Urlaub im Moinland – Teil 1

Urlaub im Moinland, 25. August – 6. September 2014

Nach den Anstrengungen der Strand6Daagse ließ ich mich erst einmal ein paar Tage von Muttern verwöhnen und ging dann wieder an die Arbeit. Langsam erholte auch mein lädiertes rechtes Bein sich wieder. Doch geradelt werden musste, sonst ist so ein Sommer ja nicht komplett. Die letzte August- und die erste Septemberwoche sollte es werden. Diesmal wollten wir zu Hause starten und erst mal Richtung Nordsee fahren. Anhand der Campingplätze planten wir eine ungefähre Route, die auch längere Pausen oder gar eine Rückkehr nach Hause zuließ, wenn sich mein Bein doch wieder beleidigt zu Wort melden sollte.

Durchs Emsland – Irrwege, Pausen, Hünengräber

Am Montagvormittag brachen wir auf und fuhren erst einmal nach Losser, wo wir unsere Bargeldvorräte aufstockten. Als wir weiter fuhren, landeten wir erst einmal in einer Sackgasse in einem Wohngebiet, doch dann waren wir auf der Straße nach Bad Bentheim. Die Sonne schien, das Radeln ging gut, und bis jetzt machte mein Bein keine Zicken.

Gegen Mittag wurde es Zeit für eine Pause. Wir fanden eine ruhig gelegene Bank und packten die Fressalien aus. Doch etwas fehlte. Vom Besuch meines Bruders am Wochenende war noch etwas Zwiebelkuchen übriggeblieben, den wir jetzt eigentlich vertilgen wollten. Wir stellten fest, dass mal wieder jeder davon ausgegangen war, dass der andere ihn eingepackt hatte. Nach zwei Wochen würde er wohl beim Öffnen der Kühlschranktür davonlaufen. Wir schickten eine SMS an unsere Nachbarin, dass sie ihn sich holen sollte. Für unsere Mittagspause hatten wir zum Glück noch genug Vorräte mit.

Dann fuhren wir weiter Richtung Osten und überquerten irgendwann die Ems.

ems ems2

Die Radrouten waren gut ausgeschildert und eine nette Bushaltestelle lud zu einer weiteren Pause ein.

pause

Kurz vor Freren war die Straße gesperrt, doch die Umleitung war zum Glück gut ausgeschildert. In der Ortschaft war gerade Kirmes, und wir schoben unsere Leezen durchs Gewühl, um die Tourist Information zu finden, wo ich nach dem Weg zum Campingplatz fragte. Man erklärte mir, dass es zwei in der Nähe gebe, einen beim Schwimmbad und einen an einem See, aber da wüsste man nicht genau, ob der Platzwart da ist.

Wir steuerten den Platz beim Schwimmbad mit dem idyllischen Namen “Waldesruh” an. Der Platzwart, der im ersten Wohnwagen hauste, wies uns die Zeltwiese an und wir suchten uns ein nettes Plätzchen. Nach dem Aufbauen untersuchte ich die sanitären Anlagen. Aus sämtlichen Wasserhähnen und der Dusche kam nur kaltes Wasser, und eine Vorrichtung für Münzen konnte ich nicht entdecken, was vielleicht auch an der mehr als spärlichen Beleuchtung lag. Aber für eine Katzenwäsche reichte es, und bei 12 Euro pro Nacht will ich mal nicht nölen.

Der Campingplatz schien sowieso vor allem auf Dauercamper eingerichtet zu sein. An einer Wand des Sanitätsgebäudes hingen zahlreiche Briefkästen mit Namen, darunter auch einige niederländische.

briefkaesten

Auch vor einigen Wohnwägen wehten niederländische Flaggen. Ich geriet ins Grübeln: Warum will jemand aus den Niederländern gerade hier Dauercamper werden? Ich meine, die Gegend ist ja ganz nett, aber um nun mehrmals im Jahr hierher zu fahren? Dass es hier billig ist, kann doch nicht der einzige Grund sein, oder vielleicht doch? Vielleicht sollte ich nochmal irgendwas studieren (Psychologie oder so) und dann eine wissenschaftliche Arbeit über das Phänomen “Dauercamper” verfassen. Da könnte man ja auch undercover ermittelten und Material sammeln… Nee, lieber doch nicht. Eine ganze Saison auf demselben Platz würde ich wohl nicht aushalten.

Dann erkundeten wir die Umgebung. In unserem Informationsmaterial hatte ich gelesen, das es in der Nähe ein Hünengrab geben sollte, das wir uns anschauen wollten. Wir fuhren über die Waldwege und stellten bei einer Umgebungskarte fest, dass wir wohl schon daran vorbeigefahren waren. Also zurück, und da war es, ein wenig abseits vom Weg auf einer Lichtung. Durch das Grün fügte es sich wunderbar in die Umgebung ein, und das ebenfalls grüne Schild, das eigentlich darauf hinweisen sollte, lehnte unauffällig an einem Baum. Kein Wunder, dass wir es nicht gleich gesehen hatten. Dem Schild entnahmen wir, dass es sich um ein neolithisches Grab aus der Zeit zwischen 2300 und 1800 vor Christus handelte und von Leuten der Trichterbecherkultur erbaut worden war. Wenn man weiß, worauf man achten muss, kann man trotz fehlender Steine die Merkmale der sogenannten “Emsländer Kammern” erkennen. Die Steine wurden in Trockenbauweise aufgeschichtet, und das Grab wurde von einem Erdhügel bedeckt. Wo sich die Siedlung befunden hat, zu der das Grab gehört, ist allerdings nicht bekannt.

huenengrab huenengrab2

Dann fuhren wir in die Stadt und stellten die Fahrräder in der Nähe einer Bank ab. Die Kirmes hatte inzwischen geschlossen, und wir konnten gerade noch bei den Abbauarbeiten zusehen. Wir bummelten durch die Ortschaft mit netten Straßen, Geschäften und einigen sehr schönen Häusern.

freren

Dann wollten wir Essen gehen, seltsamerweise hatten fast alle Restaurants, an denen wir vorbeikamen, geschlossen. Eines war zwar geöffnet, doch es gab nur Getränke, da “jetzt gerade Urlaubszeit” war. Das war uns schon klar, deswegen waren wir ja auch hier. Also weitersuchen. Endlich fanden wir ein einfacheres Gasthaus mit sehr leckeren Schnitzeln. Geht doch! Satt und zufrieden fuhren wir wieder zum Campingplatz und verkrochen uns in unsere Schlafsäcke, bevor es zu regnen begann.

Am nächsten Morgen sagte uns der Platzwart, dass für den heutigen Tag weiterer Regen angesagt war, doch der Himmel war wunderbar blau. Nach dem Frühstück packten wir ein und fuhren los.

aufbruch

Erst ging auch alles wunderbar, wir fuhren über idyllische, von Bäumen gesäumte Wege, vorbei an netten Häuschen und Bänken, die immer wieder zum Verweilen einluden. Einmal stand sogar das Wort “PAUSE” in roten Buchstaben auf der Straße. Selbstverständlich leisteten wir der Aufforderung Folge.

waldwege pause2

War die Strecke bisher gut ausgeschildert, ab der Ortschaft Menslage wurde es kompliziert. Entweder standen nur Ortschaften auf den Schildern, die weit abseits unserer “Marschroute” lagen, oder wir wurden auf langen verschlungenen Feldwegen durch die Pampa gelotst. Zum Glück war das Wetter immer noch schön, und mein Bein verhielt sich ruhig. Am Nachmittag errichten wir Molbergen, wo wir unsere Vorräte aufstockten, und von dort war es zum Glück nicht mehr weit zur Thülsfelder Talsperre.

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petersfeld

Dort gibt es jede Menge Campingplätze, und wir entschieden uns für den ersten, an dem wir vorbeikamen und der zum Hotel “Einhaus” gehört. Wir mussten uns im Hotel melden und man informierte den Platzwart, der uns die Zeltwiese zeigte. Waren wir froh, dass wir angekommen waren. Keine Ahnung, wie viele Kilometer wir an diesem Tag gefahren waren, gefühlt waren es jedenfalls eine ganze Menge.

campingeinhaus

Nach dem Aufbauen, einer wohltuenden warmen Dusche und etwas zu essen fühlten wir uns wieder fit und gingen zum See. Wir suchten uns eine Bank und beobachteten die anderen Urlauber: Paare, die einen Abendspaziergang machten, Kinder, die im flachen Wasser plantschten und Eltern, die ihren Nachwuchs einsammelten. Langsam ging über dem See die Sonne unter.

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Danach gönnten wir uns noch ein Bier auf der Hotelterrasse und gingen dann schlafen.

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Weitere 52 Bücher (16) – “Das Weihnachtswunder des Henry N. Brown” von Anne Helene Bubenzer

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Wie bereits angekündigt hat unser Mitbewohner Struppie van Struppinga den Wunsch geäußert, einen Gastbeitrag schreiben zu dürfen. In den Weihnachtsferien hat er nämlich das Buch “Das Weihnachtswuder des Henry N. Brown” von Anne Helene Bubenzer (München, 2013) gelesen, und er findet, dass es gut zum Montermotto Nummer 16 passt: Schräge Bücher, also Bücher mit schrägem Humor, wie ermittelnde Schafe, Geister etc.

Henry N. Brown

Bevor ich mit meinem Gastbeitrag anfange, möchte ich erst mal kurz was über mich schreiben. Mein Name ist Struppie van Struppinga, und ich sitze meistens gemütlich bei den Scrooges auf dem Sofa:

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Aber irgendwie muss man ja seine Tage verbringen, und bei dem nassen, kalten Wetter, das wir zur Zeit haben, will ich auf gar keinen Fall raus! Außerdem sollte man auch als Bär seine Bildung nicht vernachlässigen. Zum Glück gibt es im Scrooge-Haushalt jede Menge Bücher. Und zu Weihnachten kam eins dazu, das mir ganz besonders gut gefallen hat. Die Hauptperson ist nämlich auch ein Bär, ein gewisser Henry N. Brown, der schon neunzig Jahre auf dem Buckel hat! Über sein Leben hat er schon in einem anderen Buch berichtet, nämlich in “Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown”. Und er hat auch eine Menge mitgemacht, oft den Besitzer gewechselt und viele Länder gesehen und war Trostbär für viele Leute.

Aber jetzt ist er schon seit einigen Jahren praktisch im Ruhestand und im Bücherregal der Schriftstellerin Flora Sommer, die ihm auch beim Verfassen seiner Autobiografie geholfen hat. Es ist kurz vor Weihnachten, und Flora liebt die Weihnachtszeit. Sie hat einen Adventskranz, bäckt Plätzchen und sucht Geschenke für ihre Lieben aus – wie die Scrooges es auch machen und wie es sich gehört. Jawohl.

Im Jahr dieser Geschichte ist Flora in einen gewissen Felix verliebt, und der hat ihr gesagt, dass er am Heiligen Abend zu ihr kommen wird und eine Überraschung für sie hat. Natürlich hat sich Flora schon am Nachmittag umgezogen und Häppchen hergerichtet, doch wer nicht kommt, ist Felix. Statt dessen klingelt ein ungebetener Gast nach dem anderen. Erst taucht Floras Vater auf, der eigentlich mit seinem Freund feiern wollte, aber der ist krank geworden. Dann rückt Floras Mutter mit ihrem neuen Partner, einem goldigen Italiener an, und alle befürchten das Schlimmste, da Floras Eltern sich nicht vertragen. Henry erinnert sich an einen Weihnachtsbrunch, bei dem ihre Eltern sich benommen hatten “wie ein aufgeblasener Gockel und eine bissige Weihnachtsgans. Ich saß mit gesträubtem Fell im Regal und litt.” (S. 47) Da Flora sie erst mal nicht reinlässt, schlagen sie bei ihrem indischen Nachbarn auf, wo der goldige Italiener Luigi zu kochen beginnt.

Und dann steht auch noch Floras beste Freundin Mara vor der Tür, die gerade erfahren hat, dass ihr Mann fremdgeht. Der Trottel hat doch glatt die Weihnachtsgeschenke für seine Frau und seine Geliebt verwechselt und Mara das Buch “50 Shades of Grey” geschenkt, mit der Widmung “Für Nathalie in Vorfreude”. Sowas ist wirklich peinlich, nicht wahr? Da es Mara verständlicherweise nicht so gut geht, darf Henry mal wieder als Trostbär arbeiten, was er wie immer sehr gut macht.

Und irgendwann taucht tatsächlich auch Felix mit seiner Mutter auf, und Henry erlebt eine riesige Überraschung. Die werde ich aber jetzt nicht verraten, denn sonst ist es ja keine Überraschung mehr!

Aber von einem Geschenk, das Henry bekommt, möchte ich doch noch erzählen. Irgendwie kommt die Rede der Gäste auf ihre ersten Stofftiere, und Luigi erzählt von seinen Bären Gianni – ein wichtiger Moment für Henry: “Luigis Geschichte war wie ein Geschenk, eine Erklärung, die er stellvertretend für Alice, Robert, Leo und Lili, Melanie und Isabelle, Laura und all die anderen Menschen abgab, die mich in ihrem Leben im Arm gehalten hatten. Sie gab mir Hoffnung, dass meine Existenz einen Unterschied machte, egal, wie bewegungslos und sprachlos ich war. Sie erinnerten sich.” (S. 89) Schnüff, ich war ganz gerührt beim Lesen.

Ich finde dieses Buch sehr schön. Es sollte mehr Bücher geben, die von Bären geschrieben sind. Als Bär sieht man die Dinge doch meistens etwas anders und versteht nicht, warum die Menschen alles so unnötig kompliziert machen. Henry findet das auch: “Ich gebe zu, ich kenne mich mit den Feinheiten der Religionen nicht aus, aber dass man in Indien nicht Weihnachten feiert, wusste ja sogar ich. Schade eigentlich. Ja, ich weiß, es geht dabei um den Geburtstag Jesu, und  die Hindus und Mohammedaner und Juden und Atheisten haben damit nichts am Hut – aber Friede, Besinnlichkeit, Liebe und Mitmenschlichkeit – dass sind doch Attribute, die für alle gelten, egal an welchen Gott sie glauben. Ich bin seit jeher Befürworter eines globalen Festes der Menschlichkeit, an dem alle auf der Welt gemeinsam feiern. Ehrlich, man kann sich fragen, warum außer mir noch niemand auf diese Idee gekommen ist…” (S. 34/35).

Wo er Recht hat, hat er Recht.

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Von Neujahrsvorsätzen, Indisposition und einer Vertretung

Oh je, die Zeit fliegt dahin! Nun ist das neue Jahr schon wieder einen Monat alt, und was ist bisher aus meinem Neujahrsvorsatz, wieder mehr zu bloggen, geworden? Genau, nix und wieder nix! Im Moment bin ich auch leider etwas indisponiert – vorletzte Woche hat mich diese dämliche Grippe, die gerade umgeht, erwischt. Inzwischen geht es zwar wieder recht gut, aber ich bin immer noch ziemlich müde, was wohl auch an diesem nassen, kalten und ekligen Wetter liegen wird. Ich möchte Winterschlaf halten!

Neulich schrieb RA-St von Tellerrandhorizont, dass er einige alte Blogweggefährten, darunter auch mich, etwas aus den Augen verloren hat und dies ändern möchte. Dann sollte aber doch mal wieder etwas zum Lesen hier auftauchen. Dummerweise fehlt mir im Moment die Inspiration.

Aber es naht Rettung in der Not: Unser Mitbewohner hat während der Weihnachtsferien ein Buch gelesen, das er gerne im Rahmen des Monsterprojekts hier vorstellen möchte. Er sitzt schon eifrig am Laptop und verfasst seinen Beitrag:

struppie

Ich bin gespannt.

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Jahresrückblick 2014

In meinem Liebelingsforum wird schon seit längerem am Jahresende auf das vergangene Jahr zurückgeschaut: Wünsche, Vorsätze, Erfolge und Misserfolge passieren die Revue.  Bisher habe ich mich dabei immer vornehm zurückgehalten, aber dieses Jahr erschien es mir interessant, auch einmal mitzumachen. Und das Ergebnis möchte ich gerne mit euch teilen. Falls jemand von euch die Idee aufgreifen möchte – gerne! Die Fragen sind lediglich eine Anregung, und man muss sie auch nicht alle beantworten.

Was war das Beste für Dich an diesem Jahr?
“The best Fischbrötchen ever” bei unserer Sommerradtour. Das gab es in Norden.  smile

Hast Du 2014 etwas gemacht, das Du noch nie zuvor gemacht hast?

Wir haben einen Seehund freigelassen.

Hast Du all Deine guten Vorsätze aus dem Vorjahr beherzigt?

Ich wollte auf mein Gewicht achten, und ja, es ist gestiegen.  Sad

Hast Du gute Vorsätze für das nächste Jahr?

Das Übliche: Weniger Schokolade, mehr Sport. Vielleicht sollte ich es mit Ritter Sport versuchen?

Welche Länder hast Du 2014 besucht?
Deutschland und Belgien – und irgendwie auch England, da man die Universitätsstadt Leuven auch “das Oxford Belgiens” nennt.  Wink

Was möchtest Du 2015 haben, was Du 2014 nicht hattest?
Mehr Zeit für Familie, Freunde, Hobbys und vor allem für das Bloggen. Ein Reisebericht über unsere Sommerradtour mit dem “best Fischbrötchen ever” will noch geschrieben und zahlreiche Bücher möchten noch besprochen werden.

Welches Datum aus 2014 wirst du nie vergessen?
21. bis 26. Juni, als wir in einem Anfall von Wahnsinn die Strandzesdaagse von Hoek van Holland nach Den Helder liefen.

Was war Dein größter Erfolg 2014?
Dass ich trotz schmerzendem Unterschenkel das Finish der Strandzesdaagse erreichte.

Welches war Dein größter Fehler?
Ein paarmal zu oft ein gutmütiger Trottel gewesen, aber das ist ja mein zweiter Vorname.

Hast Du eine Krankheit oder eine Verletzung gehabt?
Neben den üblichen Zipperlein ein überanstrengter Unterschenkel bei der Strandzesdaagse und im Herbst ein verstauchtes Handgelenk, an dem ich noch lange Freude hatte.

Was war das Beste, was Du gekauft hast?

Einen Mini Cooper in British Racing Green (natürlich zusammen mit dem Gatten).

Wessen Verhalten erschreckt Dich oder macht Dich traurig?
Das Verhalten diverser Politiker und Gewerkschaftsmitglieder, für die Freiberufler verdächtige Scheinselbstständige und sowieso Menschen zweiter Klasse sind.

Wofür ging das meiste Geld drauf?
Für Charles, unseren Mini.

Worüber warst Du so richtig aus dem Häuschen?

Als unser Seehund Lewis zusammen mit sechs weiteren Artgenossen auf die salzige See zuwetzte und in den Fluten verschwand:
https://www.youtube.com/watch?v=TbnXYNobcZw

Welches Lied wird Dich immer an 2014 erinnern?
“It’s a Beautiful Day” von Queen, eben wegen der Seehunde.

Verglichen mit 2013, warst du im Jahr 2014

…glücklicher oder unglücklicher?
Nachdem ich 2012 gern aus dem Kalender gestrichen hätte, waren die letzen beiden Jahre gut und stabil.

… reicher oder ärmer?
Ich denke, es bleibt ungefähr gleich.

Wovon hättest Du lieber mehr gemacht?
Mehr Radtouren und Blogeinträge.

Wovon hättest Du lieber weniger gemacht?

Bürokratischen Zirkus bei der FH.

Wie hast Du Weihnachten verbracht?
Zu Hause mit meinem Mann. Da unser Chor bei der Christmette gesungen hat, musste der Glühwein allerdings warten….

Hast Du Dich 2014 verliebt?

Ja, das mit Charles war Liebe auf den ersten Blick.  1luvu

Welches war Deine Lieblingssendung im Fernsehen?
Die neuen Folgen der Krimiserie “Lewis”, nach deren Protagonist auch unser Seehund benannt wurde.

Hast Du jemanden oder etwas hassen gelernt?
Das Bürokratengedöns bei der FH. Da hätte ich oft gern in die Auslegeware gebissen.

Welches war das beste Buch, was du 2014 gelesen hast?
Am meisten amüsiert habe ich mich bei der Mama-Carlotta-Reihe, einer Krimiserie mit einer unglaublich liebenswerten Protagonistin.

Was war deine größte musikalische Überraschung 2014?
Wie gefühlvoll der Gatte Schubertlieder singt.

Was hast Du Dir gewünscht und auch bekommen?
Charles!

Was hast Du Dir gewünscht und nicht bekommen?
Genug Zeit für Freunde, Familie, Hobbys etc.

Welches war Dein Lieblingsfilm in diesem Jahr?
Dieses Jahr habe ich keinen Lieblingsfilm. Einen hätte ich zwar gern gesehen, aber der lief hier nicht in den Kinos. Nun warte ich auf die DVD.

Was hast Du an Deinem Geburtstag getan und wie alt bist Du geworden?

Ich war auf dem Campingplatz in Hoek von Holland, wo am nächsten Tag die Strandzesdaagse beginnen sollte. Und ich bin wieder ein Jahr älter geworden.

Welche eine Sache hätte Dein Jahr zufriedenstellender gemacht?
Weniger Hektik und mehr Zeit für mich selbst und die Dinge, die wirklich Spaß machen.

Was hielt Dich gesund?

Meine wohl ganz gute Konstitution.

Erzähle uns eine wertvolle Lebenslektion, die Du in diesem Jahr gelernt hast!

Mammuteinrichtungen wie die FH und ich passen einfach nicht zusammen.

Auf was freust Du Dich in 2015?

Auf unseren geplanten Radurlaub an der Ostsee und viele andere Dinge. Ich hoffe, dass es ein gutes Jahr wird. Prost. beerchug

Zum Schluss möchte ich mich bei allen, die hier vorbei geschaut, mitgelesen und kommentiert haben, bedanken. Ich wünsche euch allen das allerbeste für 2015.

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Das Quiz – Ein Ausflug in die deutsche Samstagabendunterhaltung

Am Samstagabend zeigt Canvas, das zweite belgische Fernsehen, Krimisereien vom Feinsten: die britischen Serien Sherlock, Vera, Midsomer Murders, Lewis, Inspector Lynley, den irischen Ermittler Jack Taylor, die norwegische Reihe Varg Veum, die schwedischen Fjällbacka-Morde und vieles mehr. Selbstverständlich im Original mit niederländischen Untertiteln. Und da ist es uns egal, dass es von eingen schon die drölfzigste Wiederholung ist (Inspector Lynley), oder dass wir einige Reihen schon längst auf DVD haben (Lewis, Vera, Varg Veum), der Samstagabend gehört, wenn nicht hin und wieder das richtige Leben dazwischenkommt, Canvas und den Krimis. Deshalb kriege ich von den deutschen Samstagabendshows schon seit Jahren nichts mehr mit, und hätte den Untergang von “Wetten, dass…” wahrscheinlich nicht mal bemerkt, wenn er nicht in allen Medien breitgetreten worden wäre.

Doch gestern kam alles anders. Eigentlich wollten wir nur die Zeit zwischen den Nachrichten und der englisch-walisischen Serie “Hinterland” überbrücken, doch dann bleiben wir bei der Sendung “Das Quiz” hängen, moderiert von Frank Plasberg mit den Kandidaten Günther Jauch, Barbara Schöneberger, Til Schweiger und Lan Josef Liefers, die Geld für einen guten Zweck erspielten.

Die Quizfragen gingen um Menschen, Ereignisse und Pannen des vergangenen Jahres, und einige Antworten wusste ich auch, oder konnte sie richtig erraten. Ein bisschen viel Fußball kam vor, aber gut, wir sind ja schließlich Weltmeister. Sehr sympathisch und bodenständig wirkte der Fußballer Jérôme Boateng, der vorbeikam und erzählte, was er nach der Siegesfeier gemacht hatte: Da er doch nichts mehr zu tun hatte, fuhr er zu Muttern, um dort Fischstäbchen zu verspeisen.

Aber wirklichen Unterhaltungswert hatten die Spiele zwischen den Quizrunden. Bei dem Spiel mit den Schlitten drohte der Gatte an, unseren vom Speicher zu holen und mich hüpfen zu lassen (hat er zum Glück inzwischen wieder vergessen), beim Einkaufswagenrennen meinte er nur fassungslos: “Das gibt es wirklich noch im Fernsehen? Das ist doch so 70er Jahre.” – Ich: “Das trifft doch voll den Massengeschmack. John de Mol wird sich in den Hintern beißen, dass er nicht auf sowas gekommen ist”. Dem Herrn de Mol waren nämlich die Einschaltquoten von “The Voice of Holland” zu niedrig.

Der sonst immer recht ernste Günther Jauch wurde mir bei diesen Spielen richtig sympathisch, da er ihm dabei immer irgendwas passierte. Als er mit seinem Magnetschuh auf der Platte festsaß, tat der reichlich genossene Weißwein seine Wirkung: Ich bekam einen Lachanfall und gackerte noch bei der nächsten Runde fröhlich vor mich hin. Peter meinte dazu, dass mir so etwas durchaus auch passieren könnte. Wo er recht hat, hat er recht.

Fazit: Auch wenn wir in der nächsten Zeit wieder Krimis gucken werden, lohnt sich einmal im Jahr so ein Ausflug in die deutsche Samstagabendunterhaltung. Ich glaube, ich gucke nächstes Jahr wieder “Das Quiz”.

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Weihnachten in den Niederlanden

Als Reaktion auf meinen Post über die Vorweihnachtszeit äußert Peter von Radreisen – langsam reisen den Wunsch, mehr über die Weihnachtsbräuche in den Niederlanden zu erfahren. Und da ich gern Weihnachtswünsche erfülle, habe ich beschlossen, meinen üblichen Jahresendgruß mit einem halbwegs informativen Artikel zu verbinden. Er gibt vor allem das wieder, was ich selbst erlebt und in meinem Umfeld mitgekriegt habe. Ich schließe also nicht aus, dass es auch ganz andere Arten gibt, Weihnachten zu feiern, und freue mich immer über Ergänzungen.

Wie bereits erwähnt ist in den Niederlanden Sinterklaas, das Nikolausfest, der Höhepunkt der Wintermonate. Danach kehrt erst mal etwas Ruhe ein, und in manchen Städten wechselt die Straßenbeleuchtung von Bischofsmützen zu Tannenzweigen und ähnlichen Motiven. Jetzt ist für viele die Zeit gekommen, ihren Weihnachtsbaum aufzustellen und zu schmücken. Ich selbst bin ja mit der Tradition aufgewachsen, dass der Baum am Heiligen Abend aufgestellt und geschmückt wird und bis Dreikönig im Wohnzimmer steht. Wenn wir einen Baum haben, was nicht jedes Jahr der Fall ist, versuche ich dies beizubehalten.

Mein früherer Chef war mit einer Deutschen verheiratet, und ich wusste, dass bei ihnen auch viele deutsche Weihnachtsbräuche in Ehren gehalten wurden. Und so kam es, dass ich, als er bei einer Firmenweihnachtsfeier am 20. Dezember erzählte, dass sie heute ihren Baum aufgestellt hatten, erstaunt fragte: “Was? Jetzt schon?”, während eine Kollegin im gleichen Atemzug rief: “Was? Jetzt erst?” Es ist eben alles eine Frage der Perspektive.

Das Schreiben der Weihnachtskarten wird hier mit großem Eifer betrieben, und es gibt sogar besondere Briefmarken dafür, die sogenannten “Decemberzegels”. Diese sind etwas billiger als die normalen Marken, und es kann länger dauern, bis die Karten ankommen. Eilige Post sollte man also besser nicht damit frankieren. Oft steht nur ein kurzer Gruß auf der Karte, manchmal auch nur der Name des Absenders. Diese Karten stellt oder hängt man dann gut sichtbar in der Wohnung auf. Doch in den letzten Jahren geht auch hier der Trend zur Digitalisierung.

Ein sehr schöner Brauch der (Vor-)Weihnachtszeit ist im Osten des Landes das Mittwinterhornblasen, eine Tradition, die bis vor die Anfänge des Christentums zurückreicht. Das Mittwinterhorn ist eine Art kleines Alphorn, das man wie eine Querflöte hält. Vom ersten Advent bis Dreikönig darf es draußen gespielt werden, und dann erklingt “‘n oaln roop” (der alte Ruf) bei verschiedenen Gelegenheiten.

Unser früherer Nachbar entdeckte irgendwann seine Leidenschaft für das Mittwinterhorn, und da man erst in der Adventszeit draußen spielen darf, wurde er von seiner Familie zum Üben auf den Dachboden verbannt, doch in einem Reihenhaus hilft das nicht wirklich. Zum Glück machte er schnell Fortschritte, und am Heiligen Abend spielte er in unserer Straße. Erst war er allein, doch in den nächsten Jahren wurde sein Ruf von anderen Spielern aufgegriffen und beantwortet. Leider ist die Familie vor ein paar Jahren umgezogen, und ich vermisse sein Spiel.

Anders als in Deutschland ist der Heilige Abend (kerstavond) hier kein Familienfest mit Bescherung unter dem Weihnachtsbaum. Es gibt zwar Weihnachtsgottesdienste, die auch gut besucht sind, aber vor allem die jungen Leute ziehen an diesem Abend lieber durch die Kneipen (gaan stappen). Die Familie besucht man dann am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag (eerste en tweede kerstdag). Dann wird lecker gespeist, wobei vor allem Fondue und Raclette sehr beliebt sind, man unterhält sich und geht gemeinsam spazieren, also ähnlich wie in Deutschland. Geschenke gibt es dann meist allerdings nicht, denn die gab es schon zu Nikolaus.

Man sieht, manche Dinge sind ähnlich, manche ganz anders. Insgesamt ist das Weihnachtsfest hier, wie so vieles, nüchterner und dadurch auch weniger stressig und hektisch, aber auch etwas weniger stimmungsvoll.

Hier gibt es noch ein traditionelles niederländisches Weihnachtslied, das ich sehr gern mag. Ich habe eine Variante mit Text herausgesucht, so dass man wohl ganz gut verstehen kann, worum es geht.

Ich wünsche euch allen ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes und glückliches neues Jahr.

Ik wens jullie allemaal fijne kerstdagen en een goed, gezond en gelukkig nieuwjaar.

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In der Vorweihnachtszeit fühle ich mich deutsch

Über einen Beitrag von Elvira landete ich bei einem Blogpost von Bunt und Farbenfroh: Weihnachten wird abgeschafft. Und während ich so vor mich hin las und dachte, entdeckte ich plötzlich, dass dies ja auch ein echtes Grenzwandererthema ist. Wie oft werde ich nicht gefragt, ob ich mich deutsch oder niederländisch oder beides oder keines von beiden fühle. Und ich komme immer mehr zu der Schlussfolgerung, dass es situationsgebunden ist.

Beim Fußball ist es mir wurscht, da lehne ich mich entspannt zurück und denke: “Möge der Bessere gewinnen.” Oder ich feuere eine Mannschaft an, die ich irgendwie goldig finde: Irland, Ecuador, die Faröer-Inseln etc. Das verstehen die Wenigsten, aber damit kann ich leben.

Beim Eurovision Soncontest habe ich in den letzten zwei Jahren mit den Niederländern mitgebibbert, auch wenn mir andere Einsendungen ebenfalls gut gefallen haben. Und Anouk und die Common Linnets haben es ja auch wirklich gut gemacht. Über den Beitrag für nächstes Jahr kann ich mir am Freitag ein Urteil bilden. Mal sehen, ob der Partiotismus anhält, wenn Trijntje Oosterhuis bei “The Voice of Holland” ihr Lied zum Besten gibt.

In sehr vielen anderen Kontexten bin ich eigentlich weder noch. Ich bin ein Grenzgänger, Europäer, Weltbürger. Aber in der Vorweihnachtszeit ist alles anders: Da fühle ich mich deutsch und bin froh, in Grenznähe zu wohnen.

In den Niederlanden spielt Weihnachten eher eine untergeordnete Rolle. Hier ist das Nikolausfest (Sinterklaas), das am 5. Dezember gefeiert wird, der Höhepunkt der Wintermonate. Bereits Wochen vorher macht sich Sinterklaas aus Spanien auf den Weg, um den Kindern die Geschenke zu bringen, und wird Mitte November feierlich in den verschiedenen niederländischen Stadten empfangen. Begleitet wird er von zahlreichen Helfern, den “Zwarte Pieten”. Diese sind seit einiger Zeit umstritten, da seine Rolle als schwarzer Diener von Kritikern als rassistisch empfunden wird. Dies aufzurollen würde hier jedoch zu weit führen und so verweise ich auf Alex’ Beitrag auf buurtaal. Nur kurz mein Senf: Wenn eine Bevölkerungsgruppe angibt, dass sie sich durch die heutige Darstellung verletzt fühlt, sollte man sich nicht gleich eingraben, sondern bereit sein, darüber nachzudenken, ob da nicht vielleicht ein Kern von Wahrheit darin steckt. Traditionen können sich ja schließlich ändern.

Da ich aber nicht nicht mit dem “Sinterklaasfeest” aufgewachsen bin und keine Kinder habe, ist es mir nie gelungen, dazu den richtigen Draht zu entwickeln. Und das ist wohl auch der Grund, warum ich mich in der Vorweihnachtszeit deutsch fühle – sie ist eine schöne Erinnerung an die Zeit, als ich noch klein und die Welt noch in Ordnung war. Darum versuche ich immer, ein bisschen Vorweihnachtsstimmung zu verbreiten und zu genießen.

Dazu gehört natürlich der Adventskranz auf dem Wohnzimmertisch, auch dieses Jahr wieder Marke Eigenbau mit weihnachtsfeinem Mitbewohner. Und jedes Jahr bekomme ich einen Adventskalender aus der alten Heimat geschickt. Dieses Jahr sind es sogar zwei geworden, so dass der Gatte und ich jeder etwas Eigenes haben. Vielen Dank, es freut mich, dass ihr trotz Weihnachtstress dafür die Zeit gefunden habt.

Auch das Kartenschreiben gehört dazu, und ich sehe es nicht als lästige Pflicht an, sondern als Möglichkeit, mit den Leuten aus der alten Heimat mal wieder analog in Kontakt zu treten, und nicht “nur” über Mail und soziale Netzwerke. Selbstverständlich bekomme ich auch sehr gern Post.

Dann gibt es natürlich auch die Weihnachtsmarktbesuche: Bratwurst essen, Glühwein trinken, meine Tassensammlung vergrößern, nach Geschenken stöbern und die Atmorspäre genießen. Dieses Jahr war ich bereits in Warendorf, Tecklenburg und am Wochenende fahre ich zum @heinzi-Treffen nach Bremen. Zwar lauert auf den Weihnachtsmärkten immer die Gefahr, gewhamt zu werden, also das Lied “Last Christmas” zu hören und damit beim Spiel “Christmas King” auszuscheiden. Aber noch bin ich im Rennen, und ich freue mich auf Bremen.

Da der Gatte und ich in einem Chor in Deutschland singen, kriegen wir auch genug von der deutschen Vorweihnachtszeit mit, auch wenn wir dieses Jahr vor allem englische Christmas Carols einstudieren. Wir singen am Heiligen Abend in der Christmette, also haben wir auch die Gelegenheit, die deutschen Klassiker wie “Oh du fröhliche” und “Stille Nacht” aus voller Brust mitzusingen. Im letzten Jahr wurde in den Niederlanden das Lied “Stille Nacht” aus dem Gesangbuch für Weihnachten entfernt, irgendwie haben sie es hier wirklich nicht mit Weihnachtskultur.

Natürlich gehört auch das Plätzchenbacken zu den Dingen, die ich an der Vorweihnachtszeit liebe. Früher tat ich das mit meiner Mutter und meiner Oma, während meiner Schulzeit backten meine beste Freundin und ich zusammen und sauten die Küche ein, was bei unseren Müttern nicht gerade auf Begeisterung stieß, Die ersten selbstfabrizieren Punschbrezeln waren legendär, da uns zu viel Rum in die Glasur geriet und die Plätzchen sich richtig schön vollsogen. Nach drei Stück konnte man das Auto besser stehen lassen.

Vor einigen Jahren unterrichtete ich im Winterhalbjahr einen Deutschkurs für Anfänger. In der letzten Stunde vor den Weihnachtsferien brachte ich Plätzchen und Rezepte mit und las mit den Kursteilnehmern eine einfache Weihnachtsgeschichte. Nach der Stunde brachte ich der Sekretärin ein paar Plätzchen vorbei. Sie fragte: “Hast du die selbst gemacht?” Ich nickte stolz, worauf sie ausrief: “Warum das denn, um Himmels Willen?”

Noch Fragen?

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Der Trend geht zum Zweitkissen

Am Anfang dieses Jahres hatte ich für unseren Mitbewohner ein Sofakissen in Gelb- und  Orangetönen genäht. Eine Weile war er auch sehr zufrieden damit, doch im Sommer hatte er irgendwo aufgeschnappt, dass der Trend zum Zweitkissen geht. Also wollte er auch eins.

Da ich auch mal wieder Lust hatte, etwas zu nähen, sichtete ich meine Stoffvorräte und beschloss, ein weiteres Kissen in Rottönen zusammen zu setzen, in dem auch Stoffe aus dem Erstkissen verwendet werden. Ich überlegte, ob ich die Blöcke diesmal anders anordnen sollte, doch das wäre wahrscheinlich zu unruhig geworden.

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Der Mitbewohner ist jedenfalls sehr zufrieden.

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Und ich habe genug Stoffe in meiner Vorratsbox, um auch noch ein Dritt- und Viertkissen zu machen, wenn ich wieder dazu komme.

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Weitere 52 Bücher (14) – “Memoiren eines mittelmäßigen Schülers” von Alexander Spoerl

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Und wieder gibt es ein interessantes Monstermotto: “Ein Buch, bei dem du (zumindest teilweise) dachtest, der Autor hätte dich oder dein Leben als Vorbild genommen! (und warum! :P )

Dieses Motto hat mich erst ganz schön ins Grübeln gebracht, denn mein Leben ist nicht besonders aufregend. Ich wurschtle halt einfach so vor mich hin und fahre gelegentlich in Urlaub. Welcher Autor sollte sich sowas als Vorbild nehmen?

Aber dann fiel mir ein, dass es ein Buch gibt, bei dem ich an diversen Stellen dachte: “Genau! That’s me!” Nämlich Alexander Spoerls “Memoiren eines mittelmäßigen Schülers”. Dabei gibt es allerdings ein Problem: Ich habe das Buch vor vielen Jahren, nämlich gegen Ende meiner Schulzeit von jemandem geliehen, gelesen und natürlich brav wieder zurückgegeben. Also ist mir lang nicht mehr alles präsent, so dass ich bei der Inhaltsangabe auf Tante Wiki verweisen muss. Man möge mir das bitte nachsehen.

Anders als der Protagonist Jakob van Tast, der zwischen den beiden Weltkriegen aufwuchs und die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten mit allen fatalen Folgen miterlebte, hatte ich jedoch das Glück, in einer friedlicheren Zeit und in Freiheit aufwachsen zu dürfen, was man gar nicht genug würdigen kann.

Die Übereinstimmung ist aber der “mittelmäßige Schüler”. An ein paar Textstellen, in denen ich mich wieder erkannte, erinnere ich mich noch gut. So sagt Jakob über seinen schulischen Einsatz sinngemäß, dass er versuchte, mit geringstmöglicher Anstrengung das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. In der Physik nenne man das den “Optimalen Wirkungsgrad” und in der Schule “Genügend”. So ungefähr sah es bei mir auch aus, und mir wurde auch gelegentlich mitgeteilt: “Dumm bist du ja nicht, aber du  hast so gar keinen Ehrgeiz.”

So isses, ich bewege mich gemütlich im Mittelfeld und habe mich dort inzwischen eingerichtet, wie Jakob van Tast es auch getan hat (jedenfalls soweit ich mich erinnere). Es können ja nicht alle Überflieger sein. Mittelmaß rulez!

In England war Jakob übrigens auch, eine weitere Parallele.

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Oktobermelancholie

Sauweda, greisligs! Hier gießt es schon den ganzen Tag wie aus Eimern.  An so einem Tag kann man so richtig nachvollziehen, warum Bløf den Oktober als “de wreedste maand (den grausamsten Monat)” bezeichnet. Zeit, sich etwas in herbstlicher Melancholie zu suhlen.

Für die Textliebhaber gibt es hier das Original. Die Übersetzung unten ist von mir.

Oktober überfällt uns jedes Jahr.
We sehen uns an nach einem übervollen Sommer.
Und wir haben uns wieder verändert, aber es fühlt sich nicht mehr vertraut an,
jetzt, wo wir plötzlich erkennen, dass wir nicht wir selbst sind
im Oktober.

Oktober ist der grausamste Monat, Oktober.
Mit den Dingen, die vorübergehen,
aber doch irgendwo hängenbleiben, sie kommen immer wieder zu uns zurück,
irgendwann im Oktober.

Oktober überfällt uns jedes Jahr.
Wir bleiben zusammen nach einem viel zu kurzen Sommer.
Und wir haben uns wieder verändert, nicht zum Guten, nicht zum Schlechten,
aber trotzdem verändert
im Oktober.

Oktober ist der grausamste Monat, Oktober.
Mit den Dingen, die vorübergehen,
aber doch irgendwo hängenbleiben, sie kommen immer wieder zu uns zurück,
meistens im Oktober.
Meistens im Oktober.

Kategorien: "Gewoon" dagelijks leven, Ganz "normaler" Alltag | Schlagwörter: , , | 2 Kommentare

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