen lassen. Das widerspricht zwar irgendwie meinen Prinzipien, aber das sei nun einmal so. Am 15. März ließ ich mich also von Peter beim Hof Espelo absetzen, um von dort aus bis hinter Lonneker und  nach Hause zu laufen.

So etwas wie einen Startpunkt fand ich dort nicht, aber nach einigem Suchen stieß ich auf die ersten violett-weißen Markierungen. Dass es sich um eine „Besinnungsroute“ handelt, merkt man schon am Wanderführer. Normalerweise bekommt man deutliche Richtungsangaben („An der dritten Kreuzung links“), während es hier recht verschwurbelt hieß: „So, nun hast du also wirklich deine Pilgerreise angefangen.“ Oder: „Du befindest dich in der Nähe eines besonderen Ortes“. Doof nur, wenn man den nicht findet oder erkennt, aber gut. Ich beschloss, mich darauf einzulassen oder es zumindest zu versuchen.

Ich kam am Fischweiher des Hof Espelo vorbei (früher aßen Katholiken am Freitag Fisch), und dann ging es weiter durch ein Neubaugebiet mit Häusern, in denen in Krimis meistens die reicheren Schurken oder zumindest Verdächtigen wohnen: Schuhschachteln mit viel Glas.

Dann stellte ich fest, dass ich Station 2, die Kapelle des Heiligen Jakobus des Älteren, verpasst hatte. Sollte ich umkehren? Ich beschloss, erst mal weiter zu gehen und die Kapelle ein andermal zu suchen. Doch bald kam ich an einen Pfad, der aufgrund der Regenfälle der vergangenen Woche so schlammig war, dass an ein Weitergehen erst mal nicht zu denken war. Ich nahme es – ganz im spirituellen Modus – als Zeichen des Heiligen Jakobus, dass ich erst mal seine Kapelle suchen sollte.

Auf dem Rückweg nach Lonneker bewunderte ich die Stromverteilerkästen und schaute im „Urinoir bezet“ vorbei, dem wohl einzigen Museum, das während des Lockdown geöffnet blieb.

Obwohl man schon angehalten war, Abstand zu halten, waren die Terrassen der Restaurants gut besucht, doch ich verzichtete darauf, dort einen Kaffee zu trinken. Am selben Tag sollten dann Schulen und Restaurants geschlossen werden.

Kurz darauf entdeckte ich tatsächlich die Kapelle, die von hier aus nicht zu übersehen war. Wenn man von der anderen Seite kam, dann allerdings schon. Von dort aus ging ich nach Hause.

Am 22. März ging ich dann wieder zum Matschpfad, der inzwischen zwar immer noch matschig, aber immerhin wieder begehbar war.

Ich kam an einem Wegkreuz und Resten des ehemaligen Landwehrs vorbei, aber weiterhin war es wenig spektakulär. Außerdem begenete ich im Gegensatz zur letzten Woche wenig Leuten. Die waren wohl alle am Strand, zumindest sah es in den Nachrichten so aus. Am nächsten Tag wurden die Maßnahmen verschärft.

Danach verlief das „Abenteuer Hilligenpad“ erst mal im Sande, aber vielleicht mache ich demnächst damit weiter. In den nächsten Wochen machten Peter, der inzwischen im Homeoffice saß, einen Mittagsspaziergang. Oft gingen wir zu dem Weiher, wo ich vor zwei Jahren mühsam mit Krücken unterwegs war, um die diversen Wasservögel zu beobachten. Oder ich unternahm Steifzüge durch die Straßen in der Umgebung und suchte mit Blumen bemalte Stromveteilerkästen, die ich irgendwann in den sozialen Medien und meinem Berufsblog verbraten möchte.

Aber am 19. Juni war mal wieder Gelegenheit für eine längere Wanderung, da Peter nach Kampen musste und mich mitnehmen konnte. Ich ließ mich von ihm bei der IJsselbrücke in Zwolle absetzen und dackelte gemütlich bei Premiumwetter am Fluss entlang (ca. 18 km).

Auf den ersten Blick erschien es sehr einfach: Bei der Brücke rechts abbiegen und dann dem Fluss folgen. Aber erst muss man um die Katerveer- und die Spoolderschleuse rum, danach kann man tatsächlich am Fluss entlang wandern.

Der Weg führt zum Teil direkt am Ufer durch das Überlaufgebiet (uiterwaarden), zum Teil über den Radweg auf dem Deich. Unterwegs gab es eine Menge zu sehen: Storchennester, diverse Wasservögel, badende Kühe, grasende Pferde und Schafe, zahlreiche Boote und Schiffe etc.

Gelegentlich blieb ich auf einer Bank sitzen und ließ mir die Sonne auf den Pelz scheinen, und bei Wilsum gönnte ich mir eine ausgiebige Rast mit Fußbad. Dass ich mich beim Aufstehen volle Kanne in eine Brennessel stützte, war etwas weniger geschickt, aber das ist ja bekanntlich gut für die Durchblutung.

Am Nachmittag erreichte ich das Ziel meiner Wanderung, die Stadtbrücke von Kampen, wo ich von Peter wieder aufgesammelt wurde.


Fazit: Eine schöne Strecke, genug Zeit und bestes Wetter – was will der Mensch mehr? Ich hoffe, dass in diesem Sommer noch mehr Gelegenheiten zum Wandern kommen.

 

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