Ostseeradtour 2015 – Teil 1

Temperatur ist Geschmackssache (Radler auf dem Elberadweg bei Glückstadt)

Gronau – Hamburg – Brunsbüttel

start

Mal wieder viel zu früh fuhren wir am Sonntagmorgen los nach Gronau. Alles war noch still, nur einer unserer Nachbarn überholte uns auf seinem Rennrad. Nach einem kurzen Plausch fuhr jeder seines Weges.

Am Bahnhof war erst noch nicht so viel los, doch nach einer Weile versammelten sich mehrere Radler auf dem Bahnsteig. Die beiden Damen, die nach Metelen wollten, beschlossen, in den anderen Wagen einzusteigen, so dass wir und zwei weitere Herren auf dem Weg nach Münster nicht abpacken mussten. Einer dieser Herren hatte ein E-Bike mit, das wir testen durften. Das Teil zog ganz schön ab! Er erzählte, dass er Probleme mit dem Meniskus hatte und mit einem normalen Rad die Ruhrgebietstour mit seinem Kumpel nicht fahren könnte. E-Bikes haben wirklich Zukunft, denn die Akkuleistung wird immer besser, und es gibt auch immer mehr Möglichkeiten, diese aufzuladen. Irgendwann werden wir wohl auch auf Stromräder umsteigen.

e-bike

Da wir in Münster über eine Stunde Aufenthalt hatten, wollte ich zum Bahnhofsbäcker, um Brezeln und Streuselkuchen zu holen. Der Bahnhof war nicht wieder zu erkennen! Das Gebäude war größtenteils weg und die Geschäfte waren im Moment auf den Bahnhofsvorplatz ausgelagert. Die Umbauarbeiten sind umfangreicher als ich dachte.

Wir installierten uns auf dem Bahnsteig im richtigen Gleisabschnitt, doch als unser Zug angekündigt wurde hatten wir es wieder – umgekehrte Wagenreihung, aber nicht für den gesamten Zug. Also rechneten wir aus, wo wir hinmussten und hofften, dass es einigermaßen stimmte. Tatsächlich, wir standen halbwegs an der richtigen Stelle. Als der Zug einfuhr, packten wir ab, wuchteten Räder und Gepäck ins Innere und verstauten alles. Und wie es immer so ist, wollte just in diesem Moment auch das Mädchen mit dem Kaffeewagerl vorbei.

Nach einer Weile saßen wir auf unseren reservierten Plätzen. In der Nähe saß eine Gruppe junger Männer, gewandet in Trikots des Sportvereins Hintertupfingen-Ost oder etwas dergleichen. Sie hatten Cola mit, die sie eifrig mit Doppelkorn verdünnten. Irgendwann fragte einer seinen Kumpel: “Sollen wir mal Plätze tauschen?” – “Duu, das isss aber vvvooolll ansschschdrrrengend!”

Mit nicht allzuviel Verspätung erreichten wir Hamburg. Zusammen mit einem anderen niederländischen Paar, das den Elberadweg Richtung Dresden fahren wollte, hievten wir Räder und Gepäck nach draußen. Da die ganzen Hintertupfinger auch bei dieser Tür aussteigen wollten, dauerte das eine Weile. Zum Glück hatte der Zug hier einen längeren Aufenthalt, bevor er nach Stralsund weiterfuhr.

Die Elbe zu finden, war nicht schwer, der dazugehörige Radweg war jedoch etwas besser versteckt. Endlich befanden wir uns auf der Promenade. Allerdings hatten an diesem schönen Sonntagnachmittag alle Hamburger und sämtlicher Urlauber beschlossen, dort zu promenieren, also kamen wir nicht gerade schnell voran.

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Dann landeten wir beim Museumhafen Övelgönne, wo wir eine Weile unsere Räder inmitten einer größeren Menschenmenge durch die schmalen Gassen schieben mussten. Aber so konnten wir uns wenigstens in Ruhe die malerischen Häuser anschauen.

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Dann wurde es etwas ruhiger, und ohne Probleme fanden wir den Campingplatz am Elbstrand. Dort nahm man uns etwas übel, dass wir nicht reserviert hatten, obwohl sie doch dafür ein Online-Formular haben, aber wir durften trotzdem dort stehen. Wir pflügten uns durch den Sand und fanden einen Platz mit festerem Untergrund, wo wir unser Zelt aufstellten, selbstverständlich mit Elbblick.

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Dann gingen wir in den Biergarten zum Essen. Der Barkeeper verblüffte uns damit, dass er zwei Weißbiergläser gleichzeitig einschenkte, und bei der Essensausgabe bekommt man keine Nummern, sondern Namen wie „Mary Poppins“ oder „Miss Piggy“, die lauthals gerufen werden, wenn das Essen fertig ist. Der Fisch war aber auf jeden Fall lecker. Mit vollem Bauch zogen wir uns in unser Zelt zurück. Nachts war es ziemlich kalt, so dass ich irgendwann meine Kapuzenjacke anzog.

Am nächsten Morgen schien die Sonne, doch es wehte ein ziemlich frisches Lüftchen. Die beiden italienischen Jungs neben uns saßen bibbernd bei ihrem Gaskocher und machten Kaffee. Auch wir frühstückten erst mal in Ruhe. Obwohl unsere Nachbarn schon lange vor uns aufgestanden waren und mit dem Einpacken angefangen hatten, waren wir ungefähr gleichzeitig fertig. Bei uns gilt die Regel: Vom Aus-dem-Schlafsack-Kriechen bis zum Losradeln vergehen ziemlich genau eineinhalb Stunden. Klappt fast immer!

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Wir pflügten uns wieder durch den Sand und fuhren erst an der Elbe entlang, bis wir vor einer steilen Treppe nach oben standen. Also zurück. Wir begegneten den Italienern wieder und warnten sie, doch sie fuhren weiter. Nach einer Weile standen wir wieder vor dieser Treppe, aber diesmal oben, wo die Italiener ihre Räder hochwuchteten. Kurz darauf riefen uns zwei ältere Herren auf einer Bank etwas nah, das wir nicht verstanden, und bald landeten wir in einer Sackgasse. Ach, das hatten die Herren gemeint! Also wieder zurück, an den Herren vorbei. Wahrscheinlich haben sie so den ganzen Tag Unterhaltung, Statler und Waldorf lassen grüßen.

Uns reichte es erst mal mit dem Elbe-Radweg, wir wollten bloß raus aus der Stadt. Wir folgten den Schildern nach Uetersen und Elmshorn, das lag so ungefähr in der richtigen Richtung. Die Elbe würden wir irgendwann schon wiederfinden. Die Radwege waren auch okay, aber warum sind sie in der Stadt immer von Glas gespickt? Ich hoffe ja, dass diejenigen, die das verursachen, im Jenseits bis zum jüngsten Gericht Reifen flicken dürfen.

Bei Elmshorn fanden wir auch den Radweg nach Glückstadt und hatten den Wind kräftig von vorne. In der Stadt merkt man das ja nicht so. Bei einer Pause auf einer Bank mit Elbblick unterhielten wir uns mit einem Herrn, der zu einem Badestrand in der Nähe wollte, die Wassertemperatur sei im Moment 16 Grad. Auf meinen Einwand, dass das doch etwas kühl, um nicht zu sagen saukalt sei, meinte er: „Temperatur ist Geschmackssache“. Wunderbar, dieser Satz sollte uns den restlichen Urlaub begleiten.

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Wir radelten weiter auf dem Deich und erreichten bald Glückstadt mit einem netten kleinen Hafen.

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Hier kann man auch mit der Fähre die Elbe überqueren, was wir aber diesmal nicht vorhatten. Und weiter ging es gegen den Wind auf dem Deich, wo die Schafe friedlich grasten. In der Ferne sahen wir die Kernzentrale Brokdorf. Trotz zahlreicher Pausen wurden die Kilometer nach Brunsbüttel langsam, aber stetig weniger.

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Kurz vor Brunsbüttel standen wir plötzlich vor einer Schranke. Da es außer zurück keine Alternative gab, zwängten wir uns daran vorbei und radelten über ein Fabrikgelände auf eine Straße, die uns direkt zur Fähre über den Nord-Ostseekanal brachte. Peter war mal wieder etwas voraus und rollte auf die Fähre, doch als ich den Anleger erreicht hatte, setzte sich plötzlich die Autoschlange in Bewegung, und ich war noch auf der falschen Straßenseite! Hilfe, der Gatte wird doch nicht ohne mich den Kanal überqueren? Gut, sowas kommt vor, ich hatte ihn auch mal in London an einer Underground Station zurückgelassen, weil er in ein Plakat vertieft war und die Türen schneller zugingen als gedacht. Aber diesmal sollte das nicht passieren. Ich sah den Mitarbeiter der Fähre fragend an und rollte an Bord, allerdings auf der falschen Seite, wo ich einigen Fußgängern im Weg stand, aber egal, die Fähre legte mit mir ab.

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Auf der anderen Kanalseite fuhren wir zur Tourist Information und suchten auf einem Umgebungsplan den Weg zum Campingplatz am Elbdeich. Dort angekommen empfing uns ein Schild: „Einchecken Deichstraße 71.“ Zum Glück war das gleich um die Ecke und nicht beim Fähranleger oder so. Der Platzwart erwies sich als Scherzkeks, denn er empfing uns mit folgenden Worten: „Leider habe ich nichts mehr frei, aber in Hamburg könnte ich Ihnen noch etwas anbieten.“ In diesem Stil ging die Eincheckprozedur weiter, bis wir unser Zelt aufbauen konnten. Der Platz ist einfach, aber nett und hat eine kleine Küche für Camper. Die Dusche war wunderbar, ich hätte duschen können, bis die rote Sonne im Meer versinkt, aber man muss es ja nicht übertreiben.

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Aufgewärmt und munter machten wir einen Spaziergang zum historischen Ortskern, wo wir eine nette Pizzeria fanden. Während wir auf die leckere Pizza warteten, rekonstruierten wir den Tag und ich schrieb meine Stichpunkte in den Kalender.

Nach dem Essen gingen wir zurück zum Campingplatz und setzten uns eine Weile auf eine Bank auf dem Deich. Dann gingen wir schlafen. Die Schafe blökten noch eine Weile friedlich vor sich hin, dann war es still.

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Nach den Anstrengungen von gestern hatten wir uns einen Ruhe- und Kulturtag verdient, also trödelten wir beim Frühstück gemütlich herum und beobachteten die Schafe, die in einer langen Reihe aus der Stadt wieder zum Deich kamen. Dann fuhren wir an selbigem entlang in die Stadt und parkten die Räder bei der Tourist Information.

Erst gingen wir zur Aussichtsplattform 3 des Nord-Ostseekanals und beobachteten, wie die Schleuse geöffnet wurde, um einige Schiffe durch zu lassen. Das scheint eine ziemlich aufwändige Sache zu sein, bei der mehrere Arbeiter irgendwelche Kolben in Löcher gleiten ließen bzw. selbst in diesen Löchern verschwanden. Was da alles passierte, erschloss sich mir ehrlich gesagt nicht, aber interessant war es auf jeden Fall.

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Dann besuchten wir die Ausstellung in der Tourist Information, denn wir wollten mehr über den Kanal erfahren, der die Nordsee mit der Ostsee verbindet und so den Schiffen einen langen Umweg über Skagen erspart. In der Ausstellung selbst kann man verschiedene Kanalmodelle, Fotos, Grafiken und Tabellen bewundern. Dann zeigte man uns einen Film über die Geschichte und den Bau des Kanals. Dabei erfuhren wir, dass bereits im 7. Jahrhundert die Wikinger in Haithabu Pläne für einen derartigen Kanal hatten. Der direkte Vorläufer war der Eiderkanal, der im 18. Jahrhundert gebaut wurde. 1887 wurde dann mit dem Bau des Nord-Ostseekanals begonnen, der 1895 dann fertig wurde.

Danach zeigte man noch einen Film über die Navigation auf dem Kanal. Manche Schiffe sind ja sehr breit, so dass ein genauer Plan eingehalten werden muss, wann und wo sie einander passieren können. Dabei erhält jedes Schiff abhängig von der Breite eine Passierzahl. Die Summe der beiden Schiffe, die aneinander vorbei wollen darf ein bestimmtes Maximum nicht überschreiten, sonst muss eines der beiden Schiffe in einer Art „Ausweichbucht“ warten. Wieder etwas gelernt.

Wir bummelten noch durch den Ort und erledigten Einkäufe. Dabei fiel uns auf, dass Brunsbüttel viele Geschäfte aller Art, aber relativ wenig Besucher hat. Das kann natürlich auch an der Vorsaison liegen, gut möglich, dass hier im Hochsommer der Bär steppt. An der Promenade verspeisten wir das erste Fischbrötchen des Urlaubs. Es war nicht schlecht, aber an Norden reicht es nicht heran.

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Dann fuhren wir zurück zum Campingplatz, wo ich mich in die Sonne setzte, um ein paar Schönheitsreparaturen an Peters Schlafsack vorzunehmen. Inzwischen hatten wir auch Nachbarn bekommen: ein Radfahrerehepaar aus Bayern, die auch ostwärts radeln wollten und heute ebenfalls mit dem Wind zu kämpfen hatten, und eine junge Frau, die auf dem Nordseeradweg unterwegs war.

Später traf ich in der Küche eine Frau, ebenfalls aus dem sonnigeren Süden, die über das Wetter schimpfte: „Mei, is des a Wind hier! Normal fahrn mer ja im Urlaub ins Allgäu, aber mein Mann wollt unbedingt Schiffe sehn. Also samma heuer hier. Aber warm is hier ja ned grad.“ Aber Temperatur ist ja bekanntlich Geschmackssache, ich fand die knapp zwanzig Grad ideales Radlerwetter. Und so lange es nicht regnet…

Nach dem Abendessen gönnten wir uns noch ein Bierchen in der Strandhalle auf dem Deich.

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Dann verkrochen wir uns in unsere Schlafsäcke, während in einem der Nachbarzelte schon diverse Bäume zersägt wurden.

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Ostseeradtour 2015 – Vorwort

Ostsee-Radtour, 14. Juni – 11. Juli 2015

Seit ein paar Tagen sind wir wieder zurück von unserer diesjährigen Radtour, die mal wieder sehr schön und interessant war. Zeit also für den Reisebericht, der so nach und nach hier erscheinen wird. Ich freue mich wieder auf zahlreiche Mitreisende. :)

Bereits vor zwei Jahren hatten wir ja geplant, an der Ostsee entlang zu radeln, aber damals war es dann mal wieder England geworden. Also kamen wir dieses Jahr auf die Idee zurück, und ich fragte Peter: “Wo sollen wir denn eigentlich starten? Flensburg? Schleswig? “- “Brunsbüttel.” – “Du weißt aber schon, dass das an der Nordsee liegt?” – “Natürlich weiß ich das! Aber ich möchte so gern noch einmal am Nord-Ostsee-Kanal entlang fahren. Die riesigen Schiffe, die dort vorbeikommen, das war doch schön.”

Also beschlossen wir, mit dem Zug nach Hamburg zu fahren, von dort an der Elbe entlang nach Brunsbüttel zu radeln und dann dem Kanal nach Kiel zu folgen. Von dort aus würden wir ostwärts fahren und in Stralsund wieder in den Zug Richtung Heimat steigen. Von dort aus gibt es nämlich eine Verbindung, bei der man nur einmal umsteigen muss. Wieviel Zeit wir für Usedom oder Rügen oder beides hatten, würde man sehen.

Als ich bei den Touristik-Verbänden von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Informationsmaterial bestellte, wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass Schleswig-Holstein am 2. Mai dieses Jahres den Weltfischbrötchentag feierte. Das war doch mal eine gute Nachricht, auch wenn wir erst im Juni losfahren wollten. Wenn man so etwas gutem, wahrem und schönem wie dem Fischbrötchen einen ganzen Tag widmet, kann es um die Welt noch nicht so schlecht bestellt sein. Man denke nur an unser “best Fischbrötchen ever”, das wir voriges Jahr in Norden verspeist hatten.

Dann hieß es, die grobe Route zu planen, das Kartenmaterial zu organisieren, die Fahrkarten zu erwerben und die Taschen zu packen, und am 14. Juni konnte es losgehen.

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Meine Biblothek muss bleiben – der schöne Schein der Demokratie

Noch eben ein kurzes Update für meine interessierten deutschsprachigen Leser: Wie man vielleicht dem vorigen niederländischen Artikel entnehmen konnte, ging die Sache nicht besonders gut aus. Die Koalition im Stadtrat, die mit dem Vorsatz angetreten war, besser auf die Bürger zu hören, erweckte zwar beim Einspruchabend wunderbar den Eindruck, genau das zu tun, und ich gutgläubiger Trottel bin natürlich darauf reingefallen. Tatsächlich aber schalteten sie auf Durchzug und stimmten genauso ab, wie es vorher im stillen Kämmerlein besprochen worden war. Die Bibliothek bekam zwar den Auftrag, weiterhin denselben Service zu bieten wie bisher, aber mit deutlich weniger Mitteln. Man hat vollstes Vertrauen, dass die Leitung das hinkriegt. Toll.

Immerhin wurden einige meiner wohldurchdachten und langgehegten Vorurteile gegenüber diversen politischen Parteien mal wieder bestätigt. Die Partei, die ich gewählt habe, hat uns jedoch nicht im Stich gelassen, konnte aber wenig gegen die Mehrheit ausrichten.

Wie Bibliotheksdirektor Gerard Kocx sagte, ist es nun Zeit, die Wunden zu lecken und nach vorne zu schauen. Aber das ist auch so eine Sache. Wenn die Bibliothek es trotz der Mittelkürzungen schafft, wird sich unser Kulturbeigeordneter stolz in die Brust werfen und verkünden, dass seine Politik goldrichtig war. Wenn sie es nicht schaffen, haben sie es nicht besser verdient. Ich gehe davon aus, dass Direktor und Mitarbeiter unserer Bieb ihr Bestes tun werden, um die Kunden nicht unter dieser Situation leiden zu lassen. Leider werden dieses Pflichtbewusstsein und dieser Idealismus immer mehr von Politikern, Managern und Vorständen ausgenutzt, die es selbst daran immer häufiger fehlen lassen.

Auf Twitter schrieb jemand, dass es doch sehr traurig ist, dass eine sozial Einrichtung wie die Bibliothek nun über Crowdfunding nachdenken muss. Finde ich auch, ich würde lieber die Gehälter diverser Ratsmitglieder über Crowdfunding finanzieren. Wenn es aber tatsächlich notwendig wird, die Bieb auf diese Art zu unterstützen, bin ich sicher dabei. Ich kann zwar nicht die ganze Welt retten, aber hin und wieder einen Seehund und ein kleines Stückchen Bibliothek – das müsste gehen.

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Mijn Bieb moet blijven – de schone schijn van de democratie

Zefix, Kreuzbirnbaum und Hollerstauden, Sacklzement no amoi, des deaf doch ned woar sei! Sorry, folks, maar dit moest even van mijn hart. Als de emotie hoog oplopen, voeren mijn Beierse roots nog steeds de boventoon, en ik ben, op z’n zachtst gezegd, nog steeds ontstemd over de gang van zaken rond onze bieb.

Vorige week was er dus inspraakavond bij de stedelijke commissie, en ook ik heb va dit recht gebruik gemaakt. Voor het eerst sinds 70 jaar zit de PvdA niet meer in de coalitie van de gemeenteraad, en de nieuwe coalitie, bestaand uit VVD, CDA, D66, Burger Belangen en CU, wilde weg van de regentencultuur en vooral naar de burgers luisteren. Tijdens de zitting van de Stedelijke Commissie had ik wel de indruk, dat ze dat deden. Ze zetten in ieder geval allemaal een integer luistergezicht op en vonden het geweldig, dat wij van ons recht om in te spreken gebruik maakten, want dit is immers democratie. En ik, goedgelovige sukkel die ik ben, trapte daar ook mooi in.

In de raadsvergadering een week later hield de coalitie gewoon voet bij stuk, geen enkel argument, door wie dan ook ingebracht, de ruim 27000 handtekeningen voor het behoud van de bieb en het voorstel van de directeur, voorlopig de helft van het beoogde bedrag te bezuinigen, kon ze op andere gedachten brengen. We moeten bezuinigen, het staat in het coalitieakkoord, en daar wijken we niet van af. Ze begrepen wel, dat de wijkvestigingen en de boekenbus behouden moeten blijven en dat de service niet achteruit mag gaan. Maar dan kan ook met 6 ton minder, daar heeft de gemeenteraad het volste vertrouwen in de directie van de bieb. Mooi, daar kun je echt iets mee.

In ieder geval werden mijn weloverwogen en lang gekoesterde vooroordelen jegens sommige politieke partijen bevestigd, en dat is toch ook wat. VVD, een partij voor de rijken, die hun geld in ieder geval moeten houden. Solidair zijn ze vooral met zichzelf. CDA, maar één letter verwijderd van de Duitse CDU, daar kun je niet veel van verwachten. Echter, op persoonlijke titel hebben een paar raadsleden het inmiddels wel voor de bieb opgenomen door lid te worden en reclame te maken. Privé dus best sympathiek, het zin net mensen. ;) D66, al sinds ik hier woon een groot mysterie voor mij. Waar staan ze voor en wat willen ze? Mijn eerste indruk was, dat ze op de Duitse FDP lijken: bungelend aan de rand van de afgrond en vrolijk met alle winden mee wapperend. In onze gemeente laten ze nu wel profiel zien door een keiharde ramkoers te varen. Ik heb ooit vernomen, dat deze partij iets met onderwijs en kennis zou hebben. Dan bezuinig je dus op een bibliotheek. Ze vinden, dat te weinig burgers van onze stad “participeren”, dus wordt een instelling die de veelgeprezen participatie juist mogelijk maakt (werk voor mensen met een beperking, cursussen etc.) op haar middelen gekort. Sorry, jongens, maar dat hoef ik niet te begrijpen. Onaangenaam verrast was ik door Burger Belangen. Wiens belangen behartigen zij nou eigenlijk? Die van de burgers niet echt. Maar ik weet nu ook, dat ikzelf altijd op de juiste partij gestemd heb, en dat is fijn.

Nu is het, zoals biebdirecteur Gerard Kocx zei, tijd om de wonden te likken en dan plannen te maken. Gelijk heeft hij, maar het voelt wel een beetje dubbel: Als het de bieb lukt, de bezuinigingen te realiseren zonder dat er een kaalslag plaatsvindt, zal onze wethouder gelijk krijgen. Ik zie hem al een dansje doen en triomfantelijk toeteren: “Ha! Ik wist het, het kan dus wel. Mijn beleid is goed.” Als het niet lukt, is het een bewijs dat de bieb de subsidies sowieso niet verdiend heeft. Ik weet zeker dat de directie en medewerkers van de bieb hun best zullen doen, omdat zij hun klanten niet in de steek willen laten. Helaas worden dit soort plichtsbesef, idealisme en betrokkenheid door veel politici, bestuurders en managers steeds meer uitgebuit, terwijl zij het zelf op dit gebied steeds vaker laten afweten.

Op Twitter schreef iemand, dat het behoorlijk triest is dat een sociale instelling als de bibliotheek nu over crowdfunding moet nadenken. Helemaal mee eens, ik zou ook liever de salarissen van de wethouders en een aantal raadsleden via crowdfunding willen regelen. Kunnen ze bewijzen, wat ze waard zijn. Maar als het nodig wordt voor de bieb ben ik in ieder geval van de partij. Ik kan weliswaar niet de hele wereld redden, maar een paar zeehonden en een klein stukje bieb – dat moet kunnen.

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Meine Bibliothek muss bleiben – Einspruch

Da sich auch ein paar deutsche Bibliotheken unter meinen Folgern befinden, was mich sehr freut, möchte ich euch kurz auf dem Laufenden halten, wie es hier mit unserer Bibliothek weitergeht. Letzten Montag wurden die Sparmaßnahmen im Kultursektor in der Städtischen Kommission besprochen, und nächsten Montag wird der Vorschlag dem Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt. Die Debatte der Kommission ist öffentlich, und jeder Bürger hat das Recht, Einspruch zu erheben, und man darf dann maximal fünf Minuten sprechen. In einem Anfall von Wahnsinn hatte ich mich tatsächlich – mit 19 anderen Sprechern – dafür angemeldet.

Pünktlich versammelten sich die Sprecher und weitere ca. 200 Sympathisanten bei der Bibliothek, von wo wir in schicken T-shirts mit dem Logo “Mijn bieb moet blijven” und mit viel Krach zum Rathaus zogen. Dort mussten sich die Sprecher an der Rezeption melden und durften dann im Sitzungssaal Platz nehmen. Die übrigen Sympathisanten durften die Debatte vom Bürgersaal aus auf einer Leinwand mitverfolgen. Mann, hatte ich Lampenfieber.

Der Abend war auf jeden Fall sehr interessant und lehrreich. Erst wurden wir von der Vorsitzenden darauf hingewiesen, dass wir nicht applaudieren, pfeifen oder auf andere Art und Weise seine Meinung kundtun dürfen, denn jeder soll hier sagen können, was er denkt. Außerdem fand sie es gut, dass so viele Leute von ihrem demokratischen Recht, Einspruch zu erheben, Gebrauch machen. Vielleicht sollte ich das öfter mal machen…

Die Ansätze der 20 Sprecher waren sehr unterschiedlich, aber jeder machte deutlich, warum die Bibliothek, die Zweigstellen in den Stadtteilen und der Bücherbus so wichtig sind und dass die Bibliothek weit mehr ist als Bücher ausleihen und zurückbringen. Unsere ehemalige Stadtdichterin begann mit einem Gedicht über die Bedeutung von Kultur, dem Sauerstoff der Gesellschaft, das Projekt “Vorleseexpress” wurde vorgestellt, ein Grundschullehrer erzählte, wie die Kinder sich immer auf den Bücherbus freuen usw. Der letzte Sprecher, der Direktor der Bibliothek, ging vor allem auf die finanzielle Seite ein und erklärte, was die geplanten Einsparungen für Folgen haben.

Nach einer kurzen Pause diskutierten die Vertreter aller Fraktionen die Sparmaßnahmen und gingen auch auf die Punkte von uns ein. Wie zu erwarten, ist die Koalition dafür, denn der Haushalt muss ja stimmen, die Opposition findet die Einschnitte zu rigoros und mahnt zum Nachdenken. Ich habe den Eindruck, dass alle Fraktionen zwar finden, dass die Bibliothek weiterhin den gewohnten Service bieten soll und dass auf keine der Aktivitäten verzichtet werden kann, aber das Ganze doch bitteschön mit deutlich weniger Geld. Damit kann man wirklich was anfangen. Der Stadtrat wird am Montag wohl auch für die Sparmaßnahmen stimmen, aber es gibt Hoffnung, das die Bibliothek mehr Zeit bekommt, um sie durchzuführen.

Als ich nach einem langen Abend das Rathaus verließ, sah ich, dass einige der Figuren des Rathausbrunnens ebenfalls in ein schickes T-shirt gekleidet waren. Ich musste sehr lachen und mir wurde wieder einmal klar, dass ich diese Stadt einfach mag, in der ich vor 18 Jahren eher umständehalber gelandet bin, die aber mich  sofort willkommen hieß.

Heute morgen las ich in der Zeitung, dass für einen meiner Lieblingskolumnisten  die 20 Sprecher zu seinen Helden dieser Woche gehören. Das passiert mir auch nicht so oft.

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Mijn bieb moet blijven – inspraak

Iedereen is vast wel nieuwsgierig hoe het verder gaat met onze bieb. Afgelopen maandag werd het voorstel over de bezuinigingen in de cultuursector in de Stedelijke Commissie besproken. Dit soort vergaderingen zijn openbaar en geïnteresseerden mogen inspreken. Je moet je dan aanmelden en krijgt maximaal vijf minuten spreekrecht. In een vlaag van verstandsverbijstering heb ik me hiervoor opgegeven, samen met 19 andere insprekers.

Ruim op tijd was ik bij de bieb, waar ik een prachtig T-shirt met het Logo “Mijn bieb moet blijven” in ontvangst nam. Dan gingen de ca. 200 betogers – met een hoop herrie uiteraard – naar het stadhuis. De insprekers moesten zich bij de balie melden en mochten dan naar de vergaderzaal. De overige betogers konden in de burgerzaal plaatsnemen en de vergadering op een grote scherm volgen. Ik was behoorlijk zenuwachtig, want ik vind het al best spannend om een antwoordapparaat in te spreken, maar voor mijn bieb doe ik het graag.

Het werd in ieder geval een interessante en leerzame avond. De voorzitter van de vergadering legde de gang van zaken uit: eerst mogen de insprekers hun zegje doen, dan bespreekt de commissie het voorstel en neemt daarbij de punten die de insprekers gemaakt hebben mee. Je mag niet applaudisseren of fluiten of op andere manier je (on)genoegen kenbaar maken, want iedereen moet veilig zijn mening mogen zeggen. Zij vond het fantastisch, dat zich zo veel insprekers gemeld hadden, want het is altijd goed, als de burgers gebruik maken van hun democratische rechten. Misschien moet ik dat vaker doen…

De insteek van de 20 insprekers was heel divers, onze voormalige stadsdichter zette de toon met een gedicht over het belang van de cultuur – het zuurstof van de samenleving, een docent vertelde, hoe zijn leerlingen iedere keer uitkijken naar de komst van de boekenbus, anderen hadden het erover, dat een bieb voor iedereen toegankelijk en bereikbaar moet zijn, het werk van de Voorleesexpres werd voorgesteld etc. De directeur van de bieb was de laatste spreker, en hij ging vooral in op de financiële kant van zaken.

Na een korte pauze bespraken vertegenwoordigers van alle fracties in de raad het voorstel. Nu mochten wij niets meer zeggen, maar het was wel spannend, om zo een vergadering mee te maken. Het was een beetje als verwacht: De coalitie steunde het voorstel, want er moet bezuinigd worden en de begroting moet kloppen. De oppositie vond wel, dat de bezuinigingen te rigoureus zijn en dat misschien toch het een en ander moet worden heroverwogen. De vertegenwoordiger van Burger Belangen (behartigt deze partij nou echt de belangen van de burgers???) vond de wijkvestigingen helemaal niet nodig, wat hem de repliek van D66 opleverde: “Als ik u zo hoor, mogen de mensen hun boeken straks in Almelo lenen.” Aan het einde van de vergadering zei de voorzitter: “Ik ben altijd lid van de bieb geweest, en dat zal ik ook altijd blijven. De bieb hoort bij onze stad.

Op het moment ziet het er zo uit, dat alle fracties wel het nut van de bieb inzien en dat ook zij vinden, dat de service niet achteruit mag gaan, maar dat moet wel met aanzienlijk minder geld. Daar heb je ook wat aan. Volgende week maandag stemt de raad over het bezuinigingsvoorstel, en het zal waarschijnlijk gewoon doorgaan. Er is wel hoop dat de bieb meer tijd zal krijgen, om de bezuinigingen door te voeren.

Toen ik na een lange avond het stadhuis verliet, zag ik, dat een paar van de figuren van het Ei van Ko, de fontein bij het stadhuis, ook de prachtige T-shirts droegen. Ik moest behoorlijk lachen en realiseerde me weer, dat ik ondanks alle problemen en merkwaardigheden hier van deze stad hou, waar ik 18 jaar geleden door omstandigheden terecht ben gekomen, maar die mij wel meteen omarmd heeft.

Vandaag las ik in de krant de column “Zijdelings”,  dat de 20 insprekers op maandag avond voor hem bij de helden van deze week horen. Dat gebeurt mij ook niet iedere dag.

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“Inselgrab” von Johan Theorin

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Es ist vollbracht, mit dem Sommerbuch ist Johan Theorins Öland-Tetralogie komplett. Erst mal wieder zum Titel: Im schwedischen Original heißt das Buch “Rörgast”. Ein “gast” ist im Schwedischen kein Besuch, oder höchstens einer, den man nicht so gerne hat, das Wort bedeutet nämlich Geist oder Gespenst, während ein “rör” ein Grabhügel, Steinhügel oder auch ein unterirdischer Gang sein kann. Ein Grabhügelgespenst also. Der deutsche Titel dieses Romans ist “Inselgrab” und der niederländische “Grafheuvel”, während der englische in Anlehnung an den ersten Band “Echoes from the Dead” hier “The Voices Beyond” ist.

Es ist Sommer 1930, und der vierzehnjährige Gerlof Davidsson arbeitet als Gehilfe des Totengräbers. Diese Stelle behält er nicht lange, denn als der Patriarch Edvard Kloss begraben wird, ertönen Klopfgeräusche aus dem Sarg. Dieser wird, zum Missfallen des Pastors, der den Segen schon  gesprochen hat, geöffnet. Der herbeigerufene Arzt kann jedoch wie beim ersten Mal nur den Tod feststellen. Als es zum zweiten Mal klopft, erleidet Edvards Bruder Gilbert einen Herzinfarkt, so dass nur noch Sigfrid Kloss übrigbleibt.

Fast siebzig Jahre später, im Jahr 1999, verbringt der inzwischen 84jährige Gerlof wie im Jahr davor  den Sommer in seinem Sommerhaus anstatt im Seniorenheim. Es ist Mittsommer und auf Öland wimmelt es von Sommergästen. Mitten in der Nacht klopft es plötzlich an Gerlofs Tür.  Der dreizehnährige Jonas Kloss berichtet aufgelöst von einem Geisterschiff im Sund, auf das er sich gerade noch retten konnte, als sein Schlauchboot unterging, und wo einer der Toten ihn mit einer Axt bedrohte.

Kurz darauf wird der Ferienpark von Jonas’ Verwandten, das Ölandic Resort, von einer Magen-Darm-Epedemie heimgesucht, der noch andere unangenehme Vorfälle folgen. Irgendjemand will die Familie Kloss ruinieren.

Die Geschichte, die sich langsam aufrollt, wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Da ist natürlich Gerlof, der viel erlebt hat, viel weiß, dank seines neuen Hörgerätes eine Menge mitkriegt und über eine ausgezeichnete Kombinationsgabe verfügt. Dann gibt es Jonas, der mit seinem Vater und seinem älteren Bruder im Ferienpark ist und dort etwas Geld verdient. Sein Bruder und seine Cousins schließen ihn regelmäßig von ihren Aktivitäten aus, so dass Jonas sich allein die Zeit vertreibt und auf allerlei geheimnisvolle Dinge stößt. Neben dem Geisterschiff gibt es da nämlich noch eine Gestalt, die immer wieder bei dem alten Hünengrab in der Nähe des Ölandic Resort auftaucht. Außerdem ist da noch Lisa, die als DJ Lady Summertime im Resort arbeitet und den Gästen der Disco die Portemonees entwendet, um ihrem drogenabhängigen Vater Geld schicken zu können.

Dazwischen wird in Rückblenden die Geschichte des Heimkehrers Aron Fredh erzählt, der beim Begräbnis von Edvard Kloss dabeigewesen war. Kurz danach emigrierte er mit seinem Stiefvater Sven in “das neue Land”. Erst nach einer Weile stellt sich heraus, dass es sich bei diesem neuen Land nicht um Amerika, sondern um das stalinistische Russland handelt, wo Ausländer und Regimegegner erbarmungslos verfolgt werden. Nach einigen Jahren im Arbeitslager gelingt es Aron, dem verunglückten Ukrainer Vlad Kleidung und Papiere abzunehmen. Als Vlad wird er zum Helfershelfer des Regimes und leistet seinen Beitrag zu den Säuberungsaktionen. Doch als Aron sehnt er sich nach Schweden. Auch im ersten Band geht es um Emigration und Heimweh, so dass sich gewissermaßen der Kreis schließt.

Es wird relativ schnell deutlich, dass das Schicksal des Heimkehrers mit der Familie Kloss verwoben ist, aber nicht, wie. Auch hier muss der Leser wieder etwas Geduld haben, denn Theorin lässt sich Zeit, seine Geschichte zu entwickeln. Und das passt zu seinem Protagonisten Gerlof, der ja schon im ersten Band erklärte, dass eine Geschichte in ihrem eigenen Tempo erzählt werden muss, und zum Ort. Auch wenn Öland durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist, bleibt es eine Insel, und dort geht alles etwas langsamer. Es bringt ja nichts, sich abzuhetzen, man kommt ja nicht weit.

Ein absoluter Pluspunkt dieses Buches ist natürlich wieder der sympathische Rentner Gerlof, der zuhört, nachdenkt und kombiniert. Schön finde ich auch, dass man nebenbei erfährt, wie es Gerlofs Tochter Julia und seiner Nichte Tilda geht, die in den ersten beiden Bänden eine wichtige Rolle gespielt haben.

VN Detective & Thrillergids schreibt über dieses Buch: “Ein atmosphärisch dichter Thriller mit einem kräftigen Schuss Geschichte und einem Hauch skandinavische Folklore.” Das stimmt, aber vom letzten hätte es durchaus ein bisschen mehr sein dürfen. Das Gespenst am Grabhügel und die Geschehnisse auf dem Geisterschiff werden zu schnell rational erklärt, und anders als in den Vorgängerbänden hatte ich nicht dieses Gefühl, dass dahinter noch mehr stecken könnte. Auch die unheimliche Atmorspäre, die vor allem die ersten beiden Bände bestimmte, kommt hier nicht so gut zum Tragen. Das könnte aber auch an der Jahreszeit liegen, Spukgeschichten passen wohl besser zum Herbst und Winter. Trotzdem ist “Inselgrab” ein spannendes Buch und ein gelungener Abschluss der Öland-Tetralogie.

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Urlaub im Moinland- Teil 5

Heimwärts – ein schlechter Tag, Hünengräber und „Bag Art“

Am nächsten Morgen ließen wir uns Zeit beim Frühstück. Wir unterhielten uns gemütlich mit den Radfahrern gegenüber über Räder, Taschen Routen und dergleichen, während das beschlagene Zelt langsam in der Sonne trocknete. Dann bauten wir ab und radelten wir gemütlich an der Kleinbahnstrecke entlang zum Hafen. Wie immer waren wir viel zu früh, aber es gab genug zu sehen: Ein Rudel Touristen stieg aus der Kleinbahn aus, die Fähre nach Emden wurde beladen und eine relativ unbebockte Schulklasse aus der Jugendherberge nebenan versammelte sich zu einer Fahrt zum Krabbenfischen.

kleinbahn2 kleinbahn

Die Fähre nach Eemshaven war jedoch weit und breit nicht zu sehen. Der Hafen ist zwar nicht besonders groß, aber man kann ja nie wissen, ob es nicht irgendwo ums Eck noch eine versteckte Anlegestelle gibt. Also zog ich los und fragte den Kapitän eines Katamarans, der weiter vorne am Pier lag, nach unserer Fähre. Er erklärte mir, dass diese noch gar nicht angekommen war und zeigte mir, wo sie anlegen sollte. Wir würden es auf keinen Fall verpassen. Beruhigt trabte ich zurück zu unseren Rädern, und wir beobachteten weiter das Treiben im Hafen.

Endlich kam unser Schiff an. Als wir unsere Fahrkarten vorzeigten, wurden wir extra noch einmal darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Schiff nicht, wie auf den Tickets vermerkt, nach Emden, sondern nach Eemshaven fuhr. „Aber wenn Sie unbedingt nach Holland wollen, geht das natürlich auch.“

Wir stellten unsere Räder unter Deck ab und suchten uns dann oben ein Plätzchen mit Aussicht, wo wir allerdings auch kräftig durchgepustet wurden. Bald kam Eemshaven in Sicht, und ich kann versichern, es ist keine schöne Gegend, um anzukommen. Industrieanlagen, Tanks, Kräne und alles andere, was irgendwie scheußlich ist, ist hier versammelt. Nachdem das Schiff angelegt hatte, versuchten wir so schnell wie möglich das Hafengebiet mit seinem Verkehr zu verlassen.

ueberfahrt

Nach einer Weile waren wir wieder auf ruhigeren Landstraßen und fuhren durch das flache weite Land von Nordgroningen. Der Wind, der uns an Bord noch fröhlich umweht hatte, war nun deutlich schwächer, und da es auch recht warm geworden war, ging das Radeln recht zäh. Auch merkte man deutlich, dass wir nicht mehr im Moin-Land waren. Die wenigen Leute, die uns begegneten, schafften es gerade mal bis „Moi“, wenn sie denn überhaupt etwas sagten. Irgendwie war es heute kein besonders guter Tag, und das sollte auch so bleiben.

Wir fuhren in Richtung Groningen, und Peter wollte eigentlich noch dem Stadtviertel Beijum, seinem Wohnsitz aus Studententagen einen Besuch abstatten, doch der Weg dorthin wurde gerade runderneuert, und die Umleitung wäre etwas zu weit außen rum gewesen. Also steuerten wir das Stadtzentrum von Groningen an. Eigentlich mag ich diese Stadt mit ihren Grachten, Brücken, malerischen Häusern und den zahlreichen Studenten. Der heutige Tag allerdings fiel in die erste Woche des neuen Studienjahrs, und besagte Studenten waren allesamt mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs, so dass es mir ein bisschen zu belebt wurde. Deshalb, und weil es erst früher Nachmittag war, steuerten wir nicht den Campingplatz im Zentrum an, sondern deckten uns bei einem Supermarkt mit Verpflegung ein und fuhren weiter Richtung Süden.

Leider war unsere Radwanderkarte nicht mehr topaktuell, und den Campingplatz in Haren gab es nicht mehr. Also weiter nach Nordlaren, wo wir einen kleinen und gemütlichen Zeltplatz am Pieterpad fanden, der außerdem ein „Ruhepunkt“ ist: Es gibt dort ein Häuschen, wo man sich unterstellen, ausruhen und gegen einen Obolus Kaffee oder Tee kochen oder ein Erfrischungsgetränk aus dem Kühlschrank nehmen kann. Gebäck und Eis haben sie auch.

Nachdem wir unsere Zelt aufgebaut und das Abendessen verzehrt hatten, saßen wir noch auf einer Bank und studierten die Karte. Unsere Nachbarn mit Wohnmobil brachten uns noch eine Tasse Tee, und bei einem gemütlichen Schwätzchen verging der Tag. Sooo schlecht war er nun doch nicht.

Am nächten Morgen ging es weiter. Radfahren in der Provinz Drenthe ist schön, über mit alten Bäumen gesäumte Straßen, vorbei an Feldern und blühenden Blumen am Wegrand.

drenthe2 drenthe

drenthe3

Auf unserem Weg mussten wir auch durch die Provinzhauptstadt Assen, was aber laut Peter kein Problem sein sollte, da es dort früher nur eine einzige Ampel gab. Deshalb war die Stadt bei Führerscheinprüflingen sehr beliebt. Doch diese idyllischen Zeiten sind natürlich inzwischen vorbei und aus der einen Ampel sind inzwischen mindestens neun geworden, die uns auf dem Ring um die Stadt immer wieder ausbremsten.

dtrentsehoofdvaart

Weiter ging es an der Drentse Hoofdvaart, einer alten Schiffsverbindung zwischen Assen und Meppel, durch Bovensmilde, Smilde, Hijkersmilde und Hoogersmilde in Richtung Diever. Kurz vor der Ortschaft wollten wir in einem Pfannkuchenrestaurant einkehren, doch das Etablissement hatte noch geschlossen. Das war allerdings nicht weiter dramatisch, im Ortskern fanden wir ein nettes Café, wo man auch Pfannkuchen servierte. Geht doch!

Unterwegs und im Ort selbst fiel uns auf, dass vor allem ältere Leute mit E-Bikes unterwegs waren. Die Provinz Drenthe ist wegen ihrer Landschaft und der Ruhe bei Rentnern aus größeren Städten sehr beliebt, nicht umsonst gibt es den Begriff „drenthenieren“. Unterwegs kamen wir wieder an einem Hünengrab vorbei, von denen es einige hier in der Gegend gibt.

huenengrab

Inzwischen war es wieder recht schwül geworden, und so waren wir froh, als wir Havelte erreichten. Den dortigen Campingplatz kannten wir schon von früheren Radtouren. Hier merkte man deutlich, dass die Saison zu Ende ging, es gab nur noch wenige Gäste, und nur ein Teil der Toilettenanlagen hatte noch geöffnet.

Nachdem wir das Zelt aufgestellt hatten, machten wir uns wieder auf den Weg, um ein weiteres Hünengrab zu besuchen.

heideweg

Dabei führte uns der Weg erst am Schmetterlingsparadies „Papilorama“ vorbei, wo man viele verschiedene Blumen angepflanzt hatte, um Schmetterlinge aller Art anzulocken. Danach ging es durch die blühende Heide zum Hünengrab. Somit schloss sich der Kreis zum Anfang unserer Reise.

heide huenengrab2

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Nach einem Abstecher zum Supermarkt brutzelten wir uns auf dem Campingplatz ein Abendessen und saßen dann noch mit unseren Bücher vor dem Zelt, bis es zu dunkel zum Lesen war.

Am nächsten Morgen hing dicker Nebel über dem Campingplatz. Als wir nach dem Frühstück alles eingepackt hatten, beschlossen wir, aus den Fahrradtaschen ein Hünengrab nachzubauen. Im letzten Jahr in England hatten wir ja schon den „Hunmanby Bag Circle“ kreiert. Wir beschlossen, dieses Projekt, das durchaus ausbaufähig ist, „Bag Art“ zu nennen.

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Nachdem Peter noch meine Gangschaltung nachgestellt hatte, die seit gestern etwas herumzickte, fuhren wir los. Wir hatten geplant, nach Zwolle zu radeln und dort den Zug nach Hause zu nehmen. In Meppel verpassten wir wegen der jahrmaktsbedingten Umleitung die richtige Ausfallstraße und landeten auf der falschen Seite der Autobahn. Nachdem wir einige Abzweigungen probiert hatten, die uns alle weiter von unserem Zielort wegführten, und sich außerdem dräuende Regenwolken über uns zusammeklumpten, fuhren wir wieder zum Bahnhof nach Meppel, um dort den Zug zu nehmen.

Wir hatten gehofft, dass der „Sprinter“ einer der neuen Niedrigflurzüge mit viel Platz für die Fahrräder war, doch leider war es ein umgetaufter Intercity, dessen Fahrradabteil sich am anderen Ende des Bahnsteigs befand. So kriegt das Wort „Sprinter“ eine ganz neue Bedeutung. Aber wir schaffte es noch rechtzeitig, und auch das Umsteigen in Zwolle ging problemlos. Am Nachmittag waren wir dann wieder zu Hause, wo Struppie sich gebührend über sein neues Halstuch freute. Es steht ihm doch gut, nicht wahr?

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The same procedure as every year: KunstenLandschap 2015

Auch dieses Jahr habe ich Pfingsten wieder bei der Kunstroute (inzwischen heißt es KunstenLandschap) mitgeholfen: Samstag die Banner an den verschiedenen Standorten aufstellen (dabei kam mit die Erfahrung beim Zeltaufbau sehr gelegen) , Sonntag und Montag jeweils zwei Stunden an der Kasse. Hier kommen einige Eindrücke der diesjährigen Kunstroute.

Ook dit jaar hielp ik met pinksteren weer mee bij de Kunstroute (inmiddels heet het KunstenLandschap): Zaterdag de banieren bij de locaties plaatsen (hier kwam mijn ervaring bij het opzetten van de tent goed van pas), zondag en maandag twee uur achter de kassa. Hier zijn een aantal indrukken van de Kunstroute van dit jaar.

Auf dem Dorfplatz in Lonneker lädt Oscar Prinsen Passanten zu einem guten Gespräch ein. Op het Dorpsplein in Lonneker nodigt Oscar Prinsen voorbijgangers uit voor een goed gesprek.

goed gesprek

Inge van Rijsbergens Gedanken zur niederländischen Wohnkultur und zum Schubladendenken – mit viel Liebe zum Detail. Inge van Rijsbergens gedachten over de Nederlandse wooncultuur en het hokjesdenken – met veel liefde voor details.

hokjesdenken

hokjesdenken3 hokjesdenken2

Blaue Schaukeln zwischen Bäumen (Bollegraaf en VanTuinen). Blauwe schommels tussen bomen (Bollegraaf en VanTuinen).

schommels

Diesmal durften wir die Bunker auf dem ehelmaligen Militärflughafen benutzen. Deze keer mochten we de bunkers op de voormalige vliegbasis gebruiken.

bunkers

bunkers3 bunkers2

Insgesamt war die Route dieses Jahr kürzer, so dass man sie auch zu Fuß zurücklegen konnte. Aber es gab sicher nicht weniger zu sehen. Und es hat wieder viel Spaß gemacht, um mitzuhelfen. Nächstes Jahr gerne wieder!

In totaal was de route dit jaar korter, zodat je hem ook te voet kon afleggen. Maar er was zeker niet minder te zien dan anders. En het was weer heel leuk om mee te helpen. Volgend jaar graag weer.

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Urlaub im Moinland – Teil 4

Borkum: Dünen, Strand, Kultur und noch mehr Seehunde

Am Morgen waren wir früh wach und saßen schon gegen 9 Uhr auf den Rädern und sausten mit Rückenwind in Richtung Westen. Unterwegs kamen wir wieder an einer Sielanlage in der Leybucht vorbei und wurden abermals von Strohfiguren begrüßt.

sielanlage Strohfiguren2

Nach einer guten Stunde erreichten wir das Fischerdorf Greetsiel, wo angesichts der relativ frühen Stunde noch nicht viel los war. Gemütlich fuhren wir durch die malerischen Gassen, betrachteten den Hafen und besuchten die Zwillingsmühlen.

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Dann ging es weiter, allerdings nicht über die Deichstrecke, sondern über den etwas direkteren Weg durch Pewsum mit seinem charakteristischen Kirchturm und einer weiteren Windmühle.

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Dann erreichten wir Emden. Mit etwas Mühe fanden wir den Hafen, wo die Fähre nach Borkum abfahren sollte, und kauften unsere Karten. Von der Insel aus wollten wir dann nicht zurück nach Emden, sondern nach Eemshaven, weil es von da kürzer nach Hause ist. Ich bekam aber eine Rückfahrkarte nach Emden. Auf Nachfrage wurde mir versichert, dass man damit problemlos nach Eemshaven fahren kann und dass es vom Preis her keinen Unterschied macht.

Da wir noch Zeit hatten, fuhren wir in die Innenstadt zum alten Hafen, wo wir bei einer Bank erst einmal unsere Geldvorräte aufstockten und uns dann auf einer Bank mit Aussicht ein Fischbrötchen genehmigten. Es war nicht ganz so perfekt wie das in Norden, aber auch sehr gut.

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Wir schauten uns noch ein bisschen im alten Hafen um und fuhren dann wieder zum Fährhafen, wo sich immer mehr Urlauber, darunter auch einige Radfahrer, versammelten. Endlich war es so weit, wir konnten an Bord. Wir verstauten die Räder an der dafür vorgesehenen Stelle und suchten ein Plätzchen mit Aussicht. Dann legte die Fähre ab. Wir tuckerten erst lange durch die Emsmündung, vorbei an Industrieanlagen, einem Campingplatz und einem riesigen Parkplatz mit eingepackten Neuwägen.

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emsmündung3 emsmündung2

Irgendwann hatten wir die „offene See“ erreicht, und dann lag auch schon Borkum vor uns.

borkum

Nachdem die Fähre angelegt hatte, rollten wir von Bord. Vom Fähranleger aus kann man mit der Kleinbahn die ungefähr sieben Kilometer zum Dorf fahren, aber wir waren ja autark und radelten neben der Bahnstrecke her. Unterwegs kamen wir an einem Supermarkt vorbei, wo wir uns mit Verpflegung eindeckten. Dann fuhren wir zum Insel-Camping. Beim Einchecken wurde uns ein winziger Platz zugeweisen, doch als wir dort ankamen, war er schon besetzt: Ein Zelt hatte sich einfach über zwei Parzellen verteilt. Wir durften dann auf den Platz gegenüber, der auch um einiges größer war.

Wir brutzelten uns ein Abendessen zusammen und gingen dann zum Strand. Das Wasser hatte sich weit zurückgezogen, so dass wir ein ganzes Stück hinauslaufen konnten. Wir beobachteten, wie sich die Farbe des Wassers im Schein der untergehende Sonne veränderte, und gingen dann weiter durch die Dünen in Richtung Dorf, wobei wir noch einige Sonnenuntergangsfotos machen konnten.

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Wir kamen bei der Promenade heraus, wo sich zahlreiche Leute versammelt hatten, und wo man Aussicht auf eine Sandbank hat. Und da waren sie, die Seehunde! Wir sahen uns um und stellten fest, dass es einen Weg zur Sandbank gab, der jedoch abgesperrt war. Ein Hinweisschild auf der Promenade wies darauf hin, dass wir im Wohnzimmer der Seehunde zu Gast seien und uns entsprechend gut zu benehmen hätten. Richtig so. Unseren Seehund Lewis hatten wir ja im Frühjahr auf Schiermonnikoog, der Nachbarinsel, freigelassen. Vielleicht hatte er es sich ja inzwischen auf dieser Sandbank gemütlich gemacht? Und vielleicht hatte auch Mara ihren Weg hierher gefunden? Wir investierten einen Euro für das Fernrohr und beschlossen dann, dass wir unsere Seehunde erkannt hatten. That’s our story and we stick to it.

seehunde

Danach bummelten wir wieder zum Campingplatz, doch es war gar nicht so einfach, im Fast-Dunkel den Weg zu finden.

Am nächsten Morgen schliefen wir aus. Dann machten wir wieder einen Spaziergang durch die Dünen in den Ort, wo die Kleinbahn gerade ankam.

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Wir bummelten weiter durch die Ortschaft mit ihren malerischen Gassen. Auf unserem Rundgang stießen wir immer wieder auf liebevoll gestaltete Richtungsschilder zum Rathaus, dem Flugplatz, dem Strand etc.

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Wir besichtigten die katholische Kirche „Maria Meeresstern“, die 1882 von Kaplan Karl Boeddinghaus aus Münster als Kapelle „von Kurgästen für Kurgäste“ gebaut worden war. Von innen wirkt das rote Backsteingebäude Angehnehm frisch und hell. Dann machten wir einen Abstecher zur Promenade, um die Seehunde zu begrüßen, und gingen ein Stück über den Strand.

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Dann setzten wir unseren Weg zum Alten Leuchtturm fort, der 1576 von Emdener Kaufleuten als Seezeichen errichtet wurde und zugleich Kirchturm der reformierten Kirche war. Er ist das älteste Gebäude der Insel und damit ein Kulturdenkmal. Auf der Wiese neben dem Turm befinden sich noch einige alte Grabsteine, zum Teil mit Totenkopf und Knochen verziert. Damals wurde nicht um den heißen Brei herumgeredet.

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Nicht weit vom Leuchttrum entfernt ist das Heimatmuseum „Dykhus“, dem wir ebenfalls einen Besuch abstatteten. Außer einem vollständigen Walskelett kann man dort auch Bilder und Dokumente zur Geschichte Borkums und die unterschiedlichsten Sammlungen bewundern: Porzellan, Streichholzschachteln, Bestecke aus verschiedenen Restaurants der Insel und zwei Sammlungen mit Sand aus aller Herren Länder, liebevoll in Glasröhrchen abgefüllt und beschriftet. Letztere fand ich besonders faszinierend. Es gibt Sand von der Ostsee, der Nordsee, der amerikanischen Atlantikküste, verschiedenen Gegenden Afrikas und noch viel mehr. Man kann einfach alles sammeln, nicht nur Glühweintassen.

Dann wurde es Zeit für ein Fischbrötchen und ein Eis, die wir auf einem Mäuerchen in der Einkaufsstraße verzehrten. Danach bummelten wir an den Schaufenstern entlang, und in einem Andenkenladen entdeckte ich ein dunkelblaues Halstuch mit der Aufschrift „Moin Moin“ – ein ideales Mitbringsel für unseren Mitbewohner Struppie.

Dann gingen wir einkaufen, und nach einem gemütlichen Abendessen auf dem Campingplatz machten wir uns erneut auf die Socken, diesmal zum Restaurant „Sturmeck“ in den Dünen. Dort wurden wir bei einem Bierchen wieder Zeuge eines wunderbaren Sonnenuntergangs.

borkumsonnenuntergang2

Viel später, als ich nachts das Zelt verlassen musste, konnte ich auch noch einen herrlichen Sternenhimmel genießen. Urlaub im Zelt ist toll!

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